Champagner, Sekt und Co

Kleine Waren­kunde – Sekt, Cremant, Prosecco und Co

Inhalt
  1. Überblick
  2. Herstellungs­verfahren
  3. Sekt, Prosecco, Cava und die anderen - eine Warenkunde

Sekt – Für Gesel­lige

Der Klassiker. Wie ein Sekt schmeckt, hängt von der Herkunft und Qualität des Grund­weins ab. Aber auch die Länge der Gärung spielt eine Rolle. So schmeckt junger Sekt eher fruchtig-frisch. Je länger er dagegen auf der Hefe reift, desto herber wird er.

Farbe. Blass hell­gelb bis strohgelb.

Herkunft. Sekt ist ein Synonym für Qualitäts­schaum­wein, aber kein geschützter Herkunfts­begriff.

Herstellung. Drei verschiedene Verfahren sind möglich (siehe Herstellungsverfahren).

So schäumt er: Stark, fein­perlig.

Champagner – für Fein­schmecker

Der Edle. Auch beim Champagner ist das Reifen auf der Hefe entscheidend für seinen Stil. Er muss mindestens ein Jahr, Jahr­gangs-Champagner sogar vier Jahre auf der Hefe liegen. So erhält Champagner die typisch hefig-brotigen Noten und den oft sehr herben Charakter.

Farbe. Strohgelb bis tief­golden.

Herkunft. Frank­reich – darf nur aus der Champagne kommen.

Herstellung. Wird in traditioneller Flaschengärung produziert (siehe Herstellungsverfahren).

So schäumt er: Je nach Alter stark bis mäßig und sehr fein­perlig.

Crémant – für Lieb­haber

Der kleine Bruder. Als Crémant bezeichnet man Qualitäts­schaum­weine, die aus bestimmten Anbau­gebieten außer­halb der Champagne kommen, etwa Crémant de Loire.

Farbe. Zart gelb bis bern­stein-gold.

Herkunft. Kommt meist aus Frank­reich, Luxemburg, Belgien. Sind bestimmte Herstellungs- und Qualitäts­kriterien erfüllt, darf auch deutscher Sekt Crémant heißen.

Herstellung. Wird in traditioneller Flaschengärung produziert (siehe Herstellungsverfahren).

So schäumt er: Eher cremig als schäumend, daher heißt er Crémant.

Cava – für Kenner

Der Spanische. Spanische Qualitäts­schaum­weine heißen Cava. Sie reifen traditionell in kühlen Kellergewölben. Daher der Name: Cava leitet sich von „cueva“ ab, was auf Spanisch Höhle oder Keller bedeutet.

Farbe. Zart gelb bis gelb­gold.

Herkunft. Spanien, geschützte Ursprungs­bezeichnung, kommt über­wiegend aus dem Wein­anbau­gebiet Penedès (Katalonien).

Herstellung. Cava wird in traditioneller Flaschengärung hergestellt (siehe Herstellungsverfahren).

So schäumt er: Stark schäumend, fein­perlig mit dichtem Perlenkranz.

Prosecco und Rosé – für Trendsetter

Nicht alles, was perlt, ist gut: Gerade bei den Trend­getränken Prosecco und Rosé sind die Qualitäts­unterschiede enorm. Es gibt sie in verschiedenen Güteklassen.

Prosecco, der Spritzige. Prosecco ist als stiller Wein (Tranquilo), Perl­wein (Frizzante) und Schaum­wein (Spumante) zu haben. Für den güns­tigen Frizzante wird stiller Wein einfach mit Kohlensäure aufgesprudelt. Ergebnis: Er perlt wenig und wird schnell schal. Beim Qualitäts­produkt, dem Spumante, entstehen die Perlen wie bei Sekt und Champagner in zweiter Gärung. Er ist teurer als Frizzante, schäumt dafür länger und feiner.

Rosé, der Beerige. Rosé ist ein farben­prächtiger Wein, der so heißt, wie er aussieht. Er ist sowohl als stiller Wein, preisgüns­tiger Perl­wein, höher­wertiger Schaum­wein oder Spitzensekt beziehungs­weise Champagner zu haben. Ursprüng­lich als „Mädchenbrause“ geschmäht, steigt sein Markt­anteil in Deutsch­land beständig. „Rosé wird inzwischen auch von Kennern ernst genommen“, bestätigt die Berliner Wein­expertin Anja Schröder.

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GuessWhat am 28.12.2018 um 18:08 Uhr
@NatalieHorn

Alkoholfrei darf laut Gesetz alles bezeichnet werden, was weniger als 0,5 % Alkohol enthält. Gewisse Spuren von Alkohol lassen wich technologisch oft nicht vermeiden. Andere Anbieter nutzen die Grenze von 0,5 % aus, um den Geschmack zu verbessern.
Wer aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen auf Alkohol verzichten möchte, sollte bedenken, dass jeder Fruchtsaft Alkohol enthält (oft sogar mehr als 0,5 %). Auch Kefir enthält mehr als 0,5 % Alkohol. Gesundheitliche Auswirkungen sind bei 0,5 % nicht möglich. Die religiöse Beurteilung muss jeder selbst vornehmen.

NatalieHorn am 03.03.2018 um 11:11 Uhr
No-Name Produkte

Ich bin soeben ganz zufällig auf diesen Beitrag gestoßen, welcher sehr interessant ist. Ich war ja bis jetzt immer der Ansicht, dass "teuer" nicht gleich auch "gut" sein muss. Heutzutage belegen das auch sehr viele Studien. Für mich war sehr interessant, das "alkoholfrei", nicht sofort heißen muss, dass das Produkt absolut keinen Alkohol enthält. Darüber war ich doch sehr überrascht, da einige getestete Produkte sogar zwischen 0,2 % und 0,5 % Alkohol enthielten. :o
Über diese Informationen bin ich durch diese Studie gestoßen: http://www.expertentesten.de/unabhaengiger-verbrauchertest-alkoholfreier-lidl-schaumwein-von-light-live-wird-besser-bewertet-als-luxusmarke-mumm-dry/
Sehr interessanter Artikel in meinen Augen!!

Nikolaus2011 am 22.12.2015 um 03:01 Uhr
Prosecco-Frizzante - billiger Perlwein

Liebe Tester, endlich mal wieder ein Hinweis darauf, was uns täglich
für unterirdische Qualtäten von Prosecco vorgegaukelt werden, nämlich
Überwiegend Perlwein ital. Herkunft, der mit Kohlensäure, womöglich noch
kurz nach der Pressung im Tankwagen zum Flaschenabfüller gefahren wird.
Abfüllen, etikettieren, Rin in' Karton und dann auf ins Billigland Deutschland,
Prosecco - das klingt ja auch wirklich so schön Italienisch und hinterlässt bei vielen
Leuten den Eindruck, als hätten sie d e n 'Champagner' für kleine Leute getrunken!
Test vergaß 1.02€ Sektsteuer + 19 Cent MWST. = 1,21€ + Etikett, Fl, Sektkork.
Versand, Lager, Verw.Kosten-2,25€ - Rotk..2,65 €!! 40 Cent f. Wein fehlt! 2,65€ ein Superangebot!
Keiner verdient was! Gibt' s nicht.
Seht ihr noch Fachhändler für Wein, Sekt?-Freu Dich - Wohl sein...
Nikolaus

Antefix am 21.11.2014 um 20:05 Uhr
Zustimmung -- bis auf die versteckte Promotion

Dass Harald Wohlfahrt Sekt, Champagner oder deren benachbarte Crémants zu seinen Creationen empfiehlt, dürfte Verpflichtung seiner zwangsläufig umsatzbedachten Hotelierfamilie Finkbeiner sein, indem gewisse Hedonisten, zuletzt auch aus dem ehemaligen Zarenreich, besonders in Baiersbronn oft alles erdenklich Beste auf den Tisch verlangt haben und es dafür natürlich eine (deutsche) 'Ordnung' mit Blick auf anderenfalls drohende Geschmacklosigkeiten (und auf die Schlussrechnung) geben muss.
Also: Diesen Weihnachten gern mal Schaumwein oder noch besser einen einfachen ehrlichen Riesling in das just vom Feuer genommene Sauerkraut, dagegen die maronen-, apfel- und pflaumengefüllte Bratgans lieber nicht zusammen mit Dom Pérignon aus schnell gänsefettigen Kristallkelchen zu genießen versuchen, sondern erst hinterher. Guter Geschmack bleibt immer irgendwie traditionell. . .