Cominvest Genussscheinfonds Meldung

Anleger können ihre Anteile am Cominvest Genussscheinfonds P seit drei Tagen nicht mehr zurückgeben. Die Gesellschaft Cominvest, die seit Januar zur Allianz-Fondstochter Allianz Global Investor gehört, hat den Fonds wegen mangelnder Liquidität eingefroren.

Genussscheinfonds ohne Geld

Cominvest kauft keine Anteilsscheine des Genussscheinfonds P an und gibt auch keine mehr aus. Denn für diesen Genussscheinfonds gibt es keine Käufer, der Markt liegt darnieder, sagt ein Cominvest-Sprecher gegenüber test.de. Viele Privatanleger hätten in den letzten Finanzkrisen-Monaten ihre Anteile verkauft. Für weitere Rückkäufe von Anteilsscheinen hat der Fonds derzeit kein Geld.

Verkauf auf unbestimmte Zeit eingefroren

Einzige Möglichkeit, die mangelnde Liquidität wieder herzustellen, wäre der Verkauf von Vermögensgegenständen. Das will Cominvest aber vermeiden, um nicht weit unter Marktpreis verkaufen zu müssen und damit weiteres Fonds-Vermögen zu verlieren, sagt ein Sprecher. Der Handel werde erst wieder aufgenommen, wenn genügend Liquidität im Markt ist.

Fondsvermögen über die Hälfte reduziert

Der Cominvest Genussscheinfonds investiert vor allem in Genussscheine deutscher Unternehmen (Emittenten) mit guter bis sehr guter Bonität. Genussscheine sind aktienähnliche Papiere, die meist von Banken ausgegeben werden. Sie sind in der Finanzkrise stark unter Druck geraten. Der Cominvest Genussscheinfonds P war vor dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers noch 300 Millionen Euro schwer. Im Moment beträgt das Fondsvermögen nur noch 115 Millionen Euro, so der Sprecher von Cominvest.

Tipp: Betroffene Anleger, die ihr Geld brauchen, können im Moment nur warten, bis der Handel wieder freigegeben wird. Denn auch ein Verkauf über die Börse dürfte derzeit schwierig werden. Wem ein Bankmitarbeiter den Genussscheinfonds als sichere und liquide Geldanlage verkauft hat, sollte sich der Kunde von einem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht beraten lassen. Auch Anleger, aus deren Wertpapiererfassungsbogen klar hervorgeht, dass sie nur Wertpapiere mit geringem Risiko kaufen will, sollten einen Anwalt konsultieren. Die Juristen prüfen, ob die Bank falsch beraten hat.

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