Chicorée, Feld­salat & Rucola im Test Wie viel Schad­stoffe sind drin?

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Chicorée, Feld­salat & Rucola im Test - Wie viel Schad­stoffe sind drin?
© A. Buck

Der Frühling ist da, doch Feld­salat und Rucola wachsen derzeit oft noch unter Glas oder Folie. In ihren Blättern haben wir viel Nitrat gefunden. Im Test: 28 nicht küchen­fertige Salate, darunter sechs Bio-Produkte – zehn Chicorée, neun Feld­salate und neun Rucola. Was die Schad­stoff­belastung angeht, sind zwei Salate sehr gut, neun nur ausreichend. Gesundheitlich bedenk­liche Rück­stände von Pestiziden oder Chlorat fanden wir nicht. Erfreulich schad­stoff­arm: Chicorée.

Chicorée, Feld­salat & Rucola im Test Testergebnisse für 28 Salate 04/2017

Liste der 28 getesteten Produkte
Salate 04/2017 - Chicorée
  • Aldi (Nord) Deutscher Chicorée Hauptbild
    Aldi (Nord) Deutscher Chicorée
  • Alnatura Chicorée, bio Hauptbild
    Alnatura Chicorée, bio
  • Denn's Biomarkt Chicorée, bio Hauptbild
    Denn's Biomarkt Chicorée, bio
  • Edeka Chicorée Hauptbild
    Edeka Chicorée
  • Kaufland Chicorée Hauptbild
    Kaufland Chicorée
  • Lidl Perle du Nord Chicorée Hauptbild
    Lidl Perle du Nord Chicorée
  • Netto Marken-Discount Erntefrisch Chicorée Hauptbild
    Netto Marken-Discount Erntefrisch Chicorée
  • Penny Togaz Chicorée Hauptbild
    Penny Togaz Chicorée
  • Real Chicorée Hauptbild
    Real Chicorée
  • Rewe Rewe Regional Chicorée Hauptbild
    Rewe Rewe Regional Chicorée
Salate 04/2017 - Feld­salat
  • Aldi (Nord) Feldsalat Hauptbild
    Aldi (Nord) Feldsalat
  • Alnatura Feldsalat, bio Hauptbild
    Alnatura Feldsalat, bio
  • Denn's Biomarkt Brio Feldsalat, bio Hauptbild
    Denn's Biomarkt Brio Feldsalat, bio
  • Edeka Oceane Feldsalat Hauptbild
    Edeka Oceane Feldsalat
  • Kaufland Feldsalat Hauptbild
    Kaufland Feldsalat
  • Lidl Feldsalat Hauptbild
    Lidl Feldsalat
  • Netto Marken-Discount Feldsalat Hauptbild
    Netto Marken-Discount Feldsalat
  • Penny Feldsalat Hauptbild
    Penny Feldsalat
  • Rewe Feldsalat Hauptbild
    Rewe Feldsalat
Salate 04/2017 - Rucola
  • Alnatura Barduca Rucola, bio Hauptbild
    Alnatura Barduca Rucola, bio
  • Denn's Biomarkt Brio Bio-Rucola, bio Hauptbild
    Denn's Biomarkt Brio Bio-Rucola, bio
  • Edeka Rucola Hauptbild
    Edeka Rucola
  • Kaufland Rucola Hauptbild
    Kaufland Rucola
  • Lidl Rucola Hauptbild
    Lidl Rucola
  • Netto Marken-Discount Italienischer Rucola Hauptbild
    Netto Marken-Discount Italienischer Rucola
  • Penny Rucola Hauptbild
    Penny Rucola
  • Real Rucola Hauptbild
    Real Rucola
  • Rewe Salat Rucola Hauptbild
    Rewe Salat Rucola

Chicorée schlägt Feld­salat und Rucola

Wir haben zehn Chicorée sowie je neun Feld­salate und Rucola aus Discounter, Supermarkt und Biohandel auf Schad­stoffe untersucht: Chicorée erzielt durchweg gute und sehr gute Ergeb­nisse, die meisten Feld­salate sind dagegen wegen Nitratbelastung befriedigend und die meisten Rucola wegen noch stärkerer Nitratbelastung nur ausreichend – mit zwei positiven Ausnahmen: Bei den Feld­salaten liegt eine Bio-Ware deutlich vorn, beim Rucola ist das beste Produkt gerade noch befriedigend.

Wenig Pestizid- und Chloratfunde

Was andere Schad­stoffe angeht, müssen sich Salatlieb­haber weniger Sorgen machen, wie unser Test zeigt – bis auf eine unerfreuliche Ausnahme: In einem Rucola fanden wir deutliche Mengen Perchlorat – allerdings noch unter­halb des EU-Referenz­werts. Zu viel Perchlorat kann die Schild­drüse hemmen, Jod aufzunehmen. Mögliche Folgen sind Müdig­keit und Infekt­anfäl­ligkeit. Gesundheitlich bedenk­liche Rück­stände von Pestiziden oder Chlorat fanden wir in keinem einzigen Salat. Besonders sauber waren auch hier die Chicorée.

Das Gewächs, das im Dunkeln gedeiht

In Bezug auf Nitrat hat das gute Abschneiden des Chicorée auch mit dem Anbau zu tun: Chicorée sprießt ohne Licht aus Zichorienwurzeln. Die Pflanzen haben eine lange Vegetations­zeit, sie reifen ab Mai bis zur Ernte im Herbst. Dadurch können sie Nähr­stoffe wie Kalzium, Phosphor und auch Nitrate optimal verwerten. Nach der Ernte geht es für die Zichorienwurzeln ab in die dunkle Treiberei. Der Chicorée selbst gedeiht dort, ohne je mit Erde in Kontakt zu kommen.

Aus dem Acker in den Salat

Dass wir in Rucola und Feld­salat deutlich mehr Nitrat fanden als in Chicorée, liegt auch daran, dass diese Pflanzen für ihr Wachs­tum besonders viel von der Substanz aus dem Boden aufnehmen. Zudem brauchen sie Licht, um den Nähr­stoff optimal verwerten zu können. Die Salate im Test – im Januar mit seinen kurzen Tagen gekauft – bekamen davon nur wenig. Nitrathaltiger Dünger kann die Gehalte zusätzlich erhöhen.

Wenn aus Nitrat Nitrit wird

Nitrat selbst ist relativ harmlos. Es kann jedoch zu Nitrit reagieren: zum Beispiel, wenn beim Trans­port oder der Lagerung des Grün­zeugs die gängige Hygienepraxis miss­achtet wird – aber auch im Körper, wo es sich zu Nitrosaminen umwandeln kann. Viele dieser Nitrosamine waren in Tier­versuchen krebs­er­regend. Für Erwachsene hält die Welt­gesund­heits­organisation (WHO) täglich bis zu 3,7 Milligramm Nitrat pro Kilo Körpergewicht für sicher. Doch nicht nur aus Salat und Gemüse nehmen wir Nitrat auf, sondern beispiels­weise auch über Gepökeltes. Mancher­orts findet sich Nitrat im Trink­wasser.

Bei Gemüse und Salat auf Abwechs­lung achten

Deshalb ganz auf Grünes zu verzichten, ist aber keine gute Idee. Die positiven Effekte von Gemüse und Obst bewerten sowohl die Europäische Behörde für Lebens­mittel­sicherheit als auch das Bundes­institut für Risiko­bewertung höher als die Risiken durch zu viel Nitrat. Lieber auf Abwechs­lung achten und von Natur aus Nitratreiches wie Rucola während der Saison von Mai bis Oktober verzehren. Denn dann kommt der hier geerntete Salat nicht aus Gewächs­häusern und enthält weniger Nitrat.

Das bietet der Test

  • Test­ergeb­nisse für 28 nicht küchen­fertige Salate (Chicorée, Feld­salat, Rucola).
  • Unser Saison­kalender zeigt, wann heimischer Salat reif ist.
  • Wir geben Tipps, wie Chicorée weniger bitter schmeckt.
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Profilbild test_Redakteurin_Kliem am 29.03.2017 um 13:36 Uhr
Bewertung Nitratgehalt in Rucola

@rpkrämer: Haben Sie vielen Dank für Ihren Kommentar. Unsere Bewertung orientiert sich am gesetzlichen Höchstgehalt für Rucola im Winter, der an die ungünstigen Anbaubedingungen angepasst ist. Durch die strenge Bewertung wollen wir ins Bewusstsein rufen, dass Nitrat in dunkelgrünem Blattgemüse im Winter ein Problem ist. Wird Nitrat bzw. Nitrit zusätzlich aus anderen Quellen aufgenommen, kann bei den Rucolasalaten im Test die täglich duldbare Menge Nitrat von 3,7 Milligramm pro Kilo Körpergewicht überschritten werden.
Wir raten Verbrauchern deshalb, nitratreichere Gemüse in der Saison zu verzehren. Wir betonen aber, dass im Winter niemand auf die Sorten verzichten muss. Wie etwa das Bundesinstitut für Risikobewertung schlagen wir vor, auf Abwechslung zu setzen. Nitratärmere Kandidaten sind - wie von Ihnen vorgeschlagen Eisbergsalat, Weiß- und Rotkohl oder eben Chicorée.

rpkrämer am 28.03.2017 um 22:11 Uhr
Nitrat in Rucola

Vielen Verbrauchern ist bekannt, dass in grünen Salaten und ganz besonders in Rucola vermehrt Nitrat nachgewiesen wird. Im Testtext haben Sie vermerkt, dass Sie ab einer 50 %igen Auslastung des Höchstgehaltes bei Nitrat das Produkt abgewertet haben. Allerdings ist es recht schwer, Rucola im lichtarmen Januar zu erzeugen, der „nur“ 3500 mg/kg Nitrat enthält. Bio ist da auch nicht besser.
Ihr Hinweis, Salate wie Rucola am besten in den Sommermonaten zu essen, ist sicher richtig. Richtig ist aber auch, dass z. B. Eisbergsalat, Weißkohl oder Rotkohl relativ wenig Nitrat enthalten und durchaus auch im Winter als Salat gegessen werden können. Es muss ja nicht das ganze Jahr über (dunkel)grüner Salat sein.

rpkrämer am 28.03.2017 um 21:41 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 28.03.2017 um 15:15 Uhr
Produzenten und Anbieter

@testdxtat
Vielen Dank für Ihren Kommentar. In der Tat haben uns die meisten Anbieter im Test auf Anfrage bestätigt, dass sie ihre Salate nicht ausschließlich von einem Produzenten beziehen. Wenn möglich haben wir deshalb auch den Produzenten bzw. Abpacker angegeben. In unserem Test raten wir nicht explizit von den Produkten einzelner Anbieter ab. Vielmehr versuchen wir die Funde in einen größeren Kontext einzuordnen und wollen unsere Leser so ermutigen, nitratreichere Gemüsesorten saisongerecht zu verzehren.
Trotz allem halten wir es für sinnvoll, die Einkaufsstätte zu nennen: Einerseits wollen wir unseren Lesern so eine Orientierung geben, wo die von uns getesteten Produkte im Regal liegen könnten. Andererseits stellen die Handelsketten nach eigenen Angaben meist Anforderungen an die Produzenten, führen eigene Prüfungen durch und haben dadurch auch einen gewissen Einfluss auf die Qualität der angebotenen Produkte.
(akl/aci)

Hugendubel1 am 28.03.2017 um 13:29 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.