Camcorder von Penny Schnelltest

Penny verkauft ab heute einen digitalen Camcorder für 229 Euro. Sehr günstig für ein Mini-DV-Gerät. Der JVC GR-D345 kostete zuletzt etwa 325 Euro. Laut Penny sogar 399 Euro - aber das ist reichlich hoch gegriffen. Ein gutes Angebot also? Jein: Der Preis ist gut, der Camcorder aber nur mäßig. test.de sagt warum.

29 Camcorder im Test

29 Camcorder hat die Stiftung Warentest im November getestet. Mit dabei, der JVC GR-D360, der große Bruder des GR-D345. Beide Geräte gehören zu einer Familie. Sie arbeiten mit derselben Technik und haben auch dieselben Schwächen. Ihre Bilder sind nur befriedigend, der Ton ausreichend, die Camcorder insgesamt gerade noch befriedigend.

Bei Kunstlicht schwach

Probleme haben die JVC-Geschwister GR-D360 und GR-D345 vor allem mit Kunstlicht. Bei schwacher Beleuchtung sind die Aufnahmen deutlich verrauscht. Dem Bild fehlt Kontrast. Alles bekommt eine gelbliche Tönung. Beim Camcorder von Penny wiegt das Problem besonders schwer: Der JVC GR-D345 hat keine Videoleuchte. Hier helfen nur externe Scheinwerfer, wenn die Umgebung zu dunkel ist. Bei Tageslicht funktionieren beide JVC-Camcorder deutlich besser. Die Bilder sind zwar immer noch etwas unscharf, die Bildqualität ist aber insgesamt noch gut. Zumindest im Standardformat 4:3. Breitbildaufnahmen kommen nur befriedigend. Grund: Der 16:9-Videomodus schneidet oben und unten Zeilen weg. Die Bildqualität sinkt.

Kein guter Ton

Auch beim Ton können die beiden JVC-Camcorder nicht überzeugen. Die Experten der Stiftung Warentest fütterten die Camcorder mit klassischer Musik. Eine feine Aufnahme von CD. Was die Mikrofone der Camcorder daraus machen, ist nichts für Musikliebhaber. Die Aufnahmen klingen dünn und spitz. Mitunter sogar blechern und verzerrt. Auch die sonore Stimme eines Sprechers können die JVC-Camcorder nicht ansprechend einfangen. Der Ton bleibt mau. Daran lässt sich auch nichts ändern: Es gibt keinen Anschluss für ein externes Mikrofon.

Kleiner Bruder ohne Chip

In einem Detail unterscheiden sich die beiden Brüder: Der größere JVC GR-D360 hat einen Speicherkarteneinschub, der kleine Bruder von Penny nicht. Beide Camcorder können Standbilder aufnehmen, aber nur der größere JVC GR-D360 kann die Fotos auf der Speicherkarte ablegen. Vorteil: Die Speicherkarte lässt sich direkt vom PC aus lesen. Der JVC GR-D360 funktioniert so zur Not auch als Digitalkamera, der JVC GR-D345 nicht. Er speichert die Standbilder nur auf Band - im Videomodus und mit geringerer Auflösung. Fazit: Kein Ersatz für eine Digitalkamera.

TestkommentarBillig, aber nicht gut
Tabelle: Technische Daten und Ausstattung

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