Cerankoch­feld reinigen

Cerankoch­feld reinigen: Drei Mittel sind sehr gut und umwelt­schonend

12.07.2018
Cerankoch­feld reinigen - Drei Mittel sind sehr gut und umwelt­schonend
Wischen possible. Gute Koch­feld­reiniger schonen die Glasfläche und die Umwelt. © Stiftung Warentest / Ralph Kaiser

Die Besten entfernen Einge­branntes so gründlich, dass das Koch­feld wie neu glänzt. Oben­drein schonen sie die Glasfläche und die Umwelt.

Cerankoch­feld reinigen Testergebnisse für 17 Glaskeramik-Koch­feld­rei­niger 07/2018

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Kurz ans Telefon gegangen und schon ists passiert: Der Milchreis kocht über und brennt sich ein. Gegen derartige Verschmut­zungen auf Glaskeramikkoch­feldern sollen Spezial­reiniger helfen. Anbieter werben damit, dass ihre Mittel „gründlich und materialschonend“ säubern, „Einge­branntes einfach und mühelos“ entfernen oder „strahlend, streifenfreien Glanz“ verleihen.

Meist sind Glaskeramik­reiniger als Flüssig­keit in einer Flasche abge­füllt. Sie sind aber auch als Paste aus der Tube erhältlich − und sogar als „Putz­stein“. Anders als der Name vermuten lässt, reibt man nicht mit einem Stein über die Glasfläche. Statt­dessen handelt es sich um eine Dose mit Reinigungs­konzentrat, das Anwender zunächst mit feuchtem Schwamm abreiben und anschließend auf der Koch­stelle verteilen sollen. Wir wählten für den Test alle Varianten aus und kauf­ten insgesamt 16 Produkte ein. Zum Vergleich mitgeprüft haben wir eine herkömm­liche Scheuermilch, die laut Etikett unter anderem für Glaskeramik geeignet sein soll.

Unser Rat

Die meisten Glaskeramik­reiniger säubern Koch­flächen recht problemlos. Jeder zweite kommt dabei ohne Mikro­plastik in der Rezeptur aus, darunter die drei Sehr guten. Die Spitzenreiter unterscheiden sich im Preis enorm: Heitmann ist mit 80 Cent pro 100 Milliliter am güns­tigsten, bei Bosch Siemens (BSH-Gruppe) kostet die gleiche Menge rund 4 Euro, bei Miele sogar 5,20 Euro. Der güns­tigste gute Reiniger ohne Mikro­plastik ist Domax (40 Cent).

Von sehr gut bis ausreichend

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 3 der 16 Glaskeramik­reiniger schneiden unterm Strich sehr gut ab, 8 weitere gut. Die drei besten Mittel kommen von Bosch Siemens (BSH-Gruppe), Brauns-Heitmann und Miele. Schluss­licht mit der Note Ausreichend ist Mr. Muscle Cera-Fix, der, anders als sein Name verspricht, gegen den Schmutz auf der Herd­platte kaum etwas ausrichten kann (Testergebnisse: Glaskeramik-Kochfeldreiniger).

Die Hälfte der geprüften Glaskeramik­reiniger enthält sogenanntes Mikro­plastik – feine Kunst­stoff­teilchen, die zum Scheuern dienen. Mikro­plastik steht seit einiger Zeit in der Kritik, da die unlöslichen Partikel zunehmend die Umwelt belasten. Der Test zeigt: Es geht auch ohne.

Im Labor gegen Einge­branntes

Um heraus­zufinden, wie viel Reinigungs­kraft in den Mitteln steckt, stellten wir sie vor die typischen Heraus­forderungen am Herd: Im Labor mussten sie auf Glaskeramikplatten einge­brannten Schmutz entfernen – Bratensoße, ein Mus aus passierten Tomaten, ein Gemisch aus Schmand und Milch sowie einen Sud aus Reis­stärke, der für überge­kochten Reis steht. Das simuliert den Problem­schmutz auf klassischen Wärmekoch­feldern, unter denen Heizspiralen den Topfboden aufheizen. Induktions­felder, die mittels Spulen Magnetfelder erzeugen und direkt den Topf­inhalt erhitzen, bleiben kühler – Überge­kochtes, Kleckse und Spritzer brennen auf ihnen weniger ein.

Cerankoch­feld reinigen Testergebnisse für 17 Glaskeramik-Koch­feld­rei­niger 07/2018

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Mr. Muscle mit wenig Kraft

Die meisten Spezialisten putzten Einge­branntes in unserer Reinigungs­apparatur recht mühelos weg (siehe Foto oben). Der Reiniger Blink von Müller versagte beim Reis-Sud, der von dm beim Schmand-Milch-Mix. Die Frosch-Scheuermilch schlägt sich im Vergleich ganz passabel, kann allerdings mit den besten Spezialisten nicht mithalten.

Recht kraft­los zeigt sich Mr. Muscle Cera-Fix – gegen einge­brannte Bratensoße und Reis-Sud bleibt er macht­los. Mr. Muscle empfiehlt nach der Anwendung nicht feucht nach­zuwischen. Dadurch soll auf der Platte ein Film als Einbrenn­schutz zurück­bleiben. Ob der verheißene Schutz­film auf Koch­feldern funk­tioniert, haben wir nicht geprüft; zurzeit ist dafür noch kein Verfahren etabliert.

Sauer macht sauberer

Ein Phänomen, das sich auf vielen Glaskeramikplatten beob­achten lässt, ist ein buntes Schil­lern. Es entsteht, wenn Salz­wasser mehr­fach über­kocht. Dadurch lagern sich hauchdünne Schichten ab, die das Licht­regenbogen­farben reflektieren und sich selbst mit engagiertem Einsatz von Spül­mittel nicht wegschrubben lassen. Die meisten Glaskeramik­reiniger entfernen die schil­lernden Schichten mit Bravour. Das gilt für jene Spezialisten, die – etwa mit Zitronensäure – auf einen sauren pH-Wert von 2,6 bis 3,7 einge­stellt sind. Dagegen bleiben die Mittel von Elsterglanz, Dr. Beck­mann und Frosch mit alka­lischen pH-Werten von mehr als 9 weit­gehend wirkungs­los gegen die bunten Rück­stände.

Glänzend ohne Mikro­plastik

Glaskeramik­reiniger enthalten neben fett­lösenden Tensiden meist sogenannte Abrasiv­stoffe – feine Scheuer­partikel, die feste Verschmut­zungen wegschmirgeln können. Viele Anbieter setzen dabei auf Mikro­plastik. Die winzigen Kunst­stoff­teilchen sind hart genug, um Verkrustetes abzu­rubbeln, aber weich genug, um ein Zerkratzen der Glaskeramikflächen zu verhindern. Deshalb galten sie bisher bei vielen Herstel­lern als unver­zicht­bar.

Der Test zeigt jedoch: Saubere Resultate erzielen auch Mittel, die Abrasiv­stoffe auf Basis von Mineralien wie Ton­erde und Kiesel­erde verwenden − und zwar ebenfalls, ohne die Koch­felder zu zerkratzen. Tatsäch­lich hinterließ selbst bei starkem Rubbeln kein Reiniger im Test häss­liche Kratz­spuren oder chemische Schäden wie Flecken oder Mattierungen auf dem Glas. Für alle gilt: Die Materialschonung ist sehr gut.

Mikro­plastik in der Diskussion

Schon seit längerer Zeit wird welt­weit über mögliche Auswirkungen von Mikroplastik in der Umwelt diskutiert. Das meiste Mikro­plastik treibt in Meeren, Flüssen und Seen. Es stammt größ­tenteils aus Plastikmüll, der sich zersetzt. Auch Synthetikfasern, die sich beim Waschen lösen, gelangen über das Abwasser in die Umwelt. Zum einen, weil Klär­anlagen die Partikel nicht restlos heraus­filtern – zum anderen, weil Land­wirte Klär­schlämme auf ihre Felder ausbringen. Noch fehlen Lang­zeit­unter­suchungen, um die Auswirkungen von Mikro­plastik auf die Umwelt abschließend bewerten zu können. Die vorliegenden Studien deuten jedoch darauf hin, dass die Plastikpartikel Ökosysteme dauer­haft belasten und Wasser­organismen schädigen können.

Die EU lässt derzeit eine recht­liche Einschränkung des absicht­lich einge­setzten Mikro­plastiks prüfen. Das würde auch Glaskeramik­reiniger betreffen. „Zwar ist der Eintrag von Mikro­plastik aus Reinigungs­mitteln übers Abwasser in die Umwelt im Verhältnis zu anderen Quellen gering, doch aus Gründen der Vorsorge sollte auch bei diesen Produkten ein Ausstieg im Rahmen eines gesetzlichen Verbots von Mikro­plastik EU-weit erfolgen“, sagt Marcus Gast, Sach­verständiger für Wasch- und Reinigungs­mittel beim Umwelt­bundes­amt.

Nicht gut für die Umwelt

Wir beur­teilen die Umwelt­eigenschaften mikro­plastikhaltiger Glaskeramik­reiniger als befriedigend. Wer einen solchen Reiniger verwendet, kann zumindest dafür sorgen, dass dieser möglichst nicht ins Abwasser gelangt: Anstatt das Mittel mit einem Schwamm aufzutragen, den man danach auswäscht, lässt sich das Gleiche mit einem Küchen­papier erledigen, das anschließend in den Hausmüll wandert. Der wird zum Groß­teil verbrannt.

Kunden haben die Alternative

Die Anbieter deklarieren den Einsatz von Mikro­plastik auf den Verpackungen übrigens nicht. Wir stellen die entsprechenden Reiniger in unserer Tabelle als eigene Produkt­gruppe dar. Wer seinen Herd ohne Plastikteilchen säubern will, kann sich daran orientieren.

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