Chat Fotoprints Meldung

Welche Anbieter liefern die besten Fotoposter? Was muss ich wissen, damit das Fotobuch des Sommerurlaubs wirklich gelingt? Fragen zum Thema beantworteten die Fachredakteure Sandra Müller und Michael Wolf im Chat. Lesen Sie die Antworten.

Experten im Chat

Die Fachredakteure der Stiftung Warentest, Sandra Müller und Michael Wolf, chatteten am Mittwoch, 5. August 2009, mit Lesern auf test.de. Lesen Sie hier das Protokoll des moderierten Chats.

Moderator: Herzlich willkommen zum test.de-Expertenchat zum Thema Fotoprints, Fotobücher und Fotoposter. Die test-Experten Sandra Müller und Michael Wolf stehen Ihnen heute Rede und Antwort. Gleich die erste Frage an Sandra Müller und Michael Wolf: Können wir starten?

Sandra Müller und Michael Wolf: Ja, gerne!

Darauf sollten Sie bei Fotobüchern achten

MrTester: Auf welche Kriterien sollten Kunden ganz generell achten, wenn Sie ein Fotobuch erstellen lassen wollen?

Sandra Müller: Im Vorfeld sollte man sich informieren bei den Anbietern, zum Beispiel auf der Website, wie viele Formate und Einbände sie anbieten und welche Betriebssysteme von ihrer Software unterstützt werden. Bietet der Anbieter nur Vorkasse an oder liefert er auch gegen Rechnung? Wenn man ein Fotobuch sehr schnell bestellen möchte und nur gegen Vorkasse geliefert wird, fangen viele Anbieter erst an zu produzieren, wenn das Geld eingegangen ist.

Michael Wolf: Die Qualität sieht man natürlich erst wenn das Produkt geliefert worden ist, aber dafür gibt es ja unseren Test.

Auswahl der Anbieter

3x: Nach welchen Auswahlkriterien wurden Anbieter ausgewählt? Ich kenne noch viele andere Fotobücher (Fotobuch.de). Und wie ist es mit Laboren, die für drei bis vier Anbieter arbeiten (CEWE)?

Sandra Müller: Zuerst können wir sagen, dass uns wichtig war, dass die Anbieter Fotobücher und auch Fotoposter im Angebot hatten, was bei Fotobuch.de z. B. nicht der Fall ist. Dann war uns wichtig, dass die Anbieter aus den Bereichen Drogeriekette, Fotofachhandel, Elektronikmärkte, Lebensmitteldiscounter und reinen Internetanbietern kommen.

Michael Wolf: Dann entscheidet zum Schluss die Marktbedeutung. Da ist die Auswahl natürlich dann nicht mehr so groß.

RE: CEWE ist der eigentliche Anbieter, sowohl bei Saturn wie auch bei Schlecker und wird auch dieselbe Software anbieten. Wie kann es sein, dass die Albenerstellung bei Saturn im Test als sehr gut und bei Schlecker als ausreichend bewertet wurde?

Sandra Müller: Es ist schon so, dass CEWE das Labor für viele der genannten ist, z.B. Saturn, Promarkt, Müller und dm. Da steckt CEWE dahinter, aber man kann nicht pauschal sagen, dass diese Fotobücher dann auch alle die gleiche Qualität haben. Das liegt daran, dass die Anbieter mit CEWE einzeln aushandeln, welche Softwaremodule von CEWE zur Verfügung gestellt werden und ebenso, welche Gestaltungsmöglichkeiten für den Endverbraucher geboten werden. Da geht es zum Beispiel auch um Merkmale wie: Wie werden die Fotos im Labor verbessert? Ein Anbieter legt zum Beispiel mehr Wert auf realistisch wirkende Farben, ein anderer legt mehr Wert darauf, dass sehr viel bei den Bildern optimiert wird. Insofern können schon verschiedene Endprodukte bei den Anbietern herauskommen.

Michael Wolf: Speziell bei Schlecker muss man bedenken, dass sie zwei unterschiedliche Fotobuchdienste anbieten: Zum einen das CEWE-Fotobuch aber auch das „Schlecker Fotobuch“ und wir haben bei Schlecker das letztere geprüft, das von dem Anbieter myphotobook produziert wird.

MS: Wie viele Exemplare der einzelnen Produkte haben Sie von jedem Hersteller getestet?

Sandra Müller: Wir haben von jedem Anbieter drei Fotobücher (Hardcover, DIN-A4-Klebebindung) bestellt, bei den Postern pro Anbieter 3x3 Poster.

Fokus auf Allround-Anbieter

MS: Dadurch, dass Sie Fotoprints und Fotobücher gemeinsam testen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass spezialisierte Anbieter unter den Tisch fallen, sehr groß. Warum haben Sie dies nicht unabhängig voneinander getestet? Schließlich testen Sie auch nicht Waschmaschinen und Wäschetrockner in einem Test.

Michael Wolf: Wir haben auch schon reine Fotobuch- und reine Printtests gemacht, wo dann natürlich auch spezialisiertere Anbieter eine Rolle gespielt haben. Diesmal war unser Fokus eben eher auf Allroundern, die beides anbieten. Das kann beim nächsten Test aber schon wieder anders sein. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass sehr kleine Spezialanbieter bei unseren Tests vorkommen, eher gering, weil bei unserer Marktauswahl auch die Marktbedeutung eine große Rolle spielt. Kleinere Spezialisten tauchen hin und wieder mal auf, wenn sie etwas technisch Besonderes bieten, das bei größeren Anbietern so nicht zu finden ist, zum Beispiel bei Schnelltests.

Hoher Preis ist kein Qualitätskriterium

Daniel: Sollte man lieber zu teuren Fotobüchern oder kann man auch zu etwas billigeren Fotobüchern greifen?

Sandra Müller: Die Testsieger sind Saturn, Mediamarkt und Rossmann. Diese waren eher mittelpreisig, wohingegen der schlechteste Anbieter auch am teuersten war. Man kann daher keine eindeutige Aussage machen, dass die Qualität mit dem Preis zusammenhängt.

Fotokasten und pixopolis enttäuschen

frerkohm: Was war der schlimmste Fauxpas, der im Test vorkam?

Sandra Müller: Das Schlimmste war der Hersteller Fotokasten, da fielen alle Bücher, die wir bestellt haben, nach ein paar Mal auf- und zuklappen schon auseinander. Die längste Lieferzeit bei den Postern war Pixopolis mit 16 Werktagen.

Lieferzeit und Druckqualität

Anne: Kann es sein, dass die Qualität sowohl von der Lieferzeit als auch vom Druck sehr variiert? So habe ich bei Lidl trotz der bereits zweimalig bestätigten Lieferzeit 2,5 Wochen (!) auf mein Buch gewartet (nicht Weihnachten oder Ähnliches)? Und bei Karstadt bzw. Schlecker habe ich durchaus schon verschiedene Druckqualitäten beobachten können.

Michael Wolf: Was die Lieferzeiten angeht, haben wir bei unseren Tests nur gelegentlich einzelne Ausreißer gehabt. Was die Druckqualität angeht, haben wir allerdings auch beobachtet, dass es da auch innerhalb desselben Anbieters deutliche Schwankungen geben kann.

Moderator: Eine Frage zum Thema Lieferzeiten:

Sergej Fehrlich: Welches ist die schnellste Möglichkeit? Gar nicht über das Netz?

Sandra Müller: Über das Netz ist es am schnellsten. Bei Anbietern, die sowohl eine Bestellung über Filialen als auch übers Internet anbieten (zum Beispiel Drogeriemärkte) ist die Bestellung übers Netz meist schneller.

o2: Welche Fotobücher drucken ihre Seiten wie Fotoabzüge, das heißt in der gleichen Qualität? Viele verwenden hier ein Druckverfahren, bei dem es deutlich erkennbare Farbpunkte gibt (Offset-Druck?). Besser ist natürlich die Fotoqualität.

Michael Wolf: Diese Fotobücher mit glänzenden fotochemischen Seiten gibt es noch nicht besonders lange, sie werden als Premiumangebot vermarktet. Im aktuellen Test hatten wir sie noch nicht berücksichtigt, sondern nur die konventionell gedruckten. Bei diesen konnten wir dann im Test tatsächlich ein gewisses Bildrauschen erkennen, wodurch die Drucke eher flach und kontrastarm wirken können. Vielleicht prüfen wir dann beim nächsten Test auch die Premiumbücher.

Analogfotos digitalisieren

Holger42: Kann man auch Fotobücher von analogen Negativen machen?

Michael Wolf: Wir haben nur die Möglichkeiten geprüft, aus Digitalbildern Fotobücher zusammenstellen. Die Analogfotos müsste man erstmal digitalisieren. Ob es auch Anbieter gibt, die das Digitalisieren und das Zusammenstellen als Fotobuch als Komplettangebot haben, weiß ich nicht.

Fotobücher auf CD einsenden

delphin: Von Aldi kenne ich die Möglichkeit, das offline erstellte Fotobuch per CD statt online einzusenden. Ist dies auch bei den anderen Anbietern möglich?

Sandra Müller: Durchaus. Zumindest bei den großen Anbietern im Test ist dies möglich.

Datenschutz und Bild-Speicherung

Peter: Was passiert denn eigentlich mit den Fotodaten – bleiben die bei den Firmen?

frerkohm: Gibt es Datenschutzrichtlinien? Können die Anbieter meine Fotos speichern?

Michael Wolf: Die Anbieter sagen, dass sie diese schnell wieder löschen. Das ist auch plausibel, da eine längere Speicherung unnötig Geld kosten würde. Aber prüfen konnten wir das natürlich nicht, da wir keinen Zugriff auf die Server der Anbieter haben.

Auf die Auflösung achten

Moderator: Mehrere Fragen zu einem ähnlichen Thema:

FLutz: Welche Auflösung des Bildes sollte man für ein digitales Foto mindestens haben, um es auf 80x57 Postergröße zu drucken? Danke.

Fotofan: Wie groß darf ich denn mein Poster entwickeln, damit die Bildqualität noch ansprechend bleibt? Meine Kamera hat 10 Megapixel.

Michael Wolf: Bei den meisten Anbietern liegt die Maximalgröße für Poster bei 50x75 cm. Schlecker gibt zum Beispiel an, dass dafür ein 6-Megapixel-Bild benötigt wird. Demnach könnte ein 10-Megapixel-Bild zumindest theoretisch sogar noch größer gedruckt werden. Zum Glück erfolgt beim Hochladen der Bilder in der Regel auch eine automatische Kontrolle, ob die Bildauflösung für das gewünschte Druckformat ausreicht.

... weiter zum 2. Teil:Chat Fotoprints

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