Color­wasch­mittel Test

Von wegen Markenqualität: Zwischen Wasch­pulvern mit demselben Logo können Welten liegen – je nachdem ob sie in der kleinen Kunst­stoff­tüte oder dem großen Wasch­mittel­karton stecken. Am krassesten ist das bei Ariel: In der einen Kategorie gehört es zu den Testsiegern, in der anderen ist es mangelhaft. Auch bei den Preisen gibt es große Unterschiede: Zwischen 10 und 30 Cent kann der Wasch­gang kosten. Im Test: 24 Color­wasch­mittel, davon sind 12 gut und 2 mangelhaft.

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TestColor­wasch­mitteltest 10/2016
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XL-Kartons gegen Tüten

Im Wasch­salon des Prüf­instituts mussten 24 Color­wasch­mittel zeigen, ob sie wirk­lich die Spezialisten für Buntes sind. Im Test traten 13 sogenannte Kompakt­pulver in Kunst­stoff­tüten gegen 11 Pulver im bis zu fünf Kilo schweren Papp­karton an. Das Resultat: Tütenpulver sind im Test die Schmutz­experten. 11 von 13 Kompakten waschen unterm Strich gut, fünf von ihnen erhalten auch Farben gut. Nur ein einziges Color­wasch­mittel aus dem Groß­karton ist mit den Kompakten konkurrenz­fähig − und insgesamt gut. Von den anderen XL-Produkten sind acht befriedigend oder ausreichend, zwei Mittel sogar mangelhaft.

Video: Color­wasch­mittel im Test

Pulver mit unterschiedlichen Rezepturen

Voluminöse Pulver werden nach anderen, für die Anbieter meist deutlich güns­tigeren Rezepturen hergestellt als Kompakte in kleinen Packungen. Ihrem Ruf, besonders viel für wenig Geld zu liefern, werden sie nicht gerecht. Allenfalls bei einem Produkt in der Groß­packung stimmt mit 10 Cent pro Wasch­ladung das Preis-Leistungs-Verhältnis. Drei der fünf Testsieger − alles Kompakt­pulver − reinigen kaum teurer: Sie kosten 12 Cent je Wasch­ladung.

Alltägliche Schmutz­wäsche

Im Labor stapelten sich neben bunten Prüf­textilien auch berge­weise Alltags­wäsche. 57 Haushalte haben Shirts und Hand­tücher im Test­auftrag inner­halb einer Woche benutzt und verschmutzt. Nach der anschließenden Wäsche im Prüf­institut gehen die Textilien erneut zurück ins Alltags­leben. 15-mal wieder­holt sich das Hin und Her. Zwischen­durch und am Ende begut­achten fünf Experten, wie gut die verschiedenen Pulver Schmutz entfernt haben. Zusätzlich bestimmt ein Mess­gerät, wie stark die Textilien nach den Wäschen vergraut sind. Bei vier Mitteln sind die Resultate so unansehnlich, dass die test-Qualitäts­urteile ausreichend oder mangelhaft lauten.

Colors ohne Bleich­mittel

Keines der geprüften Produkte erweist sich als Spezialist für Flecken jeglicher Art. Das über­rascht nicht. Color­wasch­pulver enthalten keine Bleich­mittel. Das schont die Farben – aber auch Spritzer von Rotwein, Tee oder dunklen Frucht­säften. Umso wichtiger ist, wie stark die Mittel gegen solche Flecken wirken. Schließ­lich will niemand ein farbiges Lieblings­hemd ausmustern, nur weil Kaffee darauf geschwappt ist. 7 500 Flecken haben die Prüfer im Labor einzeln auf weiße Läpp­chen gestempelt, pipettiert oder gedruckt und nach dem Waschen abge­mustert. Die Palette reichte von Bratensaft über Currysoße und Motoröl bis hin zu Make-up und Schokoladen­eis.

Wirk­sam gegen Flecken

Gegen hartnä­ckiges Motoröl kommen zwar auch die besten Colors nicht an. Die meisten Kompakten entfernen Flecken bei 40 Grad aber gut. Das zeugt von leistungs­starken Kombinationen aus fett­lösenden Tensiden und Schmutz knackenden Enzymen. Die beiden schwächsten Kompakten im Test werden mit Flecken allerdings kaum besser fertig als die meisten Pulver aus dem Papp­karton.

Nur wenige sanft zu Farben

Auf Dauer lässt jedes Wasch­mittel Farben blasser aussehen. Das macht die Chemie, die in ihnen steckt. Einige Color­wasch­mittel schaffen jedoch den Spagat zwischen kräftigem Säubern und sanfter Pflege: Sie sind gut darin, Farben zu schonen. Ein weiterer Vorteil dieser Mittel: Sie enthalten Zellulasen. Das sind spezielle Enzyme, die abstehende Fasern abknabbern. Sie glätten quasi die durchs Waschen aufgerauten Textil­oberflächen. Farben wirken so länger schön. Die meisten Pulver im Test lassen Buntes dagegen schneller blass aussehen.

Drei schützen schlecht vor Abfärben

Damit in der Wasch­maschine keine Farb­stoffe von einem Wäsche­stück aufs andere übergehen, setzen die Hersteller sogenannte Farb­über­tragungs­inhibitoren ein. Fast alle Pulver im Test schützen Textilen gut vor dem Abfärben. Schlechte Noten erhielten in dieser Disziplin nur drei Pulver aus dem Groß­paket: Bei ihnen verfärbten sich die Prüf­stoffe deutlich.

Kompakte mit besseren Inhalts­stoffen

Dass Kompakte meist sauberer waschen als das Pulver aus den Groß­kartons, liegt an der unterschiedlichen chemischen Zusammenset­zung. In den Großen stecken oft güns­tigere, weniger effektive Zutaten oder geringere Mengen an leistungs­starken Wirk­stoffen. Das gilt für Tenside wie für Enzyme. Und auch für die Wasser­enthärter: Die besten Wasch­pulver aus der Tüte enthärten Wasser mit einem hohen Anteil an Zeoli­then. Die sind besonders wirkungs­voll, aber auch recht teuer. Enthärter in Pulver aus Groß­paketen ist meist das weniger effektive Natrium­karbonat.

Füll­stoffe ohne Wasch­wirkung

Bis zur Hälfte bestehen die Wasch­mittel in den großen Kartons zudem aus Natrium­sulfat. Das Salz wird zum Wäsche­waschen nicht gebraucht. Der Füll­stoff ist kostengünstig. Seine einzige Funk­tion besteht darin, dafür zu sorgen, dass die Pulver trocken bleiben und besser aus den Mess­bechern rieseln.

Kompakt­pulver sind erste Wahl

Kompakt­pulver aus der Tüte haben den Vorteil, dass sie pro Wäsche mit weniger Verpackungs­material und Füll­stoffen auskommen als die Mittel im Karton. Zwei der Testsieger schneiden jedoch im Prüf­punkt Gewässerbelastung als Einzige im Test nur befriedigend ab. Der Grund: Sie belasten Klär­werke mit etwas erhöhten Tensidmengen. Die Umwelt­bilanz der XL-Pulver hat sich im Laufe der Jahr­zehnte verbessert. Sie werden heute nied­riger dosiert als noch vor 30 Jahren. Statt 200 Gramm und mehr je Wasch­gang empfehlen Anbieter für sie jetzt 65 bis 75 Gramm. Die meisten Kompakten liegen hier etwa gleich­auf, benötigen aber wegen ihrer höheren Dichte weniger Platz im Mess­becher.

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