Mit einer Citycard sollen Metropolenurlauber die Nebenkosten vor Ort drastisch senken können. Doch nicht für jeden Touristen lohnt der Erwerb der kleinen Plastikkarte.

Von Amsterdam bis Wien wird Touristen versprochen, dass sie mit dem Erwerb einer Citycard kräftig sparen können. Für diejenigen, die wenigstens ein touristisches Minimalprogramm absolvieren, lohnt sich die Karte durchaus. Dazu gehört zum Beispiel eine Stadtrundfahrt oder der Besuch von zwei bis drei Sehenswürdigkeiten pro Tag. Wer aber überwiegend über Prachtbou­le­vards flanieren, auf Flohmärkten stöbern oder in Szenecafés relaxen möchte, fährt mit einer Ein- oder Mehrtageskarte für den öffentlichen Nahverkehr günstiger.

Für Urlauber mit Lust auf Sightseeing lohnen sich selbst teure Karten. So schlägt der Amsterdam Pass für zwei Tage mit satten 41 Euro zu Buche. Doch die All-inclusive-Philosophie der Amsterdamer macht den Pass trotzdem rentabel. Neben der kostenlosen Nutzung aller Verkehrsmittel erhalten Karteninhaber zum Beispiel ein Gratisticket für eine Grachtenrundfahrt und freien Eintritt in 25 Museen.

Londonbesucher haben die Wahl zwischen zwei Karten. Die preiswertere ist die London Visitor Travelcard. Sie gestattet die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel entweder für die Innenstadt oder für Groß-London. Außerdem erhält man ein Rabattheft . Zusätzlich gibt es den London Pass, der freien Eintritt für über 50 Attraktionen bietet. Diese Karten müssen schon vor Reiseantritt gekauft werden.

Mitunter mickerige Rabatte

In Berlin oder Wien ist nur die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos. Für alle anderen Aktivitäten erhalten die Karteninhaber Rabatte. Doch während in Berlin die Rabatte überwiegend bei 25 Prozent beginnen und vereinzelt bis 50 Prozent ansteigen, gibt es in Wien teilweise nur mickerige 5 Prozent. Neben einer unübersichtlichen Fülle von Rabattstaffeln führt das in Einzelfällen zu Preisnachlässen im Centbereich. Diese an einer Ticketkasse einzufordern, mutet schon mehr als geizig an.

Dennoch rentieren sich Citycards, die neben der Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) auf das Rabattsystem setzen. Meist kosten sie nur wenige Euro mehr als die Karte(n) für den öffentlichen Nahverkehr für denselben Zeitraum. Deshalb sind die Mehrkosten schnell wieder drin. In Berlin müsste man innerhalb von drei Tagen beispielsweise nur eine Schiffsrundfahrt machen und auf den Fernsehturm fahren.

Andere Citycards (Barcelona, Budapest, Dresden, Hamburg, Lissabon) gehen einen Mittelweg. Neben der kostenlosen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs sind ausgewählte touristische Aktivitäten gratis, andere werden rabattiert. Ob sich tatsächlich Einspareffekte ergeben, hängt hier noch stärker vom persönlichen Programm ab.

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