Chat Kamera Meldung

Die test-Experten Peter Knaak (links) und Dr. Markus Bautsch.

Smartphones sind dabei, Digitalkameras den Rang abzu­laufen. Doch diese über­zeugen noch immer. Sowohl als Kompakt- wie auch als Systemkamera kommen sie verschiedensten Fotografen­vorlieben entgegen: Der eine schwört auf spiegellose Systemkameras, der andere auf die Spie­gelre­flex mit Voll­formatsensor. Die test-Experten haben Ihr profundes wissen aus Labortests und Fotopraxis geteilt – im Chat auf test.de. Hier lesen Sie ihre Antworten auf die Fragen der Leser.

Die richtige Kamera für jeden Zweck

Moderator: Herz­lich will­kommen beim test.de-Expertenchat zum Thema „Die richtige Kamera“ mit unseren Experten Peter Knaak und Dr. Markus Bautsch. Hier die TOP-1-Frage aus dem Pre-Chat:

Milano: Unterschiedliche Objektive: Was halten Sie von Objektiven, die einen sehr umfang­reichen Brenn­weitenbereich z.B. 18–135mm abdecken? Macht so etwas Sinn oder geht das zu Kosten der Qualität und sind mehrere Objektive mit kleineren Brenn­weitenbereichen sinn­voll?

test.de (Peter Knaak): Mein Tipp wäre: Ein großer Zoom-Bereich hat Vorteile auf Reisen. Nur, wenn es auf aller­höchste Bild­qualität ankommt, sind einzelne Objektive mit Fest­brenn­weite über­legen. (Produktfinder Objektive im Test).

test.de (Dr. Markus Bautsch): Für Makro­aufnahmen (Nahaufnahmen) sind Super-Zoom-Objektive in der Regel nicht geeignet. Auch hier müssen spezielle Objektive ange­schafft werden.

fotoline: Ich bin auf der Suche nach einer neuen Kamera, unter anderem für eine Safari. Klar ist: Zoom ist wichtig, kompakt soll sie trotzdem sein. Bisher hatte ich eine Kompakte mit 10-fach Zoom, die schon ein deutliches Bild­rauschen hatte. Meine Frage: Wie sieht es mit der Qualität von Superzoom-Kameras bei relativ wenig Licht aus? Kann ich hier eine bessere Qualität bekommen, wenn ich mehr investiere? Die „großen“ sind mir zu teuer und ich bin absoluter Laie.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Auch bei hoch­wertigen Kameras mit großem Zoom-Bereich gibt es interes­sante Alternativen, aber auch solche Kameras sind dann unter Umständen ziemlich schwer, wie z. B. die Fujifilm X S1 mit über 20-fachem Zoom und relativ großem Bild­sensor, die aber ungefähr 1 kg wiegt. Im Produktfinder Digitalkameras gibt es noch weitere Alternativen.

(Dr. Markus Bautsch): Die X S1 kostet übrigens 400 bis 500 Euro.

Reisende: Ich suche zur DSLR eine Zweit-(Hosentaschen)kamera, mit der auf Reisen spontan Impressionen einge­fangen werden können. Manche empfehlen das Smartphone, andere raten zur Kompakt­kamera, ich bin verwirrt. Abstriche in der Bild­qualität im Vergleich zur DSLR muss ich auf jeden Fall hinnehmen. Wozu würden Sie raten?

test.de (Peter Knaak): Da empfehle ich aus praktischen Gründen das Smartphone zum Produktfinder Handys und Smartphones. Es ist immer dabei. Bei gutem Licht sind die Bilder ordentlich und eine Bild­bearbeitungs­software am Rechner hilft auch.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Ich würde gerne noch hinzufügen, dass Smartphones meistens keinen Zoom haben und insofern bei fernen Objekten nicht so besonders geeignet sind. Außerdem haben Systemkameras natürlich eine viel bessere Bild­qualität bei schlechten Licht­verhält­nissen.

„Wann endet der Pixel-Wahn?“

Karl-Heinz Kotremba: Wann hat der Megapixel-Wahn endlich ein Ende? Die Kamera­hersteller über­bieten sich bei jeder neuen Kamera mit noch mehr Pixeln. Die Bild­qualität wird dadurch nicht besser. Nach meinen Erfahrungen werden die Bilder regelrecht? matschig? mit zunehmender Pixel­anzahl. Ursache dafür sind die meist zu kleinen verwendeten Sensoren! Meiner Meinung nach ist für den Hobby­fotografen zukünftig ein Bild­format im UHD- bzw. 4K-Format also mit 3840 x 2160 Pixel voll­kommen ausreichend!

test.de (Peter Knaak): Auf das Ende des Megapixel-Wahns warten auch wir sehnsüchtig. Wir haben ihn auch schon versucht, herbei­zuschreiben – aber die Hersteller hören nicht drauf. Gute Kameras können die Auflösung immerhin deutlich verringern und dadurch die Bild­qualität bei wenig Licht verbessern.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Auch ich stelle meine hoch­wertigen Systemkameras in der Regel auf maximal 8 Megapixel, oft sogar nur 5 Megapixel ein, ohne dass ich nennens­werte Einbuße bei der Bild­qualität habe. Im Gegen­teil: Ich kann nur bestätigen, dass bei wenig Licht die Bild­qualität sogar noch besser sein kann. Insofern ist der Ansatz mit dem 4K-Format mit gut 2.000 Bild­zeilen ein guter Ansatz. Im Übrigen kann man von der hohen Megapixel-Zahl nur mit extrem leistungs­fähigen und sehr kost­spieligen Objektiven profitieren.

Kameras mit Display und Sucher

Asuvedo: Guten Tag Herr Knaak, Guten Tag Herr Bautsch Hier meine Frage: Für mich haben alle Kameras mit (nur) Display einen entscheidenden Nachteil: bei direktem Sonnenlicht­einfall lässt der Kontrast – und damit die Möglich­keit der Beur­teilung des Bildes – deutlich nach. Gibt es eine bezahl­bare (bis 500 Euro) Kompakt­kamera auf dem Markt, die neben dem Display auch noch einen guten Sucher bietet? Der Sucher sollte hell und formatfüllend abbilden und die wesentlichen Daten des Bildes (Belichtungs­zeit, Blende, Programm) wiedergeben.

test.de (Peter Knaak): Gute Sucher finde ich auch wichtig, so einen habe ich aber bei einer Kamera bis 500 Euro bisher nicht gefunden.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Ganz im Gegen­teil: Der ziemlich gute elektronische Aufsteck­sucher für die Sony RX1 kostet alleine schon 450 Euro. Zukunft: Ich habe eine Sony Kamera mit E-Bajonett. Wie finde ich heraus, welche Objektive von Dritt­anbietern es gibt? Ich würde eventuell auch ein Objektiv mit A-Bajonett und Adapter kaufen.

test.de (Peter Knaak): Der einfachste Weg ist der auf die Websites der Objektiv-Hersteller Sigma und Tamron.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Übrigens: Beim E-Bajonett von Sony gibt es inzwischen zwei Varianten, wovon die teurere für Voll­formatsensoren geeignet ist und für die Kameras mit kleinerem APS-C-Sensor nicht erforderlich sind.

Was taugen Aufsatz­objektive für das Smartphone?

Perlentaucher: Ich habe gelesen, dass es für Smartphones auch teil­weise schon Objektive als externen Aufsatz gibt. Halten Sie so etwas für sinn­voll oder handelt es sich dabei nur um teure aber nutzlose Accessoires?

test.de (Dr. Markus Bautsch): Es ist zu unterscheiden zwischen passiven Aufsätzen, die einfach vor das Objektiv des Smartphones gesetzt werden und von denen man sich nicht viel erhoffen sollte und interes­santen Inno­vationen wie dem QX-System von Sony, wo eine komplette Kamera ohne eigenen Monitor über wlan mit dem Smartphone verbunden werden kann. Diese Kameras kann man sogar völlig ohne Smartphone benutzen und sie bieten die gleiche Bild­qualität wie die entsprechenden Kompakt­kameras von Sony, kosten aber auch fast genauso viel.
zum Produktfinder Handys und Smartphones.

Gesucht: Eine robuste Kamera

Mumpitz: Ich suche eine Kamera für meinen 11 jährigen Sohn, der sich sehr für Fotografie interes­siert. Mir ist daher wichtig, dass die Kamera robust ist und auch mal was aushalten kann. Macht da eine Systemkamera über­haupt Sinn? Welches Modell können Sie mir empfehlen?

test.de (Peter Knaak): Von Systemkameras würde ich abraten und statt­dessen eine kompakte, wasser- und stoß­geschützte Kompakt­kamera empfehlen, die alle Anbieter im Programm haben.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Es gibt zwar auch staub- und regen­wasser­geschützte Systemkameras oder sogar das wasser­dichte Modell Nikon AW1, allerdings sind diese recht teuer und durch die Möglich­keit des Objektiv­wechsels können auch immer Schmutz oder Feuchtig­keit in die Kamera gelangen – das dürfte eher nichts für Kinder­hände sein.

Das Smartphone als Ersatz für alles?

Bernhard Freitag: Da gerade mein Navi kaputt gegangen ist und ich zum Telefonieren nur eine altes Handy besitze, will ich mir ein Smartphone zulegen und drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Eine gute Kamera, ein gutes Telefon und auch – mit der entsprechenden gekauften Software – ein gutes Navi erstehen ... Aber geht das über­haupt? Oder muss man nicht zwangs­läufig da Kompromisse schließen? Vom Preis her ist jedenfalls jetzt schon das Smartphone güns­tiger (ich gehe von 400 Euro aus, inklusive Software).

test.de (Peter Knaak): Eine Empfehlung: Samsung Galaxy S4 Zoom – es ist bezahl­bar, liefert gute Fotos und kann mit einer guten Navi-App das Navigations­gerät ersetzen. Viele Informationen finden Sie bereits im Kostenlosen Bereich des Produktfinders Handys und Smartphones.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Das Besondere bei dieser Smartphone-Kamera ist, dass man mit dem Objektiv zoomen kann – das können die meisten anderen Smartphones nicht.

Pünkt­chen: Haben Sie auch Unter­wasser­kameras getestet? Ich bin auf der Suche nach einer Kamera, die sowohl an Land als auch Unterwassser Fotos machen kann – gibt es so etwas über­haupt?

test.de (Dr. Markus Bautsch): Alle Unter­wasser­kameras in unserem Produktfinder können auch an Land fotografieren. Es gibt sogar ein Modell, bei dem das Objektiv gewechselt werden kann (Nikon AW1), alle anderen sind kompakte Modelle, die allerdings etwa teurer sind als normale Kameras und auch bei der Bild­qualität in der Regel schlechter abschneiden.

Fragen zum Umstieg – von analog zu digital

Frau S. aus Stutt­gart: Ich möchte von meiner analogen Spie­gelre­flex auf eine gute Digitalkamera umsteigen. Komme ich um Voll­format und damit eine höhere Investition einfach nicht herum, wenn ich eine sehr gute Bild­qualität haben möchte oder gibt es im Bereich bis ca. 1.200 Euro wirk­lich gute Alternativen? Z.B. die Nikon D7100?

test.de (Peter Knaak): Voll­format ist nicht zwingend erforderlich und für 1.200 Euro auch nicht zu haben, das geht erst ab 2.000 Euro los. Wichtig: Wie viel Zubehör soll an der neuen Kamera funk­tionieren? Fern­diagnose: Wahr­scheinlich ist ein radikaler Schnitt bei Wechsel­optiken und Blitzgeräten erforderlich.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Digitale Spie­gelre­flexkameras gibt es sogar schon für wenige hundert Euro und für 1.200 Euro gibt es schon richtig interes­sante Modelle. Es sollte einem aber bewusst sein, dass ein hoch­wertiges Objektiv schon allein 1.200 Euro kosten kann. Schluss­folgerung: Das Kamera­gehäuse mit Stan­dard­zoom ist nur der geringste Anteil der Foto­ausrüstung.

Hobby-Fotograf: Als Nikon-Fan stellt sich für mich die Frage, welche Serie für einen (ambitionierten) Amateurfotografen besser ist: 5000-er oder 7000-er, z.B. D5200 vs. D7100, die den gleichen Chip haben sollten. Vorteile der 5000-er Serie: kleiner/leichter, Display dreh-/schwenk­bar, güns­tiger Preis. Dagegen steht die (angeblich) bessere Bild­qualität der 7000-er Serie und das robustere Gehäuse, dafür aber (deutlich) höherer Preis. Ihre Empfehlung?

test.de (Peter Knaak): Vieles spricht für die 5000er-Serie. Sie ist billiger und durch den Klapp­monitor sehr komfortabel. Das gesparte Geld würde ich in bessere Objektive stecken, ein gutes Objektiv macht mehr an der Bild­qualität als der Body.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Die teureren Modelle sind meistens nicht nur robuster, sondern bieten auch schnel­lere Einzel­bild- und Serien­bild­folgen: für Sport­fotografen sehr wichtig, in vielen anderen Fällen aber verzicht­bar.

Eine Action-Cam als Alternative?

testo: In letzter Zeit höre ich immer wieder, dass live Action Kameras auch sehr gute Bilder machen können. Inwiefern behaupten sich „GO-Pro“ u.ä. gegen­über reinen Bild­kameras in ähnlicher Größe und Preis?

test.de (Dr. Markus Bautsch): Action-Camcorder sind sehr klein, leicht und robust, aber schwer zu hand­haben und können bei der Bild- und Video­qualität mit guten Kameras und Camcordern nicht mithalten. Außerdem können die Action-Camcorder nicht zoomen zum Produktfinder Camcorder.

lulu: Welche Smartphones kommen über­haupt infrage, wenn ich auch beim Bilder machen voll auf’s Telefon setzen will – und auf eine Kamera ganz verzichten möchte?

test.de (Peter Knaak): Die neue Smartphone-Generation macht schon ordentliche Bilder, Spitzenreiter ist immer noch das Samsung Galaxy S4 Zoom, nicht zuletzt durch die Zoom-Funk­tion.

Fotoman: Ich vermisse den Test der Sony Alpha 7R, z.B. mit einem Carl Zeiss Objektiv. Verschiedene Fach­zeit­schriften wollen bei dieser Kamera eine Bild­qualität fest­gestellt haben, die erst­mals sogar besser ist als bei den viel teureren Profikameras von Nikon und Canon. Da ich meinen Kauf in erster Linie vom Urteil der Stiftung Warentest abhängig mache, würde ich einen Test dieser Kamera sehr begrüßen. Wahr­scheinlich warten viele andere Interes­senten auch auf einen neutralen Test.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Die von uns mit Stan­dard-Kit-Objektiv SEL 2870 getestete Alpha 7 hat auch Voll­format und eine über­zeugende Bild­qualität. Mit einem sehr hoch­wertigen Objektiv wie z. B. von Carl Zeiss wird es mit Sicherheit noch besser, aber leider auch teurer. Aufgrund unserer beschränkten Prüf­kapazität müssen wir uns leider auf die verkaufs­stärksten der von den Herstel­lern angebotenen Objektiv-Kits beschränken.

lutz1907: Ich habe eine Nikon DX 3200 mit 200er Tele­objekt AF-S Nikkor 55–200. Ich möchte ein noch größeres (300er oder besser 400er) anbauen. Geht das und was kostet so etwas?

test.de (Peter Knaak): Natürlich lässt sich an die D3200 (mit DX-Sensorformat) auch eine größere Brenn­weite „anbauen“. Angesichts der hohen Auflösung der Nikon ist da aber schon ein wirk­lich teures Objektiv zu empfehlen, da können schnell 4.000 Euro und mehr drauf­gehen. Vielleicht tut es einfach auch eine Ausschnitt­vergrößerung.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Das nennt man auch Digitalzoom und es funk­tioniert bei billigen Objektiven schlechter. Bei sehr guten Objektiven kann man das in gewissen Grenzen noch sehr gut einsetzen. Entsprechende Objektiv-Angebote gibt es natürlich von Nikon selbst, aber auch hier gibt es interes­sante Alternativen von Sigma oder Tamron. (Produktfinder Objektive im Test)

Bald nur noch Voll­formatsensoren?

Asuvedo: Eine Frage zur Zukunft der Fotografie: Glauben Sie, dass in 5 bis 6 Jahren in Digitalkameras nur noch Voll­formatsensoren arbeiten und dass diese Kameras dann Filmkameras voll­kommen verdrängt haben, weil sie beides können, das Fotografieren und das Filmen ?

test.de (Peter Knaak): Nein. Trotz des gegen­wärtigen Booms von Voll­formatkameras ist der historische Trend zu immer kleineren Bild­diagonalen wohl kaum aufzuhalten. Beim Filmen kommt es auch auf die Hand­habung an und da sind Camcorder der Digitalkamera einfach über­legen. Insofern wird es immer eine Nische für das eine ebenso wie für das andere Produkt geben.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Vielleicht noch zwei Details: Voll­format ist beim Filmen manchmal gar nicht so praktisch. Erstens ist die Schärfentiefe bei licht­starken Objektiven so einge­schränkt, dass man Motive kaum noch scharf abbilden kann. Und zweitens erwärmen sich die Bild­sensoren beim Filmen. Bei Voll­format-Sensoren kann diese Wärme nur sehr schlecht weggeführt werden, so dass die Bilder verrauschter werden.

Moderator: Und noch eine aktuelle Frage:

Test­gut6: Ich möchte gerne Portrait­aufnahmen mit „verschwommenem“ Hintergrund anfertigen. Ist hierfür auch eine Kompakt­kamera geeignet. Mit dem hierfür vorhandenem Programm „Portrait“ erziele ich keine guten Resultate. Wäre hier eine Kompakte mit manueller Blenden­einstellung (z.B. Canon S120) geeignet? Danke!

test.de (Peter Knaak): Kompakt­kameras sind in der Regel wenig für diese Bild­gestaltung geeignet. Wichtig ist ein Objektiv mit hoher Anfangs­licht­stärke: Blende 2,8 oder besser. Die Misere haben Kamera­hersteller erkannt und bieten bei ausgewählten Modellen inzwischen ganz gute Unschärfefilter, die den Effekt gut simulieren.

Martin_1979: Sie erwähnten hier öfter die Bedeut­samkeit eines guten Objektives. Auf was sollte man achten wenn man sich ein Objektiv für eine mittel­preisige Kamera zulegt. Welche Faktoren machen ein gutes Objektiv aus.

test.de (Peter Knaak): Auflösung, Verzeichnung, Licht­stärke, ggf. Bild­stabilisator und abge­dichtetes Gehäuse sind wesentliche Merkmale. Auch eine mittel­preisige Kamera profitiert von einem hoch­wertigen Objektiv. Grund­satz: Was das Objektiv nicht durch­lässt, könnte die beste Kamera nicht mehr ins Bild bringen.

test.de (Dr. Markus Bautsch): Grund­sätzlich kann man sagen, dass folgende Regel immer gilt: Je besser, desto teurer, und das können dann auch wirk­lich mal weit über 1.000 Euro werden.

test.de (Peter Knaak): Genau. Das sieht man dann zum Beispiel auch in kontrast­reichen Bildern.

Herbert: Ich besitze noch eine Nikon F-801. Zubehör: AF NIKKOR 35–70mm; 70–210mm und ein Blitzgerät Nikon Speed­Light SB-24. Seither habe ich mit einer Kompakt­kamera fotografiert, möchte aber wieder auf eine „Große“ umsteigen. Kann ich von diesen Teilen in der digitalen Welt noch etwas verwenden? Falls ja, welche Kamera wäre dann die Richtige? Im voraus herz­lichen Dank für die Auskunft

test.de (Peter Knaak): Das Zubehör wird Ihnen nicht viel helfen, das Blitzgerät ist nicht für Digitalkameras geeignet und könnte nur mit manuellen Einstel­lungen genutzt werden (das macht Fotografieren wunderschön lang­sam). Und an den Objektiven wird das geänderte Bild­format auffallen, so Sie eine Kamera mit kleinerem Sensor (nicht Voll­format) kaufen, haben Sie den Effekt der relativen Brenn­weitenverlängerung mit dem Faktor 1,5. Aus den weitwink­ligen 35 mm Anfangs­brenn­weite entstehen Bilder wie mit einem 50 mm-Objektiv. Weitwinkel verschwindet, Tele­brenn­weite wird besser.

Moderator: Kommen wir zu unserer letzten Frage im heutigen Chat.

Tom: Ich suche eine Intervall­funk­tion (alle 10 sec ein Bild), das scheint bei Kompakten genauso selten wie Smartphones. Können Sie mir einen Hersteller bzw. Modell nennen?

test.de (Dr. Markus Bautsch): Folgende Modelle aus unserem Produktfinder haben eine Intervall­funk­tion: Nikon Coolpix A, P7800, P7700, P520; Leica D-Lux 6; Panasonic LX7, TS5, TS25, FT5, FT25; Ricoh GR, HZ15; Pentax WG-3, WG-10 und Casio ZR800.

Asuvedo: Vielen Dank Herr Knaak, Herr Bautsch für die Beant­wortung der Fragen. Ich finde die Möglich­keit der Beant­wortung von Fragen durch einen Chat eine sehr gute Einrichtung von „Stiftung Warentest“. Bitte machen Sie weiter so.

Moderator: Die Chat-Zeit ist auch schon fast um: Wollen Sie noch ein kurzes Schluss­wort an die User richten?

test.de (Peter Knaak): Schön, dass Fotografie so gemocht wird. Wir chatten gerne wieder!

test.de (Dr. Markus Bautsch): Es bleibt spannend. In den nächsten Jahren wird es noch viele interes­sante Inno­vationen geben. Spätestens bis dann!

Moderator: Das waren 60 Minuten test-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beant­worten konnten. Auch wir bedanken uns bei Peter Knaak und Dr. Markus Bautsch, dass Sie sich die Zeit für die User genommen haben.

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