Camcorder von Penny Schnelltest

Penny verkauft seit Montag, 18. Januar, einen Pocket-Camcorder von Aiptek. Preis: nur 70 Euro. Klingt billig. Ist es auch. Das gilt für Preis und Qualität. Der Schnelltest sagt, warum.

Kamera und Diktiergerät

Klein, leicht und billig: Der Pocket-Camcorder von Penny kostet nur 70 Euro. Dafür gibt es Videos in hoher Auflösung (HD, 720p), Digitalfotos und eine Diktierfunktion. Echt billig. Ein Multifunktionsgerät, sagt Penny. So weit so gut. Wer das Gerät in die Hand nimmt, merkt schnell: Das ist auch billig - und nicht für hohe Ansprüche gemacht. Ein Pocket-Camcorder für Webvideos - bestenfalls. Das Gerät ist vertikal aufgebaut. Es liegt wie eine Pistole in der Hand. Auch das ist typisch für Web-Camcorder.

Kein optisches Zoom

Für schöne Urlaubsbilder fehlt es dem Aiptek DV AHD C 100 an Klasse. Der Camcorder hat kein optisches Zoom. Wer sein Motiv näher heranholen will, muss das digitale Zoom bemühen. Der Camcorder berechnet dann die Vergrößerung. Bis zu 8-fach ist drin. Das digitale Zoom kostet aber Bildqualität, weil der Camcorder den Ausschnitt bei fester Brennweite hochrechnen muss.

Videos verwaschen

Die Videos sind insgesamt mau. Auch ohne das digitale Zoom. Das Bild ruckelt oft - vor allem bei Schwenks. Es fehlt an Detailauflösung. Die Videos wirken verwaschen. Helligkeitssprünge und Farbfehler trüben das Bild. Die Elektronik des Aiptek ist schnell überfordert. Vor allem mit bewegten Motiven. Auch Innenaufnahmen überfordern das Gerät. Der Camcorder ist nicht lichtempfindlich genug. Der Nachtmodus hilft nicht: Die Videos bleiben verwaschen.

Ton rauscht

Zum schlechten Bild gesellt sich noch schlechter Ton. Die Aufnahmen rauschen, Störgeräusche nerven, die Elektronik des Camcorders behindert sich selbst. Als Diktiergerät - wie von Penny beworben - mag der Camcorder noch taugen. Aber schon für Webvideos reicht der Ton kaum noch aus.

Fotos mau

Als Digitalkamera ist der Camcorder von Aiptek auch kein Hit. Penny verspricht Fotos mit 12 Megapixeln, der Bildchip liefert aber nur 5 Megapixel. Die fehlenden Pixel rechnet die Elektronik dazu. So sehen die Bilder auch aus: Es fehlt an Detailtreue und Schärfe. Standbilder erreichen etwa die Bildqualität einer billigen Digitalkamera. Immerhin. Praktisch ist das Fotografieren mit dem Pocket-Camcorder allerdings nicht: Der Blitz sitzt direkt über dem Handgriff. Wer nicht aufpasst, verdeckt ihn laufend mit den Fingern.

Handhabung tückisch

Der Camcorder von Penny hat noch eine Tücke: Den Makroschalter am Objektiv. Für Nahaufnahmen soll der Anwender den Schalter auf das Blümchensymbol drehen, so die Anleitung. Viel besser werden die Nahaufnahmen dadurch nicht. Schlimmer noch: Wer den Schalter in Stellung Nahaufnahme vergisst, ruiniert sich die folgenden Aufnahmen in größerer Entfernung. Der Camcorder zieht die Motive dann nicht mehr scharf. Es fehlt ein Autofokus.

Testkommentar: Einfacher Camcorder auf niedrigem Niveau
Produktbeschreibung: Aiptek DV AHD C 100
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