Fünf Fragen an Birgit Rehlender, Projektleiterin

Cola Test

Dr. Birgit Rehlender

Dass in Cola viel Zucker drin ist, weiß heut­zutage fast jedes Kind. Warum das Ergebnis unseres Cola-Tests auch aus anderen Gründen für die meisten Anbieter nicht besonders prickelnd ist, erklärt Birgit Rehlender. Die promovierte Lebens­mittel­chemikerin ist als Projektleiterin für unseren Cola-Test zuständig. Hier sagt sie, welche Schad­stoffe die Tester in manchen Erfri­schungs­getränken gefunden haben und erläutert mögliche gesundheitliche Folgen des Cola-Konsums.

Mehr Alkohol als erlaubt

Nur 4 von 29 Colas im Test sind „gut“ – was sind die Gründe?

Gesundheitlich bedenk­liche Stoffe in nennens­werten Mengen, mehr Alkohol als erlaubt und gravierende Kenn­zeichnungs­mängel sind die Gründe für schlechte Noten im Test. Fünf Produkte schnitten „ausreichend“ und zwei sogar nur mit „mangelhaft“ ab.

Warum schneidet im Gegen­satz zu den Light-Produkten keines der zuckerhaltigen Produkte besser als „befriedigend“ ab?

Den klassischen Colas ist ihr hoher Zucker­gehalt zum Verhäng­nis geworden – dafür gab es Punkt­abzug. Denn bereits mit einem halben Liter dieser Colas erreicht ein Erwachsener die gesamte Menge an zugesetztem Zucker, die er nach Empfehlungen der Welt­gesund­heits­organisation pro Tag maximal aufnehmen sollte. Für Kuchen, Eis oder Schokolade ist da kein Spielraum mehr.

Zu viel Chlorat

Zwei Marken­produkte im Test sind „mangelhaft“ - aufgrund nachgewiesener Schad­stoffe: Als wie gefähr­lich sind diese einzuschätzen?

27 Produkte im Test sind mit Ammonsulfit-Zuckerkulör (E 150 d) gefärbt. Bei dessen Herstellung bildet sich 4-Methylimidazol. Diesen Stoff hat die Interna­tionale Agentur für Krebs­forschung als „möglicher­weise krebs­er­regend“ einge­stuft. Club Cola hat mit Abstand den höchsten Gehalt – wir haben sie mit „mangelhaft“ bewertet. Pepsi Cola Light hat ebenfalls mit „mangelhaft“ abge­schnitten. Sie war hoch mit Chlorat-Rück­ständen belastet, die aus Reinigungs- und Desinfektions­mitteln stammen können. Wer einen halben Liter dieser Cola trinkt, über­schreitet bereits die tolerier­bare tägliche Aufnahme­menge, die die Europäische Behörde für Lebens­mittel­sicherheit berechnet hat. Zu viel Chlorat kann die Jodaufnahme im menschlichen Körper hemmen und ist in hohen Mengen giftig.

Ist Cola generell gesund­heits­schädlich?

Wer zu klassischer Cola greift, sollte Maß halten, denn sie enthält sehr viel Zucker. Zuckerreiche Getränke können zum Überge­wicht beitragen und das Risiko für Diabetes, Blut­hoch­druck und Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen erhöhen. Eine Alternative sind Colas, bei denen der Zucker ganz oder teil­weise durch Süßstoffe ersetzt ist. Alle Süßstoffe sind geprüft und gelten in den zugelassenen Mengen als gesundheitlich unbe­denk­lich. Beim Süßstoff Aspartam müssen Menschen mit der Stoff­wechselkrankheit Phenylketonurie allerdings aufpassen. Nierenkranke sollten wegen der Phosphorsäure auf Cola gänzlich verzichten. Eine gute Nach­richt: Kein Produkt enthält mehr Koffein als erlaubt. Die Gehalte in den getesteten Erfri­schungs­getränken sind sehr unterschiedlich. Da jeder anders auf Koffein reagiert, muss man selbst ausprobieren, bei welcher Menge es anregend wirkt und ab wann es nervös macht. Filter­kaffee enthält übrigens deutlich mehr Koffein als Cola.

Kein guter Durst­löscher für Kinder

Warum sollte Cola für Kinder nur die Ausnahme sein?

Nicht nur wegen des vielen Zuckers, auch wegen der zahn­schädigenden Säuren ist Cola kein Stan­dard­getränk für Kinder. Auch das anregende Koffein und der süße Geschmack sprechen gegen Cola als Durst­löscher. Den Durst am besten löschen ohnehin Wasser und ungesüßter Früchte- oder Kräutertee.

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