Der Christstollen ist des Deutschen liebster Weihnachtskuchen. Für viele gehört er genauso zum Fest wie die Kugeln am Tannenbaum. Doch Stollen ist nicht gleich Stollen. Die Unterschiede im Geschmack und Preis sind zum Teil erheblich. Im Test: 26 Butter- und Marzipanstollen sowie Dresdner und sonstige Stollen. Zehn von ihnen schnitten mit „gut“ ab.

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Teure Spitzenreiter

Wichtig für einen Stollen ist, dass er aromatisch schmeckt und seine Inhaltsstoffe harmonisch abgerundet sind. Dazu soll er appetitlich aussehen, saftig und elastisch im Mund liegen und darf beim Schneiden nicht zerkrümeln. Nur wenn diese Bedingungen erfüllt sind, gabs ein „Sehr gut“ im mit Abstand wichtigsten Gruppenurteil „sensorische Fehlerfreiheit“. Das schafften die Hersteller Emil Reimann, Niederegger und Lebkuchen Schmidt glatt (Note 1,0) sowie Eisold (Note 1,5). Diese stellen allerdings auch die teureren Stollen im Test her. Alle anderen, oft günstigeren Stollen waren hier „gut“ oder „befriedigend“. Häufige Fehler: Klebriger Teig, der sich beim Kauen zusammenballt, Hohlräume in der Krume oder krümelige Puderzuckerschicht.

Erdnussfett statt Butter

Die im In- und Ausland berühmtesten Stollen sind wohl die Dresdner Christstollen - mit Recht. Im Test schnitt diese Gruppe am besten ab: Gleich vier der fünf Dresdner sind „gut“. Nur für das Dresdner Backhaus heißt es „befriedigend“. Zwar war Erdnussfett unter den Zutaten angegeben - nicht aber, dass es gehärtet war. Das führte zur Abwertung. Streng genommen gehört Erdnussfett gar nicht in den Dresdner Christstollen. Laut der Satzung des Schutzverbandes Dresdner Stollen gehört nur Butter in das Gebäck - und zwar mindestens 500 Gramm auf ein Kilogramm Mehl.

Nichts für Figurbewusste

Ursprünglich war Stollen im Mittelalter ein Fastengebäck für die Adventszeit, das lediglich aus Mehl, Hefe und Wasser bestand. Die katholischen Dogmen erlaubten damals weder Butter noch Milch. Erst im 15. Jahrhundert gestattete Papst Sixtus IV. im so genannten „Butterbrief“, gehaltvollere Zutaten zu verwenden. So entwickelte sich das ursprüngliche Fastenbrot bis heute zur wahren Kalorienbombe. Auf ein Kilogramm Mehl kommen jetzt zwischen 300 und 500 Gramm Butter und je nach Sorte noch Marzipan, Rosinen, Mandeln und Zucker. Eine Scheibe von 100 Gramm hat somit bis zu 426 Kilokalorien - selbst Buttercremetorte erreicht diesen Wert nicht. Das geht nicht nur auf die Figur, sondern wirkt sich auch auf den Cholesterinspiegel aus. Grund sind die Transfettsäuren. Die Stollen von Der Frischebäcker und von Harry enthalten zu viele Transfettsäuren. Das führte in beiden Fällen zu Abwertungen. Fazit: Bis auf einige Ausnahmen gibt es jede Menge „gute“ Stollen. Weihnachten kann kommen.

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