Diese Regeln sollten Cars­harer kennen

Ja, das Klein­gedruckte lesen, macht keinen Spaß. Einige Regeln sollten Nutze­rinnen und Nutzer aber nicht ignorieren. Denn in den Geschäfts­bedingungen kann für Cars­haring-Kunden die ein oder andere teure Über­raschung lauern. Wir haben uns durch seiten­weise Klein­gedrucktes gearbeitet und fassen wichtige Regeln zusammen.

Alkohol: 0,0 Promille

Bei vielen Cars­haring-Anbietern gilt für Nutze­rinnen und Nutzer ein absolutes Alkohol­verbot. Wer etwa mit Rest­alkohol vom Vorabend in einen Unfall verwickelt wird, riskiert neben einer Vertrags­strafe, den Schutz der Kasko­versicherung zu verlieren.

Fahrer­wechsel

Nach einem Feier­abend­bierchen den Freund oder die Freundin ans Steuer lassen? Geht bei den Free-Floatern gar nicht. Miles, Share Now und Sixt Share legen fest, dass nur der Nutzer selbst fahren darf. Share Now bestraft den Fahrer­wechsel mit 500 Euro, Miles sogar mit 1 000 Euro. Besser: den gewünschten Fahrer oder die Fahrerin neu anmelden. Das dauert bei allen drei meist nur wenige Minuten.

Falsch parken

Auch das Parken in einer Privatstraße oder Verbots­zone kann teuer werden. So kostet Umparken durch einen Mitarbeiter bei Miles 80 Euro. Wird das Fahr­zeug abge­schleppt, bezahlen Kunden in der Regel den Abschlepp­dienst plus eine Bearbeitungs­gebühr. Vorsicht: Wer das Auto außer­halb des Geschäfts­gebiets abstellt, von dem verlangen zum Beispiel Miles und Share Now 500 Euro.

Auslands­fahrt

Von Berlin mal schnell rüber nach Polen? Geht nicht. Trips ins Ausland untersagen viele Anbieter. Wer dagegen verstößt, zahlt bei Miles, Share Now und Sixt Share bis zu 250 Euro. Mit Cambio ist die Fahrt in die meisten europäischen Ländern problemlos möglich.

Fahr­anfänger

Sixt Share schließt Fahre­rinnen und Fahrer unter 21 Jahren aus. Bei anderen gelten gesonderte Bedingungen. So zahlen Miles-Kunden, deren Führer­schein noch kein Jahr gültig ist, 9 Euro Gebühr im Monat und haben eine hohe Selbst­beteiligung von 2000 Euro. Bei Cambio dürfen Anfänger nur Klein- und Mittel­wagen buchen – immerhin ab 18 Jahren.

Kleine Kratzer

Fast die Hälfte aller Autos im Test wies Schäden auf. Die meisten waren bereits notiert. Das zu über­prüfen, ist mühsam und kostet Zeit – sollte aber jeder tun. Bei kleinen Kratzern sind Cars­haring-Firmen meist kulant, das ergab eine Umfrage von Finanztest. Schön­heits­fehler in Visitenkartengröße verfolgen sie meist nicht. Das wäre zum einen zu aufwendig. Zum anderen haften Mieter nur für Schäden, die der Anbieter ihnen nach­weisen kann. Wenn beispiels­weise unklar ist, ob eine Delle in der Stand­zeit zwischen zwei Mieten von einem Dritten verursacht wurde, zahlen Nutzer nicht.

Unfälle

Nach einem Unfall muss der Fahrer die Cars­haring-Firma verständigen. Die meisten verlangen, dass die Polizei den Unfall aufnimmt. Halten sich Cars­harer nicht daran, droht Ärger wegen Unfall­flucht. Zudem dürfen Fahrer kein Schuld­einge­ständnis abgeben – selbst dann nicht, wenn die Lage eindeutig ist. Das legen viele Anbieter fest. Ein Einge­ständnis kann die Schaden­regulierung mit den Versicherern erschweren.

Selbst­beteiligung

Cars­haring-Kunden sind voll­kasko­versichert, müssen aber einen Selbst­behalt tragen, wenn sie einen Schaden verursachen. Dieser lässt sich bei den meisten Anbietern durch eine Gebühr senken. So liegt die Selbst­beteiligung bei Flinkster bei 1 500 Euro, lässt sich aber für 90 Euro im Jahr auf 300 Euro reduzieren. Bei Stadt­mobil fällt der Selbst­kosten­anteil für Mieter ganz weg, wenn sie die Versicherung mit 99 Euro im Jahr aufstocken.

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