Acht typische Fehler: Über­raschung im Klein­gedruckten

Schnell, einfach, unkompliziert: So werben Cars­haring-Firmen. Ins Klein­gedruckte schauen nur wenige Kunden. Oft sind die Geschäfts­bedingungen online trotz mühsamer Suche kaum zu finden. Ergebnis: Viele Nutzer sind sich über wichtige Regeln nicht im Klaren.

Fehler Nr. 1: Alkohol

Bei Alkohol am Steuer gilt für Cars­harer: null Toleranz. Viele Unternehmen legen ein absolutes Alkohol­verbot fest. Es darf auch kein Rest­alkohol vom Vorabend im Blut sein. Es reicht nicht, die gesetzliche Promille­grenze von 0,5 einzuhalten. Wer dagegen verstößt, riskiert eine Vertrags­strafe und den Schutz der Kasko­versicherung.

Fehler Nr. 2: Anderer Fahrer

Im Klub ein Glas zu viel getrunken und dann den Freund ans Steuer lassen? Das geht gar nicht. In der Regel legen die Anbieter fest, dass nur der Nutzer selbst fahren darf, kein Fremder. Bei Verstoß wird eine Strafe fällig, zum Beispiel bei Car2go 1 000 Euro. Außerdem gefährdet das den Kasko­schutz.*

Fehler Nr. 3: Kratzer ignoriert

Vor Antritt der Fahrt müssen Nutzer das Auto kontrollieren. In der Regel liegt im Wagen eine Mappe, in der vorhandene Macken einge­tragen sind. Wer nicht kontrolliert, kann für Schäden haft­bar gemacht werden. In der Praxis passiert das aber kaum, berichten unsere Leser (Bei Beulen kaum Probleme). Außerdem kann man sich wehren. Schließ­lich kann es sein, dass ein Fremder in der Stand­zeit zwischen zwei Mieten den Kratzer verursacht und sich aus dem Staub gemacht hat. Auch wichtig: Gelb­westen, Warn­dreieck, Verbands­kasten müssen an Bord sein. Die Polizei wird bei Kontrollen den Fahrer verantwort­lich machen.

Fehler Nr. 4: Tiere an Bord

Hunde dürfen bei vielen Anbietern nur mitfahren, wenn sie in einer Trans­portbox unterge­bracht sind. Manchmal reicht eine geeignete Decke.

Fehler Nr. 5: Rauchen

Die meisten Anbieter verbieten das Rauchen ausdrück­lich. Bei Verstoß nimmt zum Beispiel Flinkster 25 Euro.

Fehler Nr. 6: Schuld­einge­ständnis

Wer einen Unfall baut, darf kein Schuld­einge­ständnis abgeben – auch nicht, wenn die Sachlage eindeutig ist. Das legen viele Anbieter ausdrück­lich fest. Ein Einge­ständnis ist zwar nicht auto­matisch das letzte Wort. Es kann aber die Schaden­regulierung mit den Versicherern erschweren.

Fehler Nr. 7: Unfall nicht gemeldet

Nach einem Unfall muss der Fahrer die Cars­haring-Firma verständigen. Die meisten verlangen zusätzlich, dass die Polizei den Unfall aufnimmt. Das gilt selbst dann, wenn nur das Auto etwas abbe­kommen hat. Halten sich Cars­harer nicht daran, droht Ärger wegen Unfall­flucht. Die liegt vor, wenn Schäden an fremden Sachen entstehen. Das Cars­haring-Auto ist für den Kunden eine fremde Sache, da es dem Unternehmen gehört. Deshalb entzog das Amts­gericht Berlin-Tiergarten einem Cars­harer den Führer­schein. Er hatte eine Leitplanke touchiert, die nicht beschädigt wurde, und war weitergefahren (Az. 297 Gs 47/18).

Fehler Nr. 8: Falscher Park­platz

Stations­gebundene Autos müssen zur Station zurück­gebracht werden. Doch was, wenn dort ein fremder Pkw parkt? Den Wagen einfach irgendwo ins Halte­verbot zu stellen, ist keine Lösung. Besser ist es, die Hotline um Hilfe zu bitten. Für Free-floating-Pkw ohne feste Station gilt: Sie dürfen nur im öffent­lichen Straßenraum stehen, nicht auf einem Supermarkt­park­platz oder in Zonen, in denen nur zeitlich befristetes Parken mit Park­scheibe erlaubt ist. Für Park­verstöße haftet der Nutzer. Er zahlt das Knöll­chen. Muss die Cars­haring-Firma umparken, kann das je nach Anbieter 50 Euro kosten. Was viele nicht wissen: Car2Go erlaubt es nicht, einen Smart quer zur Fahr­bahn zu parken.

*Korrigiert am 14. Mai 2019

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