Chat Strom Meldung

Wie können Verbraucher am besten Strom sparen? Wie wechseln sie ihren Stromlieferanten? Wo finden Kunden Strom sparende Geräte? Alle Fragen zum Thema beantworteten die test-Experten Lothar Beckmann, Michael Koswig und Peter Schick im Chat auf test.de. Lesen Sie hier die Antworten im Chattranskript.

Ärger mit dem Stromanbieter

Moderator: So, es ist jetzt 13 Uhr. Hier im Chat begrüße ich jetzt Lothar Beckmann, Michael Koswig und Peter Schick. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatterinnen und Chatter beantworten.Gleich die erste Frage an unsere Gäste: Wie sieht es aus, wollen wir starten?

Michael Koswig/Peter Schick/Lothar Beckmann: Jawoll!

Moderator: Vor dem Chat hatten die Leser und Leserinnen bereits die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu bewerten. Hier die TOP 1 Frage aus dem Pre-Chat:

Anja246: TelDaFax hat Insolvenz angemeldet. Mein Stromvertrag läuft noch bis zum 30.09.2011. Was kann ich vorsorglich tun, damit bei der Schlussrechnung die Rückerstattung zur geleisteten Jahres-Vorauszahlung sowie die Kaution-Rückzahlung gesichert ist? Und wie schnell sollte man reagieren? Herzlichen Dank!

Michael Koswig: Aktuell informieren wir über die Entwicklungen auf test.de (siehe Meldung „Stromlieferant pleite“). Vermutlich haben Sie wenig Reaktionsmöglichkeiten, falls Ihr Netzbetreiber nicht mehr mit TelDaFax kooperiert, fallen Sie automatisch in die Ersatzversorgung Ihres Netzbetreibers. Dann sollten Sie baldmöglichst nach einem neuen günstigen Tarif suchen. Falls der zuständige Netzbetreiber aber auch nach dem Insolvenzantrag noch mit TelDaFax kooperiert, und Strom weiterleitet, gibt es kein Sonderkündigungsrecht. Trotzdem sollten Sie aber schon einmal nach einem neuen Anbieter suchen, denn bis zum 30. September ist es ja nicht mehr so lange hin (siehe aktueller Test „Strom und Gas“ aus Finanztest 07/2011).

Lothar Beckmann: Im Hinblick auf die Endabrechnung mit TelDaFax können wir heute noch nichts Genaues sagen. Das hängt vom weiteren Insolvenzverfahren ab. Ob und wie viel Sie von dem Geld zurückbekommen ist deshalb noch unklar. Wir befürchten, dass Sie allenfalls nur einen Teil zurückbekommen, auf test.de haben wir darüber berichtet, und wir werden betroffene Kunden auch weiter auf diesem Weg informieren.

Moderator: Und hier die Top 2-Frage:

Anja246: Darf der neue Strom-Anbieter bei Tarifvergleichsangabe einer zwölfmonatigen eingeschränkten Preisgarantie beim erstmaligen Vertragszustandekommen über den benannten Preis beim Tarifvergleich abweichen und gleichzeitig auch die Abschlagszahlung anheben? Letztlich wäre das Betrug, nur um Neukunden herbei zu locken? Welche Möglichkeiten gibt es hier? Danke für die Beantwortung.

Michael Koswig: Das Problem kennen wir schon von einigen Leserbriefen. Hintergrund ist meist, dass die Stromvergleichsportale auf Daten der jeweiligen Stromanbieter angewiesen sind. Leider sind diese Daten bei den Portalen nicht immer auf dem aktuellen Stand. So kann es passieren, dass das konkrete Vertragsangebot von den Portalinfos abweicht. Maßgeblich ist aber immer der Vertrag. Deshalb den Vertragstext immer genau lesen! Auch das Kleingedruckte! Und bei unvorhergesehenen Ärgernissen sollte man einen solchen Vertrag natürlich nicht unterschreiben sondern sich einen anderen Anbieter suchen. Falls Sie den Verdacht haben, dass Sie getäuscht wurden, sollten Sie zumindest auch das Portal darüber informieren.

Wann der Wechsel lohnt

Moderator: Und die Top 3-Frage:

MoinMoin: Lohnt es sich, jährlich einen neuen Anbieter zu suchen, um jeweils die angebotene Wechselprämie in Anspruch zu nehmen?

Peter Schick: Ob es sich lohnt, hängt natürlich von den angebotenen Tarifen ab. Von Zeit zu Zeit sollte man zumindest prüfen, ob ein Wechsel sinnvoll ist. Alleine wegen einer angebotenen Wechselprämie sollte man aber nicht unbedingt einen Wechsel überlegen. Weil Strom eine Energieform mit erheblichen Umweltwirkungen ist, muss noch nicht einmal der Preis alleine der Grund für einen Wechsel sein.

Michael Koswig: Außerdem sollte man den mit dem Wechsel verbundenen Aufwand beachten. Dazu hat nicht jeder Kunde Lust und Zeit. Im Test „Strom und Gas“ aus der aktuellen Finanztest-Ausgabe 07/2011 geben wir gezielte Tipps für einzelne Typen von Stromkunden: Sowohl für den Sparfuchs, aber auch für den Bequemen und für den Umweltbewussten.

Gisela.Schweins: Was muss unbedingt beachtet werden bei einem Anbieter-Wechsel?

Michael Koswig: Auf jeden Fall sollte man nicht nur auf die Vergleichspreise der Stromvergleichsportale schauen. Hier gibt es zum Beispiel einen großen Einfluss, je nachdem ob Tarife mit oder ohne Vorkasse angeboten werden. Das aktuelle Beispiel von TelDafax zeigt, dass man bei Vorkasse sehr sehr vorsichtig sein sollte. Besser ist es, keinen solchen Tarif abzuschließen, es sei denn, dass man von der Bonität und der Kundenfreundlichkeit des Anbieters 100% überzeugt ist. Infos gibt es in der Tabelle unter: www.test.de/vorkasse.

Lothar Beckmann: Achten Sie beim Neuabschluss auch auf die Laufzeit des Vertrages. Je kürzer, desto besser. Manche auf den ersten Blick günstigen Tarife, erfordern eine lange Mindestvertragslaufzeit von bis zu 5 Jahren. Und die günstigsten Tarife gibt es oft nur mit einem Jahresvertrag. Achten sollten Sie auch auf das Sonderkündigungsrecht, das bei Preiserhöhungen bestehen sollte. Je länger die Frist zwischen Benachrichtigung über die Preiserhöhung und Inkrafttreten der Preiserhöhung, desto besser. So haben Sie mehr Zeit für einen Anbieterwechsel. Üblich sind 4 Wochen.

Peter Schick: Beim Anbieterwechsel sollten Sie erstmal überlegen, mit welchen Eigenschaften des Anbieters Sie unzufrieden sind. Was sollte beim neuen Anbieter anders sein? Das kann zum Beispiel der Preis sein, aber auch die Art der Stromerzeugung, oder die Vertragsbedingungen.

Stadtwerke

FankBonn: Mir ist der ÖPNV in Bonn viel wert, deshalb bleibe ich bei den Stadtwerken, die über die Querfinanzierung den Öffentlichen Personennahverkehr mitfinanzieren. Wie sehen Sie das?

Michael Koswig: Das klassische Stadtwerk, das sich im Eigentum der Stadt befindet, kann in der Tat ein interessanter Stromanbieter sein. Werden finanzielle Überschüsse erwirtschaftet, bleibt das Geld auf jeden Fall in der Region. Bei Großkonzernen ist dies eher unwahrscheinlich. Außerdem besteht über die Kommunalpolitik die Chance, dass die Bürger Einfluss nehmen können, zum Beispiel darauf, dass die Stadtwerke in umweltschonende Stromerzeugungsanlagen investieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kunden Ansprechpartner in ihrer Nähe haben. Meist gibt es ein Kundenzentrum, bei dem man im Falle von Problemen persönlich vorbeischauen kann. Und last but not least: Auch Stadtwerke bieten meist mehrere Tarife an, die preislich attraktiv sein können.

Peter Schick: Wenn es viele starke Stadtwerke gibt, ist über die Vielfalt auch ein besserer Wettbewerb auf dem Strommarkt vorhanden.

Einsparpotenzial bei Haushaltsgeräten

Tezze: Lohnen sich Bewegungsmelder für kleine Stromspar- oder LED-Lampen? Sie scheinen im Ruhezustand mehr Strom zu verbrauchen als die Lampe im eingeschalteten Zustand.

Peter Schick: Kleine Stromspar- oder LED-Lampen brauchen nur noch sehr wenig Strom im Vergleich zu Glühlampen. Rein finanziell ist hier mit einem Bewegungsmelder nicht viel zu holen. Aber er kann aus anderen Gründen angenehm und nützlich sein, zum Beispiel bei der nächtlichen Schlüsselsuche im Hausflur oder im Treppenhaus. Wer sich dafür entscheidet, sollte beim Bewegungsmelder auf möglichst kleinen Stromverbrauch achten.

Martin: Ich habe eine circa 5 Jahre alte Waschmaschine (Whirlpool AWM 5100, Energieklasse A). Lohnt sich der Kauf einer neueren Waschmaschine (AEG Lavamat 66850L)?

Lothar Beckmann: Eine Lebensdauer von 5 Jahren für eine Waschmaschine ist noch nicht sehr lang. Sie sollte erst dann ausgetauscht werden, wenn eine größere Reparatur ansteht.

Michael Koswig: Aber schon vorher sollte man natürlich das Stromsparpotential nutzen, das die verschiedenen Waschprogramme bieten. Je niedriger die Waschtemperatur, desto höher die Ersparnis. Unsere Tests zeigen, dass niedrige Waschtemperaturen in den allermeisten Fällen mit den modernen Waschmitteln trotzdem zu guten Ergebnissen führen.

Stromverbrauchsiegel

Karlo54: Sind Gefriertruhen oder Gefrierschränke bei vergleichbarem Inhaltsvolumen sparsamer? Sollte man beim Neukauf auf AA+ achten?

Lothar Beckmann: Unser letzter Test („Gefriergeräte“ aus test 09/2010) aus dem vergangenen Jahr zeigte keine großen Unterschiede im Stromverbrauch zwischen Gefriertruhe und Gefrierschrank. Der Test zeigte allerdings, dass die Truhen mehr Zeit brauchten als die Schränke beim Einfrosten von Lebensmitteln. Die Truhen halten dafür aber die Kälte länger. Bei einem Geräteausfall überstehen sie knapp 30 Stunden, ehe sie kritische Temperaturen erreichen. Außerdem sind Gefriertruhen oft billiger als Schränke, aber sie brauchen eine größere Stellfläche und man muss sich immer tief bücken, um die Produkte herauszuholen.

Michael Koswig: Manchem oder mancher fällt es auch schwer, in einer Tiefkühltruhe für Ordnung zu sorgen. Testsieger war übrigens die Gefriertruhe Liebherr Premium GTP 2356–20. Der beste große Gefrierschrank war Liebherr Premium GNP 3666–20.

Selbst Energie erzeugen

Django: Sind Wärmepumpen, die die Außenluft als Energiequelle nutzen, wirklich so energiesparend, wie die Werbung verspricht? Ich befürchte, dass der Betrieb relativ teuer werden kann, wenn die Strompreise weiter steigen.

Peter Schick: Luft-Wasser-Wärmepumpen benutzen die Außenluft als Wärmequelle. Die ist leider gerade dann sehr kalt, wenn die Wärme benötigt wird. Deshalb sind die erzielbaren Jahresarbeitszahlen kleiner als bei Erdreich-Wärmepumpen. Diese benutzen das Erdreich als Wärmequelle und nicht die Luft. In eng bebauten Gebieten ist bei Luft-Wasserpumpen auch an den Lärmschutz der Nachbarn zu denken. Das sorgt immer wieder für Ärger. In jedem Fall ist die wichtigste Voraussetzung für den Strom sparenden Einsatz von Wärmepumpen ein sehr gut wärmegedämmtes Gebäude, sonst kann es sehr teuer werden. Prüfen Sie, ob Heizung und/oder Warmwasserbereitung durch eine thermische Solaranlage unterstützt werden können und ob der Einsatz einer Erdreich-Wärmepumpe möglich ist. Alternative Wärmeerzeuger sind z.B. Gas- oder Ölbrennwertkessel oder Holzpelletkessel.
(siehe hierzu auch unseren großen „Vergleich Heizsysteme“ aus test 10/2010)

Michael Koswig: In gut gedämmten Häusern bietet die Wärmepumpe besondere Chancen, wenn Niedertemperaturheizsysteme wie Fußbodenheizungen betrieben werden können, oder auch Wandheizungen. Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen der Wärmequelle und dem Heizwasser ist, desto günstiger arbeitet die Anlage. Leider ist die Realität in vielen Gebäuden eine andere. Deshalb droht hier in der Tat, gerade an kalten Wintertagen, dass der Stromverbrauch stark ansteigt. Wer eine Wärmepumpe im unsanierten Altbau betreibt, kann also sehr böse Überraschungen erleben. Grundsätzlich ist es ohnehin bei der Investitionsentscheidung für oder gegen eine Wärmepumpe derzeit nur sehr schwer abzuschätzen, wie sich die künftigen Strompreise entwickeln werden. Insbesondere die Tatsache, dass der größte Strombedarf an kalten Wintertagen vorkommt, und an diesen Tagen möglicherweise der Strom in Zukunft relativ teuer sein könnte, lässt einen Rest Unsicherheit.

Dionysz: Lohnt sich für uns (2 Personen) im EFH ein Blockheizkraftwerk? Wir haben Wandheizung, Flüssiggas, ca. 6 qm Kollektoren, 800 l-Speicher. Ist ein BHKW mit Pellets zu betreiben? Wenn ja, spare ich dann bei Heizung oder bei Strom?

Peter Schick: Betreiber von Mikro-Blockheizkraftwerken erzeugen Wärme mit Gas oder Öl und verkaufen den damit gleichzeitig erzeugten Strom, sofern er nicht selbst gleich verbraucht wird. Es gibt erst wenige Mikro-BHKW am Markt, in Ihrer Situation (2 Personen, Flächenheizung und thermische Solaranlage) wird es sich vermutlich nicht schnell rechnen. Wir empfehlen Ihnen eine neutrale Energieberatung in Anspruch zu nehmen, z.B. über die Verbraucherzentrale. Lassen Sie dabei unter anderem auch die Wärmedämmung Ihres Einfamilienhauses überprüfen.

Moderator: Und noch eine aktuelle Frage:

C.Neumann: Lohnt es sich wirklich, sich als Eigenheimbesitzer Solarzellen (als Stromlieferant beziehungsweise auch zum Heizen) auf das Dach zu setzen? Wie ist das Preis-Leistungsverhältnis für einen 4-Personen-Haushalt?

Michael Koswig: Man muss hier unterscheiden zwischen Solarzellen für die Stromerzeugung (Photovoltaik-Anlagen) und andererseits Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Beides kann sinnvoll sein, Voraussetzung sind aber geeignete Dachflächen. Für die Solarkollektoren gibt es Fördermittel. Die Photovoltaik-Anlagen verdienen ihr Geld über die Einspeisevergütung. Insbesondere wenn ein Teil dieses Stroms selbst genutzt werden kann, sind die Anlagen oft noch finanziell attraktiv. Nachprüfen lässt sich dies mit unserem Solarrechner auf test.de. In jedem Fall sollte man gründlich die Preise vergleichen.

Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb

Moderator: Hier eine aktuelle Frage:

Urlaubsreif: Wie viel verbrauchen Ladegeräte, wenn sie ungenutzt in der Steckdose bleiben. Fällt das ins Gewicht?

Michael Koswig: Eine Abschätzung des Stromverbrauchs ist einfach möglich, indem man das Ladegerät anfasst. Je wärmer es ist, desto teurer wird es. Im Zweifelsfall sollte man derartige Geräte aus der Steckdose ziehen, wenn sie nicht genutzt werden.

Moderator: Und noch eine aktuelle Frage:

Urlaubsreif: Oft wird gefordert, dass man Fernseher, DVD-Recorder etc. ganz ausmacht, m. E. völlig unrealistisch (Knopf hinten, Timer usw.). Gibt es praktikablere Lösungen?

Peter Schick: Unsere Tests zeigen, dass der Stand-by-Verbrauch je nach Gerät sehr unterschiedlich sein kann. Das sollte man schon beim Kauf mitbeachten. Für hinten liegende Knöpfe gibt es eine einfache Lösung: Steckdosenleisten, an die man z.B. alle Geräte der Unterhaltungselektronik oder des Computers gemeinsam anschließen kann, und bei Abwesenheit mit einem Knopfdruck alle ausschalten kann.

Michael Koswig: Damit man das nicht vergisst, gibt es einen kleinen Trick: z.B. kann man an eine solche Steckdosenleiste auch eine Leuchte mit LED-Lampe mit nur 1 oder 2 Watt Verbrauch hängen, die einen mit Sicherheit daran erinnert, abends den Schalter der Leiste auszuschalten.

Lothar Beckmann: Zu Bedenken ist allerdings, dass Geräte, die vom Verbrauch her eingeschaltet bleiben müssen, z.B. DVD-Rekorder (für eine spätere Aufnahme) oder Fax-Geräte von dieser Steckdosenleiste getrennt angeschlossen werden müssen.

Peter Schick: In diesem Fall helfen nur Strom sparende Geräte. (siehe Klimaschutzinitiative)

Energiesparlampen

Moderator: Und eine aktuelle Nachfrage:

Herby298: Was halten Sie von LED-Beleuchtung zum Stromsparen?

Peter Schick: Viel. Bei unserem letzten Test („Sparlampen“ aus test 03/2011)gehörten LED-Lampen zu den Testsiegern. Allerdings gibt es hier noch größere Unterschiede in der erreichbaren Helligkeit. Auch das zeigen unsere Untersuchungen. Als Ersatz für die eher verschwenderischen Standard-Glühlampen gibt es mittlerweile drei verschiedene Lampentechniken auf dem Markt, die alle ihre speziellen Vor- und Nachteile haben. Die LED-Lampen beispielsweise sind oft sehr klein und designerisch ganz ansehnlich. Kompaktleuchtstofflampen erzeugen immer noch das preislich günstigste Licht für die allgemeine Raumausleuchtung. Die Halogenglühlampen haben eine hervorragende Farbwiedergabe, aber sollten wegen ihres höheren Stromverbrauchs nur punktuell eingesetzt werden.

Moderator: Und eine aktuelle Frage:

Prof. Dr. Scheimann: Ich habe in meinem ganzen Haus überall Energiesparbirnen installiert. Man hört ja aus den Medien schlechtes über Energiesparbirnen. Ist dies richtig?

Peter Schick: Ich kann Sie beruhigen, Energiesparlampen sind häufig besser als ihr Ruf. Allerdings gibt es natürlich wie bei jedem Produkt auch hier einzelne schlechtere. Das zeigen unsere Testergebnisse. Häufig wird in den Medien noch über Vorurteile aus früheren Jahrzehnten berichtet, die so schon längst nicht mehr stimmen, zum Beispiel zu kalte Lichtfarbe, nicht schaltfest und so weiter. In unseren Tests unterziehen wir die Lampen zahlreichen Prüfungen, unter anderem auch einer Umweltanalyse und harten Dauertests. Es gibt zahlreiche Energiesparlampen, die diese Tests gut überstehen und gut geeignet sind, die Glühlampe abzulösen. Da Sie diese energiesparenden Lampen schon im ganzen Haus einsetzen, gehören Sie eher schon zu den fortschrittlichen Lesern.

Garantiert „atomfreier“ Strom

NikolaF: Wie kann ich sicherstellen, dass ich einen Anbieter finde, der atomfreien Strom liefert? Zu welchen Angaben sind die Anbieter verpflichtet?

Michael Koswig: Die Stromherkunft muss auf der Rechnung deklariert werden. Aber unabhängig davon gilt: Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Wichtig ist, dass tatsächlich in neue Anlagen für umweltschonende Stromerzeugung investiert wird, damit die Energiewende schneller vorankommt. Dadurch wird mittelfristig der Kraftwerkspark verändert. Informationen dazu findet der Verbraucher in Form von Stromkennzeichnungen wie dem OK-Power-Label oder z.B. auch dem Grüner-Strom-Label. Ein weiteres Kriterium für die Auswahl eines Ökostromtarifs kann aber auch sein, wer diesen anbietet. Es gibt Angebote von Großkonzernen, die selbst auch Atomkraftwerke betreiben. Ob das zusammenpasst, muss jeder letztlich selbst entscheiden. Die großen Umweltverbände informieren auf ihrer Website: www.atomausstieg-selber-machen.de und empfehlen dort die unabhängigen Anbieter Greenpeace Energy, Naturstrom, Lichtblick und EWS Schönau.

Merkur: Wie schätzen Sie die Neutralität der Vergleichsportale ein?

Michael Koswig: Bei unserem letzten Test („Stromtarifrechner“ aus test 09/2008) haben mehrere Portale relativ nützliche Informationen geliefert, die bei einem Stromwechsel als Entscheidungsbasis dienen können. Allerdings raten wir, sich niemals nur auf ein Portal zu verlassen. Ziehen Sie am besten gleich mehrere zu Rate. Wichtig ist auch, sich nicht auf die Voreinstellungen zu verlassen, sondern gezielt nach Angeboten zu suchen, die den eigenen Interessen auch tatsächlich entsprechen. Also zum Beispiel keine Vorauskasse. Und ein zusätzliches wichtiges Kriterium kann auch die gute Erreichbarkeit des Anbieters sein – auch vor Ort in meiner Stadt.

Moderator: So, die Chat-Zeit ist auch schon fast um: Wollen sie noch ein kurzes Schlusswort an die User richten?

Lothar Beckmann: Bei aller Diskussion über den Wechsel des Stromanbieters sollte man auch die Umweltverträglichkeit nicht aus den Augen verlieren, also effiziente Geräte einsetzen und seine Verbrauchsgewohnheiten überprüfen.

Moderator: Das waren 60 Minuten test.de-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beantworten konnten. Vielen Dank auch an Lothar Beckmann, Michael Koswig und Peter Schick, dass Sie sich die Zeit für die User genommen haben. Das Transkript dieses Chats können Sie in Kürze auf test.de nachlesen. Das Chat-Team wünscht allen noch einen schönen Tag.

Aktueller Test: „Strom und Gas“ aus Finanztest 07/2011
Stromberatung: Welche Geräte wie viel Strom ziehen.
Anleitung: So klappt der Stromanbieterwechsel.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1120 Nutzer finden das hilfreich.