Chat Riester-Rente Meldung

Riestern und ein Polster fürs Alter anlegen. Dank staatlicher Förderung ist das eine lohnende Alters­vorsorge. Inzwischen gibt es so viele Riester-Angebote, dass es schwer fällt, die richtige Variante auszuwählen. Die Finanztest-Experten Susanne Meunier und Martin Schulz beant­worten alle Fragen zur Riester-Rente.

Alle fünf Riester-Varianten sind getestet

Moderator: So, es ist jetzt 13 Uhr. Liebe Chat-User, wir freuen uns, dass die Finanztest-Experten Susanne Meunier und Martin Schulz jetzt bei uns sind. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatte­rinnen und Chatter beant­worten. Gleich die erste Frage an unsere Gäste: Wie sieht es aus, wollen wir starten?

Susanne Meunier und Martin Schulz: Ja!

Moderator: Damit unsere Nutzer alle auf einem Stand sind: Was haben Sie getestet und was waren die zentralen Ergeb­nisse?

Susanne Meunier: Wir haben uns in den letzten Wochen und Monaten sämtliche Riester-Angebote angeschaut. Es gibt fünf verschiedene Arten. Die Riester-Banksparpläne, Riester-Fonds­sparpläne, Riester-Renten­versicherungen als klassisches und als Fonds­produkt, die Riester-Bauspar­verträge und die Riester-Darlehen. Alle auf einen Blick finden Interes­senten in unserem neuen Finanztest-Spezial „Riester-Rente“. Es ist am Kiosk für 7,80 Euro erhältlich oder über das Internet bestell­bar.

René K.: Welche Varianten der Riester-Versicherungen gibt es (Fonds, klassisch) und welche sind empfehlens­wert – gerade angesichts der zahlreichen Banken- und Finanzmarkt­krisen?

Susanne Meunier: Da verweise ich auf die Einführungs­darstellung. Bei den Riester-Renten­versicherungen unterscheiden wir die klassische Variante mit einer garan­tierten Verzinsung des Spar-Anteils. Hier fließt das Kundengeld vor allem in fest­verzins­liche Wert­papiere und eine Mindest­rente auf Basis des Garan­tiezinses wird von Beginn an zugesagt. Die andere Variante ist die Riester-Fondspolice, auch fonds­gebundene Riester-Renten­versicherung genannt, der Anbieter muss hier nur die gesetzliche Mindest­garantie einhalten. Die beläuft sich auf den Erhalt der Einzahlung einschließ­lich der Zulagen zu Renten­beginn. Alles andere hängt vom Kapitalmarkt ab und natürlich den Kosten. Das Kundengeld fließt in Investmentfonds. Weil die Mehr­zahl der Fonds­policen zu teuer ist und die angebotene Fonds­auswahl zu mäßig, empfehlen wir Fonds­interes­sierten auf den Riester-Fondssparplan auszuweichen oder eine der ganz wenigen empfohlenen Fonds­policen heraus­zupicken. Alle anderen, die bewusst die Renten­versicherung als Produkt aussuchen, sollten eine kostengüns­tige klassische Variante wählen.

KOBW: Was ist der Unterschied zwischen Riester-Rente und Riester-Alters­vorsorge?

Martin Schulz: Die Riester-Rente wurde einge­führt als private Alters­vorsorge. Daher dient sie auch als Alters­vorsorge und ist wesentlicher Bestand­teil der künftigen Rente.

Riester für die eigene Immobilie

Lars: Was bedeutet Wohn-Riester? Spart man da auf eine Immobilie?

Susanne Meunier: Die Riester-Förderung kann auch für die Finanzierung einer selbst­genutzten Immobilie verwendet werden. Zu unterscheiden ist zwischen Sparern, die erst in absehbarer Zeit eine Immobilie kaufen wollen und dafür einen Riester-Bausparvertrag abschließen, und denjenigen, die jetzt unmittel­bar finanzieren. Und zur Finanzierung auch ein Riester-Darlehen einsetzen.

Mika: Wie viel muss ich bei einem Wohn-Riester-Vertrag jähr­lich mindestens einzahlen?

Susanne Meunier: Der Mindesteigen­anteil, um die komplette Riester-Förderung auszunutzen, beläuft sich auf vier Prozent des Vorjahres­brutto­einkommens abzüglich der staatlichen Zulagen aber höchs­tens 2.100 Euro pro Jahr. Wer sehr wenig verdient, muss auch etwas einzahlen aber nur mindestens 60 Euro im Jahr. Die Förderung unterscheidet sich nicht von der Förderung in allen anderen Riester-Verträgen. Es gibt 154 Euro Grund­zulage und für jedes kinder­geldberechtigte Kind bekommt ein Eltern­teil bis zu 185 Euro für vor 2008 geborene Kinder und für ab 2008 geborene Kinder bis zu 300 Euro Kinder­zulage. Außerdem kann der Eigen­anteil von der Steuer abge­setzt werden.

Riestern kann jeder, der gesetzlich renten­versichert ist

Henriette95: In welchem Alter ist es sinn­voll, einen Riester-Vertrag abzu­schließen? Schon wenn man während des Studiums einige Neben­jobs hat, mit denen man mehr verdient als man zum Leben braucht?

Martin Schulz: Die Riester-Rente ist eine kapitalge­deckte Alters­vorsorge. Der Aufbau des Kapitals benötigt viel Zeit, daher ist es wichtig früh­zeitig anzu­fangen. Wer bis zu seinem 25. Lebens­jahr abschließt, bekommt einmalig eine Extra-Zulage in Höhe von 200 Euro. Bei Studenten ist allerdings darauf zu achten, ob sie über­haupt förderberechtigt sind. Förderberechtigt ist jeder, der beispiels­weise gesetzlich renten­versichert ist, dafür reicht ein Tag pro Jahr. Das lässt sich also auch mit einem Studentenjob verwirk­lichen.

H. M.: Ist es sinn­voll, die private Renten­versicherung aufzulösen und statt­dessen zu riestern?

Martin Schulz: Eine private Rentenversicherung aufzulösen ist nicht sinn­voll. Sinn­voll wäre höchs­tens, die private Renten­versicherung beitrags­frei zu stellen und die Riester-Rente zu beginnen.

Hummel2: Über­all wo Fonds dran steht bin ich vorsichtig geworden (siehe Finanz­krise). Wie beur­teilen Sie das Riester-Fonds­sparen?

Susanne Meunier: Generell für junge Leute geeignet, sagen wir bis Ende 30. Sie haben noch viel Zeit bis zum Ruhe­stand und können so das Auf und Ab der Börsen verkraften. Lang­fristig ist die Ertrags­chance höher, viel höher als bei Fest­zins­sparen. Aber man sollte darauf achten, dass man wirk­lich einen Riester-Fondssparplan abschließt oder eine sehr gute Riester-Fondspolice, weil es auch viele Riester-Fonds­policen gibt, zu denen wir nicht raten würden. Nicht dass hier Geld verloren würde, aber man kann es doch sehr viel besser anlegen.

Moderator: Hier eine aktuelle Nach­frage zum Wohn­riestern

Von der klassischen Riester-Rente zu Wohn-Riester wechseln

Conrad: Wohn­riester: Ich hatte zunächst einen Fonds zur Riesterrente abge­schlossen. Nun habe ich nach dem Vergleich von test im März eine Wohn­riester als Kombikredit abge­schlossen (Hausbau). Was soll ich mit dem Fonds machen?

Susanne Meunier: Sie zahlen in den alten Vertrag einfach nicht ein und nutzen Ihren neuen Vertrag. Sobald Sie in die Finanzierung ihrer Immobilie faktisch hinein­gehen, sollten Sie über­legen, ob Sie nicht auch das im alten Riester-Vertrag vorhandene Kapital durch Entnahme mitnutzen. Sind die Börsen­kurse in dem Moment ihrer Finanzierung allerdings im Keller, ist es besser, das Geld im Vertrag zu belassen. Denn sonst über­tragen Sie es möglicher­weise mit Verlust. Nur wenn es drinbleibt, gilt die Riester-Garantie, dass nichts verloren geht, weiter.

Inge: Welchen Vorteil hat ein Riester-Bauspar­vertrag gegen­über zwei getrennten Verträgen, also z.B. Riester-Fonds­sparplan und extra Bauspar­vertrag?

Susanne Meunier: Ein Riester-Bausparvertrag ist für Sie nur sinn­voll, wenn Sie wirk­lich ein Haus kaufen oder eine Wohnung finanzieren wollen. Dann aber sollten Sie auch die komplette Förderung dafür pro Jahr benutzen. Sobald Sie Ihre Pläne ändern, lohnt sich ein anderer Riester-Vertrag mehr.

Riester-Geld ist auch bei Tod nicht verloren

Thilly: Was geschieht mit meinem Geld bei Eintritt des Todes vor Auszahlung der Riesterrente bzw. nach Eintritt der Riesterrente?

Martin Schulz: Das Geld ist nicht weg. In unserem Test zur klassischen Riester-Rente haben wir die Todes­fall­ver­einbarung untersucht. Dass angesparte Kapital wird also im Todes­fall ausgezahlt. In der Anspar­phase ist das Riester-Geld in keinem Vertrag verloren. Bei Ehepart­nern kann der Hinterbliebene das Angesparte auf einen eigenen Riester-Vertrag über­tragen lassen, wenn sein Partner stirbt. Hat er keinen solchen Vertrag, kann er extra zu diesem Zweck einen beginnen. Andere Erben müssen die Förderung zurück­zahlen, können aber das Kapital erben.

Mitz: Ist eine Riester-Vorsorge auf für Selbst­ständige sinn­voll? Wenn ja, welche Form? Vielen Dank.

Susanne Meunier: Selbst­ständige können „riestern“, wenn Sie pflicht­versichert in der gesetzlichen Renten­versicherung sind, z.B. über die Künst­lersozialkasse. Es gibt auch bestimmte Berufe von Selbst­ständigen, wo eine Renten­versicherungs­pflicht besteht (z.B. Heb­ammen, Lehrer, Dozenten...). Ist jemand nicht selbst auf diese Weise renten­versicherungs­pflichtig, kann er nur riestern, wenn er mit jemandem verheiratet ist, der förderfähig ist und auch einen Riester­vertrag hat. Sein Partner ist dann mittel­bar förderberechtigt.

Chrishag: Ich finde Bank­sparpläne sympathisch, auch wegen der wegfallenden Abschluss­provisionen. Jetzt hat eine Finanzmak­lerin behauptet, dass die Provisionen auch bei Bank­sparplänen anfallen würden, nur eben am Ende, wenn der Sparplan umge­wandelt wird in eine Renten­versicherung. Stimmt das? Dann könnte ich auch gleich eine Versicherung wählen.

Susanne Meunier: Hier wird viel geredet. Wir sind immer wieder erstaunt, welche Argumente uns zugetragen werden. Ab dem 85. Lebens­jahr des Riester-Sparers ist tatsäch­lich eine Renten­versicherung mit lebens­langer Rentenzahlung vom Gesetz­geber vorgeschrieben. Die Bank kann also nur bis 85 auszahlen und muss einen Teil des Geldes aufbewahren bzw. an einen Versicherer geben, der dann die Rest­verrentung über­nimmt. Diese Produkte sind teil­weise schon vorhanden, teil­weise werden sie erst entwickelt. Ob und in welcher Höhe hier Provisionen fließen, hängt von den Vereinbarungen ab, die die Banken oder Fonds­gesell­schaften mit den jeweiligen Versicherern haben. Es ist auf jeden Fall sinn­voll, da einen Blick zu werfen, aber dieser Auto­matismus existiert nicht.

Riester-Verträge sind flexibel

T. T. : Kann man seine Beitrags­zahlungen unter­brechen? Was muss dabei beachtet werden?

Martin Schulz: Grund­sätzlich ist der Riester-Vertrag oder alle Riester-Verträge so ausgelegt, dass er flexibel auf jede Lebens­situation einge­stellt werden kann. Höhere Einkommen wie nied­rigere Einkommen führen zu unterschiedlichen Beitrags­zahlungen. Auch zwischen­zeitliches Aussetzen der Beiträge muss daher gewähr­leistet sein. Bei einzelnen Verträgen fallen jedoch zusätzliche Kosten an oder bestimmte Kosten wurden zuviel berechnet, die jedoch nicht mehr zurück­erstattet werden. Das wäre ein Nachteil der Flexibilität.

Heide­holsteins: Wie sinn­voll ist es, einen Riester-Vertrag zu kündigen und das Kapital zu über­tragen? Welche Kosten dürfen dabei entstehen?

Susanne Meunier: Die Über­tragung von angespartem Kapital vom einen in den anderen Riester-Vertrag ist häufig nicht zu empfehlen, weil anfäng­liche Kosten nicht erstattet werden und die Garantie, dass alles einge­zahlte einschließ­lich Zulagen mindestens zu Renten­beginn vorhanden sein muss, für eine Entnahme nicht mehr gilt. Verluste sind vor allen Dingen bei Renten­versicherungen durch die anfäng­lichen Abschluss­kosten möglich. Also Verluste durch Wechsel. Bei Fondssparplänen empfiehlt sich ein Ausstieg nicht, wenn die Kurse im Keller sind.

60 Euro müssen mindestens einge­zahlt werden

Marie: Lohnt es sich auch, wenn man arbeitslos ist? Wie viel muss man dann zahlen?

Martin Schulz: Um den Riester-Vertrag aufrecht zu erhalten, muss der Mindest­beitrag von 60 Euro einge­zahlt werden. Damit ist sicher­gestellt, die Zulage zu erhalten und den Vertrag auch weiterhin zu besparen.

Magnum: Es wird oftmals von sehr hohen und intrans­parenten Kosten bei Riester-Produkten gewarnt. Betrifft dies alle von Ihnen genannten Formen der Riester-Rente oder gibt es Unterschiede zwischen Versicherungen, Bank­spar- und Fonds­sparplänen?

Martin Schulz: Bei unseren Tests hat sich heraus­gestellt, dass Versicherung die teuerste Produkt­variante ist. Davon kristallisierten sich die Fondspolicen als sehr kosten­intensiv heraus. Güns­tige Produkte kann man hier nur bei den sogenannten Direkt­versicherern über das Internet oder Telefon ergattern.

Wer weiß schon was im Alter ist?

Moderator: Im Vorfeld des Chats hatten die Userinnen und User bereits die Möglich­keit, Fragen zu stellen und Fragen zu bewerten. Hier kommt die TOP 1 Frage aus dem Pre-Chat:

Rtc: Der Staat holt sich doch sowieso die komplette Förderung durch Anrechnung auf die Grund­sicherung (bei Gering­verdienern) und die Besteuerung im Alter (bei den übrigen) wieder zurück! Wie soll sich Riester da lohnen, außer für die Finanz­industrie?

Susanne Meunier: Die Grund­sicherung im Alter ist praktisch Hartz IV für Rentner. Hartz IV bekommen Menschen, die von ihrem eigenen Vermögen oder anderen Einkünften nicht oder nicht ausreichend leben können. Entweder komplett oder ergänzend. Es wird aber bis auf ein geringes Schon­vermögen zuvor alles ange­rechnet was an Einkünften und Vermögen vorhanden ist. Das gilt dann im Renten­alter natürlich auch für eine ausgezahlte Riester-Rente. Menschen, die über Jahr­zehnte sehr wenig verdienen oder sehr lange arbeitslos sind, bei denen könnte es sein, dass sie im Alter auf die Grund­sicherung angewiesen sein werden. Bei ihnen, wie bei jedem, würde eine solche Riester-Rente natürlich entsprechend ange­rechnet. Aber wer weiß heute, ob er immer so schlecht da steht. Wer weiß heute, ob er nicht im Alter durch einen Partner abge­sichert wäre oder zumindest soweit abge­sichert dass er keinen Anspruch auf Grund­sicherung hätte. Dann würde er sich sicher über die Riester-Rente freuen und wer weiß sicher, ob es in 20 bis 30 Jahren die Grund­sicherung in der heutigen Form über­haupt noch gibt?

Heathrow: Ich habe gehört, dass auf die Riester-Rente gegebenenfalls auch Sozial­versicherungs­beiträge gezahlt werden müssen – wie verhält es sich damit?

Susanne Meunier: Die Mehr­zahl der gesetzlich Kranken­versicherten wird im Alter nach heutigem Stand keine Sozial­abgaben zahlen müssen. Denn fast jeder wird Mitglied in der KvdR (Kranken­versicherung der Rentner) sein. Bei ihnen ist beitrags­pflichtig nur die gesetzliche Rente und die Betriebs­rente. Es gibt allerdings einige wenige freiwil­lig versicherte Rentner. Sie zahlen auf alle Einkunfts­arten Beitrag – dann auch auf eine Riester-Rente.

Die Riester-Rente wird frühesten mit 60 Jahren ausgezahlt

Tes: Wann kann man bei einer Berufs­unfähigkeit frühestens seine Riester-Rente in Anspruch nehmen?

Susanne Meunier: Eine Riester-Rente kann frühestens ab 60 Jahren ausgezahlt werden. Es ist allerdings möglich, über eine Riester-Renten­versicherung einen Beitrags­anteil von üblicher­weise maximal 15 Prozent in einen Zusatz­schutz für den Fall von Berufs­unfähigkeit zu stecken. Inner­halb einer solchen Produkt­konzeption kann die Riester-Rente auch schon bei Berufsunfähigkeit fließen. Da der Beitrags­anteil so gering ist, wird die Absicherung allerdings entsprechend klein sein.

Dottore: Ist eine zusätzliche Riester-Vorsorge auch für Beamte sinn­voll und möglich?

Susanne Meunier: Beamte können auch riestern – sie sind förderberechtigt. Im Schnitt ist ihre Versorgung im Alter besser als die von gesetzlich Renten­versicherten. Aber auch bei der Beamten­versorgung gibt es Kürzungen. Außerdem ist nicht jeder über seine gesamte Lebens­arbeits­zeit hinweg Beamter gewesen und es gibt auch Beamte, die gar nicht viel verdienen. Sie benötigen eine zusätzliche Absicherung und Riester bietet sich dafür an.

Riestern in Eltern­zeit

Charly: Wie berechnet sich der Riest­ersparbeitrag, wenn man in Eltern­zeit ist? Vier Prozent wovon? Was sind die Auswirkungen, wenn man nur den Mindest­beitrag von 60 Euro spart? Ist das nicht ohnehin die dauer­haft beste Lösung, wenn man nur die Zulagen haben will?

Susanne Meunier: Wer ein Kind bekommt und eine gewisse Zeit lang weniger verdient oder gar nichts, darf nicht vergessen: Maßgeblich für die Berechnung des Mindest­beitrages ist das Vorjahres­brutto­einkommen. Um die volle Förderung zu bekommen, muss man sich möglicher­weise in dem einen Jahr, in dem man wenig Geld hat, ganz schön stre­cken. Dafür zählt in dem Jahr, in dem man wieder arbeitet, umge­kehrt wieder das vorhergehende mit und es muss weniger einge­zahlt werden, um die volle Förderung zu bekommen. So kann es sein, dass die Rechnung nicht aufgeht, in der Eltern­zeit, zumindest im ersten Jahr, nur 60 Euro einzuzahlen, weil Ihnen dann wahr­scheinlich ein größerer Anteil der ihnen zustehenden Zulagen durch die Lappen geht. Dauer­haft 60 Euro ist zu wenig, wenn man mehr verdient – im Übrigen wird ihre Rente dann auch nicht so üppig ausfallen.

Fonds­sparplan kann hohen Aktien­anteil haben

Rumpel­stilz­chen: Frage konkret zu Fondssparen von Union Investment Uni Profi Rente: diese habe ich (41 Jahre) vor ca. fünf Jahren abge­schlossen mit bisher nur mäßigem Erfolg, hohen Kosten, jedoch von Stiftung Warentest seiner­zeit empfohlen. Ist der Fonds immer noch erste Wahl für mich oder wäre es evtl. empfehlens­wert zu wechseln? Danke!

Martin Schulz: Die Uni Profi Rente bietet die Möglich­keit für eine hohe Aktienquote. Die Rendite­chance ist da und sie ist auch trans­parent. Gegen­über Versicherungen ist dies ein Vorteil. Bei Versicherungen ist dies nicht trans­parent – auch der Umschicht­mecha­nismus ist bei Versicherungs­produkten intrans­parent. Kurs­stürze können durch diese Umschicht­mecha­nismen vermieden werden. Trotzdem ist es wichtig, hohe Aktienquoten anzu­streben, um Rendite­chancen wahr­zunehmen. Dies bietet die Uni Profi Rente. Sie sind mit 36 Jahren einge­stiegen und haben noch viel Zeit bis zum Ruhe­stand.

Magnum: Bekommt man die Riester-Zulagen auto­matisch auf den Vertrag gutgeschrieben?

Susanne Meunier: Der Anbieter legt Ihnen einen Dauer­zulagen­antrag vor, den Sie ausfüllen und an den Anbieter zurück­schi­cken müssen. Ihr Unternehmen reicht diesen Antrag dann an die Zulagen­stelle weiter. Nur wenn Sie den Antrag wirk­lich ausgefüllt zurück­geschickt haben, bekommen Sie später die Zulagen. Viele Sparer – das wissen wir – lassen sich die Zulagen entgehen, aus welchem Grund auch immer. Natürlich ist hier auch der Anbieter gefragt, der Aufklärung schaffen sollte.

Moderator: So, die Chat-Zeit ist auch schon fast um: Wollen sie noch ein kurzes Schluss­wort an die User richten?

Susanne Meunier und Martin Schulz: Wir bedanken uns für Ihr Interesse und Ihre anregenden Fragen.

Moderator: Das waren 60 Minuten test.de-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen – die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beant­worten konnten. Vielen Dank auch an Susanne Meunier und Martin Schulz für die kompetenten Antworten.

Alle Riester-Sparformen im Vergleich

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