Ob Hotel­buchung oder Computerkauf – Rabatt­portale lohnen sich oft. Viele große Onlinehändler machen mit.

Wer im Internet viel einkauft, kann oft ein paar Prozent des Kauf­preises zurück­bekommen. Die Käufer klicken dabei über ein Rabatt­portal zu ihrem Onlineshop. Sie kassieren dann für jeden Einkauf ein paar Euro, die sie sich auszahlen lassen können. Solche Cashback-Portale sind das digitale Gegen­stück zu Kunden- und Rabatt­karten, wie Payback und Deutsch­land­card. Der Unterschied: Mit Cashback-Portalen lässt sich viel mehr sparen als mit den Rabatt­karten.

Wörtlich über­setzt heißt Cashback „Geld zurück“. Das Geschäfts­modell dahinter: Die Portale bekommen von den Onlinehänd­lern für die Vermitt­lung eines Einkaufs eine Provision. Davon geben sie einen mehr oder weniger großer Teil an die Kunden weiter.

Unser Rat

Onlinekauf. Über Cashback-Portale ist es möglich, bei vielen Onlineshops ein paar Prozent zu sparen. Achten Sie bei der Auswahl darauf, wie viele Shops mitmachen und ob Ihre Favoriten dabei sind.

Preis. Sie bekommen über die Cashback-Portale nicht auto­matisch den besten Preis. Vergleichen Sie die Preise verschiedener Anbieter vorher. Hilf­reich sind Such­maschinen wie idealo.de, billiger.de und geizhals.de.

Rabatt­höhe. Die höchsten Rabatte gibt es über die Portale Shoop, Getmore und Aklamio (Tabelle Mit Cashback bis 12,61 Prozent Rabatt bei ausgewählten Onlineshops). Meist bekommen Sie 3 bis 6 Prozent pro Einkauf.

Guthaben. Lassen Sie sich Ihr ange­sammeltes Guthaben immer früh­zeitig auszahlen.

Mehr als 10 Prozent Rabatt möglich

Finanztest hat bei acht Cashback-Portalen mit vielen umsatz­starken Onlinehänd­lern als Partner untersucht, wie hoch die Rabatte sind, ob es Fallen für die Kunden gibt und wie es um die Daten­schutz­bestimmungen und die allgemeinen Geschäfts­bedingungen steht.

Insbesondere bei größeren Anschaffungen lohnt es sich, ein Cashback-Portal zu nutzen. Im besten Fall sind über 10 Prozent Rabatt drin, im schlechtesten weniger als 1 Prozent.

Interes­sant ist das vor allem für Stamm­kunden der Onlineshops. Sie – aber auch alle Gelegen­heits­käufer – können oft 3 bis 6 Prozent sparen. Zeit­weise finden sie noch höhere Spezial­angebote, zum Beispiel zu Feier­tagen wie Ostern oder Weih­nachten.

Drei Portale mit hohem Rabatt

Shoop, Getmore und Aklamio hatten im Test die höchsten Rabatte. Die Tabelle Mit Cashback Rabatt bei ausgewählten Onlineshops gibt einen Über­blick, wie viel Prozent Rück­vergütung Kunden bei welchem Onlineshop über die verschiedenen Cashback-Anbieter bekommen. Die Angaben beziehen sich jeweils auf den Endpreis des Kunden inklusive Mehr­wert­steuer.

Mehr­wert­steuer einbeziehen

Die Rabatt­portale legen bei ihren Prozent­angaben immer den Nettowaren­wert zugrunde. Das ist der Preis abzüglich der Mehr­wert­steuer, die Kunden mitbezahlen müssen. Ihr tatsäch­licher Rabatt liegt daher nied­riger: 5 Prozent Cashback bedeuten rund 4,2 Prozent Rück­vergütung auf den Endpreis. Der Prozent­satz lässt sich einfach selbst berechnen. Kunden teilen dafür die Prozent­angabe des Cashback-Portals durch 1,19.

Höhe hängt von Branche ab

Die Höhe der Rück­vergütung unterscheidet sich von Branche zu Branche und von Portal zu Portal. Sie kann sich im Laufe der Zeit auch ändern, wenn die teilnehmenden Händler die Bedingungen mit dem Cashback-Portal neu verhandeln oder die Portale weniger oder mehr von ihrer Provision weitergeben.

In Branchen mit geringer Gewinn­spanne wie dem Elektronik­handel lassen sich regel­mäßig weniger als 1 Prozent bis 3 Prozent erzielen, bei Kleidung dagegen häufig zwischen 3 und 6 Prozent, manchmal mehr. Reisen rabattieren die Cashback-Anbieter oft mit 2 bis 6 Prozent. Wer zum Beispiel einen PC über eines der Cashback-Portale im Test kauft, bekommt maximal 2,52 Prozent. Für einen Mietwagen sind maximal 6,72 Prozent drin, aber für ein Paar Schuhe mehr als 10 Prozent.

Bei einem Onlinehändler bekommen Kunden je nach Cashback-Portal unterschiedliche Rabatte. Wer zum Beispiel bei Karstadt online einkauft, bekommt über Shoop 5,88 Prozent, über Aklamio 3,36 Prozent und über Andasa sowie Cashback­deals nur 1,68 Prozent. Deutlich ist auch der Unterschied beim Blumenhändler Fleurop: Über Aklamio und Getmore gibt es 12,61 Prozent, über Andasa 4,2 Prozent.

Cashback schlägt Kundenkarten

Das ist deutlich mehr als bei den Kunden- und Rabatt­karten. Bei Payback und Deutsch­land­card sind für Onlineshops nur 0,5 bis 1 Prozent Nach­lass üblich. Doch noch ist die Zahl der Rabatt­karten­besitzer viel höher als die der Cashback-Nutzer.

Eine Payback-Rabatt­karte nutzen laut Anbieter 30 Millionen Deutsche regel­mäßig, beim größten deutschen Cashback-Anbieter Shoop haben sich bisher erst etwa 850 000 Mitglieder angemeldet. Das sind immerhin mehr als doppelt so viele wie vor knapp zwei Jahren, als Shoop noch Qipu hieß. Mitt­lerweile steigen aber die Mitglieder­zahlen bei Cashback kontinuierlich.

Gefragte Händler machen mit

Inzwischen machen auch deutlich mehr Händler bei den Cashback-Portalen als bei den Rabatt­karten mit. Mitt­lerweile sind es mehrere Tausend − darunter auch vieleder 100 umsatz­stärksten Onlineshops in Deutsch­land.

Die Spitzenreiter der Cashback-Anbieter, Shoop und Getmore, gewähren den Kunden die Chance, bei 72 der Top-100-Händler in Deutsch­land einen Cashback zu erhalten. Insgesamt arbeiten beide Portale jeweils mit rund 2 000 Händ­lern zusammen. Link-o-Mat hat mit mehr als 10 000 Händ­lern zwar die meisten Shops im Portfolio, aber davon nur 50 aus den Top 100 (Tabelle Drei Anbieter punkten mit hohen Rabatten). Das ist die geringste Zahl unter den acht Anbietern im Test.

Guthaben zeit­nah auszahlen lassen

Einige Cashback-Portale setzen allerdings gesetzliche Vorschriften nicht konsequent um: Guthaben, das die Mitglieder ansammeln, muss mindestens drei Jahre lang gültig sein. Bei Cashback­deals erlischt es aber schon nach einem Jahr und bei iGraal nach zwei Jahren, wenn der Nutzer sich nicht in seinem Kunden­konto einloggt.

Diese Klauseln in den Geschäfts­bedingungen sind recht­lich unzu­lässig. Nicht erlaubt ist es auch, das Guthaben bei Kündigung des Kontos ersatz­los zu streichen, wie es Andasa, Cashback­deals und iGraal vorsehen.

Der vorzeitige Verfall ist dann ein Problem, wenn das Guthaben erst ab einer bestimmten Höhe ausgezahlt wird – wie bei Andasa ab 30 Euro, Cashback­deals ab 25 Euro und iGraal ab 20 Euro.

Dagegen ist das bei Aklamio, Getmore, Link-o-Mat und Shoop ab dem ersten Cent oder Euro möglich. Ohnehin sollten sich Kunden ihr Guthaben so früh wie möglich auszahlen lassen. Ein Cashback-Portal kann pleite­gehen. Das ist etwa im Fall Yenomi passiert. Das Portal versprach auf der Internetseite zwar, auch Guthaben unter­halb des Auszahlungs­limits von 20 Euro auszuzahlen. Darauf können sich die Kunden aber nicht verlassen.

Portale erheben wenige Daten

Die Daten­schutz­bestimmungen der Anbieter sind weniger problematisch. Die meisten erheben nur wenige Daten. Die Kunden müssen sich oft nur mit Benutzer­name und Pass­wort registrieren. In den meisten Fällen muss der Nutzer erst seinen Namen und die Bank­verbindung angeben, wenn er sich das Guthaben auszahlen lassen will.

Viele Verbraucher fürchten aber, dass sie unzäh­lige Werbemails bekommen, wenn sie sich bei einem Cashback-Portal registrieren. Die Angst ist nicht unbe­rechtigt, denn ein Teil des Geschäfts­modells besteht darin, mit zielge­richteter Werbung den Umsatz anzu­kurbeln.

Werbeflut eindämmen

Das Zusenden von Werbung ist daher voreinge­stellt. Davon können sich die Kunden aber mit ein paar Klicks befreien: Im Profil unter „Einstel­lungen“ löschen sie die Häkchen für die Zustimmung dazu, Werbemails oder Newsletter zu erhalten.

Eifrige Onlineshopper können sich zudem ein sogenanntes Plugin installieren, mit dem sie ihren Internet­browser erweitern. Damit wird ihnen Cashback auto­matisch ange­zeigt und akti­viert.

Die Kehr­seite der Medaille: Plugins können Einfalls­tor für schädliche Computerviren und Trojaner sein.

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