Haftung: Unzu­lässige Klauseln im Klein­gedruckten

Fahr­zeug­über­nahme. Bevor der Kunde losfährt, muss er das Auto auf erkenn­bare Mängel, Beschädigungen und Verschmut­zungen über­prüfen, das Ergebnis mit der Schadens­liste abgleichen und neue Schäden ins Bord­buch eintragen. Dagegen ist nichts zu sagen. Unterlässt der Kunde die Begut­achtung oder vergisst er, Schäden einzutragen, soll er laut Klein­gedrucktem von Book-n-Drive, Cambio, Citee­Car, DriveNow, Greenwheels und Teil­auto immer für den Schaden haften. Das ist eine unan­gemessene Benach­teiligung. Haften muss der Kunde nur bei schuldhaftem Verhalten, also wenn er den Schaden absicht­lich, vorsätzlich oder fahr­lässig verursacht hat.

Weitere Fahrer. Die meisten Anbieter erlauben, dass auch mal ein anderer Fahrer das Steuer des gemieteten Autos über­nehmen darf. Car2go, Citee­Car und DriveNow verbieten das aber ausdrück­lich, was zumindest verbraucherunfreundlich ist.

Beschädigungen und Diebstahl. Wird das Auto gestohlen, die Kundenkarte beschädigt oder geht der Auto­schlüssel verloren, ohne dass den Kunden eine Schuld trifft, kann er nicht haft­bar gemacht werden. Bis auf Car2go, Cambio, Citee­Car, DriveNow und Greenwheels fanden wir jedoch bei allen Anbietern solche „Haftungs­erweiterungen“. Sie sind unwirk­sam.

Versicherung. Cars­haring-Autos sind haft­pflicht- und voll­kasko­versichert. Der Kunde wird bei Schäden maximal in Höhe der Selbst­beteiligung zur Kasse gebeten. Bei einigen Anbietern soll er aber pauschal haften, wenn er beispiels­weise den Schaden vorsätzlich oder grob fahr­lässig verursacht hat, wenn er bei einem Unfall die Polizei nicht hinzugezogen oder wenn er das „Null-Promille-Gebot“ nicht einge­halten hat. Das ist nicht immer zulässig. Unwirk­same Klauseln solcher­art stehen im Klein­gedruckten der Firmen Book-n-Drive, Citee­Car, Drive Cars­haring, Greenwheels und Teil­auto.

Regel­verstöße. Cars­harer müssen sich an Regeln halten. Wer dagegen verstößt, dem drohen Sanktionen. Wird ein Fahr­zeug zum Beispiel „erheblich“ beziehungs­weise „unver­hält­nismäßig“ verschmutzt zurück­gegeben, kassieren fast alle Anbieter eine Reinigungs­gebühr. Wer das Auto mit einem zu nied­rigen Tank­stand abgibt – er soll meist mindestens ein Viertel voll sein –, muss ebenfalls zahlen. Bei Teil­auto sind es stolze 50 Euro. Geld­strafen drohen auch bei einer verspäteten Rück­gabe und beim Verstoß gegen das Rauch­verbot im Auto. Häufig verlangen die Anbieter dafür einen pauschalen Schaden­ersatz. Der ist nicht immer zulässig, zum Beispiel dann nicht, wenn seine Höhe die des üblichen Schadens über­steigt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 35 Nutzer finden das hilfreich.