Chat Notebooks und Ultra­books Meldung

test-Experten Christian Schlüter (links) und Dr. Kirstin Wohl­fart.

Notebook, Netbook, Ultra­book. Mobile Rechner gibt es inzwischen zu Hauf. Aber welcher Rechnertyp ist für wen geeignet? Und wo liegen die jeweiligen Stärken und Schwächen? Die test-Experten Christian Schlüter und Kirstin Wohl­fart geben Antwort im Chat auf test.de. Hier lesen Sie das Chat­protokoll.

Die Top 3-Fragen

Sisp: Ich (absoluter Laie) suche ein Notebook, welches für Speicherung von Fotos, Texte schreiben, Internet, Musik benutzt werden soll. Eventuell sollte es später den PC ersetzen. Im „Fach­handel“ erzählt jeder etwas anderes. Display matt oder glänzend? Ich will es auf der Terrasse nutzen. i3, i5 oder i7 notwendig? Größe Fest­platte und Arbeits­speicher? Welche Tipps kann man mir geben?

Kirstin Wohl­fart: Wenn Sie auf der Terrasse, also draußen, arbeiten möchten, sollten Sie unbe­dingt auf ein mattes Display achten. Sonst empfehlen wir, dass die Fest­platte mindestens 500 GB groß sein sollte – ein Arbeits­speicher von etwa 4GB oder größer ist ausreichend. Bei dem Prozessor lässt sich das nicht so pauschal beant­worten, da immer die Kombination aus Prozessor und Grafikkarte ausschlag­gebend ist. Es sollte aber mindestens ein aktueller i3-Prozessor sein. Im aktuellen Test hat sich das Medion Akoya P6812 am besten geschlagen. Es hatte ein mattes Display und über­zeugte auch mit seiner Rechen­leistung und seinem guten Akku.

Moderator: und die Top 2 Frage:

NetNet: Lohnt es sich noch, angesichts der Tablets, ein Netbook zu kaufen? Gibt es güns­tige, aber dennoch gute Netbooks?

Christian Schlüter: Es lohnt sich immer noch ein Netbook zu kaufen, da gute Netbooks in der Regel güns­tiger sind als gute Tablets. Außerdem haben Sie den Vorteil der voll­ständigen Tastatur. Gerade wer längere Texte tippen will, ist daher mit einem Netbook im Vergleich zum Tablet besser beraten.

Kirstin Wohl­fart: Aktuelle Netbooks gibt es bereits ab 250 Euro. Auch hier sollten Sie auf ein mattes Display achten, wenn Sie damit draußen arbeiten möchten.

Moderator: und die Top 3 Frage:

Miwipp: Ich bin „Normal­anwender“ (Surfen, Fotos bearbeiten verwalten, Musik hören, Office-Anwendungen, DVDs ansehen, CDs/DVDs brennen, etwas spielen, Skypen, usw.) und suche ein passendes Notebook. Meine Fragen: AMD- oder Intel-Prozessor (i3, i5 oder i7)? Arbeits­speicher 2GB, 4GB, 6GB oder 8GB? Grafikkarte (integriert, 1GB oder 2GB)? Wind­ows 7 Home, Professional oder Ultimate? Blu-ray Player notwendig? Display matt oder glänzend? 15– oder 17-Zoll? USB 2 oder USB 3? Welche Anschluss­möglich­keiten? Danke!

Kirstin Wohl­fart: Im Test haben sich die Notebooks mit Intel-Prozessor durch eine höhere Rechen­leistung ausgezeichnet. Beim Arbeits­speicher empfehlen wir mindestens 4GB. Wenn Sie Fotos bearbeiten möchten, ist auch eine richtige Grafikkarte mit mindestens 1GB Speicher empfehlens­wert. Für den Normal­anwender ist das Betriebs­system Wind­ows 7 Home ausreichend. Ein Bluray-Spieler ist nicht notwendig, da die Qualität der Bluerays auf dem Display sowieso nicht voll zur Geltung kommt. Bei den Anschlüssen sollten Sie auf USB 3.0 für eine schnelle Daten­über­tragung achten, auch ein HDMI-Anschluss ist empfehlens­wert. Bei der Größe kommt es stark darauf an, ob Sie das Notebook auch unterwegs nutzen wollen. Ein 17-Zoll-Gerät wäre dafür nicht so gut geeignet wie ein 15-Zoll-Gerät. Bei kleineren Displays können Sie auch darüber nach­denken einen externen Monitor einfach anzu­schließen. Zudem ist das Preis-Leistungs­verhältnis bei 15“-Geräten meist besser als bei 17“-Notebooks.

Christian Schlüter: Grund­sätzlich empfehlen wir matte Displays. Gerade bei Sonnen­einstrahlung erkennen Sie darauf deutlich mehr.

Was macht Ultra­books aus?

Nerd: Welche Vorteile bringen Ultra­books gegen­über „normalen“ Notebooks bzw. Netbooks und Tablet-PCs?

Christian Schlüter: Ultra­books sind schlanker, leichter und daher besonders für den Einsatz unterwegs geeignet. Bei der Rechen­leistung konnten die Ultra­books in unserem Test mit den Notebooks mithalten. Sie sind leistungs­stärker als Netbooks.

Kein: Worin besteht denn der Unterschied zwischen Ultra­books und Subnotebook? Oder ist ein Ultra­book bloß ein neuer Name für ein altes Gerät, nämlich das Subnotebook.

Kirstin Wohl­fart: Eigentlich ist der Begriff „Ultra­book“ von Intel geprägt worden. Es gibt klare Kriterien an die Dicke der Geräte, an die Akku­lauf­zeit und meistens besteht der Speicher aus einer schnellen SSD-Fest­platte. So hat Intel die Subnotebooks quasi noch einmal neu erfunden.

Master: Welche Ultra­books sind zum Spielen geeignet?

Kirstin Wohl­fart: Für aufwendige 3D-Spiele eignet sich keins der getesteten Ultra­books, da keines über eine dezidierte Grafikkarte verfügt. Einfache Spiele sind aber noch möglich.

Mit dem Notebook telefonieren und ins Internet

Moderator: Und eine aktuelle Frage aus dem Chat:

Klaus Wolf­ram: Kann man mit einem Notebook mit Daten­stick bei vorhandenem Laut­sprecher und Micro über Mobil­funk telefonieren ?

Christian Schlüter: Daten­sticks sind zum mobilen Surfen, nicht zum direkten Telefonieren geeignet. Allerdings könnten Nutzer zum Beispiel über das Programm „Skype“ und bei bestehender Internet­verbindung telefonieren.

Beklu: Ich brauche ein Netbook/Ultra­book, mit dem ich über­all und zu jeder Zeit bequem und kostengünstig online gehen kann (Stich­wort Cloudcomputing). Was sind Ihre Empfehlungen in dieser Hinsicht? Soll man auf die Weiter­entwick­lung von LTE als Daten­verbindungs­stan­dard warten bzw. sind die Netbooks/Ultra­books leicht nach­rüst­bar für diese Zwecke?

Christian Schlüter: Grund­sätzlich gibt es zwei verschiedene Wege mit einem Notebook oder Netbook ins Internet zu gehen. Entweder über lokale Netz­werke (WLAN oder LAN) oder aber über das Mobil­funk­netz, z.B. mit einem Surf­stick, oder einer einge­steckten Simkarte.

Kirstin Wohl­fart: Auch für das schnel­lere LTE gibt es inzwischen schon Surf­sticks. Zum Beispiel von Vodafone oder der Telekom.

Christian Schlüter: Jedes Note- oder Netbook unterstützt diese Wege, da zum Beispiel Surf­sticks über USB ange­schlossen werden. Zum Thema „Cloud Computing“: Cloud-Dienste sind praktisch, allerdings gibt es erhebliche daten­schutz­recht­liche Bedenken. Persönliche Daten, wie zum Beispiel TAN-Listen zum Online-Banking, sollten daher auf keinen Fall in die Wolke geladen werden. Sicher­heits­halber sollten alle Daten vor dem Hoch­laden verschlüsselt werden.

Externe Lauf­werke

Silke: Ein Tablet oder Net/Ultra­book ohne DVD-Lauf­werk ist für den täglichen Gebrauch kaum geeignet – macht ein externer DVD-Spieler Sinn oder dann lieber ein normales Notebook?

Christian Schlüter: Wer auf die Vorteile eines Ultra­books, nämlich das es schlank und leicht ist, nicht verzichten will, sollte über ein externes DVD-Lauf­werk nach­denken. Wer unterwegs aber viel DVD schaut, für den ist ein Notebook mit einge­bautem DVD-Lauf­werk praktischer.

Kirstin Wohl­fart: Externe DVD-Lauf­werke, die über USB ange­schlossen werden, gibt es bereits ab 25 Euro.

DonDin: Gibt es für die beiden bestbewerteten Ultra­books Docking-Stationen? Sollte man Docking-Stationen des Herstel­lers wählen oder gibt es empfehlens­werte Universalgeräte?

Kirstin Wohl­fart: Es gibt für die Ultra­books im Test keine Docking-Station direkt vom Anbieter, es gibt aber USB-Docking-Stationen, bei denen Sie dann das Gerät über USB anschließen können. An die Docking-Station können Sie dann zum Beispiel Ihre Tastatur und den Monitor anschließen.

Outdoor-Benut­zung

Garten­zwerg: Welches ?book ist für mehr­wöchige Fahr­radtouren zu empfehlen (Daten­austausch mit GPS Gerät – Erfassung und Speicherung von Bildern und Reise­tage­buch)?

Kirstin Wohl­fart: Ich würde Ihnen am ehesten ein Netbook empfehlen, da dieses ab 250 Euro recht günstig zu haben und mit etwa 10“ Bild­schirm­diagonale klein ist. Das müsste Ihre Anforderungen erfüllen.

Newpusel: Welche Anforderungen sollte ein Notebook/Ultra­book erfüllen, das Arbeits­medium im Studium sein soll (und möglichst nicht Spiele geeignet ist)?

Christian Schlüter: Das kommt sehr stark darauf an, welche konkreten Programme tatsäch­lich genutzt werden sollen. Ein Architektur­student, der aufwendige Grafik­programme nutzt, braucht sicherlich mehr Grafikspeicher und auch einen größeren Arbeits­speicher, während Studenten, die über­wiegend längere Texte schreiben und im Internet recherchieren, weniger Rechen­leistung benötigen.

Kirstin Wohl­fart: Auf jeden Fall sollten Sie auf eine gute Tastatur achten.

Betriebs­systeme

Phil: Ich interes­siere mich für ein Ultra­book. Sollte ich jetzt kaufen oder auf die ersten Ultra­books mit Wind­ows 8 im Herbst warten?

Christian Schlüter: Eine genaue Prognose wie gut Wind­ows 8 funk­tioniert, können wir derzeit leider auch noch nicht abgeben. Grund­sätzlich gilt: Je mehr Ultra­books auf den Markt kommen und je größer das Kauf­interesse der Verbraucher wird, je güns­tiger werden auch die Preise. Viel mehr lässt sich dazu glaube ich nicht sagen.

Goos: Liebes Team der Stiftung Warentest, meine Frage: Sind die hohen Preise der Apple-Notebooks bei der gebotenen Leistung gerecht­fertigt, oder muss man vor allem für das Apple-Design zahlen?

Christian Schlüter: Im Vergleich zu den übrigen Ultra­books im Test ist das Apple Notebook zwar hoch­preisig, aber nicht am teuersten. Sicherlich hat Apple über die Jahre eine große Fangem­einschaft aufgebaut, die bereit ist für das Apple-Logo entsprechend viel Geld zu bezahlen.

Ljedamus: Welche der Ultra­books sind für Linux geeignet?

Kirstin Wohl­fart: Im Test hatten wir nur Ultra­books mit Wind­ows 7 geprüft. Dell hat aber angekündigt sein XPS 13 bald auch mit Linux heraus­zubringen.

Christian Schlüter: Wer Linux einmal ausprobieren möchte, greift am besten auf Ubuntu zurück – diese Version lässt sich sehr leicht installieren und erfordert nicht so viele Vorkennt­nisse.

Laut­stärke

Tc2525: Sind Ultra­books tatsäch­lich leiser als Netbooks?

Kirstin Wohl­fart: Ultra­books sind nicht grund­sätzlich leiser als Netbooks. Von den Ultra­books im Test waren die Geräte von Asus, Acer, Dell und Apple am leisesten.

Tschepe: „Flach“ halte ich ausschließ­lich für eine Design-Eitel­keit: Solange ich nur eins statt fünf Notebooks in meiner Tasche habe, kann dieses meinetwegen 3 cm hoch sein – das macht meine Tasche nicht wirk­lich dicker. Mir ist Unsicht­bares viel wichtiger: Gewicht und Geräusch. Ich arbeite seit sechs Jahren tagtäglich an einem über 6 Jahre alten, lautlosen (!) 1-kg-Subnotebook und habe bislang keinen würdigen Nach­folger gefunden. Kommt endlich etwas neues Leises und Leichtes auf mich zu? Welche Modelle?

Kirstin Wohl­fart: Die Ultra­books im Test wogen zwischen 1,2 und 1,4 Kilogramm und sind damit deutlich leichter als die klassischen Notebooks. Zudem waren einige Geräte besonders leise im Test, nämlich das Asus Zenbook, das Acer Aspire und das Dell XPS sowie das Macbook Air. Unter diesen Geräten könnten Sie sich nach einem Ersatz für ihr 6 Jahre altes Subnotebook umschauen.

SSD oder Fest­platte?

GG: Welche Notebooks aus dem aktuellen Test haben eine passende Schnitt­stelle, um die Fest­platte durch eine SSD zu ersetzen? Danke im Voraus!

Kirstin Wohl­fart: Bei allen getesteten Notebooks und dem Samsung Ultra­book kann die Fest­platte vom Nutzer selber gewechselt werden. Prinzipiell ist es auch möglich statt der Fest­platte eine passende SSD einzubauen.

Christian Schlüter: Vorsicht: Wer selber an seinem Computer herum­schraubt, muss damit rechnen dass die Garantie des Herstel­lers erlischt.

Timo: Ich besitze ein Samsung Serie 5 Ultra­book. Lohnt es sich die HDD gegen eine SSD auszutauschen und wenn ja für wen? Die Kosten liegen bei 120 GB, was für Win7 und die wesentlichen Programme inkl. Daten langen sollte, ja bei ca. 100–120 Euro.

Kirstin Wohl­fart: Für den Normal­anwender lohnt es sich eher nicht die Fest­platte gegen die SSD zu tauschen. Zwar sind die Zugriffs­zeiten bei einer SSD auch im Test deutlich kürzer als bei einer herkömm­lichen Fest­platte, aber bei den meisten Alltags­anwendungen macht sich das eher weniger bemerk­bar.

Christian Schlüter: Zudem sind SSD-Speicher im Vergleich zur normalen Fest­platte deutlich teurer. Ich bekomme also für das gleiche Geld viel weniger Speicher­kapazität.

Roger.Burgener: Sind die SSD Fest­platten beschränkt halt­bar? Habe gelesen, dass zum Beispiel Formatierungen/ständige Updates die Lang­lebig­keit beein­trächtigen.

Christian Schlüter: Vereinzelt kommt es bei SSD-Speichern zu Firmware-Problemen. Diese führen dazu, dass der Speicher nicht optimal ausgenutzt wird. Ein Update der Firmware kann davor schützen – generell gilt: Aufgrund ihrer Bauweise sind SSD-Speicher deutlich robuster als klassische Fest­platten.

Schwach­stelle Akku

Moderator: und hier kommen Fragen zur Akku­leistung:

DonDin: Was, wenn der fest verbaute Akku (wie beim Testsieger Asus) ausgetauscht werden muss? Geht das beim Fachmann? Oder was ist, wenn man den Arbeits­speicher erweitern möchte?

Kirstin Wohl­fart: Bei allen Ultra­books im Test war der Akku fest verbaut und kann nicht selber vom Nutzer gewechselt werden. Dann muss man das Notebook an den Anbieter zurück­schi­cken, um den Akku wechseln zu lassen. Auch der Arbeits­speicher kann bei den meisten Ultra­books nicht gewechselt werden. Nur beim Samsung Ultra­book war dies möglich.

Christian Schlüter: Auch im Fach­handel können Sie einen Akku wechseln lassen. Das kostet allerdings.

Miwipp: Meine Frage zum Akku­austausch: Originalakkus kosten meist eine kleines Vermögen. Baugleiche Akkus anderer (No-name-) Hersteller kosten meist deutlich weniger. Sind diese „No-name-Akkus“ sicher und zuver­lässig? Was muss ich sonst noch beim Kauf von Ersatz­akkus beachten? Danke!

Kirstin Wohl­fart: Prinzipiell können Sie die Akkus vom Anbieter nach­kaufen, aber tatsäch­lich sind diese recht teuer. Für Kameras haben wir vor einiger Zeit einen Test zu Nach­bau-Akkus gemacht und fest­gestellt, dass die meisten gut und verläss­lich arbeiten.

HessenHeiner84: Sehr geehrte Frau Dr. Wohl­fart, sehr geehrter Herr Schlüter! Zunächst sei Ihnen für Ihre Präsenz im Chat gedankt. Was mich umtreibt, ist die Hitze von Laptop-Akkus jetzt im Sommer. Gibt es Grenz­werte? Welche Akku-Arten sind besonders anfäl­lig für extreme Temperaturen. Können Sie eventuell Erfahrungen Ihrer Tests referieren. Vielen Dank und freundliche Grüße!

Christian Schlüter: Gerade im Sommer sollten Sie darauf achten, das Notebook nicht lange in der Sonne zu benutzen. Wichtig ist außerdem, dass der Lüfter frei zugäng­lich ist, damit das Notebook nicht zu heiß wird. Es hilft das Notebook etwas erhöht aufzustellen, so dass Luft drunten herfließen kann.

Kirstin Wohl­fart: Die meisten Akkus sollten bei Temperaturen über 60 Grad nicht mehr betrieben werden. Das heißt zum Beispiel, man sollte sie nicht in der prallen Sonne hinter einer Auto­scheibe liegen lassen. Probleme mit explodierenden Akkus treten nur sehr selten auf.

Snake2010: Ein Haupt­nacht­eil von Klapp­rechnern ist meines Erachtens immer wieder die geringe Lebens­dauer von Akkus. Die meisten sind defekt, lange bevor der Rechner selbst sein Lebens­ende erreicht hat. Gibt es hier Verbesserungen/ Tests/ Dinge zu beachten, um die Lebens­dauer der Akkus zu verlängern?

Kirstin Wohl­fart: Wenn Sie ihr Notebook haupt­sächlich stationär und am Stromnetz betreiben, empfiehlt es sich den Akku aus dem Notebook heraus­zunehmen und bei Zimmertemperatur etwa halb-voll geladen zu lagern. Das schont den Akku. Insgesamt haben wir fest­gestellt, dass die Akku­lebens­dauer sich in den letzten Jahren stark erhöht hat – dennoch nimmt über die Jahre die Akku­kapazität ab.

Christian Schlüter: Wer unterwegs möglichst lange mit einer Akkuladung hinkommen will, sollte das WLAN ausschalten (wenn es nicht benötigt wird) und die Bild­schirmhel­ligkeit nach unten regeln.

Wieder­herstellung beim Systemcrash

Moderator: und eine aktuelle Frage aus dem Chat:

Braun­schweiger: Mein Asus-Netbook mit „Win7 Starter“ hat keine Wieder­herstellungs-CD. Wie erhalte ich im Falle eines Crashs oder Fest­platten­wechsels ein neues System?

Kirstin Wohl­fart: Die meisten Netbooks haben ein sogenanntes „Image“ auf der Fest­platte. Auch mit diesem können Sie das Notebook wieder­herstellen. Falls allerdings die Fest­platte kaputt geht, sollten Sie zusätzlich noch selber ein Reco­very auf einer DVD mit Hilfe eines externen DVD-Lauf­werkes erstellen.

Christian Schlüter: Sie können das Image aber auch auf einem ausreichend großen USB-Stick sichern oder einer externen Fest­platte und im Falle eines Systemcrashs von diesen Geräten das Betriebs­system neu installieren. Im Falle des USB-Sticks müssten Sie dafür allerdings noch eine extra Software auf dem USB-Stick installieren, damit das Image beim System­start erkannt wird.

Dekra: Viele sagen (mehrere Verkäufer und IT Fachleute), Sony Notebooks sind sehr gut. Die Tastatur ist die beste. In der Zeitung „Test“ hat er nur befriedigend erhalten. Weshalb?

Christian Schlüter: Der Sony Vaio konnte im Test weder bei der Rechen­leistung, noch bei der Hand­habung voll­ends über­zeugen und war hier befriedigend. Gleiches gilt für seinen Akku und sein Display.

Kirstin Wohl­fart: Tatsäch­lich war aber die Tastatur des Sony-Notebooks „gut“ und damit besser als bei vielen anderen Geräten.

Christian Schlüter: Die Tastatur sollte allerdings nicht das entscheidende Kauf­kriterium sein. Rechen­leistung und Display sind hier deutlich wichtiger.

Video­bearbeitung

Fehler­melder: Ich habe über­legt mir ein Ultra­book zu kaufen, aber die Grafikkarten HD3000 bzw. HD4000 sollen für (gelegentliche) Video­aufnahmen und Konvertieren in ein anderes Format laut einem seriösen Online-Portal angeblich zu schwach sein – der Verkäufer behauptet das Gegen­teil. Deswegen will ich ein Notebook, aber bei Ihrem Test schneiden alle mit 2,2 bzw. 2,3 ab, egal ob i3 oder i7, 4 GB oder 6GB RAM und 1GB oder 2GB Grafikkarte. Das kann gar nicht sein! Es muss ein Tipp­fehler oder Mess­fehler sein!?

Kirstin Wohl­fart: Richtig ist, dass sie zur Video­bearbeitung eine dezidierte Grafikkarte mit 1 oder 2 GB Speicher benötigen. Daher empfehlen sich die Ultra­books für Sie eher weniger.

Christian Schlüter: Allein der Prozessor ist nicht entscheidend für die Rechen­leistung. Es kommt auf das Zusammen­spiel zwischen Prozessor und Grafikkarte, aber auch auf den Arbeits­speicher und das Betriebs­system an.

Kirstin Wohl­fart: Daher hatten viele Ultra­books und auch einige Notebooks auch nur eine „befriedigende“ Rechen­leistung.

Moderator: und eine aktuelle Frage aus dem Chat:

Galileo: Welche Mindest­ausstattung bzw. welche Notebooks aus dem Test taugen um auch mal ein Schulungs­video aufzunehmen & zu konvertieren? Sollten das alle können?

Christian Schlüter: Bei den Notebooks eignen sich die allermeisten zur Video­konvertierung. Einzig das HP hat im Prüf­punkt „Rechen­leistung bei Multimedia-Anwendungen“ ein „befriedigend“.

Tc2525: Welches Format sollte ein Laptop für die Nutzung unterwegs mindestens haben, inklusive Film anschauen?

Christian Schlüter: Wer unterwegs wirk­lich Filme gucken will, sollte das mindestens auf einem 13“-Bild­schirm machen.

Tablet-PCs

Pseyfarth: Ich möchte gerne ein Pad/Tablet-PC woran ich auch eine (Reise-)Tastatur anschließen kann. Lohnt es sich da auf Wind­ows 8 zu warten?

Kirstin Wohl­fart: Sicherlich sind mit Wind­ows 8 interes­sante neue Tablets für den Herbst dieses Jahres angekündigt, zum Beispiel das Surface von Microsoft. Aber auch für die zur Zeit auf dem Markt vorhandenen Geräte gilt, dass sie als Zubehör externe Tastaturen erwerben können. Diese können Sie dann über Bluetooth oder auch über einen USB-Anschluss an den Tablet-Rechner anschließen. Bei welchen Geräten genau das möglich ist, ist auch im Test zu Tablet-Computern aus 12/2011 beschrieben.

Tc2525: Gibt es eine Art TÜV-Report über die Fehler- bzw. Ausfall­häufig­keit der einzelnen Marken/Modelle?

Kirstin Wohl­fart: Wir hatten selber vor einigen Jahren eine Umfrage zum Thema „Halt­barkeit und Zufriedenheit mit Notebooks“ bei unseren Lesern gemacht. Am zufriedensten waren die Nutzer von Apple, Lenovo und Dell.
...zu den Ergebnissen der Umfrage.

Christian Schlüter: Lang­zeittests für die Halt­barkeit von Notebooks sind sehr aufwendig, zudem kommt es sehr stark auf die Nutzungs­gewohn­heit an. Wer seinen Computer viel unterwegs nutzt bean­sprucht Hard­ware und Material deutlich stärker als Schreib­tischnutzer.

Cgm: Warum wurde kein X-Thinkpad getestet?

Kirstin Wohl­fart: Beim Lenovo X-Thinkpad handelt es sich um ein Business-Notebook. Bei der Auswahl der Produkte für den Test versuchen wir bevor­zugt Geräte für Normalnutzer (Consumer) auszuwählen, daher war von Lenovo das Idea-Pad im Test vertreten. Das Z570 hat insgesamt mit 2,5 „gut“ abge­schnitten.

Tipp: Weitere Modelle von Tablet-Rechnern finden Sie in unserem Test Tablets.

MacBook Air

VeloCase: Im Test schreiben Sie sinn­gemäß „Apple hat kein Wind­ows“. Das hört sich – obschon nicht falsch – wie eine Negativbe­wertung an. Warum sagen Sie nicht: „Beachten Sie, dass Sie mit dem höheren Preis bei Apple auch ein deutlich höher­wertigeres, souveräneres Betriebs­system bekommen? Das ist doch wohl objektiv richtig und nicht nur eine Geschmacks­frage, oder?

Christian Schlüter: Wir haben Notebooks aber nicht auf die darauf installierten Betriebs­systeme getestet. Sicherlich ist es kein Nachteil wenn ein Gerät kein Wind­ows-Betriebs­system hat. Viele Nutzer kennen aber nur Wind­ows-Betriebs­systeme, daher sollten sie sich vorher Gedanken darüber machen, ob ein Betriebs­systemwechsel für sie in Frage kommt.

Kirstin Wohl­fart: Im Test hat das Apple Macbook Air mit „gut“ 2,4 genauso gut abge­schnitten wie zwei Wind­ows Ultra­books, nämlich das von Asus und von Toshiba.

Mike Hammer: Ist beim Macbook Air eine SSD mit 128 GB ausreichend, wenn parallel Wind­ows installiert ist, um dieses ebenfalls nutzen zu können (z.B. Parallels Desktop). Ergänzend würde ich eine externe HDD GB nutzen.

Christian Schlüter: Grund­sätzlich reicht der Speicher aus, um zwei verschiedene Betriebs­systeme zu installieren. Wer beide gleich intensiv nutzt und viele Musik- und Video­dateien auf dem Computer gespeichert hat, kann aber schnell an die Grenzen des Speichers stoßen. Hier empfiehlt sich die Nutzung einer externen Fest­platte.

Kirstin Wohl­fart: Alternativ ist das Macbook Air zu einem höheren Preis auch mit 256GB SSD erhältlich.

Moderator: So, die Chat-Zeit ist auch schon fast zu Ende: Wollen sie noch ein kurzes Schluss­wort an die User richten?

Christian Schlüter: Vielen Dank für die spannenden Fragen. Viele weitere Tipps worauf beim Notebook-Kauf zu achten ist, haben wir hier für Sie zusammen­gestellt: Laptops, Convertibles, Tablets mit Tastatur.

Kirstin Wohl­fart: Auch ich möchte mich für die vielseitigen Fragen bedanken.

Moderator: Das waren 60 Minuten test.de-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beant­worten konnten. Vielen Dank auch an Kirstin Wohl­fart und Christian Schlüter, dass Sie sich die Zeit für die User genommen haben. Das Tran­skript dieses Chats können Sie in Kürze auf test.de nach­lesen. Das Chat-Team wünscht allen noch einen schönen Tag.

Mehr zum Thema finden Sie in unserem aktuellen Test Laptops, Convertibles, Tablets mit Tastatur

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