Comdirect Bank Meldung

1999 eröffnete Klaus Herrmann* sein erstes Onlinedepot. Er entschied sich für "Direct Brokerage" bei der Comdirect Bank. Denn die verlangte, anders als die meisten Konkurrenten, keine Gebühren für den Fall, dass er sein Depot später auf eine andere Bank überträgt.

Als er sich im Oktober 2001 zufällig im Internet das Preisverzeichnis der Bank ansah, stellte er fest, dass die Comdirect zum 1. September die Preise erhöht hatte. Auf einmal sollte die Depotübertragung 20,42 Mark kosten. Persönlich informiert hatte ihn die Bank darüber nicht.

Verärgert über die klammheimliche Verteuerung kündigte er das Depot fristlos. Er fühlte sich unzureichend informiert: "Es gibt doch ein Onlinepostfach, das immer wieder mit Werbung gefüllt wird. Warum wird das nicht für solche wichtigen Mitteilungen genutzt?"

Die neuen Gebühren wollte er nicht zahlen. Schließlich sähen die Comdirect-Geschäftsbedingungen bei Preiserhöhungen ein Sonderkündigungsrecht vor, mit der Folge, dass die alten Konditionen weiter gelten. Doch die Comdirect bestand auf ihren Gebühren.

Erbost beschwerte sich der Bankkaufmann direkt beim Comdirect-Vorstand. Sechs Tage, mehrere Faxe, Briefe und Telefonate später lenkte die Comdirect doch noch ein.

Ein Sonderkündigungsrecht habe Herrmann zwar nicht gehabt, da Depotüberträge keinen wesentlichen Geschäftsvorfall darstellten. Deshalb sei keine Mitteilung der Preiserhöhung an den Kunden nötig gewesen. Auf die Übertragungsgebühr verzichtete sie aber trotzdem ­ "auf Kulanzbasis".

* Name von der Redaktion geändert.

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