Carvingskier Test

Vor über zehn Jahren war die Ski-Welt noch in Ordnung: Wer den Parallelschwung in Vollendung zelebrierte, war der Held der Piste. Dann kamen die Snowboarder: Mit weiten Sprüngen und langen Schwüngen zogen sie die Blicke auf sich. Seit einigen Jahren können sich auch treue Bretterfans dem Kantenfeeling hingeben: Sie schnallen sich einfach Carvingskier unter die Plastikstiefel. Die stark taillierten Bretter sind mittlerweile unter den Skifahrern so beliebt, dass die Fachgeschäfte nur noch Carvingskier verkaufen. Mit 20 Modellen zogen die Tester auf die Piste und ins Labor.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Carvingskier

Emanzipation der Bretter

Hersteller unterscheiden wie bei den Alpinskiern zwischen Herren-, Damen- und Unisexmodellen. Daher wählten die Tester jeweils neun Männer- bzw. Frauenskier und zwei Unisexmodelle aus. Zwischen diesen Kategorien zu unterscheiden, macht nicht immer Sinn: Damenskier sind zwar elastischer im Schaufel- und Endbereich. Sie brauchen deshalb weniger Druck und sind wendiger. Aber diese Eigenschaft ist für alle Anfänger, also Frauen und Männer, nützlich. Und weibliche Skicracks können genauso gut zu harten Modellen greifen. Die stehen in der Männerabteilung. Besser als ein geschlechterspezifische Einteilung wäre also eine in Anfänger und Profis.

Stabil und verlässlich

In der technischen Prüfung überzeugten die meisten Carvingskier: 17 mal „sehr gut“, 2 mal „gut“. Nur Test-Schlusslicht Intersport Atomic Beta fällt hier aus dem Rahmen: „ausreichend“. Fazit: Die Fertigungsqualität und die Zuverlässigkeit, wie zum Beispiel die Kantenausreißfestigkeit, sind bei Carvingskiern grundsätzlich besser geworden. Weniger einheitlich beurteilten die Tester die Fahreigenschaften. Jedes Modell überzeugte mit einer anderen Eigenschaft. Einige sind besser geeignet für die Schussfahrt, andere fürs Carven. Sieben Modelle zeigten allerdings durchgängig gute Fahreigenschaften.

Gut fahren, wenig zahlen

Entscheidend beim Kauf sollten die Fahreigenschaften und der Preis sein. Denn bei der technischen Prüfung gab es bei den Modellen bis auf drei Ausnahmen wenig zu beanstanden. Empfehlenswert bei den Damenskiern ist der Völkl energy 320 gamma für 380 Euro und die etwas teureren Atomic C 9 w Puls und Fischer Sceneo S 300 Railflex für jeweils 400 Euro. Bei den Herrenskiern stimmt das Preis-Leistung-Verhältnis bei den Salomon Crossmax 77 für 350 Euro und den K2 Escape 5000 für 380 Euro. Alle genannten Preise gelten inklusive Bindung.

Und sie wedeln doch

Da Wintersportler mit Carvingskiern auch klassisch schwingen können, bieten die Fachgeschäfte mittlerweile nur noch Carvingskier an. Dennoch nutzen die meisten Skifahrer die taillierten Bretter zum Carven. Mögliche Gründe: Gekonntes Carving bringt mehr Spaß und belastet weniger die Gelenke. Denn ein großer Teil des Schwungs wird aus dem Oberkörper und dem Rumpf erzeugt. Außerdem beweisen Pulskontrollen, dass Carver kräfteschonender fahren.

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