Chat Krankenkassen Meldung

Mitt­lerweile verlangen 13 Krankenkassen Zusatz­beiträge von ihren Versicherten. Ob sich ein Wechsel aus Kostengründen lohnt, kommt auch auf die Wünsche des Kunden nach Zusatz­leistungen und Service an. Fragen zum Thema Krankenkassen beant­worteten Sabine Baierl-Johna und Ulrike Steck­könig im Chat auf test.de.

Moderator: Vielen Dank, Frau Baierl-Johna und Frau Steck­könig, dass Sie uns heute Fragen zum Thema Krankenkassen beant­worten. Können wir anfangen?
Sabine Baierl-Johna und Ulrike Steck­könig: Sehr gerne, wir freuen uns auf Ihre Fragen!

Erhebt die Kasse Zusatz­beiträge, können Versicherte sofort kündigen

Marco: Wie oft kann ich die Krankenkasse wechseln?
Sabine Baierl-Johna: Wenn Sie 18 Monate bei Ihrer Krankenkasse versichert waren, können Sie jeder­zeit kündigen. Es besteht ein Sonderkündigungs­recht, wenn die Krankenkasse einen Zusatz­beitrag erhebt. Nicht kündigen können diejenigen, die in einem Wahl­tarif mit dreijäh­riger Bindung sind, für diese ist während dieser drei Jahre auch das Sonderkündigungs­recht nicht möglich.
Genscher: Wann ist ein Wechsel aus einer privaten Kranken­versicherung (PKV) in eine gesetzliche Kranken­versicherung (GKV) möglich? Beginne im Herbst eine Ausbildung zum Alten­pfleger. Habe ich dann auf jeden Fall das Recht in eine GKV zu wechseln? Ist ein Wechsel auch schon früher möglich? Ich bin zurzeit arbeitslos gemeldet, ohne Anspruch auf Leistungen.
Ulrike Steck­könig: Wenn Sie eine Berufs­ausbildung beginnen, werden Sie versicherungs­pflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie haben gar nicht die Möglich­keit, privat versichert zu bleiben. Ihre gesetzliche Krankenkasse dürfen Sie sich unter allen für Ihr Bundes­land zuständigen Krankenkassen frei auswählen.

Bei Auswahl auf Zusatz­angebote achten

D2oo1: Ich werde im September eine Ausbildung beginnen und somit meine erste eigene Kranken­versicherung suchen müssen. Was ist als junger Mensch besonders zu beachten, wenn man sich diese aussucht und wie geht der Wechsel aus der Familien­versicherung vonstatten?

Ulrike Steck­könig: Sie dürfen sich eine gesetzliche Krankenkasse aussuchen, wenn Sie Ihre Ausbildung beginnen. Werden Sie selbst nicht aktiv, meldet Ihr Arbeit­geber Sie in der Krankenkasse an, in der Sie bisher über Ihre Eltern familien­versichert waren. Sie können danach aber nach Ablauf von 18 Monaten bei dieser Kasse kündigen und in eine andere Kasse wechseln.
Sabine Baierl-Johna: Wenn Sie sich als junger Mensch eine Kasse aussuchen möchten, sollten Sie über­legen, welche Zusatz­angebote Ihnen wichtig sein könnten. Zum Beispiel bieten einige Kassen auch für junge Menschen regel­mäßige Haut­krebs­vorsorgeunter­suchungen an – als gesetzliche Pflicht­leistung gibt es das erst ab dem 35. Lebens­jahr. Oder sie bekommen die Behand­lung bei homöo­pathischen Ärzten von der Kasse bezahlt.
Bemessungs­grenze: Sehen Sie einen Qualitäts­unterschied zwischen privaten und gesetzlichen Krankenkassen, oder gibt es bei beiden schwarze Schafe?

Ulrike Steck­könig: Es gibt Leistungs­unterschiede sowohl zwischen privaten Kranken­versicherern als auch zwischen gesetzlichen Krankenkassen. Bei der privaten Kranken­versicherung ist es wichtig zu wissen, dass die Leistungen nicht wie bei der gesetzlichen Versicherung einheitlich geregelt sind, sondern jeweils stark vom abge­schlossenen Tarif abhängen. In der Regel haben private Tarife zwar einen höheren Leistungs­umfang als die gesetzliche Kranken­versicherung, es gibt jedoch auch Tarife, die deutlich unter dem Kassen-Niveau liegen.
Medizinmann: Wie ausgeprägt ist der Wett­bewerb zwischen Krankenkassen?
Sabine Baierl-Johna: Trotz vieler Fusionen gibt es immer noch rund 120 für alle geöff­neten Krankenkassen. Diese versuchen mit besonderen Zusatz­leistungen oder Service­angeboten Versicherte zu gewinnen oder zu halten.

Auslands­reisekranken­versicherung unver­zicht­bar

Tron: Welche Zusatz­versicherungen sind sinn­voll?
Ulrike Steck­könig: Ganz kurz vorweg: Lebens­notwendig ist keine der angebotenen privaten Zusatz­versicherungen. Ein absolutes Muss für Menschen, die Urlaub im Ausland machen, ist jedoch die Auslandsreisekrankenversicherung. Sinn­voll können außerdem Zusatz­versicherungen für Zahnersatz sein oder Zusatzversicherungen, die die Chef­arzt­behand­lung und das 1– oder 2-Bett­zimmer im Kranken­haus abdecken. Bei allen weiteren Angeboten, zum Beispiel für Heilpraktikerbe­hand­lung oder Sehhilfen, muss sich jeder einzelne über­legen, ob und in welchem Umfang er diese Leistungen benötigt und in welchem Umfang ihm dafür Kosten entstehen.
Hansi455: Welche GKV sticht denn durch Zusatz­leistungen (wie z.B. Bonus-System oder Präventions­angebote) heraus? Gibt es da Leucht­turm-Beispiele?
Sabine Baierl-Johna: Viele Krankenkassen bieten Ihren Versicherten einen Geldbonus an, wenn diese sich gesund­heits­bewusst verhalten, etwa regel­mäßige Vorsorgeunter­suchungen in Anspruch nehmen, oder wenn sie Sport treiben. Sehr unterschiedlich ist allerdings die Höhe des Bonus, zudem müssen die Versicherten oft viel Aufwand betreiben, um den Bonus zu erhalten. In der Finanztest-Ausgabe 6/2010 haben wir untersucht, wie hoch ein solcher Bonus ausfällt. Lohnender kann ein hoher Zuschuss zu Gesund­heits­kursen sein, beispiels­weise Yoga oder Nordic Walking. Eine konkrete Empfehlung können wir nicht abgeben, da dies unter anderem von Ihrem Wohn­ort abhängt.

Keine Sorge, dass etwas wichtiges fehlt

BA: Lohnt es sich, für meine fünf Monate alte Tochter eine private Zusatz­versicherung zu machen? Der Erfahrung nach sind die Ärzte & Krankenhäuser über­lastet. Da bringt auch die private ZV nichts? Und man hört, dass die private Versicherung zusätzliche Belastung bedeuten kann, wenn der Arzt zum Geld­verdienen unnötige Tests fährt... Merci, BA
Ulrike Steck­könig: Im Grunde haben Sie sich die Frage schon selbst beant­wortet. An der Arbeits­belastung in Arzt­praxen und Krankenhäusern ändert auch eine solche Zusatzversicherung nichts. Die Vorsorgeunter­suchungen und medizi­nischen Leistungen für Kinder und Jugend­liche sind außerdem in der gesetzlichen Kranken­versicherung so umfang­reich, dass Sie keine Sorge haben müssen, dass etwas Wichtiges fehlt.

Mitglieder der Künst­lersozialkasse zahlen die Hälfte

00011481311: Wie kann sich ein freischaffender Fotograf kranken­versichern?
Ulrike Steck­könig: In vielen Fällen gelten freie Fotografen als künst­lerisch tätige Berufs­gruppe und können sich somit über die Künst­lersozial­versicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Das hätte für Sie den Vorteil, dass sie nur die Hälfte der Beiträge bezahlen müssten und eine güns­tigere Regelung beim Krankengeld hätten. Ob Sie sich über die Künst­lersozialkasse versichern können, können wir nicht mit Sicherheit beant­worten. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer derzeitigen Krankenkasse oder informieren Sie sich auf www.kuenstlersozialkasse.de. Selbst wenn eine Versicherung in der Künst­lersozialkasse nicht möglich sein sollte, haben Sie das Recht, sich als freiwil­liges Mitglied in der gesetzlichen Kranken­versicherung weiter zu versichern, wenn Sie bis jetzt dort versichert waren.
Elfi: In meinem Freundes­kreis heißt die AOK auch Hartz IV Krankenkasse. Ist sie wirk­lich so schlecht wie ihr Ruf?
Sabine Baierl-Johna: Das kann man nicht sagen, die AOKs gehören zu den großen Krankenkassen mit umfang­reichem Service­angebot, sie bieten viele Geschäfts­stellen und eine große Kundennähe. Insbesondere für Familien bieten sie interes­sante Leistungen an, wie Haus­halts­hilfe über den gesetzlichen Mindest­anspruch hinaus, zusätzliche Kinder­vorsorgeunter­suchungen etc. Zudem veranstalten sie in vielen Städten und Regionen selbst Gesund­heits­kurse, an denen die Versicherten kostenlos teilnehmen können.
Moderator: Zur Halb­zeit des Chats ein kurzer Hinweis: Sehr viele Fragen beziehen sich auf Zusatz­leistungen oder Service-Angebote einzelner Krankenkassen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir darauf im Chat nicht im Einzelnen eingehen können. Informationen zu einzelnen Kassen finden Sie in unserem gebührenpflichtigen Produktfinder.

Einmal im Jahr zum Zahn­arzt

Allheil­mittel: Muss meine Kasse die professionelle Zahn­reinigung tragen?
Sabine Baierl-Johna: Zur jähr­lichen Vorsorgeunter­suchung beim Zahn­arzt gehört auch die Zahn­stein­entfernung. Eine darüber hinaus gehende professionelle Zahn­reinigung gehört nicht zum Pflicht­angebot der Krankenkassen. Einige Kassen belohnen aber eine selbst­bezahlte professionelle Zahn­reinigung mit Bonus­punkten teilnehmen. Einige wenige beteiligen sich auch an den Kosten für die professionelle Zahn­reinigung – fragen Sie bei Ihrer Kasse nach!
Apotheken­pferd: Sind Bonus­systeme für einen gesunden Lebens­stil ein ernst zu nehmender Indikator bei der KK-Suche?
Ulrike Steck­könig: Gesund zu leben und die Vorsorgeunter­suchungen wahr­zunehmen ist nie ein Fehler. Wenn man dafür einen kleinen materiellen Anreiz bekommen kann, ist dies eine gute Sache. Die Boni sind von der Höhe her allerdings sehr über­schaubar, der Aufwand, den man dafür betreiben muss, ist teil­weise erheblich.
IrisT: Wie sinn­voll ist ein Bonus­programm für Vorsorgeunter­suchungen, wenn ich als Patient für den Stempel in der Arzt­praxis bezahlen soll und, weil viele Unter­suchungen auf mich persönlich gar nicht zutreffen, am Ende kaum Punkte zusammenkriegen. Dann werden immer die gleichen Prämien ausgelobt. Wie oft braucht man das gleiche Produkt? Und mit Zuzahlung ist vieles absolut über­teuert.
Ulrike Steck­könig: In unserem Test führen wir Bonus­programme mit Sach­prämien nicht auf, sondern nur solche, bei denen der Versicherte Geld bekommt. . Der Wert solcher Sach­prämien ist schwer einzuschätzen und hängt auch davon ab, ob der Versicherte über­haupt Verwendung dafür hat.
Sabine Baierl-Johna: Aber manche Bonus­programme können sich schon lohnen: Wenn man in einem Bonus­programm für drei gesund­heits­bewusste Maßnahmen – zum Beispiel eine Vorsorgeunter­suchung, eine Schutz­impfung und einen Rückenkurs – 100 Euro erhält, kann man gegebenenfalls einige Euro „Stempelgeld“ beim Arzt in Kauf nehmen.
Bahr_enboim: Wird Gesund­heits­vorsorge wirk­lich von Kassen belohnt? Wie zum Beispiel sollten diese fest­stellen, ob jemand raucht?
Sabine Baierl-Johna: Die Kassen stellen unterschiedliche Anforderungen, entweder Sie brauchen eine Bestätigung vom Arzt, manchen reicht eine Erklärung von Ihnen selbst aus. Betrügen dürfen Sie natürlich nicht.

Wegen Benach­teiligung beschweren

Hollygalli: Gibt es eigentlich die Möglich­keit, bei offensicht­licher Benach­teiligung von GKV zu PKV irgendwo Beschwerde einzulegen?
Ulrike Steck­könig: Wenn ein Arzt Ihnen medizi­nisch notwendige Leistungen vorenthält, die er für Privatversicherte jedoch erbringt, sollten Sie sich unbe­dingt bei Ihrer Krankenkasse und bei der Ärztekammer beschweren. Solche Unterschiede dürfen Ärzte nicht machen. Eine Bevor­zugung bei der Termin­vergabe oder ein exklusives Warte­zimmer für Privatpatienten ist jedoch zulässig und auch juristisch nicht anfecht­bar. Kommen Sie als Notfall zum Arzt, muss er Sie aber behandeln.
Sir_henry: Die GKV zahlt für Heil­mittel, z.B. Einlagen. Haftet sie für die Qualität und vertritt den Versicherten gegen­über dem Hersteller?
Sabine Baierl-Johna: Wir empfehlen Ihnen in diesem Fall, sich an Ihre Kasse zu wenden, denn Versicherte haben gegen­über ihrer Kasse einen Anspruch mit allen notwendigen, vom Arzt verordneten Hilfs­mitteln versorgt zu werden. Bei Qualitäts­mängeln ist Ihr Vertrags­partner die Kasse, die sich dann ihrer­seits mit dem Lieferanten auseinander­setzen muss. Heil­mittel sind keine Produkte, sondern Behand­lungen wie z.B. Physio­therapie, Massage oder Logopädie.
Obamacare: Nach­frage: Welche Konsequenzen drohen, wenn man falsche Angaben macht? Kann man den Versicherungs­schutz verlieren?
Ulrike Steck­könig: Grund­sätzlich kann niemand seinen Schutz in der gesetzlichen Krankenkasse verlieren, egal was passiert. Sie sind jedoch verpflichtet, wahr­heits­gemäße Angaben zu machen, wenn die Kasse diese zur Berechnung von Beiträgen oder Boni benötigt. Wenn sich Ihre Frage auf Bonus­programme für gesund­heits­bewusstes Verhalten bezieht: Wenn jemand falsche Angaben macht, kann ihm der Bonus gestrichen werden.

Psärna: Die Klauseln für die Zusatzversicherungen sind für mich sehr undurch­sichtig. Gibt es eine unabhängige Beratungs­stelle für KK-Fragen?
Sabine Baierl-Johna: Unabhängige Beratung zu Fragen rund um gesetzliche und private Kranken­versicherung bieten die Verbraucherzentralen oder die unabhängige Patientenberatung an.

Kassen haben engen Rahmen für alternativmedizi­nische Leistungen

Wabra: Gibt es eine Kasse, die Naturheil­kunde, Homöo­pathie, TCM und Aku­punktur ohne Aufpreis anbietet, dafür Leistungen in der teuren Apparatemedizin und bei allo­pathischen Medikamenten einschränkt?
Ulrike Steck­könig: Gesetzliche Krankenkassen haben einen sehr engen recht­lichen Rahmen, inner­halb dessen sie solche alternativmedizinischen Leistungen über­haupt erbringen dürfen. Beispiels­weise ist Aku­punktur Regel­leistung aller Kassen, jedoch nur bei chro­nischen Knie- oder Rücken­schmerzen.
Sabine Baierl-Johna: Einige naturheil­kund­liche Gesund­heits­kurse werden von der Kasse über­nommen, wie z.B. Tai-Chi. Viele Kassen bieten als Zusatz­leistung die ausführ­lichen Anamnese-Gespräche beim homöo­pathischen Arzt an, die der Patient ansonsten privat bezahlen müsste.
Ulrike Steck­könig: Wenn Sie Wert auf Behand­lungen durch Heilpraktiker legen, käme für Sie eventuell eine private Zusatzversicherung in Betracht, die sich an den Kosten für diese Behand­lungen und auch an den verordneten Arznei­mitteln beteiligt. Denn auf Kosten der gesetzlichen Kasse dürfen Sie sich nur von Ärzten mit Kassen­zulassung behandeln lassen, und auch nur mit zugelassenen Behand­lungs­verfahren.

„Solidar­gemeinschaft Artabana“ ist zu riskant

Webman: Die ARTABANA ist eine Solidar­gemeinschaft, die nach eigenen Angaben eine Alternative zu den bisherigen PKV oder GKV darstellt. Können Sie die empfehlen?
Ulrike Steck­könig: Nein, wir können davor nur warnen. Diese Art der Absicherung birgt für Mitglieder große Risiken: Zum einen haben Sie – anders als in der gesetzlichen oder privaten Kranken­versicherung – keinen Rechts­anspruch auf die medizi­nisch notwendigen Behand­lungen, zum anderen können Sie über Nach­schuss­pflichten oder erhöhte Selbst­beteiligungen in einem nicht begrenzten Umfang zur Kasse gebeten werden, falls der Gemeinschaft das Geld ausgehen sollte.

Zurück in die gesetzliche Kranken­versicherung

Monika: Ich bin 54 Jahre alt und seit ca. 25 Jahren privat versichert. Durch eine geplante Reduktion meiner Arbeits­zeit würde ich wieder unter die gesetzliche KV fallen. Soll ich wechseln oder privat versichert bleiben? Was passiert nach Renten­eintritt? Kann mich hierzu jemand ausführ­lich beraten?
Ulrike Steck­könig: Nutzen Sie die Chance für die Rück­kehr in die gesetzliche Krankenkasse. Die PKV birgt für Sie das Risiko, dass im Alter die Beiträge sehr stark steigen, auch dann, wenn Ihre Einkünfte im Alter nied­rig ausfallen sollten. Wenn sich Ihr Einkommen durch die reduzierte Arbeits­zeit verringert, werden Sie wieder versicherungs­pflichtig in der gesetzlichen Kranken­versicherung. Achten Sie darauf, dass dies vor Ihrem 55. Geburts­tag erfolgt, sonst greift die Versicherungs­pflicht in der gesetzlichen Kranken­versicherung nicht und sie müssen trotz des nied­rigeren Einkommens in der PKV bleiben.
Nach Renten­eintritt bleiben Sie gesetzlich versichert und werden als freiwil­liges Mitglied geführt, was Auswirkungen auf die Beitrags­berechnung hat, wenn Sie Einkünfte aus Kapital­einnahmen oder aus Vermietung/Verpachtung haben. Beratung gibt es bei der Verbraucherzentrale und bei der unabhängigen Patientenberatung.
Schröder: Meine Krankenkasse (Novitas) soll angeblich inzwischen auch einen Zusatz­beitrag erheben – aber ich habe noch keine Nach­richt bekommen, und auch die Home­page der Novitas sagt dazu nicht ein Wort. Was ist davon zu halten?

Sabine Baierl-Johna: Die Novitas BKK hat uns gegen­über bestätigt, ab April einen Zusatz­beitrag zu erheben. Die Modalitäten, das heißt ab wann der Zusatz­beitrag fällig wird und wie die Zahlungs­weise erfolgen soll, sind allerdings noch unklar. Die Versicherten wurden von der Kasse daher noch nicht informiert, so die Presse­sprecherin gegen­über Stiftung Warentest.

Moderator: Das waren 60 Minuten Expertenchat zum Thema Krankenkassen. Vielen Dank an alle Nutzer für die Fragen und natürlich an Frau Baierl-Johna und Frau Steck­könig für die Antworten. Leider konnten aufgrund der Kürze der Zeit nicht alle Fragen gestellt werden, dafür bitte ich um Verständnis. Bis zum nächsten Chat mit dem Team der Stiftung Warentest.
Angebote Punkt für Punkt vergleichen: Produktfinder gesetzliche Krankenkassen

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