Neue Saison, neues Design. Die beste Figur im Test machten die drei „sehr guten“ Skier von Völkl und Head.

Ledergeprägt mit Goldflitter-Siebdruck, zarte Blumenmuster, sanft geschwungene Linien. Was sich nach einer ausgefallenen Abendgarderobe anhört, sind Damenskier der aktuellen Saison. Mit neuem Design umwerben die Hersteller die weibliche Welt. „Jedes Modell strahlt seinen individuellen Charme aus“, schwärmt zum Beispiel Atomic, egal „ob die Frau freiheitsliebend, naturverbunden, stylisch oder sportlich ist“. Und Völkl betont, seine neue Attiva-Serie sei „die ideale Ausrüstung für sportliche Skifahrerinnen von heute“ und „von Frauen für Frauen“ entwickelt worden.

Was die Damenskier können und wie sie sich im Vergleich zu den anderen Carvern schlagen, hat der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) untersucht. Die Bewertung haben wir von unseren fachkundigen Kollegen übernommen. Wir haben 21 Alpinskier ausgewählt, neben Modellen für Damen auch solche für beide Geschlechter. Bei allen handelt es sich um Allround­skier, auch All-Terrain oder All-Mountain genannt. Sie eignen sich für eine gemäßigte bis leicht sportliche Fahrweise.

Völkl vor der Konkurrenz

Das Rennen im Praxistest machte der Attiva-Damenski von Völkl. Mit keinem anderen fuhren sich nicht nur die langen, sondern auch die kurzen Schwünge auf der Kante so gut. Für seine Fahreigenschaften heimste der Völkl-Ski das einzige „Sehr gut“ ein und auch in der technischen Prüfung hieß es „sehr gut“, sodass er den Test am Ende als Sieger verließ. Auch unter den Allround­skiern für Männer und Frauen schnitt ein Völkl-Modell „sehr gut“ ab, noch etwas besser war hier jedoch ein Ski von Head.

Blizzard, Dynastar, Kneissl hinten

Verlierer im Test sind der Allroundski Kneissl Black Star und die Damenmodelle von Blizzard und Dynastar. Alle drei boten durchschnittliche Fahreigenschaften und der Dynastar schnitt auch in der techni­schen Prüfung nicht besser ab.

Hochwertig verarbeitet

Andere Konstrukteure erreichten ihr Ziel besser, einen möglichst leichten, stabilen Ski mit guten Fahreigenschaften zu bauen. Bei den meisten scheint die Mischung zu stimmen, denn 16 der 21 geprüften Modelle bestanden den Praxistest auf der Piste mit der Note „gut“, das Damenmodell von Völkl sogar „sehr gut“. Egal ob auf Kante gefahren oder im Parallelschwung, die getesteten Skier ermöglichen ein dynamisches Fahrgefühl. Zwischen den Allround- und den Damenskiern erkannten die Prüfer insgesamt aber weder im Gewicht noch in der Bauweise generelle Unterschiede. Nur ein einziger Unterschied fiel sofort ins Auge: Das bereits eingangs erwähnte Design.

Mit Preisen von 360 bis 600 Euro gehören die getesteten Skier in die mittlere bis gehobene Preisklasse. Seit Jahren nutzen die Hersteller mehrschichtig verleimte Holzkerne, damit der Ski zugleich flexibel und verwindungssteif ist. Außerdem verstärken Metallverbindungen und eine Kunststofflage den Ski zusätzlich.

Auf die Kantenhöhe achten

Auch bei der Prüfung im Labor schneiden die Alpinskier beider Gruppen recht gut ab. Die Skier von Dynastar hatten jedoch ebenso wie das Frauenmodell von Kneissl Probleme mit der Kantenhöhe. Sie ist niedriger als bei den anderen und wurde als „weniger zufriedenstellend“ bewertet. Niedri­gere Kanten begrenzen den Fahrspaß zwar nicht, diese Skier können aber weniger oft abgeschliffen und somit im Vergleich zu anderen Skiern auch nicht so lange gefahren werden. Für den typischen Skiurlauber, der ein bis zwei Mal im Jahr die Pisten unsicher macht, spielt das eine geringere Rolle als für Skifahrer, die oft unterwegs sind oder auch häufig auf hartem Schnee fahren. Sie sollten darauf achten, dass die Kanten ihrer Skier etwa zwei Millimeter hoch sind.

Bindung inklusive

Meist bieten Händler die Skier nur noch zusammen mit der Bindung im Set an. Im passenden Design, versteht sich. Nur bei einem Hersteller im Test, bei Kneissl, ist es überhaupt noch möglich, Bindungen von anderen Anbietern zu nutzen. Wen wundert es, denn die Hersteller sind daran interessiert, möglichst alles aus der eigenen Firmengruppe zu verkaufen. Bei der Wahl eines neuen Skis spielen abgesehen vom Design vor allem Skilänge, Taillierung und Radius eine Rolle, natürlich auch der Anspruch des Fahrers und sein fahrerisches Können.

Tipp: Mit den Testergebnissen in der Tasche sollten sich Käufer zusätzlich im Fachhandel beraten lassen. Am besten direkt im Skigebiet, denn vor Ort kann mit den Händlern vereinbart werden, vor dem Kauf verschiedene Skier auszuprobieren. Oft ist das gegen eine Verleihgebühr möglich, die beim Kauf verrechnet wird.

Leihen statt kaufen

Wer nur eine Woche im Jahr in den Skiurlaub fährt, für den kann es sich lohnen, den Ski zu leihen, statt ihn zu kaufen. Dabei kann er auch gezielt ausprobieren und den geeigneten Skityp finden. Wer dann einen Ski fährt, auf dem er sich wohlfühlt, sollte sich Modell, Länge, Radius und auch die Taillierung merken. Erfahrene Winterurlauber, die bereits wissen, welchen Ski sie ausleihen wollen, können das Wunschobjekt bereits von zuhause aus im Internet bestellen – auch die neuesten Modelle.

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