Colorwaschmittel Test

Colorwaschmittel enthalten weder Bleiche noch optische Aufheller – damit Farben auch nach vielen Wäschen noch leuchten.

Wer nur das Beste will, muss Buntes mit Ariel Color waschen. Fast genauso gut sind dm / Denk mit und Persil Megaperls. Flüssige entfernen Schmutz am schlechtesten.

Dieses Jahr im Juni feiert Per­sil seinen hundert­s­­ten Geburtstag. Henkel brachte das erste pulverförmige Waschmittel mit Bleichstoff 1907 auf den Markt. Das ersparte der Hausfrau die bis dahin übliche Sonnenbleiche auf der grünen Wiese. Namenspate waren die chemischen Grundstoffe Perborat und Silikat, auch heute noch in manchen Waschmitteln enthalten. Hundert Jahre später ist Henkel Marktführer, aber kein Testsieger, jedenfalls nicht in diesem Colorwaschmittel-Test. Bleiche ist in diesen Persil Megaperls Color nicht enthalten. Sonst wären sie kein Colorwaschmittel (siehe „Ratgeber Waschmittel“).

Handelsmarken halten mit

Im Waschsalon unseres Testinstituts mussten 15 Pulver und 3 flüssige Colorwaschmittel zeigen, ob sie wirklich die Spezialisten für farbige Textilien sind. Zehn preisgünstige Handelsmarken, sogenannte no names, konkurrierten mit acht teuren Markenprodukten. Mit Erfolg: Unter den neun „guten“ Colorwaschmitteln finden sich fünf no names: dm / Denk mit, Aldi (Nord)/Unamat, Aldi (Süd)/Tandil, Lidl / Maxitrat und Schlecker / AS. Besonders beim alltäglichen Schmutz, zum Beispiel bei Staub- und Rußpartikeln, können sie mit den Marken mithalten. Auch der Preis spricht für sie. Mit 11 bis 13 Cent pro Waschladung sind sie deutlich billiger als Pulver mit klingenden Namen – eine Alternative für den schmalen Geldbeutel.

Auf dem Siegertreppchen landete jedoch Ariel Color & Style von Procter & Gamble, wie übrigens schon im letzten Colorwaschmittel-Test vor drei Jahren. Persil Megaperls Color muss sich mit dem zweiten Platz begnügen – zusammen mit dem Pulver „Denk mit“ aus den Regalen der Drogeriekette dm.

Denk mit wäscht farbige Textilien auch richtig gut und belastet die Gewässer genauso wenig, aber mit 11 Cent pro Waschgang kostet es nicht einmal halb so viel wie Ariel (25 Cent) und Persil (26 Cent). Kleiner Wermutstropfen: Shirts und Pullis, die mit dm-Pulver gewaschen werden, nehmen eher Farbe von anderen bunten Teilen an. Der „Schutz vor Anfärben“ ist nur „befriedigend“, so wie bei fast allen anderen Colors der Handelsketten.

Flüssiges Coral „mangelhaft“

Bei den flüssigen Colorwaschmitteln fällt die Bilanz weniger gut aus. Stellvertretend für diese Gruppe bezogen wir drei Mittel in den Test ein: Persil Color-Gel, Aldi (Nord) / Una pro-aktiv und Coral Optimal Color. Alle drei waschen deutlich schlechter als die Pulver. Das war in früheren Tests auch schon so. Aber es hätte ja sein können, dass die Flüssigen zugelegt hätten. Schließlich verkaufen sie sich gut. Schmutz entfernen sie aber bestenfalls „ausreichend“. Besonders Coral enttäuscht. Schmutz wird damit oft mehr verteilt als abgetragen und ausgespült. Nach mehreren Wäschen tritt dann ein sogenannter Vergrauungseffekt ein: Die Texti­lien sehen immer schmutziger aus, was besonders bei hellen Kleidungsstücken unschön wirkt. Das ist „mangelhaft“.

Mehr als eine Tonne Schmutzwäsche

Sehr aufwendig und eine echte Herausforderung für Prüfer und Produkt sind die praktischen Waschversuche. Dafür wurden ganz normale Haushaltswaschmaschi­nen mit mehr als einer Tonne Schmutzwäsche und zusätzlichen Prüftextilien beladen. Insgesamt kamen so mehr als 850 Wäschen zusammen. Dafür benutzten 57 Haushalte über Wochen Shirts, Frottier- und Gerstenkorntücher. Einmal wöchentlich sammelte das Testinstitut die benutzten Teile ein, wusch sie und teilte alles wieder aus. Jeweils nach 5, 10 und 15 Wäschen bei 40 Grad Celsius musterten die Experten jedes Wäschestück optisch ab und maßen den Vergrauungseffekt (Grundweißwert).

Lang liest sich auch die Liste der mehr als 4 400 Flecken, die einzeln auf Stoff aufgebracht und nach dem Waschen in Augenschein genommen wurden. Von Blut über Kakao und Motoröl bis hin zu Spaghettisoße war alles dabei, was der Fleckenteufel auf Lager hat und im Haushalt häufig für Probleme sorgt.

Stark gegen Flecken

Nach dem 40-Grad-Programm zeigte sich schnell: Auch bei hartnäckigen Flecken sind Ariel, dm / Denk mit und Persil am stärksten. Ariel und Denk mit werden mit Fetthaltigem besser fertig. Persil entfernt dagegen Tee und Rotwein eher, also alles, was bleichbar ist, obwohl es keine Bleiche enthält. Entscheidend für eine „gute“ Fleckentfernung sind wirksame Tensid- und Enzymkombinationen. Also beste Qualität der einzelnen Inhaltsstoffe und eine optimale Zusammensetzung – Formulierung sagt der Fachmann.

Bei den drei Spitzenreitern scheinen die Chemiker beim Formulieren der Rezeptur eine glückliche Hand gehabt zu haben. Wunder darf man trotzdem nicht erwarten. Colors sind keine Spezialisten für Flecken aller Art. Kaffee und Saft sind eher ein Fall für ein Vollwaschmittel mit Bleichzusatz. Vollwaschmittel sollte man für farbige Textilien aber nur ausnahmsweise in die Dosierkammer geben, weil Bleiche Farben stärker angreift. Doch wenn die Kinderschar mit Wonne im Matsch spielte oder sich sämtliche Kochzutaten auf dem Sweatshirt wiederfinden, hilft oft nur die harte Tour. Ein Vollwaschmittel kann auch schlechten Geruch besser beseitigen.

Schutz für die Farben

Colorwaschmittel sollen nicht nur sauber waschen, sondern einerseits auch die Farben schonen und andererseits das Anfärben verhindern. Für Letzteres sind die sogenannten Farbübertragungsinhibitoren zuständig. Sie sorgen dafür, dass Farbstoffe eines Kleidungsstücks nicht auf ein anderes Wäscheteil wandern. Auch für den Farbtonerhalt sind sie mit zuständig, aber nicht allein. Ob sich das Blau oder Grün im Laufe der Zeit verändert, hängt auch von anderen Faktoren ab, zum Beispiel von den eingesetzten waschaktiven Tensiden. In diesem Prüfpunkt trennte sich erst nach 20 Waschgängen die Spreu vom Weizen. Blaues, Rotes und Grünes verändern sich mit Meister Proper und Sunil Power am stärksten, mit Persil Megaperls und Schlecker / AS am wenigsten, jedenfalls bei den Pulvern. Ebenso „gut“ im Farbtonerhalt sind die Flüssigen im Test. Was Verschmutzungen schlecht entfernt, entfernt eben auch keine Farben. Das ist aber auch ihr einziges Plus.

Flüssige belasten die Umwelt mehr

Dieses Plus ändert aber nichts daran, dass flüssige Produkte viele Nachteile haben und nicht zu empfehlen sind. Weil sie mindestens doppelt so viel waschaktive Tenside enthalten wie Pulver, belasten sie die Umwelt stärker. Una pro activ von Aldi (Nord) enthält zudem eine besonders belastende Tensidart, Coral Optimal Color ein besonders belastendes Konservierungsmittel. Beides ist schlecht für Flüsse und Seen. Gelangen diese Stoffe über die Kanalisation in die Gewässer, beeinträchtigen sie die Ökosysteme. Vergleichsweise umweltschonend unter den Flüssigen ist nur Persil Color-Gel. Es trägt auch das Zeichen für nachhaltiges Waschen, ebenso übrigens Coral Optimal von Unilever. Mehr zu diesem Siegel in „Charter Nachhaltiges Waschen“.

Das hilft gegen weiße Streifen

Trotz der vielen Nachteile verkaufen sich Flüssigwaschmittel richtig gut. In den USA sollen sie sogar schon einen Markt­anteil von 70 Prozent haben, heißt es. So weit ist es in Deutschland noch nicht. Doch auch hier sprechen Anbieter von einem regelrechten Boom. Ein Grund: Viele Verbraucher machen die Erfahrung, dass Pulver häufig weiße Rückstände auf ihren dunklen Sachen hinterlassen, flüssige Waschmittel nicht. Wird mit Pulver gewaschen, zieren dann nach dem Trocknen weiße Flecken und Streifen die schwarze Lieblingsjeans oder den dunkelblauen Rock. Das sind Zeolithe, die als Wasserenthärter in pulverförmigen Waschmitteln zum Einsatz kommen und vom Spülwasser nicht abtransportiert wurden. Flüssige Waschmittel enthalten natürlich auch Enthärter, aber eben keine festen, die sich unschön auf den Fasern absetzen können. Doch bevor Sie auf ein flüssiges Colorwaschmittel umsteigen, sollten Sie erst einmal versu­chen, den hässlichen Ablagerungen mit ein paar kleinen Tricks beizukommen:

  • Packen Sie die Trommel ausnahmsweise nicht ganz voll und nehmen Sie nur so viel Pulver wie unbedingt erforderlich. Weniger ist da oft mehr. Und ziehen Sie dunkle Teile zum Waschen auf links.
  • Wenn auch das nichts nützt, gönnen Sie der Wäsche einen zusätzlichen Spülgang. Ob es tatsächlich hilft, muss man ausprobieren. Dafür gibt es bei modernen Waschmaschinen eine besondere Taste, etwa „Wasser plus“ oder „Extraspülen“ genannt. Das verteuert natürlich das Waschen wegen des höheren Wasserverbrauchs und ist deshalb nur ein Notbehelf. Aber es ist immer noch besser, als ein wenig gewässerbelastendes Pulver mit guter Waschkraft gegen ein schlechtes Flüssiges einzutauschen, das unnötig viel belastende Tenside in die Flüsse und Seen spült.
  • Oft lassen sich Rückstände von Waschmitteln nach dem Trocknen auch ganz einfach abklopfen, ausbürsten oder mit einem angefeuchteten Tuch abwischen. Das ist häufig sowieso bei der Hand, weil man es zum Bügeln braucht.

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