Cars­haring Test

Ob Cars­haring ein Lösungsweg ist, um die Verkehrs­probleme der Zukunft zu lösen, ist umstritten. Wo es angeboten wird, funk­tioniert es aber gut. Mängel finden sich nur im Klein­gedruckten. test hat sich 11 Anbieter in 15 Städten angesehen, davon 5 mit festen Miet­stationen, 2 ohne feste Miet­stationen und 4 mit beiden Angebots­formen. Die Verkehrs­experten der Stiftung Warentest erklären die Vor- und Nachteile der verschiedenen Varianten und sagen, für wen sich Cars­haring lohnt.

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TestCars­haringtest 07/2015
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Zwei Varianten: Autos haben festen Park­platz oder stehen irgendwo

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Etabliert haben sich zwei Cars­haring-Varianten. Beim klassischen Modell stehen die Autos auf einem festen Park­platz. Nutzer holen den Wagen ab, nach der Fahrt bringen sie ihn dorthin zurück. Sie buchen über Telefon, Computer oder Smartphone-App. Eine Stunde Kleinwagen fahren kostet etwa 2 bis 5 Euro, Benzin inklusive. Die zweite Cars­haring-Variante ist flexibler, deutlich teurer und nur in großen Städten zu finden. Eine Stunde kostet etwa 15 bis 17 Euro, Benzin und Park­kosten inklusive. Die Autos stehen irgendwo in der Stadt, frei geparkt. Das Modell heißt Free­floating. Kunden orten einen Wagen via Computer, mobile Website oder App. Nach der Fahrt stellen sie es an einem beliebigen Park­platz inner­halb des Nutzungs­gebiets ab.

Am besten beide nutzen

Beide Cars­haring-Varianten haben Vor- und Nachteile. Am besten fahren Verbraucher, die beide wechselseitig nutzen können. Das ist aber nur in Ballungs­räumen möglich. Book-n-Drive und Stadt­mobil bieten feste Stationen und Free­floating parallel an, aber nur in wenigen Städten. Vor kurzem haben Flinkster, der größte Anbieter des Stations­modells, und der Free­floater Car2go eine Koope­ration gestartet. Kunden können nun mit einer Registrierung beide Flotten nutzen.

Junge sind nicht über­all will­kommen

Führer­schein-Neulinge sind nicht bei allen will­kommen. DriveNow akzeptiert Kunden erst ab dem Alter von 20, Greenwheels erst ab 24. Unter 25-Jährige können bei Flinkster und Drive Cars­haring nicht alle Fahr­zeug­typen mieten. Und Cambio verpflichtet Fahrer unter 25, die ihren Führer­schein noch keine zwei Jahre besitzen, ein Sicher­heits­paket zu buchen, das die Voll­kasko-Selbst­beteiligung auf 200 Euro senkt.

Güns­tige Pauschalen

Die meisten Anbieter schi­cken ihren fahrenden Kunden alle zwei oder vier Wochen eine Rechnung, die die Kosten für jede einzelne Buchung auflistet. Beim Cars­haring mit festen Park­plätzen richten sich die Tarife meist nach Nutzungs­dauer und gefahrenen Kilo­metern. Für längere Stre­cken oder Zeiten bieten einige Vermieter güns­tigere Pauschalen an. Die stations­unabhängigen Anbieter haben haupt­sächlich Zeit­tarife, sie rechnen pro Minute ab. Car2go bietet auch Stunden- und Tages­tarife an, längere Stre­cken werden aber teuer: Ab dem 51. Kilo­meter berechnet die Firma zusätzlich 29 Cent pro Kilo­meter. Bei DriveNow können Kunden für längere Fahrten Stundenpakete buchen: für 3, 6, 9 oder 24 Stunden.

Haft­pflicht- und Kasko­versicherung

Straßenverkehr ist gefähr­lich, eine Haft­pflicht­versicherung, die Ansprüche von Unfall­opfern begleicht, gesetzlich vorgeschrieben. Alle getesteten Anbieter stocken die gesetzliche Mindest­deckungs­summe auf, meist auf 100 Millionen Euro. Personenschäden sind aber nur mit 8 oder 15 Millionen Euro versichert. Für Schäden am Miet­auto kommt die Voll­kasko­versicherung auf. Sie ist bei allen Stan­dard, mit unterschiedlichen Selbst­beteiligungen. Wird das Auto durch einen selbst­verschuldeten Unfall beschädigt, muss sich der Kunde mit 500 bis 1 500 Euro an den Reparatur­kosten beteiligen. Zahlt er etwa 25 bis 90 Euro im Jahr zu, kann er die Selbst­beteiligung auf 200 bis 300 Euro senken, bei einigen auch auf null – zu höheren Kosten.

So haben wir getestet

20 geschulte Tester wurden verdeckt Kunden und haben in 15 Städten zehn Test­fahrten gemacht und diese dokumentiert. Zusätzlich fanden pro Anbieter 30 Verfügbarkeits­prüfungen und 10 Prüfungen der Fahr­zeug­öffnung statt. Zwei Service­experten prüften und bewerteten die Webseiten, den Anmelde­prozess, die Buchungs-Apps und die mobilen Webseiten. Die Geschäfts­bedingungen und Daten­schutz­bestimmungen bewertete eine juristische Gutachterin.

Das bietet der Test

Die test-Tabelle zeigt

  • in wie vielen Städten der jeweilige Anbieter vertreten ist.
  • wie die einzelnen Anbieter in puncto Verfügbarkeit, Fahr­zeug­zustand und Kunden­service abschneiden.
  • ob es Mängel in den AGB gibt.
  • ob ein Monats­beitrag beziehungs­weise Aufnahme­beitrag fällig ist.
  • wie hoch die Voll­kasko-Selbst­beteiligung ist.

Die Test­kommentare zur Tabelle nennen Besonderheiten der einzelnen Anbieter (Alters­regelungen, Apps, Reser­vierungs­bedingungen). In den Tipps verraten wir unter anderem, wie Sie ein passendes Unternehmen in Ihrer Region finden.

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