„Wir empfehlen die Mallorca-Police“

Cars­haring Test

Karolina Wojtal ist Expertin für Versicherungs­fragen am Europäischen Verbraucherzentrum Deutsch­land in Kehl (www.evz.de).

Karolina Wojtal, Juristin am Europäischen Verbraucherzentrum Deutsch­land, beant­wortet Fragen zum Versicherungs­schutz.

Genießen Cars­haring-Nutzer im EU-Ausland denselben Versicherungs­schutz wie in Deutsch­land?

Nicht unbe­dingt. Zwar ist die Kfz-Haft­pflicht­versicherung, die Ansprüche von Unfall­opfern begleicht, eine EU-weite Pflicht­versicherung. Die Deckungs­summen für Personen- und Sach­schäden können aber je nach Land erheblich differieren, da die EU-Richt­linie nur Mindest­summen fest­legt. In Deutsch­land empfehlen wir mindestens 12 Millionen Euro je geschädigter Person und eine Gesamt­versicherungs­summe von pauschal 100 Millionen Euro für alle Personen- und Sach­schäden je Unfall. Im Ausland sind die Deckungs­summen teil­weise deutlich geringer.

Wie kann man die Deckungs­summen erhöhen?

Wir empfehlen, die eigene Kfz- oder Privathaft­pflicht­versicherung um eine sogenannte Mallorca-Police zu ergänzen. Damit lassen sich Deckungs­summen denen in Deutsch­land anpassen. Achten Sie auf den Schutz­umfang. Einschränkungen hinsicht­lich der versicherten Personen und der maximal zulässigen Mietdauer des Cars­haring-Autos sind denk­bar.

Wann riskiert man den Versicherungs­schutz?

Bei grober Fahr­lässig­keit kann es zu Leistungs­kürzungen kommen, in besonders schweren Fällen bis zu 100 Prozent – etwa bei alkoholbe­dingter Fahruntauglich­keit oder Fahren unter Drogen­einfluss.

Was müssen Kunden bezüglich der Auto­versicherung beachten?

Sie sollten sich erkundigen, ob eine Teil- oder Voll­kasko­versicherung besteht. Wichtig ist die Höhe der Selbst­beteiligung. Einige Anbieter verlangen bis zu 2 000 Euro. Eine Reduzierung ist oft nur durch den Abschluss eines Sicher­heits­pakets und Zahlung einer recht hohen Jahres­gebühr möglich.

Worauf sollten Nutzer sonst noch achten?

Sie sollten sich über die Verkehrs- und Park­regelungen im Ziel­land informieren sowie die Anbieterhin­weise lesen, wo sie das Fahr­zeug abstellen dürfen. Wichtig ist, das Miet­verhältnis korrekt zu beenden, damit nur die tatsäch­liche Nutzungs­dauer abge­rechnet wird. Bei einem Unfall muss der Vermieter unver­züglich informiert werden. Viele Cars­haring-Anbieter schreiben verbindlich vor, dass die Polizei verständigt werden muss. Daran sollte man sich halten, um den Versicherungs­schutz nicht zu verlieren.

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