Patienten mit privater Kranken­versicherung müssen vor der Behand­lung den Vertrag über die private Abrechnung mit dem Chef­arzt unter­schreiben. Sonst kann es passieren, dass der Versicherer eine nach­trägliche Wahl­leistungs­ver­einbarung nicht anerkennt.

Eine Patientin war in Lebens­gefahr, als sie in eine Klinik einge­liefert und sofort vom Chef­arzt operiert wurde. Zwei Tage später unter­schrieb sie die Vereinbarung. Die Versicherung erstattete ihr die Kosten, forderte dann aber vom Kranken­haus rund 900 Euro Honorar für die erste Operation zurück. Zu Recht, befand das Amts­gericht Hamburg (Az. 23a C 318/12). Der Chef­arzt hat keinen Anspruch auf das Honorar, da eine rück­wirkende Wahl­leistungs­ver­einbarung nicht gültig ist. Die Patientin hätte auch vom Stations­arzt operiert werden können.

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