Cerankoch­feld reinigen Test

Wer ein Glaskeramikkoch­feld hat, kennt das Problem: Wenn beim Kochen was daneben geht und einbrennt, entstehen krustige und schil­lernde Beläge. Spezielle Glaskeramik­reiniger sollen dagegen helfen. Die Stiftung Warentest hat 16 Mittel geprüft. Die besten reinigen so gründlich und schonend, dass das Koch­feld wie neu glänzt. Jedes zweite kommt dabei ohne Mikro­plastik in der Rezeptur aus, darunter die drei sehr guten. Die Spitzenreiter kosten zwischen 80 Cent und 5,20 Euro pro 100 Milliliter.

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TestCerankoch­feld reinigen12.07.2018
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Drei Varianten Glaskeramik­reiniger: Flasche, Tube, Putz­stein

Meist sind Glaskeramik­reiniger als Flüssig­keit in einer Flasche abge­füllt. Sie sind aber auch als Paste aus der Tube erhältlich − und sogar als „Putz­stein“. Anders als der Name vermuten lässt, reibt man nicht mit einem Stein über die Glasfläche. Statt­dessen handelt es sich um eine Dose mit Reinigungs­konzentrat, das Anwender zunächst mit feuchtem Schwamm abreiben und anschließend auf der Koch­stelle verteilen sollen. Im Test mitgeschrubbt haben alle Varianten. Zum Vergleich mit dabei war eine herkömm­liche Scheuermilch, die laut Etikett unter anderem für Glaskeramik geeignet sein soll.

Von sehr gut bis ausreichend

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 3 der 16 Glaskeramik­reiniger schneiden unterm Strich sehr gut ab, 8 weitere gut. Schluss­licht mit der Note Ausreichend ist Mr. Muscle Cera-Fix, der, anders als sein Name verspricht, gegen den Schmutz auf der Herd­platte kaum etwas ausrichten kann. Die Hälfte der geprüften Glaskeramik­reiniger enthält sogenanntes Mikro­plastik – feine Kunst­stoff­teilchen, die zum Scheuern dienen. Mikro­plastik steht seit einiger Zeit in der Kritik, da die unlöslichen Partikel zunehmend die Umwelt belasten. Der Test zeigt: Es geht auch ohne.

Das bietet der Test Glaskeramik­reiniger der Stiftung Warentest

Test­ergeb­nisse. Unsere Tabelle zeigt Bewertungen für 16 Glaskeramik­reiniger, davon 14 flüssige, eine Paste und ein Putz­stein. Um die Reinigungs­leistung zu prüfen, haben wir Bratensoße, passierte Tomaten, Schmand mit Milch und überge­kochten Reis auf Glaskeramik einbrennen lassen. Neben Hand­habung und Umwelt­schonung haben wir außerdem untersucht, wie gut sich schil­lernde Schichten entfernen lassen und wie gut die Reiniger das Koch­feld schonen. Exemplarisch haben wir auch eine herkömm­liche Scheuermilch sowie Schaber und Spezial­schwämme mitgeprüft.

Tipps und Hintergrund. Wir zeigen, wie Sie Einge­branntes am besten entfernen, erklären, wie der pH-Wert eines Reinigers dessen Reinigungs­leistung bestimmt und sagen, was Sie beachten sollten, wenn Sie Reiniger verwenden, die Mikro­plastik enthalten.

Heft-Artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie auch Zugriff auf das PDF zum Testbe­richt aus test 7/2018.

Im Labor gegen Einge­branntes

Um heraus­zufinden, wie viel Reinigungs­kraft in den Mitteln steckt, stellt der Test sie vor die typischen Heraus­forderungen am Herd: Im Labor mussten sie auf Glaskeramikplatten einge­brannten Schmutz entfernen – Bratensoße, ein Mus aus passierten Tomaten, ein Gemisch aus Schmand und Milch sowie einen Sud aus Reis­stärke, der für überge­kochten Reis steht. Das simuliert den Problem­schmutz auf klassischen Wärmekoch­feldern, unter denen Heizspiralen den Topfboden aufheizen. Induktions­felder, die mittels Spulen Magnetfelder erzeugen und direkt den Topf­inhalt erhitzen, bleiben kühler – Überge­kochtes, Kleckse und Spritzer brennen auf ihnen weniger ein.

Ceran­feld oder Glaskeramik­feld?

Ceran ist eine geschützte Marke der Firma Schott. Streng genommen dürfen also nur Koch­felder mit entsprechender Glaskeramik den Namen Ceran­feld tragen. Trotzdem hat sich im allgemeinen Sprach­gebrauch der Begriff Ceran­feld als Synonym für Koch­felder aus Glaskeramik durch­gesetzt.

Mr. Muscle mit wenig Kraft

Die meisten Spezialisten putzten Einge­branntes in der Reinigungs­apparatur recht mühelos weg. Einzelne Reiniger versagten beim Reis-Sud oder beim Schmand-Milch-Mix. Die mitgeprüfte Scheuermilch schlägt sich im Vergleich ganz passabel, kann allerdings mit den besten Spezialisten nicht mithalten. Recht kraft­los zeigt sich Mr. Muscle Cera-Fix – gegen einge­brannte Bratensoße und Reis-Sud bleibt er macht­los.

Schil­lernde Schichten: Sauer macht sauberer

Ein Phänomen, das sich auf vielen Glaskeramikplatten beob­achten lässt, ist ein buntes Schil­lern. Es entsteht, wenn Salz­wasser mehr­fach über­kocht. Dadurch lagern sich hauchdünne Schichten ab, die das Licht regenbogen­farben reflektieren und sich selbst mit engagiertem Einsatz von Spülmittel nicht wegschrubben lassen. Die meisten Glaskeramik­reiniger entfernen die schil­lernden Schichten mit Bravour. Das gilt für jene Spezialisten, die – etwa mit Zitronensäure – auf einen sauren pH-Wert von 2,6 bis 3,7 einge­stellt sind. Dagegen bleiben die geprüften Mittel mit alka­lischen pH-Werten von mehr als 9 weit­gehend wirkungs­los gegen die bunten Rück­stände.

Bildergalerie: So entfernen Sie Einge­branntes

1. Reagieren. Überge­kochtes flott aufwischen oder mit Metall­schaber zur Seite schieben.

1. Reagieren. Überge­kochtes flott aufwischen oder mit Metall­schaber zur Seite schieben.

2. Schaben. Einge­branntes vorsichtig mit der sauberen Klinge abkratzen.

3. Wischen. Etwas Reiniger auf das erkaltete Koch­feld geben und mit Küchen­papier verreiben.

4. Polieren. Gelösten Schmutz und Reinigerreste feucht entfernen und trocken nach­wischen.

5. Wegwerfen. Statt Schwamm besser Küchen­papier verwenden und anschließend im Müll entsorgen. Reinigerreste gelangen so nicht ins Abwasser. Die Abbildungen der Reinigungs­mittel sind nicht maßstäblich mit denen der Schaber und Spezial­schwämme.

Glänzend ohne Mikro­plastik

Glaskeramik­reiniger enthalten neben fett­lösenden Tensiden meist sogenannte Abrasiv­stoffe – feine Scheuer­partikel, die feste Verschmut­zungen wegschmirgeln können. Viele Anbieter setzen dabei auf Mikro­plastik, wie sie auf Anfrage mitgeteilt haben. Die winzigen Kunst­stoff­teilchen sind hart genug, um Verkrustetes abzu­rubbeln, aber weich genug, um ein Zerkratzen der Glaskeramikflächen zu verhindern. Deshalb galten sie bisher bei vielen Herstel­lern als unver­zicht­bar. Die Unter­suchung der Stiftung Warentest zeigt jedoch: Saubere Resultate erzielen auch Mittel, die Abrasiv­stoffe auf Basis von Mineralien wie Ton­erde und Kiesel­erde verwenden − und zwar ebenfalls, ohne die Koch­felder zu zerkratzen. Tatsäch­lich hinterließ kein Glaskeramik­reiniger im Test häss­liche Kratz­spuren oder chemische Schäden wie Flecken oder Mattierungen auf dem Glas – selbst bei starkem Rubbeln. Für alle getesteten Reiniger gilt: Die Materialschonung ist sehr gut.

Mikro­plastik in der Diskussion

Schon seit längerer Zeit wird welt­weit über mögliche Auswirkungen von Mikro­plastik in der Umwelt diskutiert. Das meiste davon treibt in Meeren, Flüssen und Seen. Es stammt größ­tenteils aus Plastikmüll, der sich zersetzt. Auch Synthetikfasern, die sich beim Waschen lösen, gelangen über das Abwasser in die Umwelt. Zum einen, weil Klär­anlagen die Partikel nicht restlos heraus­filtern – zum anderen, weil Land­wirte Klär­schlämme auf ihre Felder ausbringen. Noch fehlen Lang­zeit­unter­suchungen, um die Auswirkungen von Mikro­plastik auf die Umwelt abschließend bewerten zu können. Die vorliegenden Studien deuten jedoch darauf hin, dass die Plastikpartikel Ökosysteme dauer­haft belasten und Wasser­organismen schädigen können.

Umwelt­bundes­amt: Besser ohne Mikro­plastik

Die EU lässt derzeit eine recht­liche Einschränkung des absicht­lich einge­setzten Mikro­plastiks prüfen. Das würde auch Glaskeramik­reiniger betreffen. „Zwar ist der Eintrag von Mikro­plastik aus Reinigungs­mitteln übers Abwasser in die Umwelt im Verhältnis zu anderen Quellen gering, doch aus Gründen der Vorsorge sollte auch bei diesen Produkten ein Ausstieg im Rahmen eines gesetzlichen Verbots von Mikro­plastik EU-weit erfolgen“, sagt Marcus Gast, Sach­verständiger für Wasch- und Reinigungs­mittel beim Umwelt­bundes­amt. Die Stiftung Warentest beur­teilt die Umwelt­eigenschaften mikro­plastikhaltiger Glaskeramik­reiniger als befriedigend.

Tipp: Wer einen solchen Reiniger verwendet, kann zumindest dafür sorgen, dass dieser möglichst nicht ins Abwasser gelangt: Anstatt das Mittel mit einem Schwamm aufzutragen, den man danach auswäscht, lässt sich das Gleiche mit einem Küchen­papier erledigen, das anschließend in den Hausmüll wandert. Der wird zum Groß­teil verbrannt.

Kunden haben die Wahl

Die Anbieter deklarieren den Einsatz von Mikro­plastik auf den Verpackungen übrigens nicht. In der Test-Tabelle stehen die entsprechenden Reiniger in einer eigenen Produkt­gruppe. Wer seinen Herd ohne Plastikteilchen säubern will, kann sich daran orientieren – und einen kleinen Beitrag gegen die Kleinst­vermüllung leisten.

Nutzer­kommentare, die vor dem 27. Juni 2018 gepostet wurden, beziehen sich noch auf eine ältere Unter­suchung.

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