Chat Tablet-Rechner Meldung

Tablet-Rechner sind dies Jahr ein begehrtes Weihnachtsgeschenk. Aber muss es unbedingt ein iPad von Apple sein? Was taugen die vielen Konkurrenzprodukte? Welche Ausstattung ist sinnvoll? Die test-Experten Kirstin Wohlfart und Michael Wolf gaben Antwort im Chat auf test.de. Lesen Sie hier das Chatprotokoll.

Jetzt geht's los

Moderator: So, es ist jetzt 13 Uhr. Hier im Chat begrüße ich jetzt Kirstin Wohlfart und Michael Wolf. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatterinnen und Chatter beantworten. Gleich die erste Frage an unseren Gast: Wie sieht es aus, wollen wir starten?

Michael Wolf: Daumen hoch!
Kirstin Wohlfart: Ja, gerne!

Die Top-Fragen: Was ist mit dem Aldi-Tablet?

Moderator: Vor dem Chat hatten die Leser und Leserinnen bereits die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu bewerten. Hier die Top1- und Top3-Frage aus dem Pre-Chat

Ralf I.: Aldi Nord bietet am 8.12. einen Tablet-Rechner (25,4cm, 32GB usw.) für 399 Euro an. Gibt es dazu noch einen Schnelltest? Können Sie den weiterempfehlen?
Pit: Sehr geehrte test-Experten, was halten Sie vom dem Medion Tablet Lifetab P9514, welches ab 08.12.11 bei Aldi verkauft wird?

Kirstin Wohlfart: Wir sind auch gespannt und wollen das Gerät auf jeden Fall kaufen und testen.
Michael Wolf: Wenn alles gut läuft, gibt es hier am Freitagabend Testergebnisse. Anders als andere Medien prüfen wir keine vorab von den Anbietern lancierten „Presseexemplare“, sondern kaufen die Geräte im Handel genau wie jeder Kunde. Darum dauert es bei uns manchmal etwas länger – aber dafür kann man sicher sein, dass wir auch wirklich das testen, was die Verbraucher im Laden bekommen. Und Aktionsware von Aldi kann man bei großem Interesse ja notfalls auch erstmal auf Verdacht kaufen und bei Nichtgefallen wieder zurückgeben.

Anwendungen: Tablet vs Notebook

Moderator: Und die Top2-Frage:

Herbert Sigl: Wie sieht es mit Office-Anwendungen aus? Können z.B. Excel oder ähnliche Anwendung bearbeitet werden?

Kirstin Wohlfart: Also bei den Tablets mit Windows 7 im Test – das waren die von Fujitsu und MSI – war ein Office-Starter vorinstalliert, und da konnte man dann ganz normal Office-Dateien bearbeiten. Bei den anderen Tablets ist es so, dass bei manchen auch einfache Office-Programme installiert sind und man dann auch z.B. Excel-Dateien bearbeiten kann. Bei anderen muss man das dann zusätzlich nachkaufen.
Michael Wolf: Man sollte aber nicht zu viel erwarten, wenn es darum geht, Inhalte (z.B. Excel-Tabellen) tatsächlich auf einem Tablet zu erstellen oder zu bearbeiten. Zum einen sind die Programme für die mobilen Betriebssysteme wie iOS und Android längst nicht so mächtig wie Office-Pakete für Windows oder Mac. Und vor allem ist das Bearbeiten von Texten und Tabellen am Touchscreen längst nicht so komfortabel möglich wie mit Maus und Tastatur.

wobi: Ich suche ein billiges mobiles Arbeitsgerät. Würden Sie Tablet-Rechner auch empfehlen, wenn man ihn zu 90 Prozent beruflich nutzen will? (Mails lesen und beantworten, Recherchen per Internet, Texte (WORD) er- und bearbeiten? Oder empfehlen Sie dann eher ein Net- /Notebook?

Kirstin Wohlfart: Ich würde Ihnen eher zu einem Note- oder Netbook raten. Eine echte Tastatur ist eine große Hilfe beim Eingeben von Texten. Außerdem funktionieren auf einem Windows-Note- oder -Netbook die gängigen Büroanwendungen und Spezialprogramme.

351959: Was kann ich mit einem Tablet-Rechner im Vergleich zu einem Laptop oder einem PC ausführen und was nicht? Dass ein Tablet einen Touch-Screen hat, ist klar – die Frage bezieht sich auf Möglichkeiten bzw. Grenzen der Anwendungen.

Michael Wolf: Tendenziell kann man sagen, dass die Tablets mit ihren Touchscreens besser dazu geeignet sind, Inhalte zu betrachten und zu präsentieren – zum Beispiel surfen, Fotos zeigen, Videos anschauen – und eher weniger dazu, Inhalte selbst zu erstellen oder zu bearbeiten – zum Beispiel Fotos bearbeiten, längere Texte schreiben. Eine Ausnahme sind vielleicht die relativ vielen und teilweise ziemlich kreativen Apps, die es für das iPad gibt, um damit Musik zu machen.

M: Kann man beim Surfen auch Websites ausdrucken?

Michael Wolf: Das Apple-System iOS enthält in den neuesten Versionen bereits eine Druckerschnittstelle namens „Airprint“. Damit kann man auch direkt aus dem Browser drucken. Diese Funktion wird aber noch längst nicht von allen Apps unterstützt. Und vor allem sind bei weitem nicht alle Drucker Airprint-kompatibel.
Kirstin Wohlfart: Es gibt aber auch Apps der Druckeranbieter, die man dann auf dem Tablet installieren kann. Wir haben uns dabei mal die wichtigsten von Canon, HP und Epson angeguckt. Dazu bald mehr. Die meisten dieser Drucker-Apps haben einen eigenen Webbrowser integriert, von dem aus dann gedruckt werden kann. Leider funktioniert das noch nicht bei allen. Insgesamt muss man sagen, dass das Drucken vom Tablet noch längst nicht so komfortabel und flexibel ist wie vom PC oder Notebook.

Atarianer: Kann man diese Tablet-PCs auch für das Chatten zum Beispiel mit Yahoo Messenger + Webcam benutzen? WLAN?

Michael Wolf: Prinzipiell kann man mit Tablets ganz gut chatten. Nur dass die Touchscreen-Tastaturen natürlich nicht so toll sind wie richtige Tasten. Aber Videotelefonie wie z.B. per Skype oder Facetime von Apple klappt meist prima.
Kirstin Wohlfart: Aber die Webcam wurde bei Skype nicht von allen Geräten unterstützt. Es gibt aber dann andere Videotelefonie-Software, die auf den Geräten vorinstalliert ist, und alle Tablets im Test hatten eine Webcam.

Anwendungen: Tablet vs Smartphone, E-Reader und Navi

juli1938: Bietet ein Tablett-PC Vorteile gegenüber einem smartphone – von der Display-Größe und dem Mangel, damit nicht telefonieren zu können, mal abgesehen? Kann ich damit besser surfen?

Michael Wolf: Die beiden wichtigsten Unterschiede haben Sie selbst schon genannt. Das größere Display bei Tablets bedeutet natürlich auch, dass das Surfen weitaus komfortabler geht. Außerdem haben Tablets oft schnellere Prozessoren als Smartphones.
Kirstin Wohlfart: Ein weiterer Vorteil ist, dass man auf dem größeren Touchscreen eine größere Bildschirmtastatur hat und damit das Tippen auf dem Tablet leichter fällt als auf dem Smartphone.

flitzpiepe: Was denken Sie über das Lesen von eBooks auf Tablets? Ist das bereits sinnvoll und ergonomisch möglich? Welche Software würden Sie empfehlen?

Kirstin Wohlfart: Wir empfehlen zum Lesen von eBooks eher einen eBook-Reader mit elektronischer Tinte (e-Ink), weil dessen Display insbesondere bei heller Umgebung sehr viel besser lesbar ist. Zudem ist die Akkulaufzeit viel länger als bei Tablet-Rechnern. Bei Tablets rechnen wir die Akkulaufzeit in Stunden, bei e-Readern mit e-Ink in Wochen.

baerchen: Lässt sich ein Tablet PC sinnvoll als Navi-Ersatz nutzen?

Kirstin Wohlfart: Die meisten Tablets in unserem Test hatten einen eingebauten GPS-Empfänger, mit diesem konnte dann die Position bestimmt werden, und gerade bei den Android-Geräten war Google-Maps als Kartensoftware vorinstalliert. Damit ist prinzipiell eine Navigation möglich. Im normalen PKW ist allerdings ein Tablet-Computer an der Windschutzscheibe doch eher weniger sinnvoll. Ich empfehle daher immer noch ein richtiges Navi oder aber ein Smartphone mit einer Navigationslösung.

Hardware: Display und Akku

Noob: Bei den Tablet-PCs sind die Displays ja besonders wichtig. Welche Qualitätsunterschiede gibt es hier?

Michael Wolf: Da gibt es in der Tat sehr große Unterschiede. Eine Sache, die man schon vor dem Kauf ohne großen Test feststellen kann, ist die Display-Auflösung: Je höher, desto besser. Aber auch im Test zeigen sich noch erhebliche Qualitätsunterschiede. Zum Beispiel bei der Helligkeit und der Helligkeitsverteilung, dem Kontrast, dem Blickwinkel, der Farbdarstellung und der Textdarstellung.
Kirstin Wohlfart:Im Test variierten daher unsere Noten für das Display zwischen „gut“ und „ausreichend“. Leider sind alle Displays bis auf das von Fujitsu spiegelnd. Das stört beim Arbeiten im Freien oder auch bei Beleuchtung in heller Umgebung.
Michael Wolf: Das Fujitsu-Tablet ist allerdings aus anderen Gründen nicht besonders empfehlenswert – es ist ein Windows-Gerät, die Touchscreen-Bedienung ist daher recht quälend.

Nikolaus: Welche Lebensdauer haben die derzeit in Tablets verbauten Akkus? Bei welchen Tablets kann man den Akku wechseln?

Michael Wolf: Zur Lebensdauer können wir leider nichts sagen. Das zu testen würde ja Jahre dauern. Leider sind bei den allermeisten Geräten die Akkus nicht vom Nutzer wechselbar...
Kirstin Wohlfart: Positive Ausnahmen in unserem Test sind die Tablets von Fujitsu und Toshiba.

Hardware: Speicher und Anschlüsse

Bademeister: Ist es besser, ein Tablet mit 64GB-Speicher zu nehmen oder ein Tablet mit 32 GB und als Erweiterung eine MicroSD dazu zu nehmen? Birgt das Geschwindigkeitsunterschiede?

Kirstin Wohlfart: Man muss erst einmal darauf achten, dass man ein Tablet nimmt, bei dem es möglich ist, den Speicher zu erweitern. Dann bietet eine Lösung mit z.B. 32GB-Speicher und zusätzlicher Micro-SD-Karte mehr Flexibilität. Z.B. kann man seine Musiksammlung auf die Micro-SD-Karte speichern und auf einer zweiten z.B. Filme. Bei Apps muss man darauf achten, dass diese meist auf dem internen Speicher abgelegt sein müssen.
Michael Wolf: Die Frage der Geschwindigkeit hängt davon ab, wie schnell der interne Flash-Speicher ist und wie gut der Kartenleser eingebunden ist. Meist wird man keinen großen Geschwindigkeitsunterschied feststellen.

Strevilo: Welche externen Geräte lassen sich am USB eines TabletPCs anschließen? 3,5’’ HDD?

Kirstin Wohlfart: Bei Geräten mit einem echten USB-Anschluss kann z.B. ein USB-Speicherstick oder eine externe Tastatur an den USB-Anschluss angeschlossen werden. Eine Festplatte war jedoch bei keinem Tablet über den USB-Anschluss lesbar.
Michael Wolf: Noch ein Tipp für Musiker: Über das „Camera Connection Kit“, das offiziell nur für Kameras gedacht ist, lassen sich ans iPad auch manche MIDI- und Audio-Interfaces anschließen.

Nachfrager: Kann man bei Tablet-PCs ohne USB-Anschluss (so z. B. auch beim neuen Galaxy Tab 10.1 N von Samsung) mit Hilfe eines kurzen Verbindungskabels (wo + wie?) normal große USB-Speichersticks anschließen und dann die auf diesem Stick gespeicherten MP3-Hördateien über den Lautsprecher des Tablet-PCs hören? 2. Frage: Wenn ein Tablet-PC einen USB-Anschluss hat, wird dann jeder beliebige USB-Speicherstick mit MP3-Dateien erkannt und abspielbar sein?

Kirstin Wohlfart: Nur bei den Geräten, die einen USB-Anschluss haben, sind USB-Sticks auch lesbar. Eine Ausnahme im Test ist das Sony-Tablet. Hier konnten über den Micro-USB-Anschluss mit Hilfe eines Adapters Dateien vom Stick auf das Gerät kopiert werden. Ein direktes Abspielen von MP3-Dateien ist aber auch hier nicht möglich.
Michael Wolf: Für das iPad gibt es von Apple einen Adapter namens „Camera Connection Kit“, damit kann man eine Digitalkamera per USB anschließen und auch noch manche Zubehörteile wie z.B. Keyboards, aber keine USB-Sticks.

Software: Betriebssystem und Synchronisation

tommy001x: Thema Bedienerfreundlichkeit: Wer schneidet auf diesem Gebiet besser ab? Apples iPad2 oder das Samsung Galaxy Tab?

Kirstin Wohlfart:In unserem Test hat sich gezeigt, dass die Handhabung sowohl beim Samsung als auch beim Apple gut war und auch die Unterschiede relativ gering sind und sich beide, obwohl sie ein unterschiedliches Betriebssystem haben, gut bedienen lassen.
Michael Wolf: Das Apple-System iOS hat ja immer noch den Nimbus, besonders einfach zu bedienen zu sein. Das stammt noch aus der Zeit, als dieses System auch einfach weniger Funktionen hatte als andere. Inzwischen hat die aktuelle Version iOS 5 viele Fähigkeiten, die es am Anfang nicht gab (zum Beispiel Multitasking, Copy-and-Paste). Das hat das System vielseitiger gemacht, aber nicht unbedingt einfacher zu bedienen. Die Zeiten, wo man ein iOS-Gerät völlig intuitiv ohne jegliches Handbuch komplett bedienen konnte, sind eher vorbei.

joeram: Wie sieht das mit Betriebssystemupdates aus? Kann ich davon fest ausgehen, dass der Hersteller (wie lange?) Android-Updates liefert (ähnlich wie Apple)?

Michael Wolf: Das ist bei Android-Geräten in der Tat ein heißes Thema. Updates kommen hier vom Anbieter des Geräts (z.B. Samsung oder Asus), nicht vom Anbieter des Betriebssystems (Google). Oft sind Android-Nutzer genervt, weil Betriebssystemupdates zuweilen ziemlich lange auf sich warten lassen oder gar nicht mehr kommen.

RoFI: Gibt es vergleichbar mit Windows eine zuverlässige Zugriffsteuerung auf Benutzerebene (Admin,..., User)? Wie sicher sind meine auf dem Tablet geparkten Daten? Ein allenfalls 4-stelliges numerisches Passwort ist doch niemals sicher! Ist in iOS und Android ein Berechtigungssystem überhaupt vorgesehen oder nachinstallierbar?

Michael Wolf: Die Rechteverwaltung ist bei iOS und Android aus Sicherheitsgründen sehr restriktiv. Administratorenrechte hat man dabei als Nutzer niemals (es sei denn, man verschafft sie sich mit bestimmten Hackertricks – Stichwort „Rooting“ und „Jailbreak“). Die Rechtevergabe erfolgt dabei nicht wie von Windows gewohnt nach Benutzer sondern pro App. Eine Verwaltung mehrerer Benutzerkonten wie bei Windows gibt es bei beiden Systemen nicht. Vermutlich weil beide Systeme ursprünglich vom Smartphone kommen. Das ist ja ein sehr persönliches Gerät, was eher selten von mehreren Benutzern genutzt wird.
Kirstin Wohlfart: Beim Tablet könnte man sich aber durchaus vorstellen, dass ein Gerät in der ganzen Familie genutzt wird. Gerade Kinder können oft sehr gut die Tablets per Touchscreen bedienen, da die Bedienung recht intuitiv ist.

Verzweifelt auf der Suche: Ich suche für meinen Freund ein Tablet PC, auf dem er mit einem Stift Notizen machen kann, wenn er bei Kunden ist. Gehen die wirklich erst bei einer Preisklasse von 800 Euro los oder können preiswertere sowas auch?

Michael Wolf: Bei der Stiftbedienung ist derzeit ausgerechnet das sonst für Touchscreens eher nicht so tolle Windows am besten geeignet, weil schon eine Handschrifterkennung Teil des Systems ist und auch das System per Eingabestift bedient werden kann.
Kirstin Wohlfart: Auch das Android-Tablet von Lenovo bietet eine Handschriftenerkennung, aber nur innerhalb einer bestimmten App. Das Betriebssystem selber kann nicht mit einem Stift bedient werden.
Michael Wolf: Für das iPad und für viele Android-Tablets kann man Eingabestifte nachkaufen. Die sind beim derzeitigen Stand aber eher zum Zeichnen und Malen gedacht. Bei der kommenden Android-Version 4 (und „Icecream Sandwich“) sollen Eingabestifte dann vom System unterstützt werden.

gzi: Wie und wie gut lassen sich Daten zwischen den Welten synchronisieren (z.B. zwischen PC und Tablet)? Gibt es Automatismen?

Kirstin Wohlfart: Auch das haben wir im Test geprüft. Die Lösungen zur direkten Synchronisation mit dem PC sind sehr unterschiedlich. Am besten abgeschnitten hat Apples iTunes, weil es dort die vielfältigsten Möglichkeiten zur Synchronisation gab. Aber auch von Samsung und auch HTC gab es gute Lösungen zur Synchronisation.
Michael Wolf: Allgemein kann man sagen, dass bei der Synchronisation von E-Mail, Kontakten und Kalenderereignissen zwischen Mobilgeräten und PC der Trend eindeutig zu sogenannten Cloud-Diensten geht, wo die Daten auf einem Rechner im Internet liegen und über das Internet zwischen den verschiedenen Geräten synchronisiert werden. Apple hat dafür iCloud, von Google gibt es Google Mail, das funktioniert aber auch mit anderen Anbietern wie z.B. Live.com/Hotmail von Microsoft.

Software: Anwendungsprogramme und Kompatibilität.

Unwissender: Auch auf Tablet-PCs wird es viele vorinstallierte Programme geben. Welche Möglichkeiten hat der Nutzer, von den vorinstallierten Programmen diejenigen zu löschen, die er nicht haben will? Gibt es da allgemeine Regeln oder bestehen Unterschiede je nach Hersteller? Oder gibt es etwa gar nicht die Möglichkeit, etliche der vorinstallierten Programme vom Tablet-PC zu löschen? Kann „Stiftung Warentest“ eine Liste empfehlenswerter Programme / „Apps“ für Tablet-PCs veröffentlichen?

Michael Wolf: Bei mobilen Betriebssystemen wie iOS und Android kann man viele der vorinstallierten Apps nicht selbst deinstallieren. Das ist allerdings auch keine Katastrophe, weil Tablets ja in der Regel recht viel internen Speicher mitbringen und die Apps nicht viel Platz wegnehmen. Bei Smartphones mit kleinerem internen Speicher ist das oft problematischer.

Pepe: Wenn ich meine vorhandenen (auch älteren) Windows-Programme auch auf dem Tablet-Rechner nutzen möchte, muss es dann ein Gerät mit Windows-Betriebssystem sein?

Michael Wolf: Das stimmt. Windows-Programme laufen natürlich nur auf einem Windows-Tablet. Allerdings würde ich mir davon nicht zu viel Nutzen versprechen, denn Windows-Anwendungen sind im Allgemeinen nicht auf die Bedienung per Touchscreen optimiert, so dass die Bedienung ziemlich mühsam werden kann. Deshalb haben in unserem Test auch beide Windows-Tablets in der Handhabung nur mit „ausreichend“ abgeschnitten.

Kaufentscheidungen: Wann, woher und für wen?

sc48ma: Ist nach dem Weihnachtsgeschäft mit einer deutlichen Preisminderung bei Apple und Samsung zu rechnen?

Kirstin Wohlfart: Bei den vielen elektronischen Produkten beobachten wir, dass die Geräte nach dem Weihnachtsgeschäft abverkauft und damit doch deutlich günstiger werden.
Michael Wolf: Bei Apple-Geräten wird sich der Preisverfall zunächst wohl eher in Grenzen halten. Das iPad 2 wird wahrscheinlich erst dann deutlich günstiger, wenn das iPad 3 auf den Markt kommt.

micha15: Ich habe eventuell die Möglichkeit, ein Apple IPad aus den USA zu bekommen. Was ist zu beachten, damit ich es auch hier optimal nutzen kann?

Michael Wolf: Technisch sollte es bei der reinen WLAN-Version oder bei der GSM-Version keinerlei Probleme geben. Allerdings sollte man aufpassen, dass man nicht ein iPad mit CDMA-Modem erwischt, denn dieser Mobilfunkstandard wird in Europa nicht eingesetzt. Ein anderes Problem ist die Frage der Garantie. Die wenigsten Anbieter bieten in Europa Garantieleistungen für Geräte, die außerhalb von Europa gekauft wurden.

jejeje: Meine Oma ist mit der Nutzung eines Windows-Rechners überfordert. Ist die Nutzung eines Tablet PC evtl. für Senioren einfacher?

Michael Wolf: Es gibt tatsächlich Berichte, dass ältere Menschen bei der direkten Bedienung mit Touchscreens weniger Berührungsängste haben als bei so abstrakten Eingabemethoden wie Keyboard und Maus. Ich würde meine Oma allerdings nicht einfach mit einem iPad unterm Weihnachtsbaum überraschen, sondern lieber vorher mal ausprobieren, ob sie sich damit anfreunden kann und will. Es soll ja auch Menschen geben, die ohne Computer glücklich sind.

Fragen zum Testverfahren

Mzi2008: Warum wurde das iPad nicht mit der aktuellen Software getestet? Die Konkurrenz wurde ja durchaus aktuell betrachtet!

Michael Wolf: Direkt vor Testbeginn wurde bei allen Geräten das zu diesem Zeitpunkt aktuelle Software-Update aufgespielt. Alle Geräte wurden also mit demselben Software-Stand getestet. In der Zwischenzeit hat es für mehrere Geräte Software-Updates gegeben, nicht nur für das iPad. Wenn wir aber bei allen Geräten immer auf das nächste Update warten würden, würde so ein Test niemals fertig werden.

anonym: Gibt es jetzt schon einen Test zum Galaxy Tab 10.1 N ?

Michael Wolf: Ja. Den Schnelltest finden Sie hier.

Moderator: So, die Chat-Zeit ist auch schon fast um: Wollen sie noch ein kurzes Schlusswort an die User richten?

Michael Wolf: Vielen Dank für die spannenden Fragen. Man merkt, dass das Thema Tablets viele Leute interessiert.
Kirstin Wohlfart: Wer noch weitere detaillierte Informationen zu konkreten Tablets sucht, kann auch gerne in unserem aktuellen Test in der Dezember-Ausgabe von test nachlesen.

Moderator: Das waren 60 Minuten test.de-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beantworten konnten. Vielen Dank auch an Kirstin Wohlfart und Michael Wolf, dass Sie sich die Zeit für die User genommen haben. Das Transkript dieses Chats können Sie in Kürze auf test.de nachlesen. Das Chat-Team wünscht allen noch einen schönen Tag.

Test Tablet-Rechner (test 12/2011): Eins besser als das iPad.

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