Oliver W., Hamburg:Ich bin seit mehreren Jahren guter Kunde bei der Citibank, habe meine Kreditraten regelmäßig gezahlt. Kürzlich hat mir die Bank nahe gelegt, mir eine andere Bank zu suchen. Sie begründet die Aufforderung damit, dass ich als freier Journalist arbeite und die Citibank keine Bank für Selbstständige ist. Stimmt das?

Finanztest: Es ist schon ungewöhnlich, dass eine Bank einen Kunden wegschickt, mit dem sie nach eigenen Aussagen bisher keine Probleme hatte. Dafür hat sie in Ihrem Fall auch gar keine rechtliche Grundlage. An keiner Stelle in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen steht, dass Selbstständige bei der Citibank keine Girokonten führen können. Sonst hätte die Bank Sie bei Kontoeröffnung darauf hinweisen müssen.

Grund für einen solchen Vorschlag kann eigentlich nur sein, dass die Bank befürchtet, Sie könnten aufgrund der freiberuflichen Tätigkeit und den damit unterstellten unregelmäßigen Geldeingängen nicht mehr Ihren Verpflichtungen nachkommen.

Auf Nachfrage von Finanztest erklärte die Citibank, dass man Sie in der Filiale offensichtlich falsch informiert hat. Wenn Sie eine Geldanlage im Wert von 5.000 Mark bei der Citibank tätigen, können Sie das Girokonto auch als Freiberufler ganz normal weiterführen. Die Geldanlage diene als Sicherheit für einen Dispokredit.

Grundsätzlich ist es die geschäftspolitische Entscheidung der jeweiligen Bank, ob sie die Eröffnung eines Girokontos an bestimmte Bedingungen knüpft. Darüber sollte sie ihre Kunden bei der Kontoeröffnung aber informieren. Eindeutig ist zum Beispiel die Regelung bei den genossenschaftlich organisierten Sparda-Banken. Wer dort Kunde werden will, muss auch Mitglied sein, und laut Satzung dürfen das keine Selbstständigen sein.

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