Chronobiologie: Regelmäßige Kurven

Chronopharmakologie Special

Biologische Rhythmen können exakt gemessen werden, etwa Blutdruck und Puls oder die Konzentration von Hormonen im Blut. Über einen längeren Zeitraum ergeben sich meist regelmäßige Kurven, die aufeinander abgestimmt sind.

Der wichtigste genetisch festgelegte Rhythmus entspricht ungefähr den 24 Stunden eines Tages und wird deshalb auch als zirkadianer Rhythmus bezeichnet. Die innere Uhr synchronisiert ihren Takt vor allem mit dem Wechsel von Hell und Dunkel. Doch auch in völliger Isolation von der Außenwelt pendelt sich ein regelmäßiger biologischer Rhythmus ein. Der Körperrhythmus erlaubt Anpassungen an veränderte äußere Bedingungen, wie zum Beispiel an die Jahreszeiten mit ihren unterschiedlich langen Tagen und veränderten Tempe­raturen.

Auch an veränderte Essens- oder Arbeitszeiten und an individuelle Ruhe-Aktivitäts-Zyklen passt sich der Körperrhythmus an. Doch wenn der natürliche Rhythmus völlig auf den Kopf gestellt wird, wie zum Beispiel bei Schichtarbeit oder beim Jet-Lag nach einem langen Flug über den Atlantik, können Gesundheitsstörungen die Folge sein. Im Alter verschieben sich die zirkadianen Rhythmen insgesamt immer weiter nach vorn, vor allem die von Wachen und Schlafen, Körpertemperatur und Kortisolausschüttung. Ältere Menschen werden deshalb früher müde, wachen aber auch am Morgen früher auf.

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