Privates Cars­haring: Mein Auto ist dein Auto

  • Die Profiver­mittler. Die meiste Zeit steht ein privates Auto nur rum – da kann man es auch vermieten und ein biss­chen Geld verdienen. Seit 2010 über­nehmen Internetplatt­formen die Vermitt­lung. Die Makler haben auch das leidige Versicherungs­problem gelöst. Denn wer sein Auto privat verleiht, geht ein Risiko ein: Wer zahlt, wenn etwas passiert? Über die Vermittler wird jeder Mieter zusätzlich versichert, sodass die Haft­pflicht- und Kasko­versicherung des Halters unbe­helligt bleibt. Der Selbst­behalt ist mit 500 Euro erfreulich gering.
  • Die Preise. Wir haben die Konditionen bei drei Vermitt­lern abge­fragt: Auto­netzer, Nach­barschafts­auto und Tamyca. Alle arbeiten nach dem gleichen Prinzip und haben ähnliche Bedingungen. Die Anmeldung ist immer kostenlos. Interes­senten suchen ein verfügbares Auto im Internet, buchen es und zahlen im Voraus. Den Miet­preis bestimmt der Vermieter. Hinzu kommen die Versicherungs­prämie und 15 Prozent Provision für den Vermittler. Alles in allem kommen Nutzer so schon für 20 bis 40 Euro pro Tag an einen Kleinwagen. Interes­sant sind Privat­autos besonders für längere Stre­cken und Ausleihdauern. Die Flotten sind vielfältig. „Vom Stadt­flitzer bis zum Camping-Bus, vom Alltags­auto zum Luxus­schlitten“, umschreibt Nach­barschafts­auto sein Angebot. Wer will, kann auch mal mit einem Porsche oder Jaguar über die Auto­bahn brettern. Solche Luxusmodelle sind allerdings deutlich teurer zu leihen.
  • Die Abwick­lung. Die Auto­über­gabe zwischen Mieter und Vermieter findet immer persönlich statt. Dabei werden die wichtigsten Daten wie Fahr­zeug­zustand und Kilo­meter­stand protokolliert. Nach einer kurzen Einweisung kann es losgehen. Nach der Fahrt wird das Auto beim Vermieter mit dem gleichen Tank­stand zurück­gegeben und das Über­gabepro­tokoll unter­schrieben. Vertrauen ist bei privatem Cars­haring ein wichtiges Pfand, Kontrolle noch besser. Deshalb bewerten sich Mieter und Vermieter gegen­seitig und sorgen so für Trans­parenz.
  • Die Voraus­setzungen. Leiher dürfen nicht jünger als 23 und nicht älter als 70 Jahre sein, sie müssen seit mindestens drei Jahren im Besitz einer gültigen Fahr­erlaubnis sein. Der ständige Wohn­sitz muss in Deutsch­land liegen.
  • Die Konkurrenz. Klassischen Vermietern ist das private Angebot ein Dorn im Auge. Der Bundes­verband der Auto­vermieter Deutsch­lands (BAV) vertritt die Meinung, private Auto­vermieter müssten die gleichen Auflagen erfüllen wie gewerb­liche. Das würde Privatvermietern eine jähr­liche Haupt­unter­suchung des Autos abver­langen und viel höhere Versicherungs­prämien. Vor dem Land­gericht Berlin ist hierzu eine Klage des BAV gegen das Unternehmen Auto­netzer anhängig.

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