Chat Spar­lampen Meldung

So kompliziert war der Lampen­kauf noch nie: Zur Auswahl stehen Halogen-, LED- und Energie­spar­lampen. Welche Art spart die meiste Energie, welche spendet das angenehmste Licht? Alle Fragen dazu beant­worten die test-Experten Michael Koswig und Peter Schick im Chat auf test.de.

Farb­wieder­gabe und Helligkeit

Moderator: Hier im Chat begrüße ich jetzt die test-Experten Michael Koswig und Peter Schick. Wir freuen uns auf eine Stunde zum Thema Spar­lampen. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatte­rinnen und Chatter beant­worten. Herr Koswig, Herr Schick – sind Sie bereit?

Peter Schick: Ja, wir sind bereit!

Michael Koswig: Sehr gerne.

Moderator: Bereits im Vorfeld dieses Chats hatten Sie die Möglich­keit, Fragen einzureichen und darüber abzu­stimmen. Beginnen wir mit den populärsten Fragen:

Marcusbehrens: Gibt es eine LED-Lampe, die an die Licht­qualität einer Glühbirne oder besser eines Halogenstrahlers heran­kommt?

Peter Schick: Wenn mit Licht­qualität die Farb­wieder­gabe gemeint ist: Nein, nicht ganz. Weder LED- noch warmweiße Kompakt­leucht­stoff­lampen können in diesem Punkt mit Glüh­lampenlicht 100 Prozent mithalten.

Michael Koswig: Es gibt aber bereits Produkte, bei denen wir praktisch keinen sicht­baren Unterschied mehr fest­stellen. Sie erkennen dies an dem mindestens „guten“ Urteil beim Prüf­punkt Farb­wieder­gabe in unserer Testtabelle.

Käbdn: Gibt es eine Möglich­keit, die Helligkeiten zu vergleichen? Gerade bei LED-Lampen helfen die Watt-Angaben nicht, um abzu­schätzen, ob ich meine 20-Watt-Halo­genreflektorbirne oder meine 60-Watt-Glühbirne ersetzen kann. Ich denke, hier bräuchte es eine einheitliche Kenn­zeichnung.

Peter Schick: Sie können als Richt­schnur den Licht­strom verwenden, er wird auf allen Verpackungen in Lumen (lm) angegeben. Wenn Sie eine Ersatz­lampe suchen, wählen Sie eine Lampe mit mindestens demselben Licht­strom.

Ritzleo: Es werden oft in den Anfragen Lampen, Leuchten und Birnen verwechselt. Kann das klar­gestellt werden?

Peter Schick: „Lampen“ ist das Produkt, das das Licht abgibt, dafür wird im Volks­mund oft auch das Wort „Birne“ benutzt. Die Wissenschaftler und Licht­techniker vermeiden das aber :-) Die Leuchte beinhaltet die Lampe und setzt gestalterische Akzente mit Leuchtenschirm oder ähnlichem.

Manfred: Worauf ist zu achten, wenn Glüh­lampen durch Halogenlampen (E27) ersetzt werden? Ist die Hitze­abstrahlung nicht viel stärker, so dass die Leuchte beschädigt wird? Wir haben eine Decken­leuchte, auf der angegeben ist: max. 3 x 60 Watt (E27-Glhlampen). Können die Halogenbirnen hier verwendet werden? Die runde Leuchte hat eine Grund­platte aus Metall, auf der die Fassungen befestigt sind. Darunter ist – im Abstand von 2 cm (zur Wärmeabführung) – eine leicht gewölbte Glasplatte auf 3 Abstands­haltern.

Michael Koswig: Weil gleich helle Eco- oder Energiesaver-Halogen­lampen gegen­über normalen Halogen­lampen etwas spar­samer sind, entsteht auch etwas weniger Wärme. Wo normale Glüh­lampen im Einsatz sind, können Sie sie durch gleich helle Halogenglüh­lampen immer ersetzen.

Warmes oder kaltes Licht?

Dieter Floß: Kann man die Farb­wieder­gabequalität von LED-Licht wie bei anderen Lampen mit der Farb­wieder­gabestufe bzw. dem Ra-Wert beschreiben und – wenn ja – wie ist der aktuelle Stand, was ist heute erreich­bar? Geht das (notwendige) Streben nach guter Farb­wieder­gabe zu Lasten der Kosten?

Peter Schick: Die Farb­wieder­gabe von Lampen wird oft mit dem allgemeinen Farb­wieder­gabeindex Ra beschrieben. In der Licht­technik werden nach DIN-Norm 15 verschiedene spezielle Farb­wieder­gabe-Indizes ermittelt. Jeder gilt für eine ganz bestimmte einzelne Farbe. Ra ist der Durch­schnitt der ersten 8 und gar nicht so allgemein wie der Name klingt. Denn gesättigtes Rot ist beispiels­weise nicht enthalten. Aber gerade da haben viele warmweiße LED- und Kompakt­leucht­stoff­lampen eine Schwäche.

Michael Koswig: Wir bewerten die Farb­wieder­gabe anhand des Mittel­wertes aller 15 Indizes. Übrigens: Tages­licht und Glüh­lampenlicht bieten die beste Farb­wieder­gabe und sind Referenzmaß­stab für Lampen. Besonders gute Farb­wieder­gabe hatten wir bei früheren Unter­suchungen bei tages­licht­weißen Kompakt­leucht­stoff­lampen gemessen.

Peter Schick: Sie haben eine drei­stel­lige Farbkenn­zahl, die mit 9 beginnt. Die beiden anderen Ziffern kenn­zeichnen die Farb­temperatur, z.B. „965“ (6500 Kelvin). Eher für Arbeits­plätze zu empfehlen, weil sie wegen des hohen Blaulicht­anteils wachmachen. Warmweiße Lampen mit sehr guter Farb­wieder­gabe werden eine 927 tragen. Es gibt z.B. Leucht­stoff­röhren, die das schaffen.

Ritzleo: Warme Licht­farben erscheinen bei gleicher Licht­strom-Angabe viel heller als z.B. kalte Licht­farben ab 4000 Kelvin. Wie soll man sich da zurecht finden?

Peter Schick: In unseren Prüfungen konnten wir solche subjektiven Helligkeits­unterschiede bei gleicher Licht­strom­angabe nicht fest­stellen. Allerdings ist es richtig, dass der Licht­strom die persönlich empfundene Helligkeit nur ungefähr wieder­gibt. Wichtig sind außerdem Blendungs­effekte, z.B. bei punkt­förmigen Licht­quellen, wie klaren Halogen­lampen oder LED-Strah­lern.

Der Unterschied zwischen Licht­strom und Licht­stärke

Alf: Auf LED-Lampenpackungen steht oft nur eine cd-(candle)Angabe (z.B.190 cd). Wie kann man diese cd umrechnen bzw. mit Lumen und Glühbirne vergleichen?

Michael Koswig: Der Licht­strom ist das gesamte Licht, das die Lampe nach allen Seiten abgibt. Er wird in der Einheit Lumen (lm) gemessen. Die EU-Verordnung zu Haus­halts­lampen schreibt unter anderem vor, dass dieser Wert auf der Verpackung angegeben werden muss. Die Licht­stärke wird in Candela (cd) angegeben. Dies ist der Licht­strom pro Raumwinkel (Lumen pro Sterra­diant). Diese Größe ist vor allem für gerichtetes Licht interes­sant. Der Candela-Wert gibt die maximale Licht­stärke in Haupt­strahl­richtung an. Dabei wird zur Charakterisierung zur Licht­verteilung oft noch der sogenannte Halb­werts­winkel angegeben. Das ist der Winkel in Haupt­strahl­richtung, inner­halb dessen mindestens die Hälfte der maximalen Licht­stärke vorliegt.

Peter Schick: Im aktuellen Test waren allerdings nur Lampen vertreten, die allseitig Licht abstrahlen, also keine Spots oder Reflektor­lampen.

Michael Koswig: Deswegen haben wir uns hier auf die Messung der Licht­stärke beschränkt.

Ist die Ökobilanz wirk­lich so gut?

Homer: Ich besitze noch jede Menge Glühbirnen, sollte ich die auch aus ökologischer Sicht nicht erst aufbrauchen, bevor ich auf Energiespar­lampen umsteige?

Peter Schick: Der Umstieg auf Energiespar­lampen kann trotzdem erfolgen. Ihre alten Glüh­lampen können Sie an Stellen verwenden, wo sie nur selten und nicht lange Licht benötigen, z.B. in Abstell­räumen, Kellern etc.

Frag­einfachmalso: Mich würde interes­sieren, wie die gesamte Ökobilanz wirk­lich aussieht, nicht nur der Strom­verbrauch. Dazu gehört z.B. auch: Die aufwändigere Fertigung, die Gesund­heits- und Umwelt­belastung durch Queck­silber bei der Herstellung, Benut­zung und Entsorgung, die Entsorgung und Aufarbeitung des Elektronik-Schrotts.

GMeinauer: Unter Umwelt­aspekten: Wenn wir den Groß­teil des Stroms aus regenerativen Energien beziehen könnten, wären klassische Glühbirnen nicht umwelt­freundlicher, da schadstoff­ärmer?

Michael Koswig: Auch mit regenerativ erzeugtem Strom lassen sich intelligentere Dinge tun als eine strom­fressende Glüh­lampe zu betreiben und so indirekt auch im Sommer mit Strom zu heizen.

Peter Schick: Eine auszugs­weise Ökobilanz haben wir in unserer Test­tabelle im Prüf­punkt „Primär­energie­aufwand“ bewertet. Die Materialien der Lampe und die Entsorgung schlagen dabei nur zu einem ganz geringen Teil zu Buche, weil der Strom­verbrauch der Lampe im Betrieb den Haupt­einfluss hat (etwa 90–99 Prozent).

Michael Koswig: Im Ergebnis spricht alles für den Betrieb möglichst energieeffizienter Lampen, die mit einer geringen Watt­zahl viel Licht erzeugen.

Peter Schick: Unsere Testsieger halten z.B. mindestens sechs­mal länger als Glüh­lampen und verbrauchen nur etwa ein Fünftel des Stroms, deshalb sind sie in der Gesamt­bilanz der Glüh­lampe eindeutig über­legen.

Schad­stoffe in Energiespar­lampen

Stefan: Viele Stromspar­leuchten strömen ätzende Gase aus, die nicht nur einen unangenehm scharfen Geruch verbreiten, sondern nach kurzer Zeit die Augen und den Hals reizen. Wie entstehen die Gase? Sind die Aussagen – auch von test – richtig, dass die Gase ungefähr­lich sind? Kann man solche Leuchten umtauschen? Welche Leuchten gasen nicht?

Lohengrin: Können Energiespar­lampen in der Praxis tatsäch­lich krank machen oder trifft das nur auf unrealistische Labor­versuche zu?

Michael Koswig: Nach unseren bisherigen Unter­suchungen von einigen hundert Fabrikaten können wir die Befürchtung von ausströmenden ätzenden Gasen nicht bestätigen. Wir prüfen einer­seits die Gerüche, anderer­seits analysieren wir die leicht­flüchtigen Substanzen, die in die Raum­luft abge­geben werden.

Peter Schick: In wenigen Einzel­fällen stellten wir deutliche Geruchs­belästigung fest. In einem Fall, in test 4/2010 (Test „LED-, Halogen- Energiesparlampen“) auch erhöhte Konzentration leicht­flüchtiger Stoffe. Auch wenn dies bei normalem Lüftungs­verhalten keine Befürchtungen zu akuten Gesund­heits­gefähr­dungen gibt: Stinkende Lampen sind nicht zumut­bar. Der Händler sollte sie umtauschen. Weigert er sich, wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale.

Phonogen: Gibt es Energiespar­lampen ohne Queck­silber? Kann man solche Lampen sinn­voll recyceln? Laut einem Nürn­berger Entsorgungs­betrieb wird das Queck­silber­gas nur in Flaschen gefüllt und gelagert. Das Wieder­verwerten ist zu teuer, bzw. unmöglich. Warum sind „nackte“ Energiespar­lampen ohne Starter teurer als kombinierte? Ist der Wirkungs­grad von LED-Lampen besser als von Leucht­stoff­röhren?

Peter Schick: Es gibt keine Kompakt­leucht­stoff­lampen ohne Queck­silber, weil diese das Queck­silber­gas im Inneren zur effizienten Licht­erzeugung aus tech­nischen Gründen benötigen. Man kann diese queck­silber­haltigen Lampen auch recyclen, deshalb auf jeden Fall korrekt entsorgen. Auch das flüssige Queck­silber wird recycled. Der Wirkungs­grad von LED-Lampen ist inzwischen vergleich­bar zu Leucht­stoff­röhren. Diese gestreckten Röhren waren bei uns zwar noch nie im Test, weil sie häufiger im gewerb­lichen Bereich verwendet werden. Sie sind aber noch ein wenig effizienter, als die kleinen Kompakt­leucht­stoff­lampen.

Michael Koswig: Es gibt keinen Grund auf Leucht­stoff­röhren zu verzichten.

Bello: Wie sind eigentlich Lampen mit Leucht­stoff­röhren einzuordnen (z.B. 1,20 m lang)? Sind die auch energiesparend?

Michael Koswig: Sie sind sehr energiesparend, besonders die neuen mit elektronischem Vorschalt­gerät. Im Fach­handel sind oben­drein Leucht­stoff­lampen erhältlich, die auch eine sehr gute Farb­wieder­gabe gewähr­leisten.

Wenn die Spar­lampe kaputt­geht...

Randy: Wie ist die Entsorgung geregelt? Mein Baumarkt nimmt Energiespar­lampen nur ausnahms­weise entgegen.

Michael Koswig: Derzeit ist die Entsorgung noch unzu­reichend geregelt. Auf den Lampen gibt es zwar kleine Hinweisschild­chen, die zeigen sollen, dass die Lampen nicht in den Hausmüll entsorgt werden sollen, aber diese Hinweise sind viel zu zaghaft. Es ist deshalb kein Wunder, dass bislang die über­wiegende Anzahl der zu entsorgenden Energiespar­lampen nicht recycled wird. Auch die Tatsache, dass bislang über­wiegend nur kommunale Problem­stoff­sammelstellen die alten Lampen annehmen, ist unbe­friedigend. Hier müsste der Handel viel stärker aktiv werden.

MichaelaHB: Welche Gefahr besteht, wenn Energiesparlampen zerbrechen?

Michael Koswig: Auf jeden Fall sollte man nicht in Panik geraten, bei vielen Lampen geht nur die äußere Hülle kaputt und Queck­silber kann nicht in die Raum­luft gelangen. Im übrigen sollte man sich klarmachen, dass der Queck­silber­gehalt in den Kompakt­leucht­stoff­lampen sehr gering ist. Es handelt sich um zwei Tausendstel Gramm. Einen guten Schutz bietet die Verwendung von Lampen, in denen das Queck­silber in Form von festem Amalgam einge­setzt wird.

Peter Schick: Im Falle eines Bruches verdunstet es aus dem Amalgam fast gar nicht und kann bedenkenlos mit dem Staubsauger aufgesaugt werden, danach aber bitte den Staubsaugerbeutel gleich entsorgen.

Michael Koswig: Vorsichts­halber sollte man im Falle eines Bruches zunächst Fenster öffnen und den Raum für eine Viertel­stunde verlassen. Danach kommt es darauf an, alle Bruch­stücke sorgfältig zusammen­zukehren und außer­halb des Hauses zu entsorgen. Anschließend den betroffenen Bereich gründlich mit dem Staubsauger reinigen. Danach kann das Zimmer bedenkenlos weiter benutzt werden.

Wunder­wasser: Einsatz­ort Kinder­zimmer: Kinder im Grund­schul­alter und im Kinder­garten­alter gehen mit Haaren oder Gesicht/Augen schon mal dichter an die Leucht­quelle als gewünscht. Auch verlassen sie den Raum und vergessen, das „kleine Licht“ auszuschalten. Welches Leucht­mittel (LED-/Halogen-/Energiespar­lampe) ist bei Nacht­tisch- und Schreib­tisch­lampen für Kinder am sichersten?

Peter Schick: Bei Kompakt­leucht­stoff­lampen sollte man darauf achten, dass Modelle mit Hüll­kolben und Splitter­schutz­folie gewählt werden. Das ist ein Kunststoff­über­zug, der noch mal über dem birnenförmigen Kolben liegt und die Bruch­stücke im Fall eines Schadens zusammenhält.
Bei LED-Leucht­mitteln ist im Kinder­zimmer darauf zu achten, dass möglichst keine Lampen gewählt werden, wo man direkt in die einzelnen LEDs schauen kann und dadurch geblendet wird. Es gibt LED-Lampen mit davor­liegenden matten Hüllen, die das Licht streuen.

Energiespar­lampen für draußen

Wollev: Guten Tag, ich suche für die Außenbe­leuchtung mit Bewegungs­melder Spar­lampen. Normale Spar­lampen verlieren schon nach kurzer Zeit ihre Helligkeit. Welche Art setzt man am besten ein?

P3452: Gibt es Sparbirnen, die nicht im Laufe der Zeit an Helligkeit verlieren?

Peter Schick: Für die Außenbe­leuchtung sind besonders LED-Lampen geeignet, weil diese bei tiefen Temperaturen noch effizienter sind und immer sofort die volle Helligkeit liefern.

Michael Koswig: Hingegen sind manche Kompakt­leucht­stoff­lampen bei Minusgraden etwas sensibel: Sie büßen dann einen großen Teil ihrer Leucht­kraft ein. Alle Lampen verlieren im Laufe ihres Lebens an Helligkeit, auch Glüh­lampen und LED-Lampen. Bekannt ist das häufig jedoch nur von Kompakt­leucht­stoff­lampen. Aus diesem Grunde bewerten wir in unseren Tests die sogenannte Nutz­lebens­dauer und messen bei allen Lampen, wie lange es dauert, bis sie nur noch 80 Prozent des deklarierten Licht­stroms liefern. Unsere Tests zeigen, dass es hier große Unterschiede gibt. „Gute“ Lampen müssen bei unserem Dauer­test 6000 Brenn­stunden über­stehen und das schaffen sie auch.

Energiespar­lampen für drinnen

Melanie aus Wesel: Hallo, gibt es eine Energiespar­lampe, die sofort volle Licht­leistung bringt? Selbst nach 30 Minuten bin ich der Meinung, wir verfügen nur über ein Kuschel-Licht.

Johannes_G.: Brauchen alle Sparbirnen eine Anlauf­zeit, bis sie ihre maximale Leucht­kraft erreichen?

Michael Koswig: Wenn die Lampe auch nach 30 Minuten noch nicht hell genug ist, sollte man über eine höhere Wattage nach­denken. Die vorhandene Lampe ist vermutlich einfach zu dunkel gewählt. Energiespar­lampen, deren Elektroden nicht vorgeheizt werden und die mit flüssigem Queck­silber betrieben werden, bringen relativ schnell die volle Licht­leistung, haben aber andere Nachteile: Sie sind nicht so schalt­fest und im Falle eines Bruches hat man mehr Aufwand, das Queck­silber zu beseitigen.

Peter Schick: Die LED-Lampen brauchen keine Anlauf­zeit, sie sind sofort hell. Alle Kompakt­leucht­stoff­lampen brauchen immer etwas Zeit, bis sich der Queck­silber­dampf im Inneren des Kolbens verteilt hat und die Lampe gleich­mäßig voll zum Leuchten bringt. Auch die lang­samsten Lampen erreichten in unserem Test die volle Helligkeit nach guten zwei Minuten.

Die glühbirne: Gibt es Spar­lampen zum Dimmen und lohnt sich deren Anschaffung?

Michael Koswig: Die Frage, ob sich die Anschaffung lohnt, darf nicht nur in finanzieller Hinsicht beant­wortet werden, denn eine dimm­bare Lampe kann ja z. B. auch für Gemütlich­keit sorgen und das ist möglicher­weise mehr wert. Im übrigen zeigt unser Test, dass die beste Lampe schon für 10 Euro erhältlich ist.

Moderator: Hier eine Nach­frage zu Anwendungs­gebieten:

HT: Welche Lampen eignen sich für Küchen, Kinder­zimmer und Hobby­raum?

Michael Koswig: Zur Grund­beleuchtung in all diesen Räumen eignen sich vor allem die Kompakt­leucht­stoff­lampen. Sie sind besonders kostengünstig im Betrieb. Ergänzend kann man einzelne Bereiche in den Zimmern gezielt mit anderen Lampen ausleuchten. Zum Beispiel am Esstisch mit Halogen­lampen, unter denen die Farben der Lebens­mittel besonders gut zur Geltung kommen. Prima geeignet sind auch LED-Spots, mit denen sich einzelne Gegen­stände oder auch Raum­bereiche, z.B. die Leseecke, geschickt beleuchten lassen. Auch farbige Lichtakzente, die architekto­nisch reizvoll sein können, lassen sich mit LED-Spots erzielen. Angeboten werden zum Beispiel LED-Spots mit farbigem Licht, z.B. ein roter Spot an einer sonst weißen Zimmerwand kann sehr interes­sant wirken.

No-Name-Produkt oder Markenware?

Mojo1: Sind teure Energiesparlampen in der Praxis tatsäch­lich besser bzw. lang­lebiger als Discounter­angebote?

Peter Schick: Wir stellen in unseren Tests immer wieder fest, dass Markenware tendenziell besser abschneidet als Billigware. Vor allem bei der lang­fristigen Helligkeit und der Halt­barkeit messen wir oft Unterschiede zugunsten der Markenware.

Michael Koswig: Allerdings zeigt unser Test auch, dass es preis­werte Produkte geben kann, die nicht von den großen Markt­führern angeboten werden, z.B. hat die güns­tige Conrad-Energiespar­lampe für 6,95 Euro ein „gutes“ Qualitäts­urteil erzielt.

Ksm: Welche Lampe eignet sich am besten für einen PC-Arbeits­platz (Grafik-, Foto-, Bild­bearbeitung)?

Peter Schick: Für Arbeits­plätze generell sind tages­licht­weiße Kompakt­leucht­stoff­lampen sehr gut geeignet, in früheren Unter­suchungen hatten wir sehr gute Farb­wieder­gabeeigenschaften gemessen. Außerdem machen diese Lampen wegen ihres hohen Blaulicht­anteils wach und aufmerk­sam. Diese Eigenschaft ist bei warmweißen Lampen so nicht vorhanden, deshalb kann man die warmweißen vorteilhaft aber auch an anderen Stellen in der Wohnung einstellen, wie beispiels­weise in Nacht­tisch­lampen.

Halt­barkeit der Lampen

Monika1: Sollte man Energiespar­lampen lieber mal brennen lassen als sie häufig an und auszuschalten? Gibt es eine Faust­regel, bis wann sich das Anlassen lohnt?

Michael Koswig: Es spricht über­haupt nichts dagegen, die Lampen auszuschalten. Bei unseren Tests haben wir fest­gestellt, dass die guten Lampen 90.000-maliges Ein- und Ausschalten gut über­stehen.

Peter Schick: Beim Kauf kann man auch gezielt auf der Verpackung nach schalt­festen Lampen suchen. Häufig ist ein entsprechendes Symbol angegeben und die Zahl möglicher Schaltungen genannt.

Michael Koswig: Für Energiesparer kann die Kombination mit einem Bewegungs­melder interes­sant sein.

AgaKo: Nach­frage zu Monika: Aber lässt nicht gerade bei häufigem An- und Ausschalten die Helligkeit ab?

Peter Schick: Die Helligkeits­abnahme hängt von der absoluten Brenn­dauer ab, nicht von der Häufig­keit des Ein- und Ausschaltens.

Homer: Ich halte Energiespar­lampen immer noch für zu teuer. Erwarten Sie in der nächsten Zeit einen Preisrück­gang?

Peter Schick: Kompakt­leucht­stoff­lampen sind bereits heute, wenn man Kauf- und Strom­kosten zusammenzählt, die deutlich preisgüns­tigste Art der Beleuchtung. Wenn LED-Lampen etwa so lange halten, wie sie häufig deklariert werden (etwa 20.000 Stunden), dann sind auch sie trotz heute hoher Kauf­kosten im Vergleich zu Glüh­lampen rentabel.

Michael Koswig: Erfreulicher­weise beob­achten wir allerdings bei den LED-Lampen, dass die Preise sehr schnell sinken und neue effiziente Modelle auf den Markt drängen. Unser Testsieger, die Toshiba E-Core LED-Lampe, kostet z.B. derzeit fünf­zehn Euro, das wäre vor einem Jahr noch undenk­bar gewesen.

Moderator: Das waren 60 Minuten Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen interes­santen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beant­worten konnten. Vielen Dank auch an Michael Koswig und Peter Schick, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Das Tran­skript dieses Chats können Sie in Kürze auf test.de nach­lesen. Das Chat-Team wünscht Ihnen einen schönen Tag.
Test:Energie sparende Lampen

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