Der Betreiber eines Internet-Chatrooms kann einzelne Teilnehmer nicht nach Belieben von der Nutzung seines Angebots ausschließen. Ein solches "virtuelles Hausrecht" hat das Landgericht Bonn abgelehnt (Az. 10 O 457/99, nicht rechtskräftig).

Anlass für das Urteil war ein Nutzungsverbot, das ein Chatroom-Betreiber ausgesprochen hatte. Der betroffene Teilnehmer hätte sich nicht an die Benimmregeln in Chaträumen ­ die so genannte Chatiquette ­ gehalten und durch seine Unhöflichkeit andere Nutzer abgeschreckt. Dem Chatter wurde der Zugang zum Angebot deshalb elektronisch versperrt.

Zu Unrecht, befand das Gericht. Die Öffnung eines Chatrooms für den allgemeinen Verkehr sei genauso zu behandeln wie die Öffnung eines Gebäudes für Publikum. Danach sei es dem Eigentümer verboten, einzelnen Besuchern wahllos den Zutritt zu verweigern, wenn sie nicht durch besondere Störungen auffallen. Dies sei in dieser Chatroom-Angelegenheit aber nicht der Fall gewesen. Auch andere Teilnehmer hätten beim Chatten einen rauen Ton.

Dieser Artikel ist hilfreich. 647 Nutzer finden das hilfreich.