Cars­haring Special

Cars­haring wächst rasant. Immer mehr Deutsche verzichten auf ein eigenes Auto und entscheiden sich für das Auto­teilen. Was Ende der acht­ziger Jahre bescheiden begann, entwickelt sich zur Massenbewegung – vor allem in Ballungs­zentren mit ausgebautem Nahverkehrs­netz, ordentlicher Fahr­radinfrastruktur und dadurch einfach zu erreichenden Miet­stationen. test.de erklärt die gängigen Car­sharing-Varianten und gibt einen Über­blick über Angebot und Preise von neun großen Anbietern.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test Carsharing.

Drei Varianten von Cars­haring

 Cars­haring, also die gemeinschaftliche Nutzung von Autos, hat sich in drei Varianten etabliert. Das älteste Modell funk­tioniert mit festen Stationen, bei denen sich Nutzer meist stunden­weise ein Auto leihen. Bei Free-Floating werden die Wagen irgendwo auf der Straße aufgenommen und wieder abge­stellt. Der Nutzer ortet sie übers Smartphone oder Tablet. Abge­rechnet wird allein nach Zeit. Benzin und Park­kosten sind inklusive. Auch Privatbesitzer verleihen ihre Autos gegen Geld und bedienen sich dabei der Dienst­leistung professioneller Platt­formen.

Daimler und Flinkster koope­rieren

Ab dem Sommer wollen Daimler und Flinkster Free-Floating mit einem stations­gebundenen Carsha­ring verknüpfen. Kunden von Car2go und Flinkster können dann auch Fahr­zeuge des jeweils anderen Unter­nehmens nutzen. Eine doppelte Registrierung ist dann nicht mehr erforderlich. Ziel ist ein bundes­weit enges Netz mit mehr als 6 600 Autos. In Groß­städten kann man auch ohne einen solchen Verbund stations­gebundenes Cars­haring und Free-Floating verbinden.

Bahn-Tochter hat das größte Netz

Für Nutzer ist ein großes Netz von Vorteil. Das größte bietet derzeit Flinkster. Das Cars­haring der Bahn hat 351 eigene Stationen, die häufig an Bahnhöfen zu finden sind. Durch Koope­ration mit rund 20 anderen Anbietern erhöht sich die Zahl der Stationen auf 800. Flinkster-Kunden können so auf 3  100 Fahr­zeuge in 140 Städten zugreifen.

Koope­rationen machen Mehr­fach-Registrierungen über­flüssig

Koope­rationen sind beim Cars­haring an der Tages­ordnung. So arbeiten beispiels­weise Cambio und Stadt­mobil seit Jahren zusammen. Zudem sind sie mit vielen weiteren Anbietern im Bundes­verband Car­sharing verbunden. Kunden können so über das Internet fast 4 500 Autos in mehr als 100 Städten in Deutsch­land buchen. Die Cambio-Gruppe ist regional organisiert. Privatkunden können zwischen vier Tarifen wählen. Stadt­mobil ist ein Zusam­menschluss von sieben Regi­onalanbietern mit jeweils unterschiedlichen Tarifen.

Für Schäden kommt die Voll­kasko­versicherung auf

Ein wichtiges Thema beim Auto­fahren ist der Versicherungs­schutz. Für Schäden am gemieteten Auto kommt die Voll­kasko­versicherung auf. Bei allen befragten Cars­haring-Anbietern gehört sie zum Stan­dard, allerdings mit unterschiedlichen Selbst­beteiligungen. Wenn das Auto beschädigt wird, beispiels­weise durch einen selbst verschuldeten Unfall, muss sich der Kunde mit 500 bis 1  500 Euro an der Reparatur beteiligen. Durch Zuzahlung von 39 bis 99 Euro im Jahr kann er den Betrag auf erträglichere 200 bis 350 Euro senken.

Dieser Artikel ist hilfreich. 31 Nutzer finden das hilfreich.