Haus­eigentümer sind gut beraten, wenn sie ihr Heim gegen Sturm und Hagel, Blitz und Feuer absichern. Welche Versicherung schützt das Haus vor Natur­katastrophen wie Über­schwemmungen? Antworten auf alle Fragen zum Thema gaben am 27.07.2011 Dr. Cornelia Nowack und Simone Weidner auf test.de. Lesen Sie hier das Tran­skript des Chats.

Die Top 3 der Fragen unserer Leser

Moderator: So, es ist jetzt 13 Uhr. Hier im Chat begrüße ich Dr. Cornelia Nowack und Simone Weidner. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatte­rinnen und Chatter beant­worten. Gleich die erste Frage an unsere Gäste: Wie sieht es aus, wollen wir starten?

Dr. Cornelia Nowack / Simone Weidner: Ja, gerne!

Moderator: Vor dem Chat hatten die Leser und Lese­rinnen bereits die Möglich­keit, Fragen zu stellen und zu bewerten. Hier die TOP 1-Frage aus dem Pre-Chat:

JP: Sind Schäden durch bei Starkregen oder Schnee­schmelze steigendes Grund­wasser (Eindringen z.B. über Kellerlicht­schächte) versicherungs­fähig?

Dr. Cornelia Nowack: In einer normalen Wohngebäudeversicherung sind nur Schäden durch Leitungs­wasser versichert, wurde jedoch zusätzlich eine erweiterte Elementarschaden­versicherung abge­schlossen, sind auch Schäden durch Über­schwemmungen und Rück­stau versichert. Als Über­schwemmung gilt dabei die Über­flutung des Grund­stücks mit erheblichen Mengen an Oberflächen­wasser (z.B. durch Witterungs­nieder­schläge), Schäden durch Sturm­flut sind jedoch ausgeschlossen.

Moderator: ... und hier die Top 2-Frage:

JP: Offen­bar hat es kürzlich neue Musterbedingungen vom Verband der Versicherungs­wirt­schaft gegeben. Ist es sinn­voll Altverträge bei vergleich­baren Kosten umzu­stellen?

Simone Weidner: Die Musterbedingungen vom Gesamt­verband der Deutschen Versicherungs­gesell­schaft (GDV) stellen nur Empfehlungen für die Versicherungs­gesell­schaften dar. Ein neues Angebot sollten Sie immer genau mit dem alten vergleichen. Nicht immer bietet ein neues Angebot mehr als ein alter Vertrag. So sind zum Beispiel Photovoltaik in neueren Verträgen vom Versicherungs­schutz ausgeschlossen. Manche neuen Verträge ersetzen auch die Mehr­kosten nicht mehr, die dadurch entstehen können, dass ein Haus nach den aktuellen Bauvorschriften, und damit teurer, wieder aufgebaut werden muss.

Moderator: ... und die Top 3-Frage:

Rita: Sind Schäden gegen­über lang­samen Grund­wasser­anstieg über­haupt zu versichern?

Dr. Cornelia Nowack: In der erweiterten Elementarschadenversicherung sind Schäden durch Grund­wasser dann versichert, wenn das Grund­wasser durch eine Über­schwemmung des Versicherungs­grund­stücks oder durch das Ausufern von Gewässern angestiegen ist. Andernfalls nicht.

Wie versichere ich...

Moderator: Hier eine aktuelle Frage:

Barne: Welche Versicherungen benötige ich als Hausbauer und ab wann (z.B. ab Grundstücks­kauf)?

Simone Weidner: Für das unbe­baute Grund­stück benötigen Sie die „Haus- und Grund­besitzerhaft­pflicht­versicherung“, ab Baubeginn benötigen Sie die „Bauherrenhaft­pflicht­versicherung“. Mit Baubeginn können Sie schon die Wohn­gebäude­versicherung abschließen, die Feuerrohbau­versicherung schützt dann bereits das im Bau befindliche Gebäude, wenn das Gebäude bezogen werden kann setzt der übrige Wohn­gebäude­schutz ein.

CF: Welche Quadrat­meterzahl ist bei der Berechnung der Prämie die richtige? Nur Wohn­fläche? Mit Keller? Spitzboden nicht/ausgebaut? Garage an das Haus angebaut?

Dr. Cornelia Nowack: Ein einziges allgemeingültiges Berechnungs­verfahren gibt es leider nicht. Die einzelnen Gesell­schaften legen selbst fest, wie in ihrem Fall die Wohn­fläche ermittelt wird. Eine Erläuterung hierzu findet sich in der Regel auf dem Antrags­formular. Bei vielen Gesell­schaften gilt als Wohn­fläche aber die Grund­fläche der Wohnung des Gebäudes einschließ­lich der Hobby­räume, wobei jedoch Treppen und Keller und Speicherräume (soweit nicht zu Wohn- oder Hobby­zwecken ausgebaut), Balkone, Loggien und Terrassen ausgenommen sind. Für Garagen wird in der Regel ein separater Beitrags­zuschlag erhoben.

...Natur­katastrophen?

Sparky: Gegen welche Natur­katastrophen sollte sich jeder Eigentümer versichern?

Simone Weidner: Natur­katastrophen können Sie mit einer Elementarschaden­versicherung abschließen. Sie ist für alle Häuser sinn­voll, bei denen es zu Schäden durch Natur­ereig­nisse wie Über­schwemmungen, Erdbeben, Schnee­druck oder Lawinen kommen kann, auch wenn die Wahr­scheinlich­keit für einen Schaden zur Zeit gering ist.

....Photovoltaikanlagen?

Moderator: Zwei Fragen zu Photovoltaikanlagen ...

Heinzw: Ich habe eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, über die ich als „Unternehmer“ Strom erzeuge. Momentan habe ich diese getrennt von der Wohn­gebäude­versicherung abge­sichert. Ist es sinn­voll bzw. kostengüns­tiger, diese in die Gebäude­versicherung einzubeziehen, oder sollte man die Versicherung dafür besser davon trennen?

Rohaka: Hallo, sollte man die Photovoltaikanlage auf dem Dach besser separat versichern (Über­spannung, Hagel, Sturm...) oder in die Gebäude­versicherung integrieren? Was sind die jeweiligen Kosten?

Dr. Cornelia Nowack: Wenn die Photovoltaikanlage über die Wohngebäudeversicherung versichert wird, ist sie gegen Schäden durch Feuer, Blitz, Sturm und Hagel sowie Leitungs­wasser versichert. Hat der Versicherungs­nehmer eine zusätzliche erweiterte Elementarschaden­versicherung abge­schlossen, ist die Anlage zusätzlich gegen Schäden durch Über­schwemmung, Schnee­druck, Lawinen, Erdbeben, Erdsenkung und Erdrutsch versichert. Kein Versicherungs­schutz besteht zum Beispiel für Diebstahl­schäden oder für Ertrags­ausfall oder für weitere tech­nische Schäden. Wer diesen umfang­reicheren Schutz möchte, muss eine eigene Photovoltaik­versicherung abschließen. Einen Vergleich über separate Photovoltaik­versicherungen können wir Ihnen zur Zeit noch nicht anbieten.

...Schäden durch Wasser?

Amsel­weib08: zu TOP-Frage 3: Wann spricht man von einer Über­schwemmung? Reicht Starkregen aus? Wenn ja, ab welcher Dauer des Starkregens?

Simone Weidner: Da muss man einfach die Recht­sprechung abwarten, die sich mit der Auslegung dieser Bedingungen befasst.

....Strumschäden?

Rower: Ist ein Neben­gebäude (Keller­ersatz­raum/Garagen) bei einem Sturm­schaden durch die Wohn­gebäude­versicherung mit abge­sichert?

Foegan1: Ist ein Garten­haus auto­matisch bei der Wohn­gebäude­versicherung mitversichert? Wenn nein, ist dies über­haupt sinn­voll?

Dr. Cornelia Nowack: Handelt es sich um ein eigenes Gebäude, das nicht mit dem versicherten Wohn­gebäude fest verbunden ist, ist es nur dann versichert, wenn es ausdrück­lich im Versicherungs­vertrag aufgeführt ist. Es gibt Verträge, wo kleinere Gartenhäuser mitversichert sind. In der Regel müssen Gartenhäuser, Carports, Gewächs­häuser extra versichert werden.

Raimo Harder: Bei Sturm­schäden wird wohl in der Regel verlangt, dass mindestens eine Wind­stärke acht erreicht sein muss und dass der Versicherte dieses nach­weisen muss. Wir wohnen am Hang, wo es deutlich mehr windet (links und rechts Felder) als in der Stadt. Es gibt hier aber keine Mess­stationen. Wie weise ich nach, dass der Wind bei uns Stärken von acht hat, in der Stadt aber nur fünf oder sechs gemessen worden ist?

Simone Weidner: Das ist richtig. Der Versicherer leistet bei Sturm­schäden erst ab Wind­stärke acht. Der Nach­weis kann manchmal problematisch sein. Ist die Wind­stärke für den Schaden­ort nicht fest­stell­bar, so wird sie dennoch unterstellt, wenn der Versicherungs­nehmer nach­weist, dass der Sturm auch in der Umge­bung des Grund­stücks Schäden an anderen Gebäuden ange­richtet hat. [Korrektur: Ist die Wind­stärke für den Schaden­ort nicht fest­stell­bar, so wird die Wind­stärke acht dennoch unterstellt.]

...Glasflächen?

Vieze: Ich höre zu 50 Prozent von Bekannten, Kollegen etc., dass eine Glas­versicherung empfehlens­wert ist. Die anderen 50 Prozent sind genau gegen­teiliger Meinung. Wie lautet Ihre Meinung dazu?

Simone Weidner: Glas­versicherung ist nur dann sinn­voll, wenn das Haus wirk­lich sehr große Glasflächen hat (z.B. Wintergarten). Gegen Schäden durch Sturm, Hagel und Feuer ist das Glas ohnehin in der normalen Wohn­gebäude­versicherung versichert.

...Feuerschäden?

Cosy: Gibt es Rabatt für Rauchmelder? Wenn ja, sind spezielle Rauchmelder vorgeschrieben?

Dr. Cornelia Nowack: Rabatte sind uns jedenfalls für Wohn­gebäude nicht bekannt.

Uhlenspiegel: Wir haben für unser Einfamilien­haus eine Wohn­gebäude­versicherung ohne Leitungs­wasser­schäden abge­schlossen. Sollten dieselben einbezogen werden?

Simone Weidner: Mit der Feuer- und der Sturm­versicherung sind die größten Risiken versichert. Leitungs­wasser­schäden führen in der Regel nicht zu einem Totalschaden am Haus. Dennoch können die Kosten nach einem Rohr­bruch erheblich sein und viele tausend Euro betragen, daher ist auch der Abschluss einer Leitungs­wasser­versicherung grund­sätzlich sinn­voll. Sollten Sie in einer Region wohnen, in der es zu Über­schwemmungen oder Erdbeben kommen kann, wäre der Abschluss einer erweiterten Elementarschadenversicherung aber eventuell noch wichtiger.

Welfare: Hallo, werden Holz­häuser anders in ihrer Versicherung bewertet, z.B. höhere Risikoklasse? Wir wohnen in einem Schweden­haus der Firma Findomo.

Dr. Cornelia Nowack: Die Bauart eines Hauses ist wichtig für die Beitrags­höhe. Häuser mit massiven Außenwänden, z.B. Mauer­werk und harter Dach­eindeckung, z.B. Ziegel, erhalten den Versicherungs­schutz zu nied­rigeren Beiträgen als Häuser mit Außenwänden aus brenn­baren Materialien wie z.B. Holz. Die Versicherer unterscheiden verschiedene Bauartklassen bzw. Fertighaus­gruppen.

Ebi: Warum wird Feuer­versicherung bei Vermietung (hier eine Lagerhalle) teurer? Es hieß, es liege eine Gefahren­erhöhung vor. Der Blitz schlägt doch nicht häufiger in vermietete Gebäude ein. Wenn der Mieter einen Brand verursacht, muss er doch haften. Oder zahlt dann trotzdem die Gebäude­versicherung?

Simone Weidner: Die Versicherer gehen davon aus, dass dadurch, dass in dem Haus ein Gewerbe­betrieb aufgenommen wird, ein erhöhtes Schadens­risiko entsteht. Manchmal genügt auch schon die Aufnahme eines Gewerbes auf dem gleichen Grund­stück. Daher wird auch regel­mäßig bereits in den Antrags­formularen danach gefragt. Es trifft zwar grund­sätzlich zu, dass der Gebäude­versicherer später den Schädiger in Regress nehmen kann, sofern ein solcher ermittelt werden kann. Zunächst muss er aber immer selber leisten.

Siri: Was ist bezüglich der Versicherung zu beachten, wenn man eine Gasheizung hat?

Dr. Cornelia Nowack: Sofern die Gasheizung über eine elektronische Steuerung verfügt, sollte der Versicherungs­schutz auch Schäden durch Über­spannung in Folge von Blitz umfassen. Das ist nicht in allen Verträgen der Fall.

Recht­liches

Ao_42: Kann die Wohn­gebäude­versicherung einfach gewechselt werden, wenn das Gebäude über eine Bank finanziert wurde? In meinem Fall geht es um ein Mehr­familien­haus. Der Haus­verwalter sagt, dass die Feuer­versicherung nur mit größerem Aufwand gewechselt werden kann.

Simone Weidner: Bei Immobilien, die noch mit einem Kredit belastet sind, hat die Bank beim Versicherungs­wechsel ein Wört­chen mitzureden. Kündigt der Kunde, verlangt der Versicherer eine Zustimmung des Immobilien­finanzierers. Es ist in der Regel eine reine Formsache, muss aber gemacht werden.

Moderator: Eine weiter aktuelle Frage aus dem Chat.

Dr. Korn­blum: Wie ist die korrekte Vorgehens­weise im Schadens­fall? Muss man den Reparatur­betrag bei einem Sturm­schaden vorlegen?

Dr. Cornelia Nowack: Der Versicherer ersetzt die notwendigen Reparatur­kosten. Diese muss der Versicherungs­nehmer selbst­verständlich nach­weisen.

Vieze: Hallo. Manche Versicherungen bieten Kombiver­sicherungen an wie z.B. die Aachener und Münchner. Macht es Sinn, solche Kombiver­sicherungen zu nutzen oder „verschleiern“ solche Versicherungen höhere Kosten?

Dr. Cornelia Nowack: In der Regel lohnt es sich nicht, ein ganzes Versicherungs­paket bei ein und derselben Gesell­schaft abzu­schließen (z.B. Wohn­gebäude-, Hausrat-, Rechts­schutz- und Privathaft­pflicht­versicherung). Solche Pakete werden häufig von teuren Gesell­schaften angeboten und der Bündelrabatt wiegt diesen Nachteil nicht auf.

Äppelwoi: Was ist wirt­schaftlicher: Deckungs­summe ohne oder mit Eigen­anteil? Wenn mit, wie hoch sollte man diesen ansetzen?

Dr. Cornelia Nowack: Diese Frage lässt sich nicht generell beant­worten. In unserem aktuellen Test der Wohn­gebäudedreifach­kombination haben wir nur Angebote berück­sichtigt, in denen der Versicherer im Schadenfall keinen Selbst­behalt verlangt. Das hatte aber allein den Grund, dass wir eine optimale Vergleich­barkeit der Angebote gewähr­leisten müssen.

Besonderheiten Öffent­licher Dienst

Ingrid Behrendt: Welche Versicherungen gewähren Rabatt für Mitarbeiter im öffent­lichen Dienst? Oder muss ich den Rabatt aushandeln?

Simone Weidner: Für den öffent­lichen Dienst bieten wir eine Extra-Auswertung sowohl für Wohn­gebäude- als auch Elementarschaden­versicherung an. Unter www.test.de/gebaeudeversicherung finden Sie die Angebote für den öffent­lichen Dienst.

Ältere Versicherungen

Heinzw: Ich habe eine Gebäude­versicherung mit älteren Bedingungen (Versicherungs­bedingungen 1962) und der Vertreter hat mich angesprochen, diese auf neuere Bedingungen umzu­stellen. Macht das aus Ihrer Sicht Sinn oder sollte man das sogar besser lassen. Den Vergleich der Bedingungen habe ich noch nicht vorgenommen.

Simone Weidner: Es hängt davon ab, ob Sie zu den Allgemeinen Wohn­gebäude-Versicherungs­bedingungen (VGB) 62 auch die Sonderbedingungen für eine gleitende Neuwert­versicherung abge­schlossen haben. Sollte dies nicht der Fall sein, empfiehlt sich eine Umstellung auf aktuelle Versicherungs­bedingungen, die diese gleitende Neuwert­versicherung für ihr Haus bieten. In diesem Fall erhalten Sie im Fall eines Totalschadens immer den aktuellen Wieder­aufbauwert für ihr Haus. Bei der Versicherung zur festen Neuwert­summe nach den VGB 62 bekommen Sie maximal die vereinbarte Versicherungs­summe. Die kann heute natürlich viel zu nied­rig sein.

Gast­hörer: Vor einigen Jahren hat mein Vater unser Haus auf mich über­tragen. Die Feuer­versicherung läuft aber weiterhin auf den Namen meines Vaters. Kann es im Schadens­fall dazu kommen, dass die Versicherung die Regulierung des Schadens ablehnt, weil nicht ich, sondern mein Vater Versicherungs­nehmer in der Versicherungs­police ist? Sollte man die Police zeit­nah auf meinen Namen umschreiben lassen?

Simone Weidner: Die Versicherung leistet im Schadens­fall auch dann, wenn ihr Vater nicht mehr der Eigentümer des Hauses ist. Es kann aber aus praktischen Erwägungen sinn­voll sein, den Vertrag zu über­nehmen.

Heinz maurer: Wir haben eine Versicherung nach VGB 88, mit gleitendem Neuwert. Was ist damit versichert und was ist gleitender Neuwert?

Dr. Cornelia Nowack: Gleitende Neuwert­versicherung bedeutet, dass Sie im Fall eines Totalschadens immer den Betrag von der Versicherung erhalten, den Sie benötigen, um ihr Haus zu den aktuellen Baupreisen wieder aufzubauen. Da die Baupreise von Jahr zu Jahr steigen, wird auch die Prämie von Jahr zu Jahr angepasst. Der Versicherungs­schutz umfasst Schäden durch Feuer (Brand, Blitz­schlag, Explosion), Sturm/Hagel und Leitungs­wasser. Die drei Policen können auch einzeln abge­schlossen werden.

D001775: Mein Versicherer (S-Versicherung) bietet neue Verträge nach der Quadrat­meterzahl der Wohn­fläche an. Bisher war der Neuwert versichert. Gibt es hier Unterschiede? Ist eine Variante besser?

Simone Weidner: In beiden Varianten wird der Versicherungs­schutz zum gleitenden Neuwert geboten. Unterschiedlich ist nur das Verfahren der Beitrags­ermitt­lung. Nach den älteren Verträgen geschieht dies, indem zunächst der Versicherungs­wert 1914 des Hauses ermittelt wird. Der Beitrag bemisst sich dann je 1000 Mark (Gold­mark) Versicherungs­summe 1914 mal den aktuellen Anpassungs­faktor. In den Verträgen nach Quadrat­meter Wohn­fläche bemisst sich der Beitrag je Quadrat­meter Wohn­fläche.

Stich­wort Haft­pflicht­versicherung

Flo: Wann macht eine Haus­besitzerhaft­plicht­versicherung Sinn? Bei Selbst­nutzung oder Vermietung, oder immer?

Dr. Cornelia Nowack: Für selbst­genutzte Einfamilien­häuser genügt die Privathaft­pflicht­versicherung. Bei Mehr­familien­häusern oder vermieteten Häusern ist eine Haus- und Grund­besitzerhaft­pflicht­versicherung nötig.

Moderator: Kommen wir zu unserer letzten Frage im heutigen Chat:

Seehummel: Hallo, ist es möglich, eine verbindliche Zusage eines Versicherungs­unter­nehmens für eine Wohn­gebäude­versicherung zu erhalten, ohne die bestehende vorher zu kündigen? Ich hatte letztes Jahr große Probleme damit.

Dr. Cornelia Nowack: Eine verbindliche Zusage ist problematisch. im Zweifels­fall würden sich die Verträge eine kurze Zeit über­schneiden.

Moderator: Die Chat-Zeit ist auch schon fast um: Wollen sie noch ein kurzes Schluss­wort an die User richten?

Dr. Cornelia Nowack: Vielen Dank für das große Interesse.

Raimo Harder: Vielen Dank für die Antwort auf meine Anfrage. Wie immer: ein toller Service von test.de.

Moderator: Das waren 60 Minuten test.de-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beant­worten konnten. Vielen Dank auch an Dr. Cornelia Nowack und Simone Weidner, dass Sie sich die Zeit für die User genommen haben. Das Chat-Team wünscht allen noch einen schönen Tag.

Aktueller Test:Der richtige Schutz fürs Haus

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