Deutsche Bank: Andante-Anleihen – Nieten mit Garantie

Die Banken basteln auch in der Krise munter weiter an Zertifikaten und strukturierten Anleihen, die höhere als die üblichen Renditen in Aussicht stellen. Gekauft werden zurzeit vor allem Produkte, die mit Kapitalgarantie ausgestattet sind. Ein solches Angebot der Deutschen Bank, die Andante-­Anleihe, haben wir genauer unter die Lupe genommen.

Die Bank wirbt mit der Garantie auf das angelegte Geld und mit hohen ­Zinsen. Von den Andante-Anleihen gibt es schon einige Emissionen. Die jüngste konnte bis Anfang Dezember gezeichnet werden. Sie heißt „Andante-Anleihe 12/2010“ und ist mit einem Mindestkupon von 5,1 Prozent ausgestattet (Isin DE 000 DB0 WF5 3).

Wer die Anleihe bis zur Fälligkeit am 10. Dezember 2010 hält, bekommt 5,1 Prozent Zinsen, das entspricht 2,5 Prozent pro Jahr. Den höchsten Zins, ­einen Kupon von 10 Prozent, gibt es, wenn keine der 20 an die Anleihe gekoppelten Aktien aus dem erlaubten Kurskorridor ausbricht. Erlaubt sind 25 Prozent nach oben sowie 25 Prozent nach unten. Für jede Aktie, die den Korridor verlässt, zieht die Deutsche Bank von dem 10-prozentigen Kupon 0,5 Prozentpunkte ab. Sind zehn Aktien draußen, zahlt sie nur den Mindestkupon.

Hört sich doch gut an, 10 Prozent nach zwei Jahren, das sind 4,9 Prozent pro Jahr. Angenommen, vier Aktien brächen aus, dann stünden immer noch 8 Prozent oder 3,9 Prozent pro Jahr zu Buche.

Wir haben die Probe aufs Exempel ­gemacht und anhand der Börsenentwicklung der Vergangenheit geschaut, mit welchem Kupon Anleger rechnen dürfen. Dafür haben wir 5 000 verschiedene Verläufe untersucht, in ­einem Zeitraum von 1987 bis jetzt.

Das Ergebnis: Egal, zu welchem Zeitpunkt die Anleihe aufgelegt worden wäre, die Anleger hätten nie mehr als den Mindestzins bekommen!

Festzinsanlagen bringen mehr

Nun wollten wir wissen, ob die anderen Andante-Anleihen ähnliche Ergebnisse liefern. Deshalb haben wir uns noch zwei weitere Anleihen angeschaut, beide heißen Andante „11/2010“. Die eine wird am 19. November 2010 fällig (DE 000 DB0 WF1 2), die andere am 5. November 2010 (DE 000 DB0 HR9 0).

Für die erste Anleihe bekommen Anleger mindestens 2,6 Prozent pro Jahr, für die zweite mindestens 3,6. Beide bieten eine Höchstverzinsung von 10 Prozent bis zur Fälligkeit – vorausge­setzt, die verknüpften Aktien verhalten sich ruhig.

Auch diese beiden Papiere haben wir anhand historischer Daten hochge­rechnet. Und auch dieses Mal ist das Ergebnis der jeweils 5 000 Kursverläufe: In keinem Fall hätten Anleger mehr als den Mindestzins bekommen.

„Andante“ in der Musik heißt mäßig langsam. Übertragen auf die Anleihe sagen wir: mäßig rentabel. Da sind die Anleger mit einer Festzinsanlage besser bedient. Der Zins steht schon vorher fest, die Bank verlangt dafür auch keinen Ausgabeaufschlag von 0,5 ­Prozent, und Gebühren für Kauf oder Depotführen fallen auch keine an.

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