Bett am Wald­rand – nicht über­all erlaubt.

Nicht jeder Camper findet immer einen freien Zelt­platz oder Stell­platz für das Wohn­mobil. Darf man dann mit dem Zelt in den Wald oder mit dem Wohn­mobil an den Strand? Wo ist Wildcampen in Europa über­haupt erlaubt − und was sind die Bedingungen? test.de informiert.

Deutsch­land: In Natur­schutz­gebieten ist Campen verboten

Zelten. Ist in Natur­schutz­gebieten, National­parks oder Biosphärenre­servaten grund­sätzlich verboten. Auf anderen Flächen unterscheidet sich die Rechts­lage je nach Bundes­land. In den meisten ist Wild­zelten nur mit Zustimmung des Land- oder Wald­eigentümers erlaubt. Brandenburg und Meck­lenburg-Vorpommern erlauben grund­sätzlich eine Nacht im Zelt.

Wohn­mobile. Dürfen auf öffent­lichen Flächen stehen, wenn Straßenverkehrs­ordnung oder Hinweisschilder es nicht verbieten. Darin über­nachten dürfen Camper dann aber nur für eine Nacht − „zur Wieder­herstellung der Fahr­tüchtig­keit“.

Europa: Wild­zelten nur mit Einschränkungen oder gar nicht erlaubt

Ganz verboten. Schlechte Karten haben Wild­zelter in Osteuropa, Dänemark, Italien, Portugal und Kroatien – dort ist es verboten.

Örtlich verschieden. In der Schweiz und in Österreich variiert die Rechts­lage je nach Kanton und Bundes­land, in Spanien und Frank­reich braucht man die Zustimmung einer lokalen Behörde. Belgien und die Nieder­lande stellen teils Pfähle auf, um die herum gezeltet werden darf („paalkampering“).

Mit Einschränkungen erlaubt. Schweden, Norwegen, Finn­land und die baltischen Staaten erlauben Wild­zelten mit Einschränkungen.

Wohn­mobile: Höchs­tens eine Nacht ohne Stell­platz

Wer statt im Zelt im Wohn­mobil außer­halb von Camping- oder Stell­plätzen über­nachten will, findet in den meisten Ländern Europas offiziell nur Verbote. In Belgien ist es für eine Nacht erlaubt, in Österreich, der Schweiz, Frank­reich, Schweden, Norwegen und Italien gelten lokale Bestimmungen.

Tipp: Natur­nahes, legales Zelten ausschließ­lich für (Rad-)Wandernde bieten Trekking­plätze – einfache Lagerflächen an Wäldern oder Gewässern, oft ohne weitere Infrastruktur wie Toiletten. Einige sind nur nach Voranmeldung nutz­bar, teils nur gegen einen kleinen Obolus. Eine Link­liste bietet der Deutsche Alpenverein.

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