Cannondale-Rückruf Meldung

Bei Cannondale-Mountainbikes mit „Lefty Speed Carbon SL“- oder „Lefty Speed DLR 2“-Gabel ab Modelljahr 2007 kann sich das Federbein samt Vorderrad während der Fahrt lösen. Ein womöglich lebensgefährlicher Sturz ist dann unausweichlich. Der Hersteller hat eine Rückrufaktion gestartet und fordert Besitzer betroffener Räder auf, sie nicht mehr zu benutzen. Sie können die Räder bei Cannondale-Händlern kostenlos reparieren lassen. Ursache für die Gefahr: Die Verschraubung der Dämpfer-Kartuschen im Federbein ist bei manchen Rädern nicht genügend mit Schraubenkleber gesichert.

Zahlreiche Modelle betroffen

Cannondale-Rückruf Meldung

Der Rückruf gilt weltweit und für alle 2007er-Räder mit einer der beiden vom Rückruf betroffenen Lefty-Gabeln Speed DLR 2 (links) und Speed Carbon SL (rechts). Anders als bei herkömmlich konstruierten Fahrrädern hat die Gabel nicht zwei, sondern nur ein Federbein. „Es gab bereits Verletzungen“, sagte Chris Peck, bei Cannondale für Forschung und Entwicklung zuständiger Vizepräsident. Im Einzelnen sind folgende Fahrradmodelle betroffen:

Auch einzeln als Ersatzteil gelieferte Gabeln und die Rahmen-Gabel-Sets Rush, Rush Carbon SI, Scalpel SI und Taurine Carbon SI sind gefährlich. Wie viele Räder im deutschsprachigen Raum genau betroffen sind, sagte Cannondale nicht. Die vom Rückruf betroffenen Räder kosten neu zwischen gut 2 000 bis über 7 000 Euro.

Anzeichen für Lockerung

Gefahr droht, wenn sich die Verschraubung der beiden Dämpferkartuschen im Federbein lockert. Anzeichen dafür ist ein metallisches Geräusch beim vollständigen Ausfedern. Außerdem ist die Gabel im entlasteten Zustand länger als normal. Die Rippen des Faltenbalgs sind dann fast vollständig auseinander gezogen.

Reparatur beim Händler

Wer ein Rad mit einer vom Rückruf betroffenen Gabel hat, kann es bei Cannondale-Händlern reparieren lassen. Die Reparatur erfordere Spezialwerkzeug und eine besondere Schulung und sei daher nicht fürs Selbermachen geeignet, heißt es in den Cannondale-Informationen zum Rückruf. In Werkstätten mit eigens geschultem Personal dauere sie nicht länger als 30 Minuten. Cannondale empfiehlt, einen Termin beim Vertragshändler zu vereinbaren. Die Händler seien über den Rückruf informiert und sollen Käufer betroffener Fahrräder wenn möglich von sich aus anschreiben, erklärte ein Sprecher des Unternehmens.

Schadenersatz und Schmerzensgeld

Wer wegen einer unzureichend gesicherten Verschraubung der Elemente in Cannondale-Federgabeln stürzt, kann vom Hersteller Schadenersatz und ein angemessenes Schmerzensgeld verlangen. Ein Verschulden muss er ihm nicht nachweisen. Feststehen muss nur, dass die fehlerhaft montierte Gabel Ursache für den Sturz war.

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