So haben wir getestet

Im Test: 30 koffeinhaltige Erfri­schungs­getränke, 29 davon sind Colas, ein Produkt sieht nur aus wie Cola. 19 Produkte sind nur mit Zucker gesüßt, acht sind zuckerfrei und enthalten Süßstoffe, drei sind mit Zucker und Süßungs­mitteln wie klassischen Süßstoffen oder Steviolglycosiden gesüßt. Zwei Getränke sind exemplarisch ausgewählte Bioprodukte.

Einge­kauft haben wir im Februar und März 2016.

Die Preise ermittelten wir durch Befragung der Anbieter im April 2016.

Sensorische Beur­teilung: 45 %

Fünf geschulte Prüf­personen verkosteten die anonymisierten Produkte unter gleichen Bedingungen – auffällige oder fehler­hafte mehr­mals. Die Getränke wurden in neutralen Gläsern serviert. Die Prüfer dokumentierten Details zu Aussehen, Geruch, Geschmack, Mund­gefühl und Nachgeschmack. Kamen sie zunächst zu unterschiedlichen Beschreibungen, erarbeiteten sie einen Konsens. Dieser war Basis für unsere Bewertung.

Die sensorischen Prüfungen wurden in Anlehnung an Methode L 00.90–11/1 (konventionelles Profil) und L 00.90–11/2 (Konsens­profil) der ASU durch­geführt. Die Abkür­zung ASU steht für Amtliche Samm­lung von Unter­suchungs­verfahren nach § 64 Lebens­mittel- und Futtermittel­gesetz­buch (LFGB).

Das im Konsens aller Prüfer der Gruppe verabschiedete Ergebnis beinhaltete keine Bewertungen, sondern lediglich abge­stimmte Produkt­profile, bei denen ggf. unterschiedliche Beschreibungen aus den Einzel­prüfungen zuvor in der Gruppe verifiziert wurden. Bei sensorisch sehr ähnlichen Produkt­profilen wurde zur Unterscheidung eine Dreiecks­prüfung in Anlehnung an Methode L 00.90–7 der ASU durch­geführt.

Chemische Qualität: 25 %

Im Labor wurden die Getränke auf Alkohol (Methanol, Ethanol) und Phosphorsäure untersucht und die Mess­ergeb­nisse mit den gesetzlich fest­gelegten Grenzen verglichen. Wir prüften auch auf 4-Methylimidazol (4-MEI), 5-Hydroxy­methylfurfural (HMF) und Chlorat.

Folgende Methoden setzten wir ein:

  • Alkohol: Die Bestimmung von Methanol und Ethanol erfolgte per Head­space-GC/FID in Anlehnung an Methode OIV MA-AS312–03 aus dem Sammelband der interna­tionalen Analysemethoden für Wein und Most.
  • Phosphorsäure/Phosphat: Der Phosphor­gehalt wurde in Anlehnung an Methode DIN EN ISO 10304–1 bestimmt und daraus der Gehalt an Phosphorsäure bzw. Diphosphorpent­oxid (P2O5) berechnet.
  • 4-Methylimidazol (4-MEI) und 5-Hydroxy­methylfurfural (5-HMF):
    Die Bestimmung von 4-MEI erfolgte mittels LC-MS/MS, die von HMF mittels RP-HPLC mit UV-Detektion. Daneben wurde auch auf 2-Methylimidazol und 2-Acetyl-4-Tetrahydroxybutylimidazol geprüft. Diese waren in keiner Probe nach­weisbar.
  • Chlorat: Auf diesen möglichen Rück­stand aus Reinigungs- oder Desinfektions­mitteln prüften wir mittels LC-MS/MS.

Zucker­gehalt: 15 %

Wir bewerteten den Zucker­gehalt jeweils pro halbem Liter Cola für Kinder (7 bis unter 10 Jahre), Jugend­liche (15 bis unter 19 Jahre) und Erwachsene (19 bis unter 25 und 25 bis unter 51 Jahre). Wir stützten uns auf die Empfehlungen der Welt­gesund­heits­organisation (WHO) und der Deutschen Gesell­schaft für Ernährung. Basis waren die im Labor gemessenen Gehalte an Saccharose, Glukose und Fruktose. Daraus berechneten wir den Gesamt­zucker­gehalt. Bei den nur mit Süßungs­mitteln gesüßten Colas über­prüften wir, ob sie zuckerfrei waren. Dies war der Fall; daher entfiel eine Bewertung. Die 15 Prozent in der Gewichtung für den Zucker­gehalt verteilten wir anteilig auf die anderen Gruppen­urteile.

Folgende Methoden setzten wir ein:

  • Zucker: Die Bestimmung von Saccharose, Glucose und Fruktose erfolgte in Anlehnung an Methode L 40.00–7 der ASU. Der Gesamt­zucker­gehalt wurde daraus berechnet.

Deklaration: 15 %

Wir prüften, ob die Angaben auf den Flaschen und Dosen – wie im Lebens­mittel­recht vorgeschrieben – voll­ständig und korrekt sind. Außerdem beur­teilten wir Abbildungen, Werbeaussagen, Portions- und Nähr­wert­angaben sowie Lagerungs­hinweise. Wir prüften auch, ob die im Zutaten­verzeichnis genannten Aroma­stoffe enthalten und korrekt gekenn­zeichnet waren. Dazu analysierten wir die Arom­aspektren. Drei Experten bewerteten die Lesbarkeit und Über­sicht­lich­keit der Angaben.

Folgende Methoden setzten wir ein:

  • Aroma­stoffe: Wir bestimmen die Aromenspektren in Anlehnung an die ASU-Methoden L 00.00–106 und L 00.00–134. Damit wurden sowohl die leicht­flüchtigen als auch die schwerflüchtigen Komponenten erfasst. Die Ergeb­nisse verglichen wir mit den im Zutaten­verzeichnis aufgeführten Aromen.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern­chen *) versehen. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt: Lautete das Urteil für die chemische Qualität mangelhaft, war auch das Qualitäts­urteil mangelhaft. War die chemische Qualität ausreichend, konnte das Qualitäts­urteil nur eine halbe Note besser sein. Waren Zucker­gehalt oder Deklaration ausreichend, werteten wir das Qualitäts­urteil um eine halbe Note ab. War die Deklaration mangelhaft, konnte das Qualitäts­urteil nur eine halbe Note besser sein.

Weitere Unter­suchungen

Wir untersuchten außerdem in jedem Produkt: Kohlen­dioxid, pH-Wert, relative Dichte, Zitronensäure, Koffein, verschiedene Süßungs­mittel und geschmacks­verstärkende Substanzen, Glukosesirup, Konservierungs­stoffe, quartäre Ammonium­verbindungen, Arsen, Blei, Kupfer, Nickel. Der Brenn­wert wurde berechnet. Im Labor analysierten wir die Anzahl an Keimen, insbesondere an Verderbnis- und krankmachenden Keimen. Kein Produkt war mikrobiologisch auffällig. Darüber hinaus wurde eine Verpackungs­prüfung durch­geführt; bewertungs­relevante Unterschiede ergaben sich dabei nicht.

Folgende Methoden setzten wir ein:

  • Kohlen­dioxid: Die Bestimmung des Kohlensäu­regehalts erfolgte in Anlehnung an Methode OIV MA-E-AS314–01-DIOCAR aus dem Sammelband der interna­tionalen Analysemethoden für Wein und Most.
  • pH-Wert: Wir bestimmten den pH-Wert in Anlehnung an Methode L 31.00–2 der ASU.
  • Relative Dichte: Die relative Dichte bestimmten wir in Anlehnung an Methode 1A der Interna­tionalen Frucht­saft­union (IFU).
  • Zitronensäure: Den Gehalt an Zitronensäure bestimmten wir mittels HPLC-UV.
  • Koffein: Den Koffein­gehalt bestimmten wir in Anlehnung an Methode L 18.00–16 der ASU.
  • Süßungs­mittel und geschmacks­verstärkende Substanzen: Auf die Süßstoffe Natrium-Cyclamat, Saccharin-Natrium, Acesulfam-K, Aspartam und Steviolglycoside prüften wir per UPLC-DAD-MS/MS. Geschmacks­verstärkende Substanzen waren nicht nach­weisbar.
  • Glukosesirup: Auf Glukosesirup prüften wir enzymatisch.
  • Konservierungs­stoffe: Auf Konservierungs­stoffe prüften wir gemäß Methode L 00.00–9 der ASU.
  • Quartäre Ammonium­verbindungen: Auf quartäre Ammonium­verbindungen prüften wir mittels LC-MS/MS.
  • Arsen, Blei, Kupfer, Nickel: Auf Arsen, Blei und Nickel prüften wir gemäß Verfahren DIN EN 15763:2010, auf Kupfer in Anlehnung an Methode L 00.00–144 der ASU.
  • Mikrobiologische Unter­suchungen: Wir untersuchten die Gesamt­keimzahl, prüften auf Salmonellen, Enter­obacteriaceen, E. coli, Hefen und Schimmelpilze.
  • Verpackungs­prüfung: Wir prüften die Hand­habung (Öffnen, Ausgießen, Wieder­verschließen), kontrollierten Originalitäts­sicherung und Füll­menge und untersuchten das Verpackungs­material nach Art und Menge.

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