DMP-Patienten bringen ihrer Kasse Geld ein

Kassen mit vielen kranken Mitgliedern brauchen mehr Geld, als sie durch Beiträge einnehmen. Dafür bekommen sie einen Ausgleich.

Disease-Management-Programme sollen nicht nur den Patienten helfen, sondern auch ihren Krankenkassen. Für Versicherte, die in ein DMP eingeschrieben sind, bekommt ihre Kasse mehr Geld aus dem Risikostrukturausgleich (RSA). Experten schätzen, dass eine Kasse für einen DMP-Patienten etwa 5 000 Euro bekommt.

Das ist nur gerecht. Denn chronisch kranke Menschen benötigen mehr medizinische Leistungen und kosten ihre Kasse deshalb auch mehr Geld als Gesunde.

Der Risikostrukturausgleich soll alle Kassen finanziell so stellen, als ob sie die gleiche Zusammensetzung von Versicherten hätten – sowohl was die eingezahlten Beiträge als auch was die für sie notwendigen Ausgaben betrifft.

Denn im Wettbewerb geht es vor allem um den Beitragssatz. Wie hoch der Beitragssatz einer Kasse ist, hängt aber stark davon ab, wie viele kranke und alte Menschen sie zu versorgen hat.

Das Bundesversicherungsamt ermittelt für jede Kasse den jährlichen Beitragsbedarf, der sich aus ihrer Versichertenstruktur ergibt. Der Bedarf ist der Betrag, den eine Kasse zur Verfügung haben müsste, um die medizinischen Leistungen für ihre Versicherten zu bezahlen.

Dem Beitragsbedarf wird die Finanzkraft der Kasse gegenübergestellt. Entscheidend dafür sind die Beitragseinnahmen. Sie sind niedriger, wenn die Kasse viele Mitglieder mit geringem Einkommen und viele beitragsfrei Familienversicherte hat, und höher, wenn viele gut verdienende Singles in der Kasse sind.

Am Ende jedes Jahres rechnet das Bundesversicherungsamt aus, welche Kasse Geld bekommt: Übersteigt der Beitragsbedarf einer Kasse ihre Finanzkraft, bekommt sie die Differenz aus dem RSA gutgeschrieben. Ist die Finanzkraft höher als der Bedarf, muss sie zahlen.

Bis vor kurzem wurden beim RSA vor allem Alter und Geschlecht der Versicherten berücksichtigt, um den Bedarf zu ermitteln. Das war zu ungenau. Denn ein schwer kranker 40-Jähriger kostet die Kasse mehr als ein gesunder Rentner. Deshalb soll sich ab 2007 der Ausgleichsanspruch einer Kasse danach richten, wie krank ihre Versicherten sind.

Bis jetzt erfassen die Kassen den Gesundheitszustand ihrer Kunden aber gar nicht. Als Übergangslösung wird deshalb im RSA berücksichtigt, ob sie viele chronisch Kranke haben, die in einem der Disease-Management-Programme eingeschrieben sind.

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