Chat Elektrofahrräder Meldung

Nicht jedes Elektrofahrrad taugt etwas. Im Test brach bei einem Rad der Rahmen, bei anderen versagten die Bremsen. Alle Fragen zu den Pedelecs beantworteten die test-Experten Elke Gehrke und Jürgen Tewes im Chat. Lesen Sie die Antworten.

Moderator: So, es ist jetzt 13 Uhr. Hier im Chat begrüße ich jetzt Elke Gehrke und Jürgen Tewes. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatterinnen und Chatter beantworten. Gleich die erste Frage an unsere Gäste: Wie sieht es aus, wollen wir starten?

Jürgen Tewes: Ja!

Die Top 2 der Fragen unserer Leser

Moderator: Vor dem Chat hatten die Leser und Leserinnen bereits die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu bewerten. Hier die TOP 1 Frage aus dem Pre-Chat:

Ma123: Bei E-Bikes gibt es Felgenbremsen, Trommelbremsen, Rücktritt- und bei Flyer auch Spaltbremsen. Was sagen Sie zu den Unterschieden im Bremsverhalten auch unter Berücksichtigung von Feuchtigkeit z.B. bei Regen?

Jürgen Tewes: Das beste Testergebnis brachten die hydraulischen Bremsen. Nur ein Pedelec verfügte über eine Rücktrittbremse.

Moderator: und die Top 2 Frage:

Bemol: Was halten Sie von dem City-E-Bike „San Remo“? Vorderradnabenantrieb. Vorne und hinten Felgenbremse. 7-Gang Shimano Schaltung. Dieses wird bei Amazon für 800 Euro angeboten und über den Großhändler DS-Produkte bezogen.

Jürgen Tewes: Die Begrenzung auf zwölf Modelle, die sich auch noch in Komforträder und Trekking-Räder aufteilen, ermöglichte leider nicht noch weitere Marken oder Modelle einzubeziehen. Da verweisen wir auf die Folgetests. Es ist nicht ohne weiteres möglich von den getesteten Fahrrädern auf andere zu schließen. Sicherlich kann man Einzelteile, die im Fahrradtest gut abgeschnitten haben, wie die schon erwähnten hydraulischen Bremsen oder die besondere Art des Motors, bei der Kaufentscheidung mit heranziehen.

Moderator: Noch weitere Fragen zu den Unterschieden:

Aktueller Test

Mano: Gibt es empfehlenswerte Klappräder mit E-Motor?

Jürgen Tewes: Es gibt jede Art von Fahrrädern inzwischen mit Motorunterstützung. Klappräder haben wir allerdings nicht getestet.

AHK: Wie gut sind E-Bikes aus Carbonfasern?

Elke Gehrke: E-Bikes aus Carbonfasern waren ebenfalls nicht mit im Test.

Moderator: und noch eine aktuelle Frage:

Radeb: Sind die immer häufiger von Discountern angebotenen Pedelecs empfehlenswert? Eventuell mit Abstrichen (wenig Steigung etc.) empfehlenswert? Speziell würde mich das CURTIS Alu-City-Elektrofahrrad 28“ von Aldi Nord interessieren.

Jürgen Tewes: Der Test hat gezeigt, dass gute Räder zwischen 2.200 und 2.700 Euro kosten. Räder von Discountern kosten oft nur einen Bruchteil davon. Man kann sich leicht vorstellen, dass hier auch billige Komponenten verbaut werden. Entscheidend ist aber, dass beim Discounter der Service des Fachhandels fehlt, der das Pedelec optimal einstellt und auch Reparaturen durchführt.

Hannemalm: Wir haben zwei Pedelecs von Pegasus etour, die im Test wegen eventueller Rahmenbrüche nicht gut abgeschnitten haben. Sollte man das beim Händler oder gleich beim Werk beanstanden?

Jürgen Tewes: Vertragspartner ist grundsätzlich der Händler, wo Sie das Rad gekauft haben.

K.henning: Ich suche ein Pedelec mit Energie-Rückgewinnung im Preissektor bis 2.200,- EUR.

Elke Gehrke: Dazu können wir keine konkrete Empfehlung abgeben. Das einzige Fahrrad im Test mit Energierückgewinnung war das Diamant Zouma Sport+ für 2.700 Euro.

Huehnerdieb: Die meisten Menschen kennen und vertrauen der Marke ALDI. Wann testen Sie das ALDI-E-Bike? Denn die Leute wollen endlich wissen, woran sie sind. Ein „mangelhaft“ von Stiftung Warentest ist ihnen lieber als diese ständige Ungewissheit.

Jürgen Tewes: Wir testen regelmäßig Aktionsware von Discountern. Das ist aber erst möglich, wenn ein regulärer Test veröffentlicht wurde und die Testmethoden feststehen. Dies ist jetzt beim E-Bike der Fall. Ein Test wäre nun möglich.

Juli1938: Welches sind die drei Räder mit den besten Noten?

Jürgen Tewes: Die zwei guten Komforträder waren Kreidler Vitality Elite und das Raleigh Leeds HS. Das beste Trekkingrad ist das Diamant Zouma Sport+. Weitere Informationen können Sie unserer Veröffentlichung entnehmen.

Retlaw: Für Ältere ist die Durchstiegshöhe des Rahmens sehr wichtig. Welche Durchstiegshöhen sind das bei den getesteten Tiefdurchsteiger-Pedelecs?

Elke Gehrke: In Zentimetern haben wir das nicht angegeben. Aber grundsätzlich sind die Komforträder mit Einrohrrahmen besser für einen leichteren Einstieg geeignet. Unterschiede lassen sich bei einer Probefahrt feststellen.

Karl Osadnik: Hallo, wie gut sind die neuen Boschräder und die neuen Herculesräder?

Jürgen Tewes: Der Testsieger „Kreidler Vitality Elite“ und das KTM waren mit dem Boschantrieb ausgestattet. Beide haben im Fahren und im Antriebssystem und Motor gute Noten. Ein Fahrrad der Marke Hercules war nicht im Test vertreten.

Ak: Als ich das „gut“ getestete Rad von Diamant beim Hersteller gesucht und gefunden habe, musste ich Differenzen bei den technischen Angaben feststellen. Sie haben das Modell aus 2010 getestet, es gibt auch das Modell 2011! Sind alle getesteten Fahrräder Modelljahr 2010?

Elke Gehrke: Wir haben unsere Prüfmuster von März bis Mai diesen Jahres eingekauft im Fachhandel. Wir haben die Räder gekauft die zu diesem Zeitpunkt im Fachhandel angeboten wurden.

Vroni: Sehr geehrte.Damen und Herren! Was halten Sie von E-RAD Twist Elegance Single von Gigant? Habe mir sagen lassen, von der Firma Gigant sollte man die Finger lassen! Mit freundlichen Grüßen Veronika Hülsewis

Jürgen Tewes: Das Gigant Twist Esprit Power war im Test vertreten und hat die Note „ausreichend“ (4,5) bekommen wegen nur ausreichender Bremsen.

Zwergi: Ich möchte mir ein Rad von FLYER kaufen. Wie haben diese abgeschnitten beim Test und welche Serie ist am besten für City-und Geländefahrten?

Jürgen Tewes: Im Test war von Flyer das C8 Premium, das mit der Note „befriedigend“ (2,8) abgeschnitten hat und in allen Gruppen „befriedigend“ war. Keine ausgesprochenen Höhen und Tiefen.

Unterschied Pedelec und E-Bike

Hakado: Bitte erläutern Sie den Unterschied zwischen Pedelec und E-Bike.

Jürgen Tewes: Pedelec ist die Gruppe Elektrofahrräder, deren Motorunterstützung nur wirksam ist, solange der Radler in die Pedale drückt. Außerdem endet die Motorunterstützung wenn 25 km/h erreicht sind. E-Bikes der offenen Klasse können dagegen bis zu 45 km/h schnell sein. Sie erfordern ein Versicherungskennzeichen und der Radler benötigt mindestens einen Mofaführerschein.

Moderator: und eine aktuelle Frage:

Velo: Gibt es Studien bezüglich eines erhöhten Sicherheitsrisikos von E-Bikes/Pedelecs gegenüber herkömmlichen Fahrrädern in Bezug auf höhere Geschwindigkeit, Geräuschlosigkeit etc.?

Elke Gehrke: Die gibt es noch nicht, wird zur Zeit aber untersucht.

H.Henssler: Braucht man für das E-Bike einen „Führerschein“?

Jürgen Tewes: Für das Pedelec nicht. Für ein E-Bike braucht man eine Mofaprüfbescheinigung oder einen anderen Kraftfahrzeugführerschein sofern man nach dem 1. April 1965 geboren ist.

Plafond: Lässt sich ein Pedelec auch ohne angebauten Akku (ohne elektronische Unterstützung) komfortabel wie ein „normales“ Rad fahren?

Elke Gehrke: Jedes Pedelec lässt sich auch ohne Motorunterstützung fahren. Es ist mit seinen durchschnittlich 30 Kilogramm deutlich schwerer als herkömmliche Fahrräder, was sich bei der Fahrt natürlich bemerkbar macht.

Rund um Bremsen...

Hpm: Gibt es auch Rücktrittfunktionen bei den E-Bikes?

Jürgen Tewes: Nur ein Rad im Test verfügte über eine Rücktrittbremse. Diese ist kombiniert mit einem Vorderradnabenmotor.

UH: Ich habe verschiedentlich gehört, dass auch für Pedelecs (bis 25 km/h) Hydraulikbremsen wesentlich besser wären. Ich habe Vorderbremsen und eine Rücktrittbremse. Wie ist Ihre Meinung dazu? Vielen Dank im Voraus.

Jürgen Tewes: Das bestätigt der Test. Alle drei guten Räder im Test verfügten über hydraulische Felgenbremsen.

... Antrieb/Motor

Wolli2209: Was ist eigentlich die beste Art des Antriebs (Vorderrad, Mittelantrieb, Hinterrad)?

Jürgen Tewes: Jeder Antrieb hat seine Vor- und Nachteile. Vorderradmotor ist mit einer Rücktrittbremse kombinierbar. Der Hinterradmotor hat besonders gute Traktion am Berg. Der Mittelmotor gefällt durch die ausgewogene Gewichtsverteilung. Hier ist es empfehlenswert, es selbst im Geschäft auszuprobieren. Wir empfehlen in jedem Fall eine Probefahrt vor dem Kauf.

Moderator: und eine aktuelle Frage:

D001775: Welche Steigungen schaffen Elektro-Fahrräder?

Elke Gehrke: Wir haben verschiedene Steigungen gehabt, aber wir haben nicht das Maximum ausprobiert. Alles was Sie mit dem Fahrrad so schaffen, wird natürlich unterstützt – aber eine Steigung kann ich nicht angeben. Abhängig von der Gangschaltung des Fahrrads ermöglicht die Motorunterstützung Steigungen zu fahren, wo man ohne Motor längst schieben müsste.

Moderator: und weitere Fragen zur Motorart:

Friedhelm: Bei welchem Motor ist der Wirkungsgrad besser, bei dem in der Radnabe eingebauten oder bei dem sogenannten Mittelmotor, der die Fahrradkette antreibt?

Jürgen Tewes: Es lässt sich kein Vor- oder Nachteil nachweisen. Die beiden guten Komforträder hatten einen Mittelmotor (Bosch/Panasonic). Das gute Trekking-Rad hatte einen Hinterradmotor (BionX).

Elster37: Ich lege Wert auf Mittelmotor, Nabenschaltung mit Rücktrittbremse sowie Nabendynamo vorne. Welches Pedelec empfehlen Sie?

Jürgen Tewes: Die Kombination ist nicht möglich. Rücktritt ist nur mit Vorderradnabenmotor kombinierbar. Dieser nimmt jedoch den Platz des Nabendynamos ein.

Graf: Hat der Antrieb und/oder Akku Panasonic vom Kalkhoff E-Bike Auswirkungen auf einen implantierten Defibrillator?

Jürgen Tewes: Die Prüfung der elektrischen Sicherheit zeigte auf, dass vom Antrieb des Kalkhoff keine Störung ausgeht.

... Akkus

Connie: Trifft es zu, dass selbst bei teuren E-Bikes die Akkus nur eine Lebenszeit von circa zwei Jahren haben und sehr teuer (200 Euro) wiederbeschafft werden müssen?

Jürgen Tewes: Die Preise sind im Test angegeben und liegen zwischen 330 Euro bis 700 Euro. Die Haltbarkeit in Jahren konnte im Test nicht simuliert werden. Die Hersteller versprechen aber 500–1100 Ladezyklen. Wichtig dabei ist ein sorgsamer Umgang mit den Akkus (z.B. Frost vermeiden und starke Sonneneinstrahlung im Sommer).

Moderator: und weitere Fragen zum Thema Akku:

Rici: Gibt es schon eine Elektronik, die z.B. bei Bergabfahrt den Motor als Dynamo nutzt und den Akku wieder auflädt oder dies als Bremsmöglichkeit nutzt? Oder gibt es schon Solarpanels zur Akkuladung?

Jürgen Tewes: Diese Technik gibt es und war im Test bei dem „Diamant Zouma Sport +“ vorhanden. Diese Rekuperation ist bisher jedoch noch nicht sehr effektiv.

Herbert Sahlmann: Wie viele KW/h benötigen die verschiedenen Pedelecs für eine Akku-Aufladung und was kostet das dann, z.B. für 100 km fahren?

Jürgen Tewes: Das haben wir nicht ausgerechnet. Wir haben bei den Akkus die Ladedauer und die Reichweite ermittelt. Die Stromkosten hängen jedoch von individuellen Preisen ab.

Retrosa: Wie hoch ist die realistische Reichweite eines 250W Pedelecs (90 kg, gemischter Land/Stadtverkehr, kein Gegenwind und keine größeren Steigungen) und ist ein Zweitakku empfehlenswert für weitere Touren? Bitte Empfehlung eines Fabrikats für die beste Reichweite.

Jürgen Tewes: Im Test reichten die Akkus für 20 bis 100 Kilometer. Ab 50 ist schon ein guter Wert. Bei längeren Touren empfiehlt sich die Mitnahme eines Zweitakkus. Da ein Zweitakku auch sehr teuer ist, sollte man vorher die individuelle Reichweite ermitteln.

Reuthe: Ich nehme mein Rad gern mit auf Fernflüge. Problem dabei ist, dass Airlines bestimmte Akkus nicht mitnehmen. Welche Räder darf man mitnehmen?

Jürgen Tewes: Leider ist der Transport von Akkus für Pedelecs in Flugzeugen nicht erlaubt.

Heiner: Wie schaut hinsichtlich Benutzung im Winter ein Vergleich NiMH und Lithium-Ionen aus? Warum wurde keines der oft verkauften Räder der Firma Sparta getestet?

Jürgen Tewes: Wie bereits erwähnt, mussten wir uns auf zwölf Räder beschränken. Alle Räder im Test hatten Lithium-Ionen-Akkus, die auf Frost empfindlich reagieren. Zumindest muss man mit kürzeren Reichweiten rechnen.

Ankrileverkusen: Hallo, mein 18 AH Akku läuft bei normaler Belastung und flacher Strecke nur 100 km. Ist das ok? Mit freundlichen Grüßen Andrea

Jürgen Tewes: 100 Kilometer für eine Akkuladung entspricht dem Bestwert aus dem Test. Natürlich sind die Reichweiten immer von vielen Dingen abhängig wie Geländeprofil, Gewicht, Schaltung, Reifendruck.

Alwino: Ich fahre einen Opel Astra mit eingebautem Fahrradträger, angegeben sind 40 kg zulässiges Gesamtgewicht. Bei zwei E-Bikes komme ich auf fast 50 kg einschließlich Akkus. Kann man diese leicht entfernen um das Gewicht zu verringern ?

Jürgen Tewes: Ja. Die Akkus sollten sogar beim Fahrradtransport unbedingt abgenommen werden. Ob die beiden Pedelecs dadurch so viel leichter werden, dass die Tragfähigkeit des Fahrradträgers nicht überschritten wird, sollten Sie zur Kontrolle vorher nachwiegen

Methusalixac: Wenn die Lithium-Ionen-Akkus laut test.de keinen Frost vertragen, kann man damit im Winter bei z.B. –10 Grad fahren? Müssen die Akkus auf jeden Fall frostfrei gelagert werden z.B. nachts?

Elke Gehrke: Also die Akkus müssen auf jeden Fall frostfrei gelagert werden. Man kann auch fahren und, wie vorhin bereits angesprochen, wird die Leistung des Akkus deutlich nach unten gehen. Wo die Temperaturgrenze liegt, haben wir nicht getestet. Man sollte auch berücksichtigen, dass insgesamt die Lebensdauer des Akkus damit beeinträchtigt werden kann.

Moderator: und noch aktuelle Fragen zum Thema Akku:

Hakado: Und wie soll ich im Sommer den Akku vor Sonne schützen?

Jürgen Tewes: Beim Parken im Hochsommer sollte man das Pedelec nicht in der prallen Sonne abstellen.

D001775: Bieten die Hersteller Akkus zum separaten Nachkauf an?

Jürgen Tewes: Ja, zu Preisen zwischen 300 und 700 Euro.

Moderator: und weitere aktuelle Fragen zu den Akkus:

Papier: Ist das Aufladen während der Fahrt bereits technisch ausgereift, damit dieses als Verkaufsargument gelten kann? Ich habe ein Kalkhoff Rad mit dieser Ausrüstung getestet und bin von dem jetzigen Standard nicht überzeugt! Es ergibt sich eine unruhige Fahrweise.

Jürgen Tewes: Die Rekuperation, also die Rückführung von Energie beim Bremsen und Bergabfahren, ist noch verbesserungsfähig. Im Test war nur ein Rad damit ausgerüstet.

K.kleinsch: Warum werden die temperaturempfindlichen Akkus nicht mit einem „Mantel“ ausgeliefert, der sie vor Wärme/Kälte etwas schützt nach dem Prinzip der Thermoskanne? Oder gibt es so etwas nachträglich zu kaufen?

Jürgen Tewes: Uns ist so eine Lösung nicht bekannt und es ist auch die Frage, ob es technisch lösbar ist.

Drahtesel: Wie lange müssen die Akkus geladen werden? Und müssen sie dazu ausgebaut werden?

Jürgen Tewes: Bei den getesteten Fahrrädern waren alle Akkus entnehmbar. Einige konnten aber auch direkt am Fahrrad geladen werden. Unsere Fahrräder haben für eine volle Ladung zwei Stunden 15 Minuten und neun Stunden benötigt.

... Versicherungen / Diebstahl

Phaseolus: Braucht man eine besondere Diebstahlsicherung während öffentlichen Parkens (z.B. während Einkaufs, Arztbesuchs, Gaststättenaufenthalts etc.)?

Jürgen Tewes: Die Akkus sind abschließbar. Das teure Pedelec selbst sollte natürlich mit einem guten Ring- oder Bügelschloss angeschlossen werden. Die zum Teil serienmäßigen Rahmenschlösser reichen zur Sicherung nicht aus.

Moderator: und eine aktuelle Frage:

D001775: Sollte man eine spezielle Versicherung z.B. gegen Diebstahl abschließen? Oder reicht eventuell eine geeignete Hausratversicherung?

Jürgen Tewes: Die Mitversicherung von Pedelecs in der Hausratversicherung wird unterschiedlich gehandhabt. Fragen Sie zur Sicherheit bei Ihrer Hausratversicherung nach.

... Sicherheit

Lurchi: Warum gibt es bei den erzielbaren Höchstgeschwindigkeiten keine Helmpflicht für E-Bikes?

Jürgen Tewes: Wir empfehlen immer einen Helm. Die Pflicht kann natürlich nur der Gesetzgeber auferlegen. Für die schnellen E-Bikes bis 45 km/h ist eine Helmpflicht in der Diskussion.

Andreas.peiler: Welche besonderen Regeln der Straßenverkehrsordnung gelten für Elektrofahrräder? Werden bei Verstößen Punkte im Verkehrszentralregister eingetragen? Darf man bei Entzug der Fahrerlaubnis (z.B. für Pkw) mit einem Elektrofahrrad fahren?

Jürgen Tewes: Nach dem Entzug der Fahrerlaubnis dürfen nur noch Pedelecs gefahren werden, die nicht unter die Führerscheinpflicht fallen. Bei Fehlverhalten im Straßenverkehr sind auch für Pedelecfahrer Punkte im Zentralregister möglich. Ansonsten gelten für Pedelecs ähnliche Regelungen wie für normale Fahrräder, z.B. die Benutzungspflicht für Radfahrwege und dass keine Helmpflicht gilt. Die schnellen E-Bikes dürfen Radfahrwege in der Stadt nicht benutzen außer solche mit Zusatzschild „für Mofas freigegeben“.

Moderator: und noch eine aktuelle Frage:

Alwino: Eine Zusatzfrage: werden die künftigen Pedelecs im Gesamtgewicht leichter hergestellt oder ist das aus Sicherheitsgründen eher nicht zu erwarten?

Elke Gehrke: Es ist sicher nicht in kürzerer Zeit zu erwarten, dass die Fahrräder deutlich leichter werden. Gewichtseinsparungen bei Fahrrädern sind immer eine Preisfrage. Zudem darf bei Pedelecs an der Stabilität der Rahmen nicht gespart werden, wie der Test zeigt.

... Wartung / Umrüsten

Biker1: Kann ich bei den E-Bikes noch selbst Hand anlegen oder wird die Werkstatt jetzt Pflicht?

Elke Gehrke: Alle Fahrräder sollte man regelmäßig in der Fachwerkstatt warten lassen. Das gilt insbesondere für die teuren Pedelecs und E-Bikes.

Andreas.peiler: Wann sind welche Wartungsarbeiten an einem Elektrofahrrad erforderlich? Mit welchen Kosten dafür muss ich in einer Werkstatt rechnen?

Elke Gehrke: Einmal im Jahr sollte es mindestens überprüft werden. Die Kosten sind schwer einzuschätzen, da die vom jeweiligen Zustand des Fahrrads abhängig sind.

DIY Pedelec: Sehr geehrtes Testing Team, meine Frage bezieht sich auf Fahrräder, die zu Pedelecs umgerüstet worden sind. Wie sieht es da aus mit geeigneten Fahrrädern und ob sich das ganze überhaupt lohnt und wenn ja mit welchem Umrüstsatz? Mit elektrischen Grüßen DIY Pedelec

Elke Gehrke: Wir raten grundsätzlich vom Aufrüsten von Fahrrädern mit einem Motor ab. Problematisch ist hier die Frage der Haltbarkeit des Rahmens und der Wirksamkeit der Bremsen. Darüber hinaus ist die Haftungsfrage ungeklärt. Wer den Antrieb einbaut, haftet für den sicheren Betrieb.

Ak: Können die 25km/h-beschränkten Pedelecs aufgerüstet werden auf die 40km/h-Variante?

Elke Gehrke: Wir raten davon ab, schon aus versicherungsrechtlichen Gründen.

Schlusswort

Moderator: So, die Chat-Zeit ist auch schon fast um: Wollen sie noch ein kurzes Schlusswort an die User richten?

Jürgen Tewes: Das Testergebnis zeigt, dass einige Hersteller Nachholbedarf bei der Sicherheit haben (Rahmen und Bremsen), aber auch die guten Modelle bieten noch Spielraum für Verbesserungen, z.B. bei der Akkuladezeit.

Elke Gehrke: Beim Kauf von einem Pedelec kann man den Test für einzelne Bauteile durchaus heranziehen. Entscheidend ist aber auch die Probefahrt und die gründliche Einweisung durch den Fachhändler.

Moderator: Das waren 60 Minuten test.de-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beantworten konnten. Vielen Dank auch an Elke Gehrke und Jürgen Tewes, dass Sie sich die Zeit für die User genommen haben. Das Chat-Team wünscht allen noch einen schönen Tag.

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