Die Commerzbank hat einen Kunden zusammen mit einem Vermittler bei einem Immobilienkauf vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt. Der geschädigte Kunde muss seine Darlehensschulden in Höhe von rund 400 000 Euro nicht zurückzahlen. Außerdem muss die Bank Lebensversicherungen zurückgeben, die ihr als Sicherheit dienten. Das geht aus einem Beschluss des Bundesgerichtshofs hervor (Beschluss vom 23. 3. 2004, Az. VI ZR 349/03). Damit ist das vorinstanzliche Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt rechtskräftig.

In dem Fall hatte ein Immobilienvermittler dem Anleger eine Wohnung für 780 000 Mark verkauft, die er wenige Tage vorher für 390 000 Mark erworben hatte. Die Bank zahlte dem Vermittler eine „Bearbeitungsgebühr“, weil er ihr den Kreditkunden zuführte. Der Sachbearbeiter der Commerzbank bewilligte den Kredit binnen zwei Tagen. Auch er hatte einen Vorteil von dem Geschäft: Er bezog beim Kauf zweier Autos über den Vermittler dessen Firmenrabatt, erklärte Rechtsanwalt Peter Gundermann aus Kirchentellinsfurt. Das Gericht sah das Geschäft als sittenwidrig an.

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