Color­wasch­mittel Test

Zum ersten Mal bekommen Wasch­pulver echte Konkurrenz von Flüssig­wasch­mitteln. Außerdem: Viele billige Handels­marken waschen Buntes genauso gut wie teure Produkte.

Nach mehr als zwei Tonnen schmutziger Wäsche und über 1 000 Maschinenladungen müssen wir unsere eigenen Empfehlungen umschreiben. Bislang hat test von flüssigen Wasch­mitteln abge­raten. Der Grund: Sie haben stets schlechter gewaschen als Pulver. Das hat sich geändert, jedenfalls bei den Spezialisten für bunte Textilien. Erst­mals erreichen sechs flüssige Color­wasch­mittel eine gute Qualität: Tandil und una von Aldi, Gut & Günstig von Edeka, Ariel Color, Denk­mit von dm und Formil von Lidl. Sie entfernen Schmutz und Flecken bei 40 und 60 Grad nahezu genauso gut wie die besten Pulver. Das ist die erste gute Nach­richt – wichtig für alle, die Pulver ablehnen, weil sie weiße Streifen auf dunklen Sachen hinterlassen können.

Jetzt sanfter zur Umwelt

Zweite gute Nach­richt: Die meisten flüssigen Color­wasch­mittel belasten die Gewässer nicht mehr so stark wie früher. Neue Rezepturen kommen mit weniger oder mit schonenderen Tensiden aus. Oder die wasch­aktiven Substanzen sind stärker mit Wasser verdünnt. So wurde die giftige Wirkung auf die Umwelt gesenkt.

Pulver waschen aber nach wie vor umwelt­schonender als Flüssig­wasch­mittel, wenn sie die richtige Rezeptur haben. Auch deshalb, weil sie als Trocken­produkt keine Konservierungs­mittel brauchen.

Etliche sorgen für Grau­schleier

Flüssig­wasch­mittel hingegen müssen in der Regel konserviert sein. Manchmal konservieren die hoch­dosierten Inhalts­stoffe aber auch schon von Hause aus. Wie beim teuren Super­konzentrat Persil ActicPower für 23 Cent pro Wasch­gang. Es ist zur Umwelt so sanft wie ein Pulver, wäscht aber nur mittel­mäßig. Alltägliche Verschmut­zungen wie Staub- und Schweiß­partikel wäscht es nicht optimal heraus, es verteilt den Schmutz teil­weise, statt ihn abzu­tragen. Mit der Zeit bekommen die Textilien dann einen Grau­schleier. Der tritt auch auf bei den Flüssigen von Coral, Penny und Rewe, am schlimmsten aber bei domol von Ross­mann. Dieses flüssige Color­wasch­mittel bekommt die Wäsche am schlechtesten sauber, insgesamt nur ausreichend.

Den besten Spagat zwischen wirk­samer Wasch­leistung und Gewässerbelastung schaffen bei den Flüssigen Tandil Ultra Plus Color und una pro-Aktiv Color von Aldi – und das für nur 12 Cent pro Wäsche. Ganz so gut wie die besten Pulver sind sie zwar nicht, aber dicht dran. Sie verhindern das Anfärben weniger effektiv. Dafür zuständig sind Farb­über­tragungs­hemm­stoffe, Inhibatoren genannt. Sie sorgen dafür, dass Farb­stoffe eines Kleidungs­stücks nicht auf ein anderes Wäscheteil wandern.

Mit Ariel und Persil färbt weniger ab

Color­wasch­mittel Test

Mustergültig: Die Dosier­angaben auf der Ariel-Packung sind ausführ­lich, gut verständlich und leserlich.

Mustergültig: Die Dosier­angaben auf der Ariel-Packung sind ausführ­lich, gut verständlich und leserlich.

Beim Schutz vor dem Anfärben könnten aber auch etliche Pulver nach­legen. Selbst die besten von Aldi, Edeka und Lidl, alle für 12 Cent pro Wasch­gang, schützen davor nur mittel­mäßig. Mit den teuren Marken­wasch­mitteln Ariel Compact Color & Style mit Actilift und Persil Color-Megaperls für jeweils 26 Cent ist das Risiko geringer, dass rote Söck­chen dem gelben Shirt einen orangenen Stich versetzen.

Flecken bleiben bei 20 Grad

Color­wasch­mittel Test

Schokoeis: Das ist einer von 29 Flecken­arten, mit denen wir die Color­wasch­mittel geprüft haben, hier vor dem Waschen.

Schokoeis: Das ist einer von 29 Flecken­arten, mit denen wir die Color­wasch­mittel geprüft haben, hier vor dem Waschen (links). Nach der Wäsche zeigt sich: Bei 60 Grad und erst recht im 40-Grad-Wasch­gang geht Schokoeis schlecht heraus (rechts).

Saubere Wäsche und leuchtende Farben schon bei 15 oder 20 Grad Wasch­temperatur – damit werben Hersteller von Color­wasch­mitteln seit geraumer Zeit. Je weniger das Wasser aufgeheizt werden muss, desto weniger Strom braucht die Maschine. Es geht um Energie­ersparnis. Das Thema spricht viele an. Sie sind bereit, möglichst nied­rige Gradzahlen einzustellen.

Aber klappt das dann auch mit der Wäsche? Nein, jedenfalls nicht bei hartnä­ckigen Verschmut­zungen. Bei Tee, Rotwein, Frittier­fett, Ketchup und Rost müssen alle Color­wasch­mittel passen, egal ob fest oder flüssig. Das hat der Test gezeigt. Die Fleck­entfernung ist bei 20 Grad bestenfalls mittel­mäßig. Sehr hygie­nisch ist kaltes Waschen auch nicht, wie exemplarische Versuche zeigen. Nach einer Haupt­wäsche bei 20 Grad bleiben auf Textilien und in der Maschine viele Keime zurück. Gesunden macht das nichts. Aber Kranken kann das schaden. Mehr dazu im Interview.

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