Chat Bausparen Bausparen: Antworten auf Ihre Fragen

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Chat Bausparen - Bausparen: Antworten auf Ihre Fragen
Finanztest-Experte Jörg Sahr.

Sparen und eine Immobilie finanzieren – ein Bau­spar­vertrag kombiniert das. Bau­sparer sparen erst in regel­mäßigen Raten Eigen­kapital an. Damit sichern sie sich zugleich ein güns­tiges Bau­spar­darlehen für später. Doch bei der Beratung glänzen die wenigsten Bau­spar­kassen: Nur 4 von 22 schnitten im Praxis­test „gut“ ab. Was beim Abschluss eines Vertrages zu beachten ist, hat Finanztest-Experte Jörg Sahr im Chat am 1. August 2012 erklärt. Hier lesen Sie die Fragen und die Antworten.

Gutes Vorwissen hilft beim Abschluss

Aktuell hat die Stiftung Warentest die Beratung von Bausparkassen getestet. Das Ergebnis ist kein Ruhmesblatt für die Anbieter. Am besten ist es also, selbst schon gut vorbereitet in ein Beratungs­gespräch zu gehen. Doch lohnt sich ein Bauspar­vertrag im Vergleich zu einer Bank­finanzierung? Komme ich auch vorzeitig an das Geld aus dem Bauspar­vertrag? Wann bekomme ich Wohnungs­bauprämie? Diese und viele andere Fragen kamen im Chat mit dem Finanzierungs­experten Jörg Sahr zur Sprache. Hier das Tran­skript des Chats:

Welche Kasse ist Top beim Renditesparen?

Moderator: So, es ist jetzt 13 Uhr. Hier im Chat begrüße ich jetzt Jörg Sahr. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatte­rinnen und Chatter beant­worten. Gleich die erste Frage an unseren Gast: Wie sieht es aus, wollen wir starten?

Jörg Sahr: Sehr gerne, ich freue mich auf die Fragen!

Moderator: Vor dem Chat hatten die Leser und Lese­rinnen bereits die Möglich­keit, Fragen zu stellen und zu bewerten. Hier die TOP 1 Frage aus dem Pre-Chat:

Karl-Heinz Klein: Welche Bausparkasse ist die Beste beim Renditesparen – wenn auf das Darlehen verzichtet und nur die Verzinsung des Guthabens bewertet wird?

Jörg Sahr: In unseren letzten Tests waren das die Alte Leipziger (Tarif „Easy Plus“), die HUK Coburg (Options­bausparen) und die Debeka. Bei den güns­tigsten Rendite-Verträgen sind bei sieben Jahren Spar­zeit Renditen bis über 3 Prozent pro Jahr möglich. Mit staatlicher Bauspar­förderung sogar bis zu 5 Prozent.

Moderator: und die Top 2 Frage:

Vogtlaenderr: Ich habe meinen Bauspar­vertrag (5 Prozent Zins) voll bespart und die Bausparsumme erreicht. Kann ich weiter einzahlen? Wäre doch dumm, wenn nicht bei dem Zins­niveau, oder?

Jörg Sahr: Sie müssen damit rechnen, dass die Bausparkasse den Vertrag kündigt, sobald das Bauspar­guthaben die Bausparsumme über­steigt. Das ist nach der Recht­sprechung möglich, sofern in den Tarifbedingungen nicht ausdrück­lich etwas anderes steht. Deshalb ist es meist am besten, die Einzahlungen bereits eine Zeit lang vor Erreichen der Bausparsumme zu stoppen, damit der hoch-verzinste Vertrag noch möglichst lange genutzt werden kann.

Moderator: und die Top 3 Frage:

Seb.: Guten Tag, meine Frau und ich möchten in vier bis fünf Jahren gerne ein Eigenheim kaufen/ bauen. Wir haben zur Zeit 10.000 Euro Eigen­kapital und können zur Zeit 500 Euro jeden Monat zur Seite legen (ab nächstes Jahr 700 Euro). Wäre es ratsam, jetzt einen Bauspar­vertrag mit einem güns­tigen Darlehns­zins abzu­schließen, um mit Hilfe dieses Vertrags in vier bis fünf Jahren ein Eigenheim zu kaufen? Oder wäre eine andere Variante besser geeignet? Vielen Dank. MfG Seb.

Jörg Sahr: Ein Bauspar­vertrag ist grund­sätzlich sinn­voll, wenn Sie sich gegen steigende Zinsen absichern wollen. Sie sichern sich damit für einen Teil Ihrer späteren Finanzierungen ein güns­tiges Darlehen. Dafür müssen Sie allerdings auch nied­rige Sparzinsen in Kauf nehmen. Besonders hohe Zinsen zahlen derzeit allerdings auch die Banken nicht.

Das Bauspar­guthaben anders verwenden?

Häuslebauer: Muss ich den Bauspar­vertrag unbe­dingt zum Bauen verwenden oder kann ich das Bauspar­guthaben auch anders einsetzen?

Jörg Sahr: Das Bauspardarlehen darf nur für wohnungs­wirt­schaftliche Zwecke einge­setzt werden. Mit dem Bauspar­guthaben dürfen Sie grund­sätzlich machen, was Sie wollen. Es gibt aber eine wichtige Einschränkung, wenn Sie die staatliche Förderung nutzen wollen: Für ab 2009 abge­schlossene Verträge gibt es die Wohnungs­bauprämie nur noch, wenn Sie bauen, kaufen oder modernisieren (Ausnahme: Sparer unter 25 Jahren). Für die Arbeitnehmer­spar­zulage auf vermögens­wirk­same Leistungen gilt eine Sperr­frist von sieben Jahren. Erst danach darf der Bausparer sein Guthaben frei verwenden, ohne die Förderung zu verlieren.

Waltraud: Guten Tag Herr Sahr, stimmte es, dass die Finanzierung einer Eigentums­wohnung problematisch werden könnte, wenn neben Eigen­kapital und Baukredit gleich zwei Bauspar­verträge von unterschiedlichen Bausparkassen heran­gezogen werden?

Jörg Sahr: Mehrere Kredit­geber machen die Finanzierung zumindest komplizierter. Das größere Problem bei den Bausparkassen ist allerdings, dass sie ihre Bauspardarlehen in der Regel nur bis zu 72 % des Kauf­preises oder der Baukosten vergeben. Das kann ein Problem werden, wenn der Immobilienkäufer kein hohes Eigen­kapital hat.

AscentHH: Macht ein Bauspar­vertrag über­haupt Sinn? Die Verbraucherzentrale Bremen hat ermittelt, dass der effektive Zins bis zu 17 Prozent betragen kann, durch die in der Anspar­zeit entgangenen Renditen. Die Europäische Zentral­bank senkt weiter die Zinsen um die Euro-Zone zu erhalten. Glauben Sie, dass in den nächsten Jahren die Zinsen wieder stark anziehen? Ich nicht! Ihre Meinung interes­siert mich sehr.

Jörg Sahr: So wie bei anderen Finanz­produkten gilt auch fürs Bausparen: Es gibt gute und schlechte Angebote. Güns­tige Bauspar­verträge lohnen sich derzeit bereits, wenn die Zinsen für Hypothekendarlehen der Banken in den nächsten Jahren auf 3,5 bis 4,0 Prozent steigen. So ein Zins­anstieg ist ohne weiteres möglich, auch wenn man die Zins­entwick­lung nicht voraus­sagen kann.

Hohe Abschluss­gebühren bei Riester-Verträgen

Berlin1: Die Deutsche Bank fordert 3 Prozent Abschluss­gebühr für einen Riester geförderten Bauspar­vertrag? Ist dies gerecht­fertigt? Was ist üblich? Ist ein Zins­satz von 2,9 Prozent (effektiv) bei der Deutschen Bank so gut, dass es sich dennoch lohnt? Was empfehlen Sie?

Jörg Sahr: 3 Prozent ist extrem hoch, die meisten Bausparkassen verlangen nur eine Abschluss­gebühr von 1 Prozent der Bausparsumme. Die Deutsche Bank Bausparkasse hat sich übrigens geweigert, an unserem letzten Test zu den Riester-Tarifen teil­zunehmen. Gut abge­schnitten haben hier die Alte Leipziger, Wüstenrot und HUK Coburg.

4juppi: Guten Tag, kann ich meine Bauspar­kredite kündigen, um sie mit einem güns­tigeren Bank­darlehen die Kredite abzu­lösen? MfG Josef

Jörg Sahr: Ja, Bauspardarlehen können jeder­zeit ganz oder teil­weise zurück­gezahlt werden.

Bausparen für ältere Leute sinn­voll?

Frager123: Meine Eltern sind beide über 85 Jahre. Ihnen wurde empfohlen, einen Bauspar­vertrag abzu­schließen, um die Wohnungs­bauprämie nutzen zu können. Lohnt sich das? Was wäre zu beachten? Mit freundlichen Grüßen...

Jörg Sahr: In aller Regel ist der Abschluss eines Bauspar­vertrages in hohem Alter nicht mehr zu empfehlen, weil er nicht mehr sinn­voll erscheint. Die Prämie würden Ihre Eltern nur erhalten, wenn sie den Vertrag nach beispiels­weise sieben Jahren Spar­zeit für den Bau, Kauf, einer Modernisierung oder die Entschuldung einer Immobilie einsetzen. Ist das nicht der Fall, gibt es auch keine Prämie.

Wie lange bleiben die Zinsen nied­rig?

Moderator: und eine aktuelle Frage aus dem Chat:

Hauskaeufer_0815: Besteht Ihrer Meinung nach die Gefahr bald anziehender Kreditzinsen, falls die Bonität Deutsch­lands (und vieler Banken) herab­gestuft wird?

Jörg Sahr: Die Gefahr besteht, aber die Zins­entwick­lung lässt sich nicht voraus­sehen. Grund­sätzlich kann man nicht davon ausgehen, dass die derzeit nied­rigen Zinsen auf Dauer so nied­rig bleiben.

Bausparer: Guten Tag, mir wird in den kommenden Tagen meine Bausparsumme voll zugeteilt/ ausbezahlt. Für die Tilgungs­zeit soll ich pro Jahr etwa 80 Euro für eine Risiko-Lebens­versicherung bezahlen. Muss ich diese bezahlen oder kann ich die auch kündigen?

Jörg Sahr: Das ist in den Allgemeinen Bausparbedingungen Ihres Tarifs geregelt. Es gibt nur noch wenige Tarife, bei denen eine Rest­schuld­versicherung Pflicht ist. Auch in diesem Fall bestehen Bausparkassen meist nicht darauf, sofern der Bausparer bereits eine gleich­wertige Risiko­lebens­versicherung abge­schlossen hat.

S.B.: Ich habe einen nicht genutzten Bauspar­vertrag über 10.000 Euro mit Zins­satz von 3 Prozent. Diesen will die Bausparkasse kündigen, weil die Bedingungen dafür nicht mehr gegeben sind und ich ihn ja gerade nicht nutze. Kann die Bausparkasse diesen Vertrag einfach von sich aus kündigen? Was kann ich bei einer Kündigung machen?

Jörg Sahr: In der Regel ist eine Kündigung frühestens möglich, wenn das Bauspar­guthaben die Bausparsumme über­steigt.

Holger: Sind die Abschluss­gebühren bei allen Bausparkassen gleich, da dies sonst eine Auswirkung in der Anspar­phase hätte.

Jörg Sahr: Nein. Üblich ist eine Abschluss­gebühr von 1 Prozent oder 1,6 Prozent der Bausparsumme, je nach Tarif und Bausparkasse.

Karl-Heinz Klein: Wie kann man nach sieben Jahren den Bauzweck oder Ähnliches (Modernisierung) nach­weisen, um die Prämien zu bekommen?

Jörg Sahr: Die Verwendung des Bauspardarlehens für wohnungs­wirt­schaftliche Zwecke müssen Sie nach­weisen. In der Regel müssen Sie entsprechende Rechnungen der Hand­werker oder für Baumaterial bei der Bausparkasse einreichen.

Welche Anbieter sind günstig für junge Bausparer?

Moderator: und eine aktuelle Frage aus dem Chat:

Revilobonn: Hallo, welches sind derzeit die güns­tigsten Angebote für „Junge Bausparer“ (d.h. ab 16 Jahre, Bausparsumme 10.000 Euro)?

Jörg Sahr: Wenn es Ihnen nur auf eine möglichst hohe Sparrendite ankommt, sind die Alte Leipziger, die HUK Coburg und die Debeka günstig. Diese haben in unserem letzten Test für Rendite-Sparer am besten abge­schnitten. Junge Bausparer, die bei Vertrags­abschluss noch keine 25 Jahre alt sind und nicht zu viel verdienen, erhalten die Wohnungs­bauprämie nach Ablauf von sieben Jahren auch dann, wenn sie nicht bauen oder modernisieren.

Moderator: und noch eine Frage aus dem Chat:

Marion Buch­heister: Können mein Partner und ich (nicht verheiratet) gemein­sam einen Bauspar­vertrag abschließen? Oder ist das egal, wenn jeder seinen eigenen hat?

Jörg Sahr: Grund­sätzlich können Sie den Vertrag auch gemein­sam abschließen, dann können Sie aber auch nur gemein­sam darüber verfügen.

Eilerto: Bitte erläutern Sie einmal das Konstrukt der „optimierten Einzahlung“. Nach meinen Kennt­nissen hat man so die Chance eher in die Zuteilung zu kommen. Bei der BSH gibt es dieses Konstrukt.

Jörg Sahr: Den Begriff kenne ich gar nicht, aber bei jedem Bauspar­vertrag sollte die Einzahlung möglichst optimal auf die Ziele des Bausparers abge­stimmt sein. Für das Verhältnis von Sparrate und Bausparsumme ist es zum Beispiel entscheidend, wann der Bausparer über die Bausparsumme verfügen möchte.

Wann ist Riester-Bausparen sinn­voll?

svenko1@web.de: Wann macht Riester-Bausparen Sinn ?

Jörg Sahr: Ein Riester-Bauspar­vertrag ist sinn­voll für alle, die Anspruch auf die Riester-Förderung haben und sich recht sicher sind, dass sie den Vertrag später für die Finanzierung der eigenen vier Wände einsetzen werden.

Torsten: Ich habe ein Angebot von der BHW für einen Bauspar­vertrag mit Zins­angaben für die Anspar- und Darlehens­phase. In den eigentlichen Vertrags­unterlagen ist von diesen Zins­sätzen nichts mehr zu sehen. Ist das Angebot trotzdem verbindlich?

Jörg Sahr: Die Zins­angaben müssen in den Vertrags­unterlagen stehen, sonst ist der Vertrag nicht voll­ständig.

Günther: Ich habe noch einen Altvertrag über eine hohe Bausparsumme. Angespart sind jedoch lediglich 20 Prozent. Die Verzinsung (Grund­verzinsung + Bonus) ist sehr gut. Der Vertrag könnte zugeteilt werden. Ich würde gerne weiterhin über diesen Vertrag sparen. Kann die Kasse mir den Vertrag aus irgend­einem Grund kündigen? Gruß Günther

Jörg Sahr: Nein, Sie können ruhig weiter sparen, frühestens wenn das Bauspar­guthaben die Bausparsumme erreicht, darf die Bausparkasse kündigen.

Bauspardarlehen und Bank­darlehen im Vergleich

Superhanni2004: Was sind die Vorteile eines Bauspardarlehens gegen­über einem Bank­darlehen (außer dass ich bei Abschluss des Vertrages schon die Höhe des Zins­satzes für das Darlehen kenne)

Jörg Sahr: Außer der Zins­sicherheit gibt es folgende Vorteile: Bausparkassen vergeben ihre Darlehen auch als Nach­rangdarlehen. Der erste Rang bleibt so frei für ein besonders güns­tiges Bank­darlehen. Bausparkassen verlangen, anders als Banken, keine Zins­aufschläge für kleinere Darlehens­summen, das ist vor allem bei einer Modernisierung ein Vorteil. Viele Bausparer können außerdem die staatliche Förderung (Wohnungs­bauprämie, Arbeitnehmer­spar­zulage) nutzen. Man darf allerdings auch die Nachteile nicht verschweigen: Die Verzinsung in der Spar­phase ist sehr nied­rig, es fallen Abschluss­gebühren und oft auch Konto­führungs­gebühren an. Die Rate für das Bauspardarlehen ist trotz der nied­rigen Zinsen relativ hoch, weil das Darlehen in der Regel schon inner­halb von 7 bis 12 Jahren voll­ständig zurück­gezahlt werden muss. Das kann vor allem bei hohen Bausparsummen zum Problem werden.

Wie Bausparen für den Umbau?

Christianohly: Wir planen bisher noch vage den Hausbau in einigen Jahren. Gibt es eine Faust­regel für die Bausparsumme? Macht es dabei einen Unterschied, ob es ein Riester-Bauspar­vertrag oder ein normaler Bauspar­vertrag ist? Ist das Anlegen ggf. mehrerer Bauspar­verträge sinn­voll? Vielen Dank für die Beant­wortung im Voraus.

Jörg Sahr: Die Bausparsumme sollte in der Regel nicht mehr als 40 Prozent der voraus­sicht­lichen Baukosten betragen, ansonsten hängt die optimale Bausparsumme davon ab, wie viel Sie monatlich sparen können und wann Sie das Geld von der Bausparkasse voraus­sicht­lich benötigen. Je länger die Spar­zeit und je höher die Sparrate, desto höher kann natürlich auch die Bausparsumme sein. Riester-Bauspar­verträge sind die erste Wahl, wenn Sie Anspruch auf die Riester-Förderung haben und ein Haus oder eine Wohnung zur Selbst­nutzung planen. Die Riester-Tarife unterscheiden sich kaum von herkömm­lichen Tarifen, bringen aber eine attraktive Förderung durch Zulagen und Steuer­vorteile. In der Regel sollte ein Bauspar­vertrag reichen. Je mehr Verträge, desto komplizierter wird es. Ausnahme: Wenn Ehepaare die Riester-Förderung nutzen wollen, muss jeder einen eigenen Vertrag abschließen, um die Förderung auszuschöpfen.

Wie funk­tioniert die Zuteilung eines Vertrages?

Troehle: Wie funk­tioniert die Zuteilung eines Bauspar­vertrages? Wird ein Vertrag in jedem Falle zuteilungs­reif, wenn die Mindest­lauf­zeit oder Summe erreicht sind?

Jörg Sahr: Nein. Die Zuteilungs­voraus­setzungen sind bei den Bausparkassen unterschiedlich geregelt. In der Regel müssen Sie ein Mindest­guthaben von 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme ansparen, zusätzlich muss der Vertrag eine bestimme Bewertungs­zahl erreichen, die von den Bausparkassen zu monatlichen oder vierteljähr­lichen Stich­tagen fest­gesetzt wird. Auch die Höhe der monatlichen Rate für das Bauspardarlehen kann die Zuteilung beein­flussen: Je höher die Rate, die Sie wählen, desto früher wird der Vertrag zugeteilt. Am besten lassen Sie sich von der Bausparkasse ein konkretes Angebot mit einem Anspar- und Tilgungs­plan erstellen. Daraus geht hervor, wann der Vertrag voraus­sicht­lich zugeteilt wird.

Moderator: und eine aktuelle Nach­frage:

Frido123: Zuteilung erfordert 40 Prozent der Bausparsumme + unde­finierte Warte­zeiten. Ist es besser sofort 40 Prozent einzuzahlen oder sukzessive über Jahre anzu­sparen?

Jörg Sahr: Das kommt darauf an, wann Sie die Bausparsumme benötigen. Wenn Sie relativ kurz­fristig bauen oder kaufen wollen, zum Beispiel in drei Jahren, wird eine Zuteilung nur durch eine größere Einmalzahlung recht­zeitig möglich sein. Wollen Sie erst in sieben oder zehn Jahren finanzieren, wäre es ungünstig, schon am Anfang das volle Mindest­guthaben anzu­sparen.

Marion Buch­heister: Kann man für den Hausbau auch mehrere Bauspar­verträge nutzen?

Jörg Sahr: Ja. In der Regel wird es aber besser sein, nur einen oder zwei Bauspar­verträge abzu­schließen, damit die Finanzierung nicht zu unüber­sicht­lich und zu kompliziert wird.

Moderator: und eine aktuelle Nach­frage zum Thema Zuteilung:

Troehle: Wie kann der Sparer dann sicher­stellen, das Geld zum geplanten Zeit­punkt zur Verfügung zu haben? Gibt es Fristen inner­halb derer die Bank zuteilen muss?

Jörg Sahr: Feste Fristen gibt es nicht. Sie können sich aber die voraus­sicht­liche Zuteilung von der Bausparkasse berechnen lassen und sich einen Anspar- und Tilgungs­plan aushändigen lassen. Das bietet eine gute Orientierung. Allerdings dürfen die Bausparkassen keine festen Zusagen machen, weil sich die Zuteilungs­fristen je nach Geschäfts­entwick­lung der Bausparkasse auch ändern können. Die Zuteilungs­fristen sind allerdings schon seit vielen Jahren stabil.

Mit dem Bauspar­rechner Angebote prüfen

Moderator: So, die Chat-Zeit ist auch schon fast zu Ende: Wollen Sie noch ein kurzes Schluss­wort an die User richten?

Jörg Sahr: Bausparen ist ein recht kompliziertes Produkt. Deshalb ist es wichtig, schon vor dem Gang zur Bausparkasse genau zu über­legen, wie viel und wie lange man sparen möchte. Lassen Sie sich immer konkrete Angebote mit Anspar- und Tilgungs­plan von der Bausparkasse erstellen und diese von einer Verbraucherzentrale über­prüfen.

Moderator: Das waren 60 Minuten test.de-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beant­worten konnten. Vielen Dank auch an Jörg Sahr, dass Sie sich für die User die Zeit genommen haben. Das Tran­skript dieses Chats können Sie in Kürze auf test.de nach­lesen. Das Chat-Team wünscht allen noch einen schönen Tag.

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2 Kommentare Diskutieren Sie mit

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bausparschlau am 08.10.2014 um 15:12 Uhr
!!Kündigung bei Überzahlung vorbeugen!!!

Klaus Wangard, Ombudsmann der Öffentlichen Banken und Vorsitzender Richter am OLG a.D. hat unter der Vorgangsnummer 315/2013 am 28.11.2013 den Schlichtungsvorschlag gemacht, dass die LBS Berlin-Hannover zwei Bausparverträge in den Tarifen 1 und 4, die die LBS gekündigt hat, gemäß dem Kundenwunsch erhöhen sollte und dass die Kündigungen der LBS unwirksam sind.
Der Bausparer war schlau, hat nach dem Erhalt der Kündigungen vor dem Wirksamwerden der Kündigung um die Erhöhung seiner Bausparverträge gebeten.
Dies hatte die LBS mit Verweis darauf, man biete die Tarife nicht mehr an, abgelehnt.
Was also bei (drohender) Kündigung tun?
Einschreiben mit Rückschein an die Bausparkasse und sofortige Erhöhung zum Erhalt des Bauspardarlehens beantragen!
Den Schiedsspruch gibt es übrigens und hoffentlich noch lange über kontakt@verbraucherforum-info.de

heribert1949 am 14.10.2012 um 12:41 Uhr
bausparprämie

Sehr geehrte Damen und Herren,
von wem erhält man die Bausparprämie, und wie hoch darf das Einkommen (aus welchen Jahren) sein? Die Infos in dem Bausparvertrag (bei der LBS bayern, sind verwirrend..
MfG
H. Engemann