Chat Invaliditäts­schutz Meldung

Die Finanztest-Expertinnen Beate-Kathrin Bexterm­öller (links) und Alisa Gott­schew­sky.

Eine Berufs­unfähigkeitsver­sicherung ist erste Wahl, um Invaliditäts­risiken abzu­sichern. Doch was tun Menschen, die die Absicherung aufgrund von Vorerkrankungen nicht bekommen oder denen der Schutz zu teuer ist? Fragen zur Absicherung von Invaliditäts­risiken beant­worten die Finanztest-Expertinnen Beate-Kathrin Bexterm­öller und Alisa Gott­schew­sky heute im Chat auf test.de – von 13 bis 14 Uhr. Stellen Sie schon jetzt Ihre Fragen.

Die Top 3-Fragen

Moderator: Es ist jetzt 13 Uhr. Hier im Chat begrüße ich jetzt Beate-Kathrin Bexterm­öller und Alisa Gott­schew­sky. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatte­rinnen und Chatter beant­worten. Gleich die erste Frage an unsere Gäste: Wie sieht es aus, wollen wir starten?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Ja!

Alisa Gott­schew­sky: Ja, gerne.

Moderator: Vor dem Chat hatten die Leser und Lese­rinnen bereits die Möglich­keit Fragen zu stellen und zu bewerten. Hier die TOP 1 Frage aus dem Pre-Chat:

Diabolus: Sie schreiben in Ihrem Intro: ...“doch schon nach einer ersten Psycho­therapie gibt es meist keine Berufs­unfähigkeits­versicherung (BU) mehr....“ Einfache Frage: Gibt es denn BUs, die man trotz psychischer Vorerkrankung (Burn Out mit einhergehender Depression, vier Jahre her, ausgeheilt) noch abschließen kann? Und zu welchen Konditionen? Oder gibt es alternative BUs, die nur diese Vorerkrankung ausschließen, ansonsten aber das volle Paket bieten?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Unsere Leser­aufrufe haben gezeigt, dass es generell sehr schwierig ist, nach einer Psycho­therapie einen vernünftigen Berufs­unfähigkeits­schutz zu bekommen. Die Versicherer hand­haben die Annahme unterschiedlich. Viele schauen sich ganz genau an, aufgrund welchen Krank­heits­bildes eine Psycho­therapie gemacht wurde und entscheiden dann. Erst nach Ablauf von 5 oder 10 Jahren nach Beendigung der Therapie kann es unpro­blematisch sein, einen Vertrag zu bekommen.

Moderator: ...und hier kommt die TOP 2 Frage:

Gutmensch: Seit 2008 beziehe ich von der gesetzlichen Renten­versicherung eine Rente wegen teil­weiser Erwerbs­minderung. Kann ich unter diesen Umständen noch eine Erwerbs­unfähigkeits- oder Grund­fähig­keits­versicherung oder dergleichen abschließen? Oder würden mich alle Versicherer ablehnen?

Alisa Gott­schew­sky: Versicherer fragen im Antrags­formular oft, ob bereits Renten wegen Erwerbs­minderung oder Berufs­unfähigkeit in der Vergangenheit bezogen wurden. Wie damit umge­gangen wird, hängt vom jeweiligen Versicherer ab. Man kann nicht generell sagen, dass es abge­lehnt wird. Es hängt vor allen Dingen davon ab, wie lange der Rentenbe­zug zurück­liegt und aus welchem Grund die Rente bezogen wurde.

Moderator: Die TOP 3 Frage:

Anon: Wenn man keine private Berufs­unfähigkeits­versicherung bekommt (Krankheit o.ä.), wie realistisch ist es, das Risiko mit den Tabellen DAV1997I von der Webseite der Deutschen Aktuar­ver­einigung selbst zu kalkulieren und mit Sparen abzu­sichern? Mit welcher Wahr­scheinlich­keit wäre die Spar­strategie erfolg­reich (bei BU-Eintritt genug Geld vorhanden um bis zur Rente zu leben), und ist sie über­haupt geringer als eine echte BU (die Verwaltungs­kosten hat und oft Zahlung ganz verweigert usw.)?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Vereinfacht gesagt verbergen sich hinter dem Begriff DAV die Mathematiker und Statistiker der Gesell­schaften, die Wahr­scheinlich­keiten ausrechnen. Dadurch, dass man nicht weiß, wann zum Beispiel eine Berufs­unfähigkeit eintritt, lässt es sich schwer kalkulieren, über welche Summe man verfügen müsste, um seinen Lebens­unterhalt bis zum Renten­alter aus eigenem Ersparten finanzieren zu können.

Alisa Gott­schew­sky: Die Versicherungs­gesell­schaften können das, weil sie viele Kunden haben, von denen einige berufs­unfähig werden, andere nicht. Aus der Beitrags­ersparnis allein lassen sich die möglicher­weise gebrauchten Summen nicht finanzieren. Finanzieren können das nur Menschen, die vermögend sind.

Begriffs­erklärungen

Moderator: Zwei Fragen zu Unterschieden und Begriff­lich­keiten:

Sabine: Bitte grenzen Sie die Begriffe (Teil-)Erwerbs­minderung, Berufs­unfähigkeit, Erwerbs­unfähigkeit so voneinander ab, dass ich verstehen kann, was versichert wird.

Gerd S.: Worin besteht der Unterschied zwischen einer Erwerbs­minderung, einer Erwerbs­unfähigkeit und der Berufs­unfähigkeit? Wogegen sollte ich mich privat absichern?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Versicherungs­tech­nisch ausgedrückt liegt eine Erwerbs­unfähigkeit im Regelfall vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfte­verfalls, die ärzt­lich nach­zuweisen sind, voraus­sicht­lich mindestens 6 Monate (es gibt auch andere Zeiträume) ununterbrochen außer Stande sein wird, einer Erwerbs­tätig­keit von mindestens 3 Std. täglich nach­zugehen. Der zuletzt ausgeübte Beruf ist nicht entscheidend.
Gute Berufs­unfähigkeits­versicherungen stellen darauf ab, dass man seinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann. Geleistet wird meist, wenn dies zumindest zu 50 % nicht mehr der Fall ist. Eine volle Erwerbs­minderung liegt vor, wenn Versicherte wegen Krankheit oder Behin­derung unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeits­marktes auf nicht absehbare Zeit nur noch weniger als 3 Std. täglich erwerbs­tätig sein können. Der Begriff der Erwerbs­minderung kommt aus der gesetzlichen Renten­versicherung.

Dread-Disease-Versicherung

Wadenbeisser: Könnten Sie bitte noch auf die Absicherungs­möglich­keiten und Empfehlungen bei Multiple Sklerose (MS) eingehen?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Hier könnte vielleicht eine Dread Disease-Versicherung abge­schlossen werden, allerdings natürlich mit einem Ausschluss für MS.

Mutter: Leistet eine Dread Disease-Versicherung z.B. wenn eine Kranken­schwester wegen eines Band­scheiben­vorfalls nicht mehr als solche arbeiten kann?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Ob jemand aufgrund einer Erkrankung nicht mehr arbeiten kann, ist für die Leistung aus einer Dread Disease-Versicherung nicht relevant. Entscheidend ist der Katalog der versicherten Erkrankungen. Dieser variiert zwischen den Anbietern und sollte sich genau angeschaut werden.

Grund­fähig­keits- und Funk­tionalitäts­versicherung

Sebastian: Hallo, was versteht sich bitte unter einer Grund­fähig­keits- oder Funk­tions­invaliditäts­versicherung?

Alisa Gott­schew­sky: Über die Grund­fähig­keits­versicherung ist der Verlust bestimmter Fähig­keiten wie Hören, Gehen, Sprechen, Sehen, Treppen­steigen oder Knien versichert. Über die Funk­tions­invaliditäts­versicherung sind dagegen erhebliche Beein­trächtigungen bestimmter körperlicher Funk­tionen wie Blindheit, Taubheit oder Einschränkungen des Bewegungs­apparates durch Krankheit oder Unfall versichert, außerdem leisten beide auch bei Pflegebedürftig­keit eine Rente.

Erwerbs­unfähigkeits­versicherung

StefanHL2205: Ist eine Erwerbs­unfähigkeits­versicherung ohne Ausschluss besser als eine Berufs­unfähigkeit mit Ausschluss für bestimmte Krankheiten?

Alisa Gott­schew­sky: Es kommt darauf an, um welche Art von Ausschluss es sich handelt, denn die Erwerbs­unfähigkeits­versicherung bietet natürlich generell weniger Schutz als die Berufs­unfähigkeits­versicherung. Sie leisten nämlich erst, wenn man so gut wie gar nicht mehr arbeiten kann.

Soley: Welche Summe (Berufs­unfähigkeits­rente) muss ich ansetzen? Gibt es eine Faustformel für die Errechnung?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Orientieren sollte man sich vor allem an seinem Netto-Einkommen, darüber hinaus kann man auch weitere Einkünfte einbeziehen. Über eine Nach­versicherungs­garantie kann später bei bestimmten Anlässen (Heirat, Einkommens­erhöhung etc.) ohne erneute Gesund­heits­prüfung die Rente ange­hoben werden. Man sollte darauf achten, dass eine Nach­versicherungs­garantie im Vertrag enthalten ist.

Kett­wiesel: Sind bei der privaten Erwerbs­unfähigkeits­versicherung die Leistungs­kriterien die gleichen wie bei der staatlichen Erwerbs­minderungs­rente? Oder kann es passieren, dass die private nicht zahlt, obwohl man von der Deutschen Renten­versicherung als voll erwerbs­gemindert anerkannt wurde?

Alisa Gott­schew­sky: Die Voraus­setzungen für eine gesetzliche oder eine private Leistung sind sehr unterschiedlich. Wer eine gesetzliche Rente erhält, bekommt deswegen nicht auto­matisch auch die Leistung aus der privaten Erwerbs­unfähigkeits­versicherung, schon gar nicht aus einer privaten Berufs­unfähigkeits­versicherung, die in der Regel immer auf den zuletzt ausgeübten Beruf abstellt.

Selbst­auskunft und Vorerkrankungen

Kett­wiesel: Wie weit geht im Leistungs­fall eigentlich die Auskunfts­pflicht des Versicherten? Was darf die Versicherung alles fragen und fordern, und wie viel Zeit darf sie sich bis zur Entscheidung lassen?

Alisa Gott­schew­sky: Im Leistungs­fall sind die Ärzte von der Schwei­gepflicht entbunden und müssen voll­ständig Auskunft über den Krank­heits­zustand des Versicherten geben. In den Versicherungs­bedingungen können Sie nach­lesen, ob es eine bestimmte Frist gibt, wann der Versicherer leistet und welche Unterlagen er benötigt.

Stefan10: Wird eine private Erwerbs­unfähigkeits­rente nur bis zum 67. Lebens­jahr gezahlt oder bis zu Lebens­ende?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Bei den privaten Erwerbs­unfähigkeits­versicherungen liegt die maximale Leistungs­dauer im Regelfall bei 67 Jahren. In unserer aktuellen Unter­suchung hatte kein Anbieter eine lebens­lange Lauf­zeit im Angebot. Die Lauf­zeit wird allerdings individuell vereinbart und kann auch kürzer sein.

Thanatos: Ist es richtig, dass z.B. Chro­nisch-Kranke eine bessere Chance haben eine BU, die der Arbeit­geber anbietet, zu bekommen, da dort die Gesund­heits­prüfung weniger rigide ausfällt?

Alisa Gott­schew­sky: Es ist möglich, dass es, vor allem in großen Unternehmen, Angebote für eine betriebliche Absicherung des Berufs­unfähigkeits­risikos gibt. Es ist außerdem möglich, dass es hier auch Angebote mit sehr wenigen oder gar keinen Gesund­heits­fragen gibt, so dass auch Arbeitnehmer mit Vorerkrankungen hier eine Chance haben, sich abzu­sichern.

Mschiffer: Sehr geehrte Damen und Herren, muss oder sollte ich einen Heuschnupfen bzw. die Allergie angeben, auch wenn ich deswegen seit mehr als 10 Jahren nicht in ärzt­licher Behand­lung war und die Beschwerden von Jahr zu Jahr schwächer werden?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Sie müssen alle Fragen im Antrag ehrlich und voll­ständig beant­worten. Wonach nicht gefragt wird, darauf kann auch keine Antwort gegeben werden.

Psychische Erkrankungen

Mutter: Meine Tochter hatte letztes Jahr eine Depression, seither nichts mehr. Welche BU-Versicherung würde sie nehmen angesichts eines eventuellen Ausschlusses wegen psychischer Krankheit?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Die Versicherer sind sehr vorsichtig, wenn psychische Erkrankungen oder Therapien in der Vergangenheit bei der Antrag­stellung angegeben werden. Bei psychischen Erkrankungen ist es auch nicht ungewöhnlich, dass nicht nur 5 Jahre, sondern auch länger zurück gefragt wird. Die Anbieter gehen allerdings sehr unterschiedlich mit den genannten Angaben um. Manche versuchen, sich ein detailliertes Bild zu machen, um das gesundheitliche Risiko genau einschätzen zu können. Eine mögliche Alternative ist der Abschluss einer Dread Disease-Versicherung (Schwere Krankheiten-Versicherung), die – wenn man sich manche Annahme­kriterien ansieht – nicht gleich bei psychischen Erkrankungen eine Ablehnung aussprechen dürfte.

Unisex-Tarife

Moderator: Zwei Fragen zu Unisex Tarifen:

Lotta: Lohnt es sich als Frau abzu­warten bis Anfang nächsten Jahres die Unisex-Tarife einge­führt werden?

Insi: Macht es als Frau Sinn, wenn man auf die Unisextarife bei Berufs­unfähigkeits­versicherungen in 2013 wartet oder werden nur die Angebote für Männer teurer? Ab wann kann man in der Regel die ersten Angebote von Versicherungen zu Unisextarifen erhalten und diese mit aktuellen Angeboten vergleichen?

Alisa Gott­schew­sky: Das Geschlecht bildet bei der tariflichen Kalkulation nicht den Haupt­kosten­faktor, dies ist eher der Beruf. Daher wird es wohl keine gravierenden Beitrags­unterschiede für Frauen ab dem 21.12.2012 geben. Ab diesem Datum sind nur noch Unisex-Tarife zulässig. Vielleicht kann man sich vom Versicherer schon jetzt ausrechnen lassen, was möglicher­weise ab Dezember gezahlt werden müsste. Darüber hinaus sollten natürlich die guten Bedingungen im Vordergrund stehen.

A.M.: Dürfen 2 Berufs­unfähigkeiten abge­schlossen werden? Würden beide Versicherung im Leistungs­fall zahlen?

Alisa Gott­schew­sky: Natürlich kann man zwei Versicherungen abschließen und auch beide in Anspruch nehmen, allerdings darf man sich damit nicht bereichern. Das heißt, die Versicherer achten darauf, dass die Gesamt­rente nicht unver­hält­nismäßig hoch ist.

Kinder versichern

L.Schadock: Was ist bei der Invaliditäts­absicherung von Kindern ab dem Säuglings­alter zu beachten

Sl: Hallo. Ich möchte für meine Tochter (3,5 Jahre alt) eine Invaliditäts­versicherung abschließen. Wo finde ich das, was soll ich beachten?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Eine Berufs­unfähigkeits­versicherung macht im Kind­heits­alter noch keinen Sinn. Viele Versicherer versichern erst ab einem Alter von 15 Jahren. Für Kinder bietet sich eher die Kinder­invaliditäts­versicherung an, die die Risiken „Unfall und Krankheit“ abdeckt und die oft später in eine Berufs­unfähigkeits­versicherung umge­wandelt werden kann.

Mwcux: Unsere Kinder (14) spielen Leistungs­fußball, die Vereins­versicherung ist zwar vorhanden aber wohl kein wirk­licher Schutz, wenn es um schwerere Schäden oder gar Teilinvalidität geht. Was ist sinn­voll abzu­schließen?

Alisa Gott­schew­sky: Sinn­voll in diesem Fall ist eine Unfall­versicherung oder eine Kinder-Invaliditäts­versicherung, die allerdings erheblich teurer ist.

Nord­stube: Ist eine BU-Versicherung bereits für meine 18-jährige Tochter sinn­voll, die gerade Abi gemacht hat, demnächst ein FSJ beginnt und danach Studium plant? Gibt es sinn­volle, preis­werte Alternativen?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Der Abschluss einer Berufs­unfähigkeits­versicherung empfiehlt sich, da Ihre Tochter noch jung und gesund ist, die Beiträge daher nied­rig und der Versicherungs­schutz in der Regel sehr gut sind. Das heißt, ohne Vorerkrankung erhält man Verträge ohne Ausschluss bestimmter Krankheiten und ohne Risiko­zuschläge. Man bezahlt natürlich etwas länger, aber wir konnten ausrechnen, dass der Beitrags­unterschied insgesamt – über die gesamte Lauf­zeit hinweg – oft nur wenige Hundert Euro ausmacht im Vergleich zu jemandem, der erst mit 30 Jahren den Vertrag abschließt.

Rente und Berufs­unfähigkeit

Sabine: Was passiert im Falle des BU-Leistungs­falls, wenn der Versicherungs­nehmer vorzeitige Rente, z.B. mit 63 Jahren aufgrund von Schwerbehin­derung, beantragen würde? (Zahlung bis 67J)

Alisa Gott­schew­sky: Private und gesetzliche Absicherung haben nichts miteinander zu tun: Wenn der eine zahlt, heißt es nicht, dass der andere zahlt – und umge­kehrt. Und es könnten natürlich auch beide zahlen.

Lotta: Wenn ich falsche Angaben mache, verjähren diese nach 10 Jahren? Und falls ja erhalte ich dann nach 10 Jahren trotz falscher Angaben Leistungen der BU-Versicherung?

Alisa Gott­schew­sky: Es kommt darauf an, ob Sie die Angaben bewusst falsch gemacht haben oder aus Versehen. Bewusste Falsch­angaben verjähren nie, das ist dann arglistige Täuschung.

Wingerter: Sollte man selbst im Internet nach einem guten Versicherungs­schutz suchen oder beim Vertreter oder Makler?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Wir empfehlen auf jeden Fall unsere Tests zum Thema (zur Themenseite Berufs- & Erwerbsunfähigkeitsversicherungen). Sich vorab zu informieren, ist sehr sinn­voll. Für den Abschluss kommt es darauf an, ob Sie einen guten Makler Ihres Vertrauens kennen, denn eine gute Berufs­unfähigkeits­versicherung zu finden und abzu­schließen, ist keine Kleinig­keit.

Steuern auf die Rente

Wagner1937: Unfall­rente: Nach einem Frei­zeit­unfall (2009) beziehe ich aus privater Unfall­versicherung anstelle einer Einmalzahlung eine vierteljähr­lichen Rente (ca. 400 Euro). Muss ich diese mit Ertrags­anteil versteuern?

Alisa Gott­schew­sky: Ja, auf jeden Fall. Die Höhe des Ertrags­anteils hängt davon ab, in welchem Alter die Rente begonnen hat und wie lange sie läuft.

Mick­imaus: Was raten sie einem 41-Jährigen Selb­ständigen, der vor 5 Jahren eine Krebs­erkrankung hatte, als Absicherung?

Alisa Gott­schew­sky: Es hängt natürlich davon ab, welche Art von Krebs­erkrankung Sie hatten und wie Ihre gesundheitliche Prognose aussieht. Sollten Sie aus ärzt­licher Sicht voll­ständig geheilt sein, könnte ein Versicherer das auch so sehen und Ihnen einen Vertrag geben. Im Übrigen müssen Sie im Antrag immer voll­ständige Angaben machen. Werden allerdings keine Fragen zu weit zurück­liegenden Erkrankungen gestellt, müssen Sie auch keine entsprechenden Antworten geben.

Moderator: Eine Nach­frage zu gemachten Angaben:

Lisl: Wenn ich eine Erkrankung vergesse und später wegen einer anderen Erkrankung berufs­unfähig werde, kann die Versicherung die Leistung dann verweigern?

Alisa Gott­schew­sky: Wenn die Berufs­unfähigkeit aufgrund einer anderen Erkrankung erfolgt, sollte es irrelevant sein, dass Sie eine andere Erkrankung aus Versehen nicht angegeben haben.

Moderator: Die Chat-Zeit ist auch schon um: Wollen sie noch ein kurzes Schluss­wort an die User richten?

Alisa Gott­schew­sky: Berufs­unfähigkeits­schutz ist wichtig, man sollte sich recht­zeitig darum kümmern. Die Alternativen bieten immer nur einge­schränkten Schutz. Während die Unfall- und die Dread Disease-Versicherung im Leistungs­fall eine Kapitalzahlung vorsehen, zahlen die anderen Absicherungs­möglich­keiten eine Rente.

Moderator: Das waren 60 Minuten test.de-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beant­worten konnten. Vielen Dank auch an Beate-Kathrin Bexterm­öller und Alisa Gott­schew­sky, dass Sie sich die Zeit für die User genommen haben.

...zum aktuellen Test Arbeitsunfähigkeit.

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