Chat Internetsicherheit Meldung

Wer ungeschützt im Internet surft, riskiert, Daten und Passwörter an Kriminelle zu verlieren: Allein für das Betriebssystem Windows kommen täglich mehr als hundert Viren, Würmer oder Trojaner hinzu. Alle Fragen zu Abwehrprogrammen beantworten die test-Redakteure Sandra Müller und Peter Knaak im Chat auf test.de.

13 Programme gegen Viren und Trojaner im Test

Moderator: Hier im Chat begrüße ich jetzt Sandra Müller und Peter Knaak. Vielen Dank, dass Sie die Fragen unserer Chatterinnen und Chatter beantworten. Gleich die erste Frage in die Runde: Wie sieht es aus, wollen wir starten?

Sandra Müller: Ja!

Moderator: Damit die technisch erfahrenen und weniger erfahrenen Nutzer auf einem Stand sind: Was haben Sie denn im aktuellen test-Heft getestet und was waren die zentralen Ergebnisse?

Sandra Müller: Wir haben insgesamt 13 Sicherheitspakete getestet und drei kostenlose Virenschutzprogramme. Die zentralen Punkte waren: Wie gut schützen sie gegen Viren, Trojaner und andere Schädlinge? Auch Handhabung und Ressourcenbelastung wurden getestet.

Biker: Stichwort Sicherheitssoftware: Ich weiß nicht, wem ich glauben kann. Jeder Tester hat einen anderen Testsieger: der eine Norton, der andere G Data und wieder ein anderer Kaspersky. Wie sicher ist Ihr Test?

Sandra Müller: Wir arbeiten ja unabhängig und werbefrei. Wie andere Unternehmen arbeiten und testen, dazu können wir jetzt nichts sagen, weil wir das nicht wissen. Unser Testsieger war G Data Internet Security 2009.

Moderator: Damit ist sicher auch diese Frage schon beantwortet:
Huffle: Gibt es eine gute Firewall, die Sie empfehlen können?

Sandra Müller: Die Firewall von BitDefender war besser als die von G Data, weil sie den Rechner nicht so belastet.

Firewall macht die Schotten dicht

Feuermauer: Können Sie die Windows-XP-Firewall empfehlen? Reicht es, wenn man nur diese aktiviert hat?

Peter Knaak: Klares nein! Keine Empfehlung. Unbedingt ein anderes Programm benutzen. Die XP-Firewall achtet nur auf Eindringlinge von außen. Wenn sich ein Schädling eingenistet hat, kann er von innen aus ungehindert wüten. Unter Vista ist man besser dran. Diese Firewall prüft sowohl nach innen als auch nach außen.

Karin: Wofür benötigt man eine Firewall? Danke für Ihre Info. Karin

Peter Knaak: Ein Rechner ohne Firewall ist wie ein Haus mit 10.000 offenen Türen und Fenstern. Die Firewall macht alles zu und stellt sich vor die wenigen verbleibenden offenen Türen wie ein Rausschmeißer vor einer Bar.

Sandra Müller: Eine gute Firewall macht die Türen von innen wie von außen zu.

Kostenlose Antivirenprogramme schützen auch

Moderator: Zwei Fragen zu einem ähnlichen Thema:
Wolfgang: Wo gibt es den besten kostenlosen Virenschutz?

Pino: Sind kostenlose Anti-Virenprogramme verlässlich?

Sandra Müller: Der beste kostenlose Virenschutz, den wir im Test hatten, ist die Alwil Software von Avast! Die hat auch einen guten Virenscan, belastet den Rechner nicht zu stark, hat aber keine Firewall. Kostenlose Antivirenprogramme, die gut abschneiden, sind auf jeden Fall besser, als gar keinen Virenschutz zu haben. Sie sind aber auch besser als Kaufprogramme, die nur befriedigend oder schlechter abschneiden.

Mails werden mitgelesen und protokolliert

Pseudonym: Kann ich sicher sein, dass die Anbieter von Sicherheitssoftware wie Antivirensoftware, meine Privatsphäre schützen? Es wäre doch wohl ein Leichtes, mein Vertrauen auszunutzen und mich nicht (nur) vor Viren zu schützen, sondern gleichzeitig, zum Beispiel, meine Festplatte zu kopieren.

Peter Knaak: Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es überhaupt nicht, sobald man ins Internet geht. Die Frage wäre hier allerdings: Warum sollten sie ihre Kunden ausspionieren und würden sie wirklich damit durchkommen? Solch ein Vertrauensmissbrauch würde sich ruckzuck herumsprechen und die Branche würde baden gehen.

Kleo: Zur Zeit benutze ich das kostenlose ZoneAlarm als Firewall. Muss ich bei diesen Gratis-Anbietern damit rechnen, dass die meinen Internetverkehr mitlesen können oder speichern?

Peter Knaak: Jedweder Internetverkehr wird ohnehin mitgelesen und protokolliert. Dass eine Firma wie ZoneAlarm das nun auch noch für sich tun sollte, ist eher unwahrscheinlich. Siehe vorherige Antwort.

Angreifer haben Vorsprung vor Wächtern

Reich: 100-prozentige Sicherheit mit einem Knopfdruck: Wo gibt es dieses Programm?

Beide: Nirgendwo!

Sandra Müller: Das wird es nie geben, denn die Angreifer sind den Wächtern immer voraus und es kommen täglich neue hinzu.

Peter Knaak: Ein Grund mehr, immer mit offenen Augen zu surfen und nicht auf alles zu hüpfen, was einem angeboten wird (Gewinnspiele, pikante Fotos und Videos u.s.w.).
Adalbert: Welches sichere Antivirenprogramm bremst meinen PC am wenigsten?

Sandra Müller: Das sicherste Kaufprogramm aus unserem Test war BitDefender Internet Security 2009. Guten, ressourcenschonenden Virenschutz bietet auch das Programm von Avast!

Eisswolf: Kann von den Antivirenprogrammen, die kein Rettungsmedium mitliefern oder dessen Erstellung ermöglichen, trotzdem mit „bordeigenen“ Mitteln, also am heimischen PC, ein Rettungsmedium erstellt werden? Wenn ja, wie?

Peter Knaak: Rettungsmedien erstellen ist recht trickreich und durch den Laien nicht zu bewältigen.

Mac-User machen sich keine Gedanken über Sicherheit

Stefan: Wie sicher sind Apple-Computer?

Ich: Ich bin Mac-User und mache mir bisher zu diesem Thema gar keine Gedanken. Oder muss ich mir welche machen?

DavidFlorian: Ich habe einen Mac und ein iPhone. Habe ich diese auch vor Viren zu schützen und wie?

Peter Knaak: Ich bin auch Mac-User und mache mir keine Gedanken.

Sandra Müller: Ich bin Linux-Nutzer und mache mir auch keine.

Peter Knaak: Alternative Betriebssysteme sind nicht per se sicherer, aber sie werden seltener angegriffen. Für Nutzer von Apple und Linux muss allerdings immer die Software aktualisiert werden.

E-Mail-Anhänge sind am häufigsten infiziert

Urs: Wenn man sich nur auf Mainstream-Seiten rumdrückt, wo kommen da die Viren her?

Peter Knaak: Es gibt mehrere Einfallstore. E-Mail-Anhänge sind immer noch die Nummer eins. Und auch auf Mainstream-Seiten gibt es Links zu anderen Seiten und da ist man schnell auf unsicherem Terrain.

Sandra Müller: Zu der vorhergehenden Frage: Auch Apple- und Linux-Nutzer sollten beim Surfen darauf achten, wo sie surfen, was sie herunterladen und welche E-Mail-Anhänge sie öffnen.

Mfbgt: Wie kann ich an meinem Rechner am besten (laufend) sicherstellen, dass er sicherheitstechnisch up-to-date ist? Dabei sehe ich das Einspielen der monatlichen Windows-Updates, aktueller Browser und Virenscanner als selbstverständlich an.

Peter Knaak: Virenschutz nach dem Starten des Rechners immer gleich aktualisieren, alles andere auf automatische Aktualisierung lassen. Das genügt eigentlich schon.

Provider müssen Internetverkehr speichern

Christian: Zitat: „Jedweder Internetverkehr wird ohnehin mitgelesen und protokolliert.“ Wie meinen Sie das? Von wem?

Peter Knaak: Wir haben die Vorratsdatenspeicherung, nach der alle Internetprovider angehalten sind, jedweden Internetverkehr all ihrer Nutzer zu protokollieren und auf Anforderung den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung zu stellen. Ein zutiefst politisches Thema, das wir jetzt aber nicht weiter vertiefen müssen.

Wolfbecker: „Testsieger war G Data InternetSecurity 2009.“ Meine Frage: Belasten die nicht mehr so stark die Ressourcen des PC wie vor ein paar Jahren?

Sandra Müller: G Data ist das einzige Virenschutzprogramm, das mit zwei Engines läuft. Im letzten Test war das auch schon so. Das erhöht die Sicherheit, ist aber für ältere Rechner nicht zu empfehlen.

Urs: Viele Webmail-Anbieter haben einen Virenschutz bei Anhängen. Sind diese sicher?

Peter Knaak: Es gab noch keine Klagen, sie ersetzen aber natürlich nicht den Virenschutz auf dem PC. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz.

Die empfehlenswerte Kombination gratis

Michael: Welche Komplettlösung bzw. welche Kombination von kostenlosem Virenschutz- und Firewallprogramm (also Freeware) empfehlen Sie für Systeme mit Windows Vista Home Premium und Office- bzw. Firefoxnutzung? Danke.

Sandra Müller: Die Vista-Firewall ist ausreichend. Und dazu eben unseren Testsieger bei den kostenlosen Virenprogrammen von Avast!

Annalena: Hallo! Wir haben einen etwas betagten Rechner für unseren Internetzugang: Microsoft Windows 2000 5.00.2195, ServicePack 4. Gibt es dafür kostenlose Schutzprogramme gegen Viren, Hacker usw.? Danke!

Sandra Müller: Auch dafür können wir den kostenlosen Virenschutz von Avast! empfehlen, denn er läuft auch noch auf Windows 2000.

Stecker ziehen bei unsicherem Betriebssystem

WinME-User: Ich verwende auf meinem acht Jahre alten Notebook WindowsME. Avira AntiVir lässt sich unter diesem Betriebssystem nicht mehr aktualisieren. Welches andere kostenlose Antivirenprogramm können Sie empfehlen?

Peter Knaak: ME ist mittlerweile für das Internet absolut unsicher. Für dieses Betriebssystem gibt es keine Updates und auch Virenschutzsoftware haben wir nicht mehr gefunden. Stecker ziehen!

S. Toth: Ich gehe über einen Router mit Firewallfunktion ins Web. Ist das ein vollwertiger Ersatz für eine Firewallsoftware?

Peter Knaak: Nein.

Sandra Müller: Eine Kombination aus beiden wäre besser, weil sich die Software ja regelmäßig die neuesten Updates von den Herstellerseiten lädt.

Peter Knaak: Übrigens sind Firewalls in Routern in ihrer Leistung sehr unterschiedlich und zum Teil sehr schwer einzurichten. Hier sollten sich nur Fachleute heranwagen.

Kein Online Banking im Internetcafé

Prof Hase: WLAN-Nutzung bei offenen Netzwerken – wie sicher ist das bzw. kann man da unbedenklich E-Mails abrufen oder Chatten? Auf was sollte man verzichten?

Sandra Müller: Zu Hause gehört auf jeden Fall das WLAN verschlüsselt. In Internetcafés sollte man nichts sicherheitsrelevantes wie z.B. Online Banking machen.

Reinhold fre: Kann ich die originalverpackte Kaspersky Internet Security Version 7.0 von 2007 noch verwenden?

Peter Knaak: Ich würde bei Kaspersky anfragen, ob ein preiswertes Update auf die aktuelle Version möglich ist. Der Schutz von 2007 ist heute völlig unzureichend.

Lieber mit Firefox browsen

Steffen: Habe den Norton Internet Security installiert. Ist es daneben ratsam, den Microsoft Defender zu installieren?

Peter Knaak: Der Defender ist eine gute Ergänzung, frisst aber jede Menge Ressourcen. Der bessere Tipp ist: Browsen mit Firefox.

Luibas: Ich habe zur Zeit G Data InternetSecurity 2009 seit 12/08 installiert. Im Handel gibt es bereits Version 2010. Ist G Data 2009 noch sicher oder ist es sinnvoll, 2010 bereits heute zu installieren?

Peter Knaak: Mein Tipp ist, die Updates regelmäßig einzuspielen und die Laufzeit der Lizenz auszunutzen (1 Jahr).

Wolfbecker: Anschlussfrage: Und für ältere Rechner, Netbooks, was empfehlen Sie da?

Sandra Müller: Als einziges Programm, das noch unter Windows 95 und 98 läuft, haben wir das kostenlose Antivirenprogramm von Avast! im Test. Windows 2000 wird noch öfter unterstützt.

Laidback: Ist meine Comodo-Firewall unsicher?

Sandra Müller: Dazu können wir leider keine Aussage machen, weil wir die nicht geprüft haben.

Wallenstein: Ich verwende die Fritz!Box 7170 in Verbindung mit der Software Fritz!DSL Startcenter. Ist es sinnvoll, zusätzlich G DATA Internet Security zu installieren? Können Konflikte mit der Hardware-Firewall der Fritz!Box auftreten?

Sandra Müller: Eigentlich dürfte es keine Probleme zwischen der Hardware- und der Softwarefirewall geben. Und sich nur auf die Router-Firewall zu verlassen, ist zu unsicher.

Die Welt flüchtet vor Microsoft-Produkten

Karwa: Wie beurteilen Sie Windows Live OneCare? Ich vermisse das Programm in Ihrem Vergleich.

Peter Knaak: Welche Frage? Alle Welt flüchtet vor Microsoft-Produkten. Und hier sollen die Sicherheitslücken mit Microsoft selbst gestopft werden? Darüber mögen viele schmunzeln. Geprüft haben wir sie aber nicht.

Eisswolf: Ich habe Avira AntiVir Premium, aber nicht die Security Suite, installiert. Kann ich parallel dazu die von Ihnen mit „gut“ (1,9) bewertete Alwil Software Avast! 4.8 installieren, ohne dass sich die Programme gegenseitig als Malware erkennen?

Sandra Müller: Wieso sollte man überhaupt zwei Virenscanner benutzen? Wir raten, nur ein Programm zu installieren, da es eben durchaus sein kann, dass sie sich gegenseitig als Schadsoftware erkennen.

Virenschutzprogramm womöglich gekapert

Utee: Ich verwende das Virenschutzprogramm „AntiVir PersonalEdition Classic Freeware“. Im Sicherheitscenter von Windows Vista erscheint aber unter Virenschutz „Nicht überwacht“. Ist der Avira Virenschutz für Vista nicht geeignet? Gibt es Freeware-Virenschutz, der im Windows Sicherheitscenter mit verwaltet wird?

Peter Knaak: Unter meiner Vista-Installation wird genau diese Software mit „verwaltet“. Hier vermute ich eine Gefahr: Womöglich ist das Virenschutzprogramm bereits gekapert und wird deshalb vom Betriebssystem nicht erkannt. Ich empfehle dringend, einen Sicherheitscheck beispielsweise mit Linux-Live-CDs, wie sie in vielen Computerzeitschriften mitgeliefert werden. Allerdings muss das Sicherheitscenter von Vista natürlich auch angewiesen werden, diesen Virenschutz zu überwachen. Vielleicht ist das einfach nur abgeschaltet.

Virenschutz ist für die Katz, wenn er nicht aktualisiert wird

Sie-bert: Mir wurde für den Sicherheitscheck meines PC F-Secure empfohlen. Was halten Sie von dieser Software? Und in welchem Rhythmus sollte ich den Online-Sicherheits-Check durchführen?

Sandra Müller: F-Secure Internet Security 2009 hat einen guten Virenschutz. Der Virenscan bietet dem User informative Rückmeldungen, es sind auch verschiedene Sicherheitsstufen einstellbar und es sind auch solche zusätzlichen Funktionen wie Kinderschutz, Spamfilter und Phishing-Schutz dabei. Natürlich sollte auch dieses Programm regelmäßig aktualisiert werden, weil das beste Schutzprogramm nichts nutzt, wenn es nicht auf dem aktuellsten Stand ist.

Sowis: Hallo, ich habe derzeit auf meinem Laptop (Windows Vista) die Testversion des „Norton Internet Security 2009“ installiert, welche in einer Woche ausläuft. Nach Ihrem Test zu urteilen, ist der Testsieger „G DATA InternetSecurity 2009“ wohl die bessere Wahl. Gibt es bei einem Wechsel etwas zu beachten bzw. Probleme bei der Installation oder sonstiges?

Peter Knaak: Nach unseren Erfahrungen sollte es keine Probleme geben.

Muenps: Was ist von ZoneAlarm zu halten?

Peter Knaak: 2007 haben wir kostenlose Firewalls getestet, auch ZoneAlarm, das damals gut abschnitt. Der aktuelle Stand ist uns leider nicht bekannt.

Sicheres Online-Banking

Rano: Homebanking: Sind Systeme wie StarMoney (Sparkasse) mit HBCI-Chipkarte sicher?

Sandra Müller: Wir können sagen, dass HBCI das sicherste Verfahren für Online-Banking ist, das derzeit auf dem Markt ist. Der User erhält ein Kartenlesegerät und eine Chipkarte, mit der das Online-Banking abgesichert wird.

Laidback: Stimmt es, das Norton den PC stark ausbremst?

Sandra Müller: Können wir laut dem neuesten Test nicht mehr bestätigen.

Karin: Ein Spezialist sagte mir, dass er ohne große Schwierigkeiten in meinem PC reinkommt, auch wenn Kaspersky läuft. Ist das richtig? Und wie schütze ich mich davor? Vielen Dank für Ihre Antwort. Karin

Sandra Müller: Man muss Virenschutz von einer Firewall unterscheiden.

Peter Knaak: Und dann hängt es von den Firewall-Einstellungen ab. Lücken bleiben trotzdem – es gibt im Internet keine 100-prozentige Sicherheit.

Sandra Müller: Wenn man bei der Firewall eine hohe Sicherheitsstufe eingestellt hat, kommen öfter Warnmeldungen und man muss eben ganz genau hinschauen, was gefragt wird und die „Alarme“ nicht einfach wegklicken.

Peter Knaak: Durch unkontrolliertes Wegklicken trainiert man die Firewall auf geringe Sicherheit statt auf hohe.

Lizenzverlängerung so teuer wie neue Software

Luibas: Stichwort Lizenzverlängerung: Ist es üblich, dass die Lizenzverlängerungen genauso viel kosten wie die neue Software-Version, d.h. es gibt kein Vorzugspreis?

Peter Knaak: Ja, das ist oft so. Vergünstigte Updates sind eher die Ausnahme.

Hargrand: Kaspersky Internet Security 2009 soll bei Würmern und Trojanern schwächeln. Was lässt sich tun, um diesen Mangel zu beseitigen?

Sandra Müller: Gar nichts. Ein anderes Programm verwenden.

Peter Knaak: Dass sie schwächeln, ist kein Gerücht, sondern das Ergebnis unseres Tests.

Viren in Quarantäne setzen

THW: Bringen nachträgliche Virenscans der Festplatte überhaupt irgendwas?

Sandra Müller: Natürlich. In dem Moment, wo ich den Virus finde, kann ich ihn wahlweise in Quarantäne setzen oder löschen.

Peter Knaak: Der Scan nach dem Befall kann kritisch sein, wenn die Schadsoftware die Antivirensoftware ausschaltet, was heute immer öfter geschieht. Hier sind Start-CDs mit Linux und einem Virenscanner von Vorteil. Das gibt es z.B. bei Avira zum Herunterladen und auch die PC-Zeitschriften bieten das immer wieder an.

Laidback: Ihre Testergebnisse sind erschütternd! Kann ich meiner Oma überhaupt noch raten, ins Internet zu gehen?

Sandra Müller. Wenn die Oma mit einem guten Virenschutz surft, immer.

Peter Knaak: Meine auch nicht mehr ganz jungen Eltern gehen ebenfalls ins Internet und ich kann nur sagen, ältere Leute sind viel zurückhaltender und tappen nicht in halb so viele Fallen wie jüngere.

Laidback: Danke, dann bin ich beruhigt.

Wolfbecker: Von Avira gibt es eine Freeware Version und Versionen, die etwas kosten. Sind diese Versionen besser als das Freeware Programm oder gar notwendig?

Sandra Müller: Wir haben im Test festgestellt, dass der Virenschutz ungefähr gleich ist. Die Kaufversion hat zusätzliche Funktionen wie Passwortschutz, Spamfilter oder E-Mail-Schutz.

LN2: Welchen Virenschutz empfehlen Sie für ein Linux-Betriebssystem?

Peter Knaak: Aktuell halten und beim Surfen Obacht geben. Als Virenschutz könnte unter Umständen ClamAV helfen.

Sicherheits-Plus für den Firefox

Wolfgang Rohr: Ist Firefox auch sicherer als der neue Internet Explorer?

Peter Knaak: Die Sicherheit der Browser haben wir nicht getestet, damit ist keine test-Antwort möglich. Allerdings ist der Internet Explorer immer noch der Browser Nummer eins und damit auch die Angriffsfläche Nummer eins. Ein klares Plus für den Firefox.

Luibas: Wenn von G Data ein Virus in Quarantäne geschickt worden ist, kann man sich dann auf die Ungefährlichkeit verlassen? Oder erst nach der Löschung?

Sandra Müller: Wir sagen ganz klar, dass es besser ist, einen Virus immer zu löschen und nicht nur in Quarantäne zu stellen.

Was bei Virenbefall zu tun ist

Luibas: Was muss ich bei einem aktuellen Virenbefall tun?

Sandra Müller: Komplett-Scan des Rechners (Festplatte und Arbeitsspeicher) und gefundene Schädlinge löschen.

Peter Knaak: Günstig wäre dann, eine Start-CD mit einem Linux und Virenscanner, wie es bei Avira angeboten wird, nachträglich über den Rechner laufen zu lassen.

Moderator: Ein Schlusswort?

Peter Knaak: 50 Prozent der Computersicherheit hat der Nutzer durch sein Surfverhalten in der Hand. Nur die andere Hälfte ist Technik. Insofern viel Spaß beim Surfen.

Sandra Müller: Ich kann mich Herrn Knaak nur anschließen. Vielen Dank für den Chat.

Moderator: Das waren knapp 60 Minuten test.de-Expertenchat. Vielen Dank an unsere Experten für die Antworten und ein großes Dankeschön an unsere Fragesteller, deren Beiträge wir leider aus Zeitgründen nicht alle beantworten konnten.

Aktueller Test: Internetsicherheit

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