Investmentfonds bieten die Chance auf gute Gewinne. Doch auf welche Fonds sollen Anleger setzen? In welche Märkte sollen sie investieren? Alle Fragen zu Investmentfonds beant­worten die Finanztest-Experten Roland Aulitzky und Tom Krüger im Chat auf test.de.

Wie sicher Indexfonds sind

Moderator: So, es ist jetzt 13 Uhr. Hier im Chat begrüße ich jetzt Roland Aulitzky und Tom Krüger. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen und die Fragen unserer Chatte­rinnen und Chatter beant­worten. Gleich die erste Frage an unsere Gäste: Wie sieht es aus, wollen wir starten?

Tom Krüger: Ja! Gerne.

Roland Aulitzky: Dito.

Moderator: Vor dem Chat hatten die Leser und Lese­rinnen bereits die Möglich­keit, Fragen zu stellen und zu bewerten. Hier die Top 1 Frage aus dem Pre-Chat:

Kress95: Ich möchte unter Sicher­heits­aspekten in Exchange-Traded Funds (ETF) anlegen. Woher weiß man, mit welchen Papieren ein Indexfonds, welcher als (abge­sicherter) Swap konzipiert ist, abge­sichert wird? Müssen diese Absicherungen aus Aktien bestehen oder sind auch Wert­papiere ohne Sach­wert­charakter möglich? Ist die Nach­bildung mit Original­titeln nicht sicherer als die Variante Swap (Währungs­reform, Crash)?

Tom Krüger: Das sind drei Fragen, fangen wir mit der ersten an: Anbieter sind unterschiedlich trans­parent in dieser Hinsicht, die db x-trackers zum Beispiel legen die Zusammenset­zung der Sicherheiten auf ihrer Home­page offen. Lyxor plant, dies für 2011 zu tun. Coms­tage macht es derzeit nicht. Zur zweiten Frage: Grund­sätzlich können die Sicherheiten sowohl aus Aktien als auch aus Anleihen bestehen. Zur dritten Frage: Voll replizierende Fonds verleihen ihre Wert­papiere. Auch bei diesen Geschäften besteht ein Kontrahenten-Risiko. Ob sie daher sicherer sind als Swap-basierte Fonds, können wir nicht sagen.

Kobimex: Um mich auf die steigenden Kosten meiner privaten Kranken­versicherung im Alter vorzubereiten, plane ich für einen Zeitraum von 20 Jahren plus x monatlich einen bestimmten Betrag beiseite zu legen. Ich sympathisiere mit ETF-Fonds, da mich ihre Kosten­struktur über­zeugt. Können Sie diese in diesem konkreten Fall empfehlen? Da sie ja einen (Aktien-)Index nach­bilden, sind sie ja auch – mitunter starken – Schwankungen unterlegen. Oder gibt es auch ETF-Fonds mit „mitt­lerem“ bis geringem Risiko?

Roland Aulitzky: Das Risiko können Sie senken, indem Sie zu den Aktien ETFs andere ETFs auf Renten Indices hinzumischen. Vorsichtige Anleger sollten keine höhere Aktienquote als 15 Prozent haben. Bei den Renten-ETFs eignet sich zum Beispiel ein Produkt auf dem Deutschen Staats­anleihen-Index eb.rexx Government Germany.

Heinrich Ostermann: Hallo, ich bin im vergangenen Jahr dem Ratschlag der Finanztest-Redak­tion gefolgt und habe den iShares MSCI Emerging Markets (DE 000 A0H GZT 7) ETF gekauft. Schon damals war dieser Fonds als „in Irland aufgelegter Fonds“ in der Fußnote gekenn­zeichnet – sicher nicht ohne Grund. Soll damit dezent auf ein erhöhtes Risiko hingewiesen werden? Wenn ja, worin besteht das Risiko und wie groß ist es?

Tom Krüger: Diesen Fonds empfehlen wir auch weiterhin als Teil der Basis­anlage. Den Hinweis „in Irland aufgelegter Fonds“ geben wir bei iShares-Fonds mit deutscher Interna­tional Securities Identification Number (ISIN), die aber im Ausland aufgelegt sind. Das ist für thesaurierende Fonds steuerlich relevant. Der genannte Fonds ist aber ein ausschüttender Fonds, daher besteht dort kein Grund zur Sorge.

Aktive Fonds schlechter als Indexfonds?

Rtc: Nach Kosten sind ca. 90 Prozent aller aktiven Fonds schlechter als ein Indexfonds. Die Finanz­wissenschaft ist sich seit Jahr­zehnten einig, dass (auch längere) Outperformance ein reines Zufalls­phänomen ist, so dass sich die 10 Prozent auch nicht im Voraus erkennen lassen. Die Verbraucherzentralen haben das begriffen und raten von aktiven Fonds kategorisch ab. Warum hält Finanztest dogmatisch an der Sicht fest, aktive Fonds könnten für irgend­jemanden eine rationale Anlage sein?

Roland Aulitzky: Unser Fonds-Dauertest filtert jeden Monat viele Produkte heraus, die deutlich besser liefen als ihre Vergleichs-Indices, zum Beispiel den Carmignac Investissement oder FMM Fonds. Sie zeigen, dass auch gemanagte Fonds dauer­haft erfolg­reich sein können. Wir gehen davon aus, dass Anleger bessere Chancen haben, wenn sie gezielt gut gemanagte Fonds auswählen und diese regel­mäßig über­wachen. Das kostet aber Zeit und macht zweifellos etwas Arbeit. Klar muss Folgendes sein: Die Chancen werden auf diese Weise höher, aber es gibt keine Erfolgs­garantie.

Moeschler: Die Swap-ETFs haben je nach Konstruktion zwei Gegen­parteienrisiken: 1. den Swap-Partner und 2. bei einer Verleihung der Wert­papiere (Aktien) eine weitere Gegen­partei. Zudem können die Gegen­parteien beim gleichen ETF in der Zeit­achse noch wechseln. Frage: Wie kann man die aktuellen Gegen­parteien und deren Bonität heraus­finden? Würde dies nicht bei jedem ETF eine wieder­holte aufwendige Einzel­prüfung notwendig machen?

Tom Krüger: Swap-Partner sind meistens die Mutter-Banken. Leih­geschäfte werden häufig über Clear­stream Frank­furt oder direkt abge­wickelt. Wer der letzt­endliche „Leiher“ ist, wird von den Anbietern nicht offengelegt. Das ist übrigens mit ein Grund dafür, warum wir nicht sagen können, ob voll replizierende Fonds mit Wert­papierleihe sicherer sind als Swap-basierte Fonds. Ein doppeltes Gegen­parteien-Risiko existiert allerdings nur bei den Coms­tage-Fonds. Nur diese betreiben sowohl Swap-Geschäfte als auch Wert­papierleihen auf Fonds-Ebene.

Wann Kurs­verluste bei Rentenfonds drohen

Jwenig: Ist es wirk­lich sinn­voll, sich in der derzeitigen historischen Nied­rigzins­phase in Rentenfonds bzw. Misch­fonds mit hohem Renten­anteil neu zu engagieren? Diese Kurse können doch eigentlich nur fallen, sobald die Zinsen etwas anziehen.

Roland Aulitzky: Wie stark fest verzins­liche Papiere und Renten-Fonds auf Zins­erhöhungen reagieren, hängt vor allen Dingen von der Rest­lauf­zeit ab. Kurs­verluste sind bei Zins­erhöhungen klar, dürften aber auf lange Sicht keine allzu große Rolle spielen. Wer diese Schwankungen vermeiden möchte, sollte in Tagesgeld oder kurz laufendes Festgeld anlegen.

Tom Krüger: Übrigens wird es in der Mai-Ausgabe von Finanztest einen Test von Renten-ETFs geben.

Moeschler: Geht die ETF-Industrie aus „Gier“ nicht schon teil­weise den unrühmlichen Weg der Zertifikate-Industrie? Sind manche „Exotische ETFs“ auf kleine/exotische bzw. unliquide (d.h. nicht 100% liquide) Indices, Short-ETFs, gehebelte ETFs oder Rohstoff-ETFs (basierend auf Futures) nicht letzt­lich „Strukturierte Produkte“ unter dem Deck­mantel eines klassischen ETF?

Tom Krüger: Bevor man einen ETF wählt, muss sich der Anleger für den passenden Index entscheiden. Wir haben im aktuellen Heft dargestellt, welche Indices sich als Basis­anlage eignen, zum Beispiel der MSCI World. Gehebelte und Short-ETFs gehören nicht dazu.

Moeschler: Frage: Kann die Güte der Besicherung von Swap-ETFs auf Basis vorliegender Informationen im Prospekt durch einen Investor über­haupt bewertet werden? Zeigt sich die Wert­haltig­keit nicht leider erst im Ausfall­szenario?

Tom Krüger: Das sehen wir ähnlich. Beim Beur­teilen des Kontrahenten-Risikos geht es darum, einzuschätzen, wie groß die möglichen Verluste eines ETFs gegen­über seinem Index sein können, wenn der Swap-Partner ausfällt. Ein solch relativer Verlust entsteht den Anlegern dann, wenn die Wert­papiere im Fonds stärker fallen als die Index-Wert­papiere (der Swap also positiv ist), der Swap-Partner den Swap nicht auszahlen kann und gleich­zeitig eine Krise den Wert der hinterlegten Sicherheiten stark sinken lässt. Dieses Risiko können wir allerdings nicht beziffern; es gibt dafür bisher keine historischen Daten.

Beratung durch die Banken und Folge­kosten

Moderator: Hier eine Frage zur Informations­politik der Banken:

Gecko: Hat sich die Informations­politik der Banken hinsicht­lich der versteckten bzw. der Folge­kosten von Investmentfonds in letzter Zeit verbessert?

Roland Aulitzky: Wenn über­haupt, ist davon wenig zu spüren. Die Verbraucherzentrale NRW hat Fonds­gesell­schaften erst kürzlich heftig kritisiert wegen ihrer Kosten­politik. Fondsgesellschaften wie Banken müssten mehr Trans­parenz üben. Gerade bei so genannten Erfolgs­gebühren kann davon keine Rede sein. Deren Höhe und genaue Konstruktion ist selbst für gut informierte Anleger kaum durch­schaubar.

Moderator: Eine Frage zu den steuerlichen Aspekten:

Johans: Thema: Steuerliche Gesichts­punkte: Fonds/ETF, inländische/ausländische, thesaurierend/ ausschüttend. Wie finde ich mich in diesem Steuer­dschungel zurecht und wie ist das Ganze einzuordnen und zu bewerten?

Roland Aulitzky: Ein steuerliches Problem gibt es nur bei ausländischen thesaurierenden Fonds. Wenn der Anleger einen solchen Fonds verkauft, zieht die Depot-Bank auto­matisch Steuern auf alle während der Halte­frist thesaurierten Erträge ab. Das passiert auch dann, wenn der Anleger diese Erträge bereits „brav versteuert“ hat. Er muss sich also die zu viel gezahlten Steuern mit der nächsten Steuererklärung zurück­holen. Das ist aufwändig und mit viel Papierkram verbunden.

Tom Krüger: Noch mal zur Frage der Informations­politik. Ab Sommer dieses Jahres soll es das Key-Information-Document (KID) geben. Damit werden hoffentlich Fonds trans­parenter.

Gecko: Wie kann ich recht­zeitig auf eine drohende Schließung meines Investmentfonds reagieren?

Roland Aulitzky: Sobald Anleger durch ihre Depot-Bank von einer Schließung erfahren, sollten sie in einen anderen Fonds wechseln. Abwarten lohnt meist nicht, da am Ende die Kosten für Personal und Jahres­abschluss zu Buche schlagen. Anleger sollten sich früh­zeitig nach Alternativen umsehen, nach Rabatten fragen und bei ihrer Fonds­gesell­schaft auf der Website oder telefo­nisch nach­fragen.

Aufbau des individuellen Portfolios

DD: Hallo, in letzter Zeit häufen sich Meldungen, dass wieder eine Dotcom-Blase am Entstehen ist, wie es sie schon im Jahre 2000/2001 gab, und dass damit viele Papiere im Moment zu hoch bewertet sind. Sehen Sie auch diese Gefahr? Oder ist diese Furcht über­trieben und unbe­gründet?

Roland Aulitzky: Grund­sätzlich können wir Entwick­lungen am Aktienmarkt nicht prognostizieren. Bei Fonds, die eine vernünftige Streuung haben, sollte sich das Problem ohnehin nicht stellen. Solche Fonds unterliegen den üblichen Schwankungen des Aktienmarktes, werden aber von einem Crash inner­halb einer Branche nur am Rande getroffen.

Ferdinand: Können Sie bei Gelegenheit im „Finanztest“ Bauanleitungen für ein ausgewogenes Welt­portfolio aus Aktien-ETFs (Regionen: Europa, Nord­amerika, Schwellenländer, Pazifik), Renten-ETFs und Rohstoff-ETFs einschließ­lich der Trans­aktions­kosten geben?

Roland Aulitzky: Im Moment ist so etwas nicht geplant, da wir breit streuende Anlagen für die vernünftigere Lösung halten.

Fiona375: Ab welcher Summe lohnt sich ein Investmentfonds?

Roland Aulitzky: Als Einstieg bietet sich grund­sätzlich ein Sparplan an, den es teil­weise schon ab 25 Euro pro Monat gibt. Auch bei einmaliger Anlage kann man schon mit geringen Summen einsteigen, vor allen Dingen, wenn man die Fonds ohne Ausgabe-Aufschlag bekommt.

Indexfonds eignet sich für Einstieg in Aktien

Uer: Ist ein Indexfonds ein geeignetes Produkt zum Einstieg in die Aktien­welt (als sicher­heits­orientierter Anleger, der bisher keine Aktien besitzt und 10 Prozent Aktien beimischen möchte)?

Tom Krüger: Ja, ist es. Wir würden Ihnen empfehlen, zum Beispiel einen ETF auf den MSCI World zu kaufen.

Green-Investor: Welche Fonds gibt es denn ohne Ausgabe­aufschlag? Ich bin zwar „Neuanleger“, aber bei meinen Recherchen habe ich noch keine Fonds ohne Ausgabe­aufschlag gesehen.

Roland Aulitzky: Die meisten gemanagten Fonds gibt es ohne Ausgabe-Aufschlag bei Fonds­shops im Internet. Auch bei einigen Direkt­banken kann man gute Fonds ohne Ausgabe-Aufschlag bekommen.

Bank­ster: Ist ein aktiv gemanagter Fonds nicht manchmal besser als ein ETF? Beim ETF sind die Ertrags­chancen ja nur auf den jeweiligen Index begrenzt. Wenn der Index fällt, partizipiere ich am Verlust 1:1. Bei einem aktiv gemanagten Fonds bestehen – je nach Fonds und Manager – bessere Chancen.

Roland Aulitzky: Gerade bei welt­weit anlegenden Fonds haben Fonds­manager die Möglich­keit, den Vergleichs­index zu schlagen, wenn sie gut arbeiten. Eine Methode besteht darin, die Aktienquote flexibel zu halten und in schlechten Börsen­phasen weniger Aktien zu halten. Bei besseren Fonds hat das in den vergangenen Jahren gut funk­tioniert. Allerdings müssen Anleger auf der Hut sein, denn den meisten Managern gelingt das Kunst­stück nicht. Finanztest und die Produktfinder Investmentfonds helfen mit seinen monatlichen Fonds­test dabei, die erfolg­reichen Fonds zu identifizieren.

Anleger: Guten Tag. Als Sicher­heits­baustein möchte ich meinem Depot einen Rentenfonds beimischen. Empfehlen Sie deutsche oder europäische Rentenfonds dafür? Vielen Dank für die Antwort (Allianz Pimco/DWS Inter Genuss).

Tom Krüger: Am sichersten ist derzeit ein Fonds auf deutsche Staats­anleihen. Eine ausführ­liche Unter­suchung zu diesem Thema werden wir im Mai-Heft veröffent­lichen.

Moderator: Und noch eine aktuelle Frage aus dem Chat:

Uer: Gibt es bezüglich Sicherheit im Pleitefall einen Unterschied zwischen Aktienfonds und Indexfonds?

Roland Aulitzky: Nach unseren Erkennt­nissen nicht. In beiden Fällen handelt es sich um so genanntes Sonder­vermögen, das von den Gläubigern der Fonds­gesell­schaft nicht angetastet werden kann.

Immobilienfonds und die Finanz­krise

Paule: In Gedanken an die letzte große Krise mal eine Laienfrage: Wie sicher sind heute eigentlich Immobilienfonds? Könnte z. B. der deutsche Immobilienmarkt in eine ähnliche Krise geraten wie andere im Ausland?

Roland Aulitzky: Wir gehen davon aus, dass von offenen Immobilienfonds die Rede ist. Wir haben diese Fonds nie als absolut sichere Anlage angesehen und nur als Beimischung für ein großes Depot empfohlen. Derzeit sind einige Fonds vorüber­gehend geschlossen. Die im Börsen­handel derzeit einge­preisten Abschläge scheinen uns in einigen Fällen aber über­trieben.

TA: 1. Waren Dividendenfonds während der letzten Finanz­krise auch so stark betroffen wie die Aktien oder fand eine Risiko­minderung statt? 2. Wie hoch schätzen Sie das Risiko von Dividendenfonds zur Zeit ein? 3. Halten Sie Dividendenfonds für einen 50-jährigen Angestellten für eine sinn­volle Geld­anlage zur Erweiterung der Alters­vorsorge (neben Riester)?

Tom Krüger: Dividendenfonds hatten einen hohen Anteil an Bank­aktien und sind daher in der Finanz­krise stark einge­brochen. Auf lange Sicht haben sie jedoch ihren Vergleichs­index trotz der Finanz­krise über­boten.

Roland Aulitzky: Als sichere Anlage eignen sie sich aber ebenso wenig wie andere Aktienfonds.

Tom Krüger: Als 50-jähriger sollten Sie noch mindestens 10 Jahre Zeit haben, 15 Prozent Ihres Vermögens können Sie daher durch­aus in Aktienfonds und auch in Dividendenfonds stecken.

Zuhörer: Riesterfonds­anlage vs. Direkt­anlage in Fonds: Die Einzahlungen in einen Riesterfondssparplan sind steuerfrei und werden mit einer Zulage gefördert. Im Alter muss aber die gesamte Auszahlung versteuert werden. Die Direkt­anlage in Fonds erfolgt aus versteuertem Einkommen. Bei Entnahme ist aber „nur“ die Abgeltungs­steuer zu zahlen. Was ist unter diesen Gesichts­punkten die lukrati­vere Anlage?

Roland Aulitzky: Wir sehen beide Anlageformen nicht als Alternativen an. Grund­sätzlich halten wir die Riester-Rente für sinn­voll und, je nach Alter des Sparers, können auch Fondssparpläne die beste Wahl sein.

Moderator: Eine weitere aktuelle Frage:

Uer: Sind Sie so nett und erklären im Zusammen­hang mit Indexfonds das (doppelte) Gegen­parteienrisiko? Vielen Dank.

Tom Krüger: Das doppelte Gegen­parteienrisiko gibt es unseres Wissens nach nur bei den Coms­tage-Fonds. Diese führen sowohl Swap- als auch Wert­papierleih­geschäfte auf Fonds­ebene durch. Es besteht also zum einen das Risiko, dass der Swap-Partner pleite geht. Und zum anderen das Risiko, dass der Partner der Wert­papierleihe pleite geht.

Uer: Hallo Fonds-Experten. Wie kann man erkennen, ob ein Indexfonds einen Index tatsäch­lich mit Aktien abbildet? Nach meinem Kennt­nisstand sind nur diese im Pleitefall abge­sichert im Sinne von Vermögens­werten – im Gegen­satz zu Swap-basierten?

Roland Aulitzky: Die Informationen findet man in den Fonds­unterlagen der Anbieter, also zum Beispiel auch auf den Webseiten im Internet. Allerdings sind wir nicht der Meinung, dass die Swap-basierten Fonds ein höheres Risiko beinhalten.

Tom Krüger: Auch bei Swap-basierten Fonds werden tatsäch­liche Wert­papiere wie Renten­papiere oder Aktien als Sicherheit hinterlegt. Noch mal der Hinweis: Die voll replizierenden Fonds verleihen bis zu 100 Prozent ihrer Wert­papiere und haben somit ein Kontrahenten-Risiko.

Bei Schiffs­fonds müssen sich Anleger lange fest­legen

Dragon4S: Sind Schiffs­fonds gut?

Roland Aulitzky: Wir haben noch nie Schiffs­fonds untersucht, da es sich um geschlossene Fonds handelt. Wir prüfen nur Investmentfonds, die Anleger jeder­zeit wieder verkaufen können. Bei einem Schiffs­fonds legt sich der Anleger für viele Jahre fest und wird quasi Miteigentümer. Es besteht das Risiko eines Total­verlustes. Nur bestens informierte Anleger sollten sich auf solche Anlagen einlassen.

Iris34: Können Sie mir ein paar Fonds nennen, die vorwiegend oder ausschließ­lich ökologisch und gesell­schaftlich nach­haltig investieren?

Tom Krüger: Es gibt bisher einen ETF auf einen Nach­haltig­keits­index, den Euro Stoxx Sustainability 40. Bei den aktiv gemanagten Fonds gibt es deutlich mehr, wir möchten auf die Ausgabe von Finanztest aus Mai 2010 verweisen.

Mobita: Ich möchte für meinen neuen Enkel monatlich bis zu dessen 18. Lebens­jahr etwas ansparen. Was ist der beste Weg? Welche Art von Fonds­sparen wäre richtig?

Roland Aulitzky: Wenn Sie mit dem grund­sätzlichen Risiko von Kurs­verlusten bei Aktienfonds kein Problem haben, können Sie einen Sparplan auf einen guten, aktiv gemanagten Fonds abschließen. Wichtig dabei wäre, die Fonds ohne Ausgabe-Aufschlag zu bekommen, denn diese Mehr­kosten zehren an der Rendite.

Moderator: So, die Chat-Zeit ist auch schon fast um: Wollen Sie noch ein kurzes Schluss­wort an die User richten?

Roland Aulitzky: Wir bedanken uns für die rege Teil­nahme. Weitere Informationen finden Sie in unserer Zeitschrift Finanztest und auf test.de.

Tom Krüger: Wir freuen uns auch über weitere Kommentare von Ihnen auf unserer Home­page.

Moderator: Das waren 60 Minuten test.de-Expertenchat. Vielen Dank an die User für die vielen Fragen, die wir aus Zeitgründen leider nicht alle beant­worten konnten. Vielen Dank auch an Roland Aulitzky und Tom Krüger, dass Sie sich die Zeit für die User genommen haben. Das Tran­skript dieses Chats können Sie in Kürze auf test.de nach­lesen. Das Chat-Team wünscht allen noch einen schönen Tag.

Titel­geschichte Finanztest 03/2011: Anlegen mit Fonds
Produktfinder: Investmentfonds

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