Christbaumständer Test

Schon im Oktober Weihnachtsstimmung in unserem Labor: Mit echten Tannen und Fichten, aber auch mit technischen Versuchsbäumen haben wir 14 Christbaumständer geprüft. Wie standfest sind sie?

Findige Hersteller hat es nicht ruhen lassen. Die gute alte Sitte, einen Weihnachtsbaum in einem Ständer mit drei oder vier Schrauben zu befestigen, ist mühsam: Man muss sich bücken und den Baum exakt zentrieren, die Schrauben mit einigem Kraftaufwand gleichmäßig festziehen und auch später nachziehen. Es sollte alles einfacher und sicherer werden – mit ausgeklügelten Seilzug- und Klemmensystemen, bequem per Fußhebel oder Kurbel zu spannen. Aber unser Test zeigt, dass Ständer beider Systeme in der Funktion und in der Standsicherheit „gut“ und „sehr gut“ abschneiden. Jedoch wurden die Feststelleinrichtungen bei den Schraubständern mit „gut“ bewertet, weil sie ohne zusätzliche Verriegelung auskommen (siehe Tabelle). Bei jeder Hebelmechanik sind Sicherungen erforderlich und sie funktionieren auch bei allen. Man darf aber nicht vergessen, sie einzurasten, sonst kann sich der Mechanismus schlagartig öffnen – was die festliche Stimmung erheblich trübt.

Kritisch kann es werden, wenn die Standsicherheit selbst bei gefülltem Wasserbehälter nur „ausreichend“ ist, wie bei den beiden Modellen von Söndgen und beim Krinner Zentro. Der Durst von frischen Nadelbäumen ist übrigens nicht zu unterschätzen: Wir haben gemessen, dass ein etwa drei Meter großer Baum in 24 Stunden mehr als 0,3 Liter Wasser verbraucht: Bei kleinen Behältern ist also tägliches Nachfüllen erforderlich. Das aber wird ohne mahnende Wasserstandsanzeige schnell vergessen.

Unterschätzt wird häufig auch das Gewicht eines (ungeschmückten) Baumes: Eine Tanne von etwa 2,10 Meter Höhe wiegt knapp drei Kilogramm, eine gleich große Fichte rund 5,5 Kilogramm, eine Nordmanntanne dieser Größe aber etwa 11 Kilogramm. Wir haben diese Parameter und zusätzlich das Gewicht eines überaus üppigen Schmuckbehanges in den Prüfungen berücksichtigt. Um die Stand- und Kippsicherheit zu messen, haben wir statt des Prunkbaums jedoch mit Gewichten behangene Holzkonstrukte verwendet. Sie simulierten unterschiedliche Baumgrößen, Stammdurchmesser, Schwerpunkte, aber auch Unregelmäßigkeiten im Wuchs.

Die Kippversuche fanden mit großer Last bei der maximal vom Hersteller zugelassenen Baumhöhe statt. Mehr als 9 Grad Neigewinkel überstanden: Krinner Vario Tölz (12,5 Grad), Heibi (11 Grad), Lidl, Schommertz Universal (9,7 Grad), Aldi und Plus (9,3 Grad). Bei weniger als 5 Grad gingen nur vier in die Knie: Schommertz Colorado, Söndgen Adendorfer und Praktolux sowie Krinner Zentro.

Die beliebtesten Bäume

Noch mehr Christbäume als im Vorjahr (rund 23 Millionen) werden in diesem Jahr in deutschen Haushalten prangen – hoffen die Händler. Sie rechnen mit dem Trend zum Zweitbaum auf der Terrasse oder im Garten.

Mit über 50 Prozent Marktanteil hat sich die Nordmanntanne (Abies normanniana) durchgesetzt. Sie kommt überwiegend von dänischen Plantagen. Ihre dunkelgrüne, pyramidenförmige Erscheinung macht sie so beliebt. Sie erreicht in ihren Heimatgefilden von der Türkei bis zum Kaukasus eine Höhe von bis zu 60 Metern.

Gut jeder fünfte Käufer wählt eine Nobilistanne (Abies procera) mit ihren langen, silbrigen bis stahlgrauen Nadeln. Sie neigt zu asymmetrischem Wuchs und verströmt durch die Harzproduktion intensiven „Weihnachtsduft“. In ihrer Heimat Nordamerika bringt sie es auf bis zu 80 Meter Höhe.

Die ebenfalls aus Nordamerika stammende Blau- oder Edel“tanne“ gilt immer noch als ein ganz besonderer Weihnachtsbaum. Sie ist jedoch botanisch eine Fichte (Picea pungens) und hat im Unterschied zur Tanne hängende Zapfen. Wie bei der Nordmanntanne sind ihre Zweige etagenförmig angeordnet. Diese drei Baumarten lassen sich wegen der breiten Wuchsform und langen Haltbarkeit gut mit echten Kerzen schmücken.

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