Wie finden Auto­fahrer güns­tige Angebote für ihre Auto­versicherung? Welche Leistungen sollte ein Tarif bieten? Hier die Antworten der Finanztest-Experten Beate-Kathrin Bexterm­öller und Michael Bruns auf Ihre Fragen im Chat auf test.de.

Jetzt geht's los

Moderator: So, es ist jetzt 13 Uhr. Hier im Chat begrüße ich jetzt Beate-Kathrin Bexterm­öller und Michael Bruns. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatte­rinnen und Chatter beant­worten. Gleich die erste Frage an unsere Gäste: Wie sieht es aus, wollen wir starten?

Beate-Kathrin Bexterm­öller / Michael Bruns: Ja, wir freuen uns auf den Chat!

Die Top3-Fragen

Moderator: Vor dem Chat hatten die Leser und Lese­rinnen bereits die Möglich­keit, Fragen zu stellen und zu bewerten. Hier die Top1-Frage aus dem Prechat:

Bolide: Für wen, beziehungs­weise für welches Fahr­zeug ist eine Voll­kasko-Versicherung sinn­voll?

Michael Bruns: Die Voll­kasko-Versicherung ist sinn­voll für teure Autos, also in erster Linie Neuwagen und hoch­wertige Gebrauchte. Als Faust­regel kann man sagen, dass bei einem neuen Auto nach etwa 3 bis 5 Jahren die Voll­kasko abge­wählt werden kann. Bei lang­jährig unfall­freien Fahrern kann es allerdings sein, dass die Voll­kasko kaum mehr kostet als die eigentlich billigere Teilkasko.

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Das liegt daran, dass es im Gegen­satz zur Teilkasko in der Voll­kasko eine Belohnung für unfall­freies Fahren gibt in Form der jähr­lichen Weiterstufung in eine güns­tigere Schadenfrei­heits­klasse.

Moderator: Und die Top2-Frage:

Matze: Ich fahre in Schadenfrei­heits­klasse 26 und habe bei meiner Versicherung den zuschlags­freien Rabattretter, der bei einem ersten Schadenfall zwar eine Rück­stufung nicht verhindert, aber den Beitrags­satz bei 30% stabil hält. Macht aus Ihrer Sicht für mich ein zusätzlicher, zuschlags­pflichtiger Rabatt­schutz Sinn? Nur im Fall von eventuell mehreren Schäden?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Da Sie Ihren Rabatt-Retter noch nicht in Anspruch genommen haben, hat dieser ja noch volle Gültig­keit, so dass sich der Rabatt­schutz, der sich vor allem für Fahrer in nied­rigeren Schadenfrei­heits­klassen eignet und oft kosten­pflichtig ist, für Sie eigentlich derzeit nicht lohnt.

Moderator: Und die Top3-Frage:

Onefortwo: Wenn ein Ehepaar viele Jahre ein gemein­sam genutztes Auto hatte, kann im Falle einer Trennung einer den Schadenfrei­heits­rabatt in voller Höhe weiter führen, der andere muss mit 140% von vorne anfangen. Das ist absolut nicht mehr zeitgemäß und bestraft die gemein­same Nutzung. Gibt es andere, gerechtere Möglich­keiten? Wenn ja, welche? Naheliegend wäre zum Beispiel eine Aufteilung, das heißt beide fahren mit einem zu definierenden mitt­leren Schadenfrei­heits-Niveau weiter.

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Der eine Fahrer behält den erreichten Schadenfrei­heits­rabatt, der andere steigt in der Regel mit der Schadenfrei­heits­klasse 1/2 ein. Es sei denn, ein Versicherer bietet ihm eine Sonder­einstufung. So gibt es Versicherer, die den erfahrenen Schadenfrei­heits­rabatt auch für den Getrennt­lebenden oder den Geschiedenen anrechnen. In diesem Zusammen­hang verweisen wir auf die große Über­sicht­stabelle unseres aktuellen Tests Auto­versicherung, in der solche Besonderheiten der Tarife aufgelistet sind.

Schadenfrei­heits­klassen

Moderator: Und hier kommt eine aktuelle Frage aus dem Chat:

ELane: Es gibt ja neue Einstufungen bei den Schadenfrei­heits­klassen. Gibt es eine eindeutige Zuordnung? Woran erkenne ich, ob meine nächste Rechnung und die Schadenfrei­heits­klasse stimmt?

Michael Bruns: In der Rechnung müssen die bisherige und die neue Schadenfrei­heits­klasse genannt werden. Wenn Sie in dem alten Vertrag bleiben, bleibt es auch bei der bisherigen Schadenfrei­heits-Staffel.

Finanztest-abo: Wie wird bei neu-Schadenfrei­heits­klasse 35 statt bisher Schadenfrei­heits­klasse 25 nachgewiesen, dass 35 schadenfreie Jahre bestehen, wenn ein- oder zwei Mal im Laufe der Jahre der Versicherer gewechselt worden ist?

Michael Bruns: Da können Sie Ihren Versicherer fragen, er kennt das sogenannte Rabatt-Grund­jahr, aus dem sich die Zahl Ihrer schadenfreien Jahre ableiten lässt.

Susi8580: Was bedeutet "schadenfreie Jahre" genau? Wir hatten zum Beispiel 2010 einen Wild­unfall und dieses Jahr einen Stein­schlag, weswegen die Front­scheibe gewechselt wurde. Beides wurde von der Teilkasko über­nommen. Hat das nach­teilige Auswirkungen beim Berechnen der künftigen Versicherungs­gebühr?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Da die Schadenfrei­heits­klassen – mit wenigsten Ausnahmen – für die Kraft­fahr­zeug-Haft­pflicht und die Voll­kasko gelten, die von Ihnen beschriebenen Schadenfälle aber über die Teilkasko reguliert wurden, werden sie wegen der beiden Schadenfälle nicht zurück­gestuft. In der Teilkasko gibt es in der Regel keinen Schadenfrei­heits­rabatt, da die hier versicherten Gefahren meist nicht durch Ihr persönliches Fahr­verhalten beein­flusst werden können.

Auto­lieb­haber: Kann ich mein Erst­fahr­zeug mit Schadenfrei­heits­klasse 26 im nächsten Jahr mit meinem Zweitfahr­zeug Schadenfrei­heits­klasse 3 tauschen, also das Erst­fahr­zeug nun als Zweitwagen mit Schadenfrei­heits­klasse 3 anmelden?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Es ist ein reines Rechen­exempel und hängt stark davon ab, in welche Typklasse das jeweilige Fahr­zeug einge­stuft ist. Das Auto mit der höheren Typklasse sollte in der nied­rigeren SF-Klasse angemeldet werden. In der Regel kann man die beiden Fahr­zeuge tauschen.

Honeymoon: Gibt es eine Tabelle, aus der man ersehen kann, in welcher Zeitspanne (Jahre) die Prozente sinken?

Michael Bruns: Die Versicherer schreiben diese Rabatt­staffeln in die Versicherungs­bedingungen; meist stützen sie sich dabei auf ein Muster des Gesamt­verbandes der Deutschen Versicherungs­wirt­schaft. Viele arbeiten aber mit selbst­entwickelten Staffeln, die davon abweichen.

Loewe99999: Viele Versicherer bieten mitt­lerweile eine Erhöhung der Schadenfrei­heits­stufen bis auf Schadenfrei­heits­klasse 35 an. Aber welche Auswirkungen hat das bei einem Unfall? Bislang war die Rück­stufung ab Schadenfrei­heits­klasse 25 sehr kundenfreundlich. Bei einem Unfall aus Schadenfrei­heits­klasse 25 nach Schadenfrei­heits­klasse 23. Wie sieht die Rück­stufungs­praxis der Versicherer künftig aus?

Michael Bruns: Die Rück­stufungs­praxis ähnelt sich zwar, ist aber letzten Endes doch bei jedem Versicherer unterschiedlich. Meist ist es aber so, dass ein eventueller Preis­vorteil, den Sie durch die Einstufung in die Schadenfrei­heits­klasse 35 bekommen, durch einen Schadens­fall umge­hend wieder aufgehoben wird, da im neuen Rabatt­system der Rabattretter entfällt. Dieser sorgt im alten System dafür, dass Sie trotz der Rück­stufung denselben Beitrags­satz zahlen wie zuvor.

Rabatt­schutz und Rabattretter

Herta2202: Erklären Sie mir bitte den Unterschied zwischen dem Rabatt­schutz und dem Rabattretter?

Michael Bruns: Den Rabattretter haben Sie meist ab Schadenfrei­heits­klasse 25 gratis im Vertrag, je nach Tarif. Der Rabatt­schutz hingegen ist in der Regel nur gegen Aufpreis erhältlich, und dann meist ab Schadenfrei­heits­klasse 4 aufwärts.

Über­tragung des Rabatts

Kaci: Mein Vater ist gerade verstorben und ich möchte als Tochter seine "Prozente" (Schadenfrei­heits­rabatt) über­nehmen. Seine Versicherung ist zum Ablauf des Jahres gekündigt. Ich warte nur auf Bestätigung. Ist es besser, eine andere Versicherung zu finden, wegen dem Nach­weis der Fahr­praxis? Und wie gebe ich dies an? (Seine Prozente und den Besitz des Führer­scheins meiner­seits.)

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Sie können den von Ihrem Vater erfahrenen Schadenfrei­heits­rabatt nur über­nehmen, wenn Sie nach­weisen, dass dieser Rabatt gemein­sam erfahren wurde. Der Versicherer wird den Rabatt maximal in einer Höhe zulassen, die der Dauer Ihres Führer­schein­besitzes entspricht.

RudiSFR: Ist die Über­tragung des Schadenfrei­heits­rabattes auch auf Verwandte (Neffen) möglich? Wird dies von Versicherern unterschiedlich behandelt?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: An wen die Schadenfrei­heits­rabatt-Über­tragung zugelassen wird, steht in den Versicherungs­bedingungen. Meist handelt es sich bei diesem Personen­kreis um Ehegatten, Lebens­partner und Verwandte ersten Grades.

Einstufung eines Zweitwagens

Hardy: Wie hoch wird ein Zweitwagen einge­stuft? Welche Kriterien spielen bei der Einstufung eine Rolle? Ist es unter Umständen güns­tiger, das zweite (neue) Fahr­zeug als Erst­fahr­zeug einzustufen und das Bisherige als Zweitfahr­zeug?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: In der Regel kommt der Zweitwagen in die Schadenfrei­heits­klasse 1/2, bisher meist 140 Prozent Beitrags­satz. Viele Versicherer lassen auch Sonder­einstufungen zu. Diese gelten allerdings nur so lange, wie der Vertrag bei diesem Versicherer läuft. Ansonsten gelten gleiche Kriterien für die Betrags­höhe wie für das Erst­fahr­zeug. Das heißt: Wer fährt, wie alt sind die Fahrer, wie viele Kilo­meter im Jahr werden gefahren, gibt es eine Garage und so weiter.

Michael Bruns: Welcher Versicherer welche Sonder­einstufungen zulässt, können Sie in der großen Über­sicht­stabelle unseres aktuellen Tests Auto­versicherung nach­schauen.

Wahn­fried.Honke: Gibt es einen Tarif­rechner, der die Erst­versicherung berück­sichtigt. Der Zweitwagen sollte die gleiche Schadenfrei­heits­tufe haben. Dabei soll der Tarif selbst­ständig agieren, um ein Hoch­stufen (bei Schadens­regulierung) des Erst­wagens zu verhindern.

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Auch bei dieser Frage möchten wir auf unseren aktuellen Test Auto­versicherung verweisen. Hier kann man genau sehen, welcher Versicherer für Zweitwagen, Lebens­partner oder Kinder des Versicherungs­nehmers von der Norm abweichende Sonder­einstufungen zulässt.

Elinke: Ich habe meinen Zweitwagen abge­meldet und den Schadenfrei­heits­rabatt auf meinen Sohn über­tragen. Erhalte ich bei einer Neuanmeldung eines Zweitwagens einen Schadenfrei­heits­rabatt (laut Finanztest "Best­mögliche Ersteins­tufung für Zweitwagen maximal in Schadenfrei­heits­rabatt...“) oder ist das nach einer Schadenfrei­heits­rabatt-Über­tragung nicht möglich?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Der neue Zweitwagen erhält in der Regel wieder die Schadenfrei­heits­klasse 1/2, es sei denn, der Versicherer sieht eine Sonder­einstufung vor. Diese Sonder­einstufungen gelten so lange, wie der Vertrag bei dem Versicherer läuft. Bei einem Wechsel werden dem neuen Versicherer wieder nur die schadenfreien Jahre und die Schadenfälle mitgeteilt.

Susi8580: Wir haben uns in diesem Jahr einen Zweitwagen zugelegt, dieser wurde bei unserer Versicherung mit Schadenfrei­heits­klasse 1/2 einge­stuft, obwohl mein Mann beim Erst­wagen Schadenfrei­heits­klasse 13 hat. Jetzt habe ich im Vergleich gesehen, dass andere Versicherer auch den Zweitwagen güns­tiger einstufen. Wenn wir jetzt beide Verträge kündigen und zu so einer Versicherung wechseln, bekommt der Zweitwagen dann dort die güns­tigere Einstufung oder bleibt es bei Schadenfrei­heits­klasse 1/2?

Michael Bruns: Wie gesagt, Zweitwagen werden üblicher­weise mit Schadenfrei­heits­klasse 1/2 einge­stuft, eine Versicherungs­gesell­schaft kann jedoch davon abweichen. Es ist also durch­aus einen Versuch wert, mal anderswo danach zu fragen. Einige Versicherer zaubern dann individuelle Sonderrabatte aus dem Hut, mit denen Sie eventuell güns­tiger fahren. Gerade in diesem Jahr lohnt ein Preis­vergleich besonders.

Dienst­wagen

Braun­schweiger: Nach Rück­gabe des Dienst­wagens steht für mich der Neuabschluss einer Versicherung an. Ein Zweitwagen ist vorhanden. Gibt es ein optimales Vorgehen? Oder spezielle Konditionen bei Versicherern?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Manche Versicherer lassen es zu, dass der aus dem Dienst­fahr­zeug erfahrene Schadenfrei­heits­rabatt auf den Fahrer über­tragen werden kann. Dies setzt allerdings fast immer voraus, dass der Arbeit­geber den Schadenfrei­heits­rabatt "abtritt". Vielleicht ist dies möglich.

Tarif­rechner der Stiftung Warentest

Wahn­fried.Honke: Ich vergleiche seit Jahren die verschiedenen Angebote über mehrere Tarif­rechner. Dieses Jahr fällt mir ein Preis­unterschied von bis zu 57% auf. Meine Eingaben erfolgen mit den gleichen Angaben. Werden die bisherigen Tarif­rechner von der Versicherungs­wirt­schaft manipuliert, beziehungs­weise stimmt es wirk­lich, dass nicht alle Rechner die besten Ergeb­nisse liefern können?

Michael Bruns: Es gibt zahlreiche Tarif­rechner im Internet. Einige werden von den Versicherern selbst betrieben. Nicht jeder Versicherer ist in allen Portalen vertreten, vielmehr gibt es große Lücken, so dass Sie keine komplette Über­sicht über den Markt erhalten. Die Stiftung Warentest bietet einen unabhängigen Preis­vergleich: die Analyse Autoversicherung. Auch hier machen nicht alle Versicherer mit, wir nennen jedoch die Gesell­schaften, die sich weigern.

Honeymoon: In einer aktuellen Verbraucherinfosendung im Fernsehen haben die Tarif­rechner im Internet nicht gut abge­schnitten. Können Sie einen Tarif­rechner empfehlen?

Michael Bruns: Wir bieten unseren eigenen Tarif­rechner an. Diese Analyse Autoversicherung kostet zwar 16 Euro, ist aber dafür objektiv und unabhängig von den Anbietern.

Wechsel des Tarifs oder Versicherers

Greenhorn: Macht es Sinn, jetzt den Versicherungs­vertrag "neu" beim gleichen (güns­tigeren) Versicherer abzu­schließen, um bessere Konditionen zu erhalten?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Bislang sind Sie Bestands­kunde. Die Beitrags­kalkulation ist unter anderem abhängig von den Berechnungen eines Treuhänders. Für Neuverträge sind die Versicherer in der Gestaltung freier. Insofern kann es sich durch­aus lohnen, in einen anderen, neuen Tarif Ihres Versicherers umzu­steigen. Dies macht nur Sinn, wenn es preis­werter wird und vor allem, wenn auch die Leistungen stimmen.

Rmader@pueckler: Die Möglich­keit des Wechsels des Versicherers erscheint mir zu kompliziert, da das Zeit­fenster zwischen der Mitteilung über den Versicherungs­betrag für das nächste Jahr und dem letzten Wechsel­termin einfach zu knapp ist. Wie löst man diese Aufgabe?

Moderator: Und noch eine zweite Frage zu dem Thema:

HeinzS: Wie lange sollte man warten, bis man den Versicherer ultimativ auffordert, endlich die neue Beitrags­rechnung zuzu­senden? Ich muss jedesmal bis kurz vor Ultimo warten, um mich dann ganz schnell entscheiden zu müssen.

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Für die meisten Verträge gilt, dass die "ordentliche Kündigung" bis spätestens 30.11. beim Versicherer sein muss. Darüber hinaus gibt es auch die Möglich­keit, "außer­ordentlich" zu kündigen. Nämlich zum Beispiel dann, wenn es sich bei der Beitrags­rechnung um eine Preis­erhöhung handelt. Daraus ergibt sich eine Kündigungs­möglich­keit inner­halb eines Monats nach Mitteilung des Schreibens.

Michael Bruns: Wenn also Ihr Versicherer erst Ende November oder gar im Dezember die Rechnung verschickt und der Preis gestiegen ist, haben Sie einen Monat ab dem Zugang des Schreibens Zeit, zu kündigen.

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Bitten Sie zur Sicherheit um eine Kündigungs­bestätigung. Wer ganz sicher gehen will, sendet die Kündigung per Einschreiben.

Zweit­wohn­sitz, Elektromobilität, geringe Fahr­leistung

Zweit­wohn­sitz: Darf ein privates Fahr­zeug auf den Zweit­wohn­sitz angemeldet werden?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Das Fahr­zeug muss da angemeldet werden, wo der regel­mäßige Stand­ort des Fahr­zeugs ist, das heißt, von welchem Stand­ort aus es über­wiegend genutzt wird. [Update 14.11.2011] Gemeint ist der Haupt­wohn­sitz.

Holle 1: Das Thema "Elektromobilität" greift immer mehr um sich – nicht nur in den Medien. Doch wer sich mit der Thematik näher beschäftigen will, stößt schnell an informelle Grenzen. Beispiel: Beim ADAC in München konnte man mir auf Anfrage leider keine Auskunft darüber geben, wer denn zum Beispiel über­haupt Elektromobile versichert. Nach meinen Informationen jedenfalls, tun das nämlich längst nicht alle Kfz-Versicherer. Wer kann weiterhelfen?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Für unseren aktuellen Test Auto­versicherung haben wir speziell für test.de weitere Modell­fälle gebildet. Dazu gehört auch eine Über­sicht güns­tiger Tarife für Elektrofahr­zeuge, vielleicht können Sie sich hieran orientieren.

Sijo: Ich fahre circa 60 Jahre unfall­frei, jetzt nur noch äußerst selten. Im Stadt­verkehr kaum, sondern vorwiegend in den Urlaub. Da der dieses Jahr ausgefallen ist, bin ich kaum einhundert Kilo­meter gefahren, bezahle aber genau so viel Haft­pflicht wie jemand, der täglich Auto fährt. Meine Frage: Gibt es eine Versicherung, die eine so geringe Fahr­leistung im Beitrag berück­sichtigt?

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Man sollte nicht unbe­dingt davon ausgehen, dass die Versicherer extrem nied­rige Fahr­leistungen im Jahr rabattieren, im Gegen­teil, bei 100 km im Jahr müssten Sie eventuell damit rechnen, dass hier ein Zuschlag gezahlt werden muss. Der Versicherer unterstellt dann mangelnde Fahr­praxis.

Das Schluss­wort

Moderator: So, die Chat-Zeit ist auch schon fast um: Wollen Sie noch ein kurzes Schluss­wort an die User richten?

Michael Bruns: Der Markt für Kraft­fahr­zeug-Versicherungen ist heiß umkämpft, der Konkurrenz­druck für die Anbieter groß. Daher lohnt sich ein Preis­vergleich, und das in diesem Jahr ganz besonders, da einige Versicherer mit einem neuen Rabatt­system an den Markt gehen. Das neue System bietet in jeder SF-Stufe güns­tigere Prozentsätze. Aber in Euro und Cent können die Beiträge dort trotzdem deutlich teurer sein. Das heißt: Wer Preise vergleicht, darf sich nicht von Prozentsätzen blenden lassen, sondern sollte auf den Endpreis achten. Die Stiftung Warentest hilft beim Vergleich mit dem aktuellen Test Auto­versicherung und der individuellen Analyse Autoversicherung.

Beate-Kathrin Bexterm­öller: Es waren viele interes­sante Fragen, es hat wie immer sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank.

Moderator: Das waren 60 Minuten test.de-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beant­worten konnten. Vielen Dank auch an Beate-Kathrin Bexterm­öller und Michael Bruns, dass Sie sich die Zeit für die User genommen haben.

Analyse Auto­versicherung: Günstige Tarife für Sie
Zur Themenseite Autoversicherung

Dieser Artikel ist hilfreich. 419 Nutzer finden das hilfreich.